Jaja, liebe Helga, mittelalterlich fuehlt es sich hier auch oft an, wenn auch nicht nur, weil wir noch kein Haus haben und immer noch kein Geld. Aber das wollen wir ja online nicht mehr alles beschreiben, sonst schmeisst uns die Regierung raus. Was ich wieder fuer einen Spass mit der Telefongesellschaft hatte in den letzten Wochen – ihr koennt es euch nicht vorstellen. Dabei ergab sich, dass auch unsere lieben Nachbarn, mit denen ich ja haeufiger telefoniere, theoretisch und laut den Computer-Aufzeichnungen der Telefongesellschaft, man hoere und staune – KEIN Telefon haben. Margaret hat sich sehr gewundert, als ich ihr das sagte. Inzwischen bin ich mit meinem Gejammere bei der Landtagsabgeordneten angelangt, aber die hat sich noch nicht wieder gemeldet. Wahrscheinlich hat sie derlei Klagen zu Dutzenden auf dem Tisch!!!
Derweil machte der Bau kleine Fortschritte. Ich stelle mir so vor, dass die Holzbilder euch ja doch bald langweilen muessen, ein Pinnchen nach dem anderen senkrecht, aber nicht wirklich was zu erkennen. Dennoch: Hier noch zwei vom letzten Wochenende, an dem freundlicherweise Jody und Rory helfen kamen, und dann auch noch Bob hereinschneite.
Dieses letzte hier ist die Ansicht vom Teich aus, ich finde, das macht doch was her, oder? Natuerlich mache ich mir inzwischen Gedanken, ob wirklich genuegend Fenster eingeplant sind. Drei grosse auf der Suedseite, aber dann wird das grosse auf der Westseite ja von der inzwischen eingeholzten Veranda und dem darueberliegenden Serenaden-Balkon etwas beschattet. Doch im Herbst und Winter steht die Sonne tief, da kriege ich sicher noch Licht in die Kueche. Und im Sommer bin ich eh draussen. Fuer die Ostseite gilt es aehnlich. Nach Norden haben wir ein relativ grosses Fenster ueber dem Esstisch geplant, und dann natuerlich eines fuer das WC ohne W, stattdessen mit SP (steht fuer Spaene). Trudy und ich sitzen gern schon mal in der Verandatuer… Trudy liegt auch gern auf mir drauf, wo immer Platz ist…
Derweil zeichnet Gereon die schwierigen Bauteile auf, z.B. die Treppe. Alles aber nur sehr rudimentaer, der ganze Rest ist in seinem Kopf, hoffentlich… Nun sind aufgrund des Holzkaeferproblems in B.C. und des zusammenbrechenden Wohnungsmarktes in den USA die Holzpreise hier heftig gesunken, was fuer uns nicht schlecht ist. So wird wohl doch in absehbarer Zeit das ganze Kistchen mit Sperrholz verkleidet und erst spaeter mit huebschen Brettern versehen werden. Sperrholz geht schnell und stabilisiert, sagt der Architekt. Der heute jagen ist, mit Norwin, dem Jungjaeger. Ich hab da ja immer gemischte Gefuehle, wisst ihr ja.
Vorgestern abend hatte wir ein interessantes Intermezzo mit einer Barred Owl (strix varia)
und Trudy, der Furchtlosen. Die Eule, die uns aus einem Baum anschaute, entdeckte Trudy und flog gemaechlich hinter ihr her. Da entdeckte Trudy auch die Eule und „stellte sich ihr“. Das fand zweimal statt, dann hat Gereon Trudy lieber voruebergehend aus dem Verkehr gezogen – die Eule schien mir doch ganz schoen gross und mindestens so furchtlos wie Trudy. Und heute sass am Strassenrand in einem Baum so was
. Ich bin dann doch immer recht beeindruckt – die sind ganz schoen gross, diese „Ageler“.
Und vorgestern morgen heulten die Woelfe so heftig, dass wir abends dann doch lieber unsere Ziegenbrut aus dem Wald reingeholt haben. Emmy ist naemlich im Moment nachts zur Kette verdonnert, weil sie laeufig ist und heftigst in den Nachbarrueden verliebt – die beiden bieten morgens Heulduette dar vom Allerfeinsten, allerdings nichts gegen die Woelfe, die offensichtlich bzw. hoerbar Weltschmerz haben, und zwar XXL. Ganz anders die Kojotenchoere, die immer sehr froehlich und schrill klingen. Den Toenen nach koennten Kojoten gut in Pink und Lila und Limonengruen gekleidet sein. Woelfe dagegen natuerlich in grau, grau und nochmals grau, mit schwarzen Akzenten, wie im richtigen Leben. Jedenfalls ist das alles ziemlich schoen, und das Wetter ist bilderbuch-herbstlich, und ich ernte sogar noch letzte Reste aus dem Garten. Und ich spinne und stricke und habe viel Spass dabei.
