Archiv der Kategorie: Kanadisches

Fast Forward

Letztens war noch Mai. Jetzt ist fast August. Branta c. ist nicht mehr, sie wuchs nicht und begann dann, sehr angestrengt zu atmen – irgendwas war gar nicht richtig und scheinbar auch nicht reparabel. Schade.

Workawayerin und Tochterkind hier und wieder weg. Ich mit Tochterkind gemeinsam zurueck nach Deutschland, um in seinen letzten Tagen bei meinem Vater zu sein. Intensive Zeiten. Jetzt bin ich, nach drei Wochen, wieder hier. Ausatmen. Nachdenken. Und arbeiten. Meistens arbeiten. Der Garten praesentierte sich als ein Dschungel, nachdem es wohl in diesen Wochen eher warm und eher feucht war. Inmitten von Wildwuchs aber findet sich viel mehr Gemuese als erwartet. Moehren, rote Bete, Zucchini, Erbsen, Mangold, Himbeeren wild und zahm. Und ich habe noch gar nicht alles gefunden…

Meine Sense hat brav auf mich gewartet und wir haben viel zu tun. Sensentherapie. Dazu kommt Eseltherapie, geliefert von Alma und Luise, die sich inzwischen in ihre Sommerkleider geworfen haben. So schoen! Der Imker hat auch mit dem Honig auf mich gewartet, gestern wurden die ersten 200 kg oder so geschleudert, mehr wartet auf Ernte noch diese Woche.

Ich stelle einfach einen Bilderreigen ein, es ist das uebliche und begeistert mich doch immer wieder. Die roten Blumen wachsen am Feuerausguck, leider wurden die Samen bei mir von den Voegeln verscharrt oder gefressen.

Recently, it was May. Now it’s almost August. Branta c. is no more. She/he did not seem to grow, and then started breathing very heavily. Something must have been irreparably wrong. We were sad.

The workawayer and my daughter have been and gone again. I returned to Germany together with my daughter to be with my Dad during his last days. Intense times. After three weeks, I am now back. Exhaling. Thinking. Working. Mostly working. The garden has turned into a veritable jungle, since the weather seems to have been warm and moist while I was gone. But in the midst of the herbal jungle, there are far more edibles than I had expected: Carrots, beets, peas, swiss chard, zucchini, raspberries both tame and wild – and I haven’t even found everything yet.

My scythe has been waiting for me, and we have lots to do. Scythe therapy. Complemented by donkey therapy, delivered expertly by Alma and Luise, both now in their summer clothes. So beautiful. My beekeeper has waited for me, too, with the harvest. Yesterday we extracted the first 200kg or so, and there should be more this coming week.

Here are some pictures, the usual, and my favourites always. The red flowers are growing at the fire lookout, Maltese Cross. I tried to grow them here, but the birds got the seed. 

Mai schon bald rum – May almost over

Du meine Guete, erst scheint nix besonderes zu passieren, und jetzt ist der Mai auf einmal fast vorbei. Besonderes gibt’s eigentlich immer noch nicht viel. Das Wetter war besser, und ueber Nacht ist alles gruen. Die Matsche war eine Zeitlang gar nicht lustig, ist aber eigentlich vorbei. Nur heute kommt sie noch mal auf Besuch, denn gestern abend gab es heftige Gewitter, gluecklicherweise nicht direkt bei uns, sondern um uns herum, und dann regnete es, genau programmiert fuer die frisch gesaeten Gemuese von gestern. Heute morgen regnet es immer noch hin und wieder, und der Wechsel war so abrupt, dass ich zitternde Pferde gefuettert habe. Doch mit ein bisschen Heu im Bauch fuehlt man sich gleich waermer. Lili findet auch Heu auf dem Kopf total ok.
My oh my, first nothing special seems to happen, and then all of a sudden May is almost over. There’s still not a lot a blog worthy special. The weather improved, and overnight everything is green. The mud was not funny for a while, but I think we’re done with it for now. Only today it is returning for a visit because last night we had severe thunderstorms, luckily not right above us, but around, and then it rained perfectly timed for the seeds put in yesterday.  This morning it is still raining on and off, and the change was so abrupt that the horses were shaking when I fed them. Nothing that a little hay in the belly can’t fix, though. Lili thinks that hay on the head is totally ok.

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Letzte Woche kam unsere Workawayerin an, nicht jedoch mein juengeres Tochterkind. Visa-Probleme, sehr laestig, aber inzwischen repariert. Also Vorfreude zurueck auf Anfang! Die Workawayerin ist eine sehr junge Frau aus Singapur, die sich fuer das handgemachte Leben interessiert, nachdem sie in Grossstaedten aufgewachsen ist. Es gibt allerhand zu erzaehlen!
Last week, our workaway arrive, but not my younger daughter. Visa problems, very inconvenient, but finally fixed. So it’s anticipation back to start! The workawayer is a young woman from Singapore, who is interested in a more handmade life after having grown up in very big cities. There are lots of topics to talk about!

Und dann kam letzten Samstag der Chef nach Hause und hielt die Haende in einer Weise, die mich sofort richtig raten liess: Er hatte ein kleines Tier gefunden. Diesmal eine ganz ganz junge Kanadagans, die er auf dem Ruecken liegend und bewegungslos auf der Strasse gesehen hatte und nicht einfach dort liegen lassen wollte. Als er feststellte, dass sie noch lebte, packte er sie kurzerhand ein. Zuerst waren wir gar nicht optimistisch, sie fiel immer auf den Ruecken, und wir erwarteten ihren bevorstehenden Tod. Falsch! Zwar hat sie eine arge Schiefstellung anscheinend in der Wirbelsaeule und demnach immer noch einen starken Linksdrall, aber inzwischen frisst und trinkt sie mit Begeisterung und hat beschlossen, dass ich ihre Mutter bin. Es ist ein bisschen wie einen Saeugling haben, der permanent bespasst werden moechte. Branta C., wie ich sie nenne mit dem „botanischen“ Namen fuer die Kanadagans, residiert haeufig in einer Muetze, mit Kleenex-Einlage, und das ganze wird in einen Schal gebastelt, den ich wie ein Babytragetuch rumschleppe. Tja. Auch manchmal anstrengend, aber ewig niedlich.

And then the boss came home last Saturday and held his hands in a way that made me guess, and guess right: He had found a small animal. This time it was a very young Canada gosling that he had discovered on its back on the road and thought it was dead. But he checked and it was alive, so he brought it home. We were not optimistic because it could not stand up and kept falling on its back, so we expected it to die very soon. But we were very wrong! Even though there is something wrong with its back and it can only make left turns, but lots of those, it is lively and eats and drinks with a good appetite, and it has decided that I am Mother Goose. It is a little bit like having a baby again that wants permanent entertainment. Branta c., as I call it, by the Latin name for Canada goose, often resides in a toque, with Kleenex lining, which then gets put in a scarf that I carry like a baby sling. Gets a little challenging at times, but is also unbelievably cute.

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Fruehlingsfruehstueck – Springtime goodies

Unsere Bienen hatten ja nicht so toll ueberwintert. Und dann entdeckte ich vorgestern auch noch, dass ueber Nacht der Baer etwas zu essen gesucht und offensichtlich  gefunden hatte. Schade, schade!
Our bees had not wintered all that well. And then two days ago I discovered that the bear had obviously looked for some goodies – and found them. Too, too bad!

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Die grosse Fruehlings-Kuechen-Reno – The Great Spring Kitchen Makeover

Jetzt mal kein Wetter. Wie schon erwaehnt, waren wir ja in der grossen Stadt im Moebelhaus. Nachdem ich dann noch etwas nachgedacht habe, gab’s keine Ausreden mehr. Farbe gekauft, Moebel teilweise ausgeraeumt (oh Schreck!), abgerueckt, Regale abmontiert, und los ging’s! Fuer mich keine kanadisch-gedeckten, neutralen Farben wie Cappuccino (Katrin weiss Bescheid!) oder skandinavisch-vornehmes Grau – geht ja gar nicht. Auch wenn ich im restlichen Leben Jahreszeiten liebe, habe ich in manchen Ecken gern permanent Sonne. Fertig bin ich  noch nicht wirklich, das Einraeumen ist nicht nur schoen und muss, muss unbedingt mit Entruempeln einhergehen. Zur Feier der Fast-Fertigstellung gab’s Kaffee und selbst gebackenen Kuchen mit der Nachbarin. Zitronen und Eier waren zu verarbeiten. Aber heute muss ich glaube ich erst einmal in den Garten, sonst gibt’s hier nie mehr Salat…
No talk about the weather today. As mentioned earlier, we went to the furniture store in the big city. I had to think a little more, but then there were no more excuses. I bought paint, emptied out some of the cabinets (yikes!), moved them from the walls, took the shelves off, and the reno was on its way! For me, no Canadian calm neutrals such as „Cappuccino“ (you get that, Katrin!) or stylish Scandinavian grey – no way. Even though I really love the seasons in the rest of my life, I prefer permanent sunshine in some corners. The kitchen isn’t really finished, and putting things back in their – new – places isn’t all that much fun because there will have to be some serious de-cluttering as well. To celebrate the almost finished state, I made a cake with lemons and eggs that I had way too many of and invited my neighbour over for coffee. But today will have to be a garden day, or we will never have lettuce…

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Wetter immer wieder – And always the weather

Mit dem blauen Himmel ist es immer noch sparsam hier. Nimmt wahrscheinlich Anlauf… Mal ist der Schnee weg, so dass wir die Matsche geniessen koennen, dann kommt er schwuppdiwupp ueber Nacht zurueck. Es ist eine wunderbare Uebung – leben mit dem, was da ist. Und nur leise schimpfen. Wenn ueberhaupt. Tatsaechlich gehe ich manchmal raus, mit den Hunden, und finde so absolut nichts verkehrt an diesem weiss-grauen Wetter. Es gibt auch darin viel schoenes zu sehen, wenn man mal genauer hinguckt. Finde ich jedenfalls.  Das Foto oben rechts machte ich am Ostermontag oder so, aber es war definitiv nicht der Osterhase, der da mal kurz den Winterschlaf unterbrach.
Alberta blue skies are still a little scarce round here. Probably gathering strength… Sometimes the snow disappears so that we can fully enjoy the mud, and then, hey presto, overnight it returns. It is a wonderful practice – living with what is. And complain under your breath only. If at all. In truth, I sometimes take the dogs for a walk and I cannot find anything wrong with the white and grey. It has its very own beauties if only one can see them. At least that’s what I think. The top right picture, btw, was taken on Easter Monday, I think, but it was definitely not the Easter bunny that interrupted its hibernation for a short outing. 

Natuerlich kommen mir bei schlechtem Gartenwetter immer viele Ideen fuer die „Innenausstattung“. Und so begaben die unerschrockene Katrin und ich uns kurz entschlossen am Sonntag (geht hier ja!) auf einen sehr verschneiten Roadtrip nach Edmonton, um uns dort bei IKEA inspirieren zu lassen. Eingekauft haben wir natuerlich auch. Und Leute geguckt – soooo bunt! Ausladen in der Matsche war dann interessant. Sagte ich neulich, Schneeschuhe seien „A girl’s best friend“? Inzwischen denke ich, vielleicht auch der Calf Sled, der Transportschlitten. Und koennt ihr sehen, was es fuer eine Ueberraschung geben wird fuer den Chef, wenn ich erstmal die Lampe auspacke? – Ich freu mich schon auf das Gesicht, auch wenn ich noch nicht wirklich weiss, wo das Ding hin soll!
Of course, when the weather makes gardening impossible, I get all these ideas for „interior decoration“. And so the fearless Katrin and I at very short notice decided to go on a, very snowy, road trip to Edmonton on Sunday (impossible in Germany) to get some inspiration at IKEA. Of course, we also bought a few items. And did some people watching – soooo colourful! Bringing the stuff into the house through the mud and snow was interesting. Do you remember that I recently talked about snowshoes being a girl’s best friend? Well, now I’m thinking, maybe the calf sled should be mentioned too. And can you see the surprise that is in store for the boss, once I unpack the lamp? – I am so looking forward to his face, even though I don’t really know, yet, where the thing is going to go!

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Heute aber ist wieder alles normal. Ich habe gestern Milch geholt, gut 20 Liter, und erstmal ueber Nacht stehen lassen, damit sich die Sahne absetzen kann. Eben dann abgeschoepft – ca. 2 Liter habe ich umgefuellt, aber es waere noch mehr gegangen! Hier darf man keine Angst vor (Butter)fett haben.
Today things are back to normal. I got milk yesterday, about 20 litres, and let it sit overnight so that the cream could rise up. Before lunch, I scooped the cream off, 2 litres at least, but there would have been more! Best not be afraid of (butter)fat here.

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Das waere nun nicht noetig gewesen – Not really required

Das finde ich jetzt ein bisschen uebertrieben. Seit gestern schneit es anscheinend ununterbrochen, nur die Flockengroesse wechselt. Im Wald krachen die Baeume unter der Last, denn der Schnee ist nass, und die Temperatur liegt so um die Null Grad. Ich mach dann mal die Steuererklaerung…
I find that’s overdoing it a little. Apparently, it kept on snowing ALL the time since it started yesterday, only the size of the snowflakes changes. In the bush, we can hear branches crashing down under the load of the wet snow, and temperatures are around freezing. I’m doing taxes…

Schnee ist auch ok – Snow’s ok, too

Der Wetterbericht hatte dann mal recht. Es schneit, und im Moment sieht es nicht so aus, als ob es aufhoeren will. Also erstmal alle versorgen und dann selbst fruehstuecken.
The forecast was right, for a change. It’s snowing, and right now it doesn’t look like it wants to quit anytime soon. So breakfast for the animals first and then for me.

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Leider weht auch der Wind von Nordosten, und es ist wirklich usselig. Fruehling ist trotzdem, das sieht man am Dugout, der Schwimmspuren von Bisam und Enten hat.
It’s blowing from the northeast, and really miserable. And yet, it’s spring, as can be seen from the trails in the slush on the dugout, made by muskrat and ducks.

Farben gibt es noch nicht viele in der Landschaft, das ist sehr beruhigend fuer die Augen.
Not many colours in the landscape yet, so very calming on the eyes.

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Derweil macht Ludwig das, was der Chef „liederliche Landschaftsgaertnerei“ nennt: er dreht die Grassoden um und schafft eine Mondlandschaft. Da muessen sicher die Lamas mit ihren Gummifuessen drauf, um das zu reparieren.
Meanwhile, Ludwig does his „lousy landscaping“ as the boss calls it: he turns the grass sods and creates a crater landscape. I suppose it will take the lamas‘ rubber-padded feet to fix that.

Im Honeyhouse gibt es neue Geraetschaften. Die Imkertochter wird eine Idee haben, wofuer das komplizierte kleine Maschinchen gedacht ist. Auf der Hobelmaschine werden Bretter fuer Moebel und Waende produziert. Und so ganz nebenbei „Klospuelung“.
In the honey house, there is new stuff. My beekeeping daughter will have an idea what the complicated little gadget is supposed to be for. The planer is being used to make boards for furniture and partitions in the house. And in the process also, toilet „flushing material“.

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Und waehrend ich schreibe, sind die Pferdedamen mit dem Fruehstueck fertig und muessen sich mal so richtig austoben.
And while I am writing, the horses are done with their breakfast and have to let off a lot of steam.