Archiv der Kategorie: Rund ums Haus

Fruehling, blaues Band, laue Luefte etc.

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Mit dem blauen Band klappt das prima, und jetzt kommen dann auch die lauen Luefte hinzu. Mit allen Konsequenzen. Der Dugout taut. Der erste Robin sitzt im Baum.  Robins sind hier wie Schwalben in Deutschland: Fruehlingsboten. Und wie das in Alberta so zu sein scheint, geht’s gleich im grossen Gang weiter. Schwaene fliegen ueber den Hof, Gaense auch, endlich, und vorgestern sogar ein Weisskopfseeadler. Mehr Robins entdeckte ich an der Strasse, und trotz Schnee flatterten gestern auch schon Schmetterlinge.

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Dieser Schmetterling suchte Wasser bzw mineralstoffreiche Fluessigkeit (naemlich praktisch Jauche!) – und da zeigt sich die Kehrseite des blauen Bandes. Die praesentiert sich in Abstufungen der hier sehr beliebten „Neutrals“, ueberwiegend schlammfarben. Der bisher so schoene Schnee verwandelt sich im Rubbeldikadetz in Wasser, und das wiederum verwandelt ebenso schnell und durchgreifend den Hof in eine Plempe-Wueste. Mit Spitzhacke, Schaufel (der Chef) und kleinen Stoeckchen (ich, grosser Spass!) versuchen wir, es in gewollte Bahnen zu lenken. Gummistiefel sind Pflicht. Wo noch viel Schnee liegt, ist er so weich, dass man sich jeden Schritt gut ueberlegen muss, um nicht immer noch bis ueber die Knie einzusinken.

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Um das Abtauen zu beschleunigen, graebt der Chef ein grosses, tiefes Loch auf der Nordseite hinterm Haus. Irgendwo am Grunde des Loches liegt naemlich das Geruest, das eigentlich schon letztes Jahr aufgebaut und von dem aus ein neues Fenster in die Nordwand eingebaut werden sollte. Jetzt soll es aber endlich werden!

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Hugo hatte am Montag einen schlechten Tag: Er ist jetzt 8 Monate alt, mit dem Fruehling kommen die Hormone, und so habe ich ihn von seiner Mama getrennt. Seitdem ist er schlecht gelaunt, verstaendlich. Mama Alma findet diese Trennung glaube ich gar nicht schlecht, sie verbringt viel Zeit mit sozialer Fellpflege mit ihrer Schwester/Freundin Luise und faellt nur selten in Hugos wiederholtes Jammergeschrei ein. Zum Ausgleich – und eher widerwillig – lernt Hugo jetzt Manieren. Jeden Tag habe ich ihn angebunden, seine Fuesse aufgehoben, saubergemacht, den ganzen Hugo ein bisschen abgeschrubbelt, und ihm dann ein paar Leckerchen im Eimer serviert. Erst bei diesem letzten Teil wird er enthusiastisch… Sozialverhalten uebt er mit den Lamas, ob er will oder nicht. Man kann da sehr interessante Studien zur Koerpersprache unter Tieren machen. Lamas sind wunderbare Studienobjekte, ihre Koerpersprache ist sehr klar, selbst fuer grummelige kleine Esel.

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Tja, und dann geht das Fruehlingsgedicht weiter. Auf laue Luefte reimen sich suesse Duefte, jedenfalls bei Herrn Moerike. Hier eher nicht. Ich sage nur: Mephitis mephitis!

Der kleine Hund kam gestern abend nach einer Bellorgie mit dem grossen Hund irgendwo im Wald zurueck und sah so aus.

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Koennte Wasser sein – war es aber nicht. Es gibt kein Geruchsinternet, und da braucht ihr jetzt mal nicht traurig zu sein. Der herbeigerufene Chef zog das Naeschen kraus und erkannte sofort klar: Skunk!

skunk hww

Als wir anfangs in Kanada waren, galten Stinktiere hier im Norden als Seltenheit, doch das hat sich in den letzten Jahren geaendert. Ob das nun am Klimawandel oder an den schwindenden Waeldern und der fortschreitenden Erschliessung auch unserer Gegend liegt, habe ich nicht herausfinden koennen. Tatsache ist, dass sie da sind. Wir haben schon einige gesehen, auch in der Naehe, und die Nachbarn haben schon mehrere erlegt, denn: Was keine Kuh ist, ist der Feind! Aber Hinterland Who’s Who, wohin der zweite Link oben fuehrt, erklaert mir einleuchtend, dass Stinktiere auch sehr nuetzlich sind. Huebsch sind sie allemal, es ist eine Schande, dass sie nicht nur stinken, sondern auch Uebertraeger von Tollwut sind.

Der kleine Hund jedenfalls hat die Nacht im Exil vor der Haustuer verbracht, dort liegt er auch heute morgen noch und will den Kopf gar nicht heben, fast koennte man glauben, das Missgeschick sei ihm bewusst und er schaemt sich,. Angeblich hilft ein Bad in Tomatensaft…

 

Ostermorgen

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Sozusagen ein ganz normaler Fruehlingsmorgen in Alberta. Der Chef ist wieder zum Basteln in die Firma gefahren, und ich hatte mir einen stillen Vormittag vorgestellt, um Eiszapfen abzuschlagen, die bei aller Schoenheit ein wenig bedrohlich fuer die Photovoltaik werden.

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So schoen werden die, weil es nachts minus 30 und heute nur minus 28 war, tagsueber aber die Sonne schon mit viel Kraft scheint und aus Schnee Kunst macht. Ich hingegen mache aus Schnee wieder mal Kubikmeter Spuelwasser, weil wir am Karfreitag alles Wasser beim Putenschlachten gebraucht haben, gleichzeitig aber Helfer und Gaeste hatten und deswegen kein sauberes Geschirr mehr da ist. Heute muss es also passieren: sauberes Porzellan!

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Was fuer uns an Pute uebrig blieb, ist teilweise als Suppe in diesen Toepfen – sehr praktisch, dass man das jetzt ueber Nacht einfach draussen schockfrosten kann. Nicht so praktisch, dass ich die Kaelte unterschaetzt und mein Gemuese zu dicht an der Tuer gelagert hatte – Paprika-Eis! Die Bruststuecke und die Schenkel liegen in Lake und werden geraeuchert. Aber ich will solche Puten nicht mehr, das ist ja schrecklich. Die werden so gross und schwer, dass sie gar nicht anders als gehbehindert sein koennen. Wenn ueberhaupt, dann gibt’s nur noch welche in einer sinnvollen Groesse.

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Wie ihr seht, hatte ich also hehre Plaene, und eigentlich wollte ich auch was Poetisches ueber den Winter schreiben und darueber, wie schoen ich das alles finde – aber dann kam der Nachbar, der eigentlich gestern abend schon Eier abholen wollte. Der ist Junggeselle und hat 300+ Schafe und ca. 100+ Kuehe. Da ist schon von allein Chaos vorprogrammiert, aber verstaerkt durch seine Neigung zu krausen Arbeitszeiten und seinem voelligen Desinteresse am Haushalt wird alles noch extremer. Wir haben erstmal zusammen gefruehstueckt, Haferpamps. Anstaendiges Essen ist fuer Diabetiker wichtig. Und dabei haben wir uns unterhalten darueber, dass wir, er und ich, niemals ohne Tiere im Haus sein wollen. Bei ihm bedeutet das auch, dass er in der Kueche eine Ecke fuer Laemmer abgetrennt hat: Das ist ein Dreck, sagt er! Aber die muessen sich bewegen koennen, nur eine Waermelampe reicht nicht! Sagt er. Sein Auto ist immer voller Hunde, heute morgen war auch ein Lamm dabei, zum Aufwaermen. Unsere Nachbarin findet das alles kaum zum Aushalten, aber ich verstehe ihn. Beim Essen, als wir uns die fette Jerseymilch in Tee und Haferpamps kippten und ich ihm das Konzept von Fettaugen (hier gibt’s das Wort nicht!) auf Tee erklaerte, sprachen wir natuerlich auch ueber meinen Drang in Richtung Melktier. Und wie es der „Zufall“ will, hat er zwei Jerseykuehe, aber kaum Zeit zum Melken. Er bot mir einen Cow Share an. Da gucken wir dann mal. Betsy… Angeblich eine anstaendige Kuh ohne Hang zum Treten. Jetzt muss ich nur noch den Chef ueberzeugen, genug Gras finden, einen Zaun bauen, und dann koennte ich so im Mai Leih-Chefin einer Kuh mit evtl. zwei Kaelbern werden. Da sollte dann fuer uns noch genug uebrig bleiben. Er will natuerlich auch noch Milch fuer Laemmer, aber ich denke, im Mai muesste der Grossteil seines Nachwuchses schon gut auf den Beinen stehen, da sollte nicht mehr zuviel Bedarf sein. Betsy… mmmh. Mal schauen.

Na, jetzt ist es 11 Uhr durch und ich habe noch nicht einmal meine Tiere versorgt. Und keine Poesie verfasst. Egal. Ich geh jetzt raus, in den knirschenden Schnee, und fuettere die hungrigen Maeuler und Schnaebel und geniesse die Sonne und entferne die Eiszapfen – und euren Regen, den koennt ihr behalten!

Ja halloooo??

Das sagte man uns um 6:37. Und koennte recht haben. Es schneit immer wieder. Die Esel mussten ihre Pedikuere unter dicken Flocken ueber sich ergehen lassen, sie waren so gar nicht amuesiert. Dazu weht ein frisches Lueftchen, und mir ist irgendwie, sagen wir mal, kueeeehl. Die armen Gaense, die der Chef vor zwei Tagen hoerte! Alles, was die essen koennten, wird ja stuendlich wieder abgedeckt.

Und wenn der Wetterbericht so ist (und gestern sich schon so aehnlich andeutete), komme ich natuerlich auch auf alberne Ideen. Besuch hatte sich gestern angekuendigt, und dann ueberkommt mich manchmal das Hausfrauen-Gen, das sich normalerweise klein macht und im Hintergrund haelt. Ich hatte ein Rezept fuer hefe-freie Zimtschnecken gefunden, das ich ausprobieren musste. Zimtschnecken, Cinnamon Buns oder – bei mir – auch Cimmamom Bums sind so ein Klassiker hier, dass ich mich an die „echten“, die mit Hefe, noch nie herangetraut habe, aehnlich wie an Apple Pie. Zwar habe ich keine Angst vor Hefe und zum Glueck auch keine mir bekannten (oder von mir anerkannten) Unvertraeglichkeiten, aber schneller geht’s eben ohne. Und so warf ich die Zutaten in meine dicke KitchenAid (die ich jetzt doch nicht mehr verkaufen will, wir sind inzwischen Freundinnen) und ruehrte und knetete, nur ein bisschen, und rollte aus (das war schwer!) und matschte Butter und Zimtzucker auf die Platte und rollte ein (das war spassig) und schnitt in Stuecke, faltete Enden unter, setzte in Muffinform, und „Viola!“, wie man hier gern sagt (und dazu aeussere ich mich jetzt mal ausnahmsweise nicht…): Erfolg!

Makes 12, sagte das Rezept. Stimmte auch. Eben habe ich die letzte gegessen. Die waren aber vielleicht prima!

(Gerade kommt der Schnee mal wieder fast waagerecht von Westen. Also ehrlich…)

Dann kam der Chef nach Hause, da waren noch ziemlich viele Schnecken da, lauwarm, ausgezeichnet. Er brachte meine Gemuesekisten mit. Die gibt’s naemlich hier auch, wenn auch eher anders als ich es aus dem Bioladen mit der Greenbag kenne. Ich koennte denen hier gern mal erklaeren, wie das m.E. schoener ginge, aber das wollen die wahrscheinlich nicht hoeren. Ich habe jedenfalls eine sehr nette Markthaendlerin gefunden, die Bioobst und -gemuese verkauft, Kisten auf Bestellung oder auch frei nach ihrer Schnauze mit Preislimit zusammenstellt, und wenn ich Glueck habe, fahren sie oder ihr Mann am Wochenende durch Valleyview und ersparen mir die Fahrt nach Grande Prairie. Mit zwei Kisten komme ich drei Wochen hin, und es ist immer ein bisschen wie Weihnachten, denn sie haelt sich nie so ganz an meine Vorgaben – Ueberraschung! Leider ganz anders als im Bioladen ist z.B., dass fast alles nochmal separat in Plastikbeuteln steckt. Ich versuche der Haendlerin jetzt zu vermitteln, dass ich gut mit losem Gemuese in der Kiste klarkomme. Auch gibt es immer so pi-mal-Daumen-Preise, nichts scheint mir wirklich gewogen, hier will man ja so genannte Convenience, d.h. alles schon abgepackt. Meine Herausforderung ist nach Anlieferung, wie ich das ganze gute Zeug am geschicktesten in den Klimazonen meines Hauses verteile, so dass es weder erfriert (zu nah an der nicht wirklich dichten Tuer – leider verloren) noch schlapp macht (ein Meter weiter drinnen, und schon kann es, je nach Heizer, 20 Grad sein). Als grosse Hilfe habe ich dafuer so ein Drinnen-Draussen-Thermometer vom Chef konfisziert. Meine variable Kuehleinheit sieht dann z.B. so aus:

Abends muss ich je nach Wetterbericht umschichten oder weiter ins Zimmer ziehen. Und darf nicht vergessen, was ich in den unteren Kisten so alles versteckt habe. Kein Wunder, dass ich zu sonst nicht viel komme. Aber essen tun wir verflixt gut, finden wir. Und Holz ist auch wieder ausreichend da. Der Schnee macht frisches Wasser, Strom kommt zwar im Moment vom Generator, doch wirklich meckern kann ich nicht. Fuer weitere drei Wochen Winter waeren wir geruestet. ABER: naechste Woche tue ich ausnahmsweise, was viele Kanadier wohl tun. Ich entfleuche dem Winter und besuche fuer ein paar Tage meine Freundin in Sued-BC. Da gehen die Temperaturen schon in Richtung 20 Grad. Ich sehe Strassencafes… Und wenn ich dann wiederkomme, dann will ich hier bitte auch Gaense, mindestens. Nur die Matsche soll bitte behalten, wer sie brauchen kann.

Schnee kommt immer noch quer, ich muss Holz nachlegen…

Fruehling in Alberta…

Also ich meckere ja kaum ueber das albertanische Winterwetter. Die Nachbarin macht sich schon lustig ueber mich, weil ich den Schnee soooo schoen finde. Aber heute morgen, heute morgen koennte ich auch was anderes draussen gebrauchen. Meine Finger sind steif von einem kleinen Trip raus, um Frau Elch in den Baeumen auf der Suedseite zu entdecken, erfolgreich. Aber jetzt will ich wieder warm werden. Vor drei Tagen bekamen wir tatsaechlich Brennholz von einem Freund geliefert, wir waren so gut wie leer geheizt – das hat es noch nie gegeben! Aber ich fange mal im Winter an.

Mit der Kaelte hatten wir ja geuebt, das hat geklappt. Es wurde dann deutlich waermer, mit Temperaturen um die Null Grad und auch ordentlich drueber. Eindeutig Flip-Flop-Wetter.

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Ich beschloss, dass warme Unterwaesche jetzt nach hinten geraeumt werden kann und Socken zumindest im Haus ueberfluessig sind. Manchmal musste und konnte ich auch schon die Tuer auflassen – mir wird ja immer schnell warm, insbesondere bei meinen Backexperimenten.

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Draussen ist es in der Sonne ja immer schoen. Und an einem Sonntag sind wir alle, Menschen und Hunde, knapp vier Stunden durch den Schnee gestapft, um einen Weg zu bahnen. Das Abendessen war mehr als verdient! Und die Wanderung zum Biberteich ist die Anstrengung immer wert.

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Fruehlingsanfang sah hier so aus.

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Matschige Strasse brauche ich so gar nicht, aber Weidenkaetzchen sind prima. Dann versprach uns der Wetterbericht wieder Schnee, und das hat prima geklappt… In den letzten zwei Tagen geschaetzte 10 cm Neuschnee, und mehr scheint in Arbeit. Im Moment kommt er schraeg von Westen, die Tiere sind so gar nicht beeindruckt, ich auch nicht. Auf dem „Schreib“tisch fand ich drei Tueten mit Sonnenblumensaat, die will ich jetzt im Haus anfangen, und Opas Tomaten auch. Wir reden optimistisch ueber Gewaechshausplaene und Gartenerweiterungen, aber im Moment muessen wir die Fuesse ganz still halten. Im Garten ist mein Trampelpfad zum Komposthaufen auf derselben Hoehe wie die Oberkante der Hochbeete! Flocken sind in der Luft, und das Thermometer scheint sich einfach herumgedreht zu haben. War das jetzt noetig?

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Aber drinnen ist es gemuetlich. Der neue Deckenventilator wird gleich die warme Luft im Haus verteilen, der Ofen bollert brav vor sich hin und trocknet dabei die Eierschalen. Die Huehner sind wieder voll in die Produktion eingestiegen.

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Ich muss mir jetzt mal ein schnelles Brotrezept suchen, damit es ausser kalten Reibekuchen von gestern noch was zu essen gibt. Fruehling machen wir dann ein andermal.

Morgen ist Lichtmess, aber erste Fruehlingszeichen? – It’s Candlemas tomorrow, but spring?

Supermond, Mondfinsternis, Lichtmess – das geht hier gerade alles unter im Schnee. 2012/13 war der letzte wirkliche Winter, den ich in Kanada verbracht habe, und dieses Jahr gibt das Wetter so ziemlich alles, um mich wieder einzugewoehnen. Es schneit vom Himmel hoch, aber dabei ist es so hell, dass gestern einiges an Solarstrom produziert wurde. Nachts kann man trotz hoher Wolken prima ohne Licht durchs Haus navigieren kann. Dabei ist es kalt, immer so mindestens minus 20, ueber Nacht dann kaelter. Das heisst, dass mein Tag hauptsaechlich damit verbracht wird, Schnee zu schmelzen, Feuerholz zu holen, die beiden Oefen in Gang zu halten, die Tiere mit Futter und teilweise auch Wasser zu versorgen und den Mann zu bekochen, damit der immer morgens brav zur Arbeit faehrt und Bargeld beschafft. Spuelen bedarf einer gewissen strategischen Planung, denn ausreichend warmes Wasser parat zu haben, ist gar nicht so ganz einfach. Das Anziehen der waermenden Lagen ist immer etwas laestig, aber wenn ich einmal draussen und in Bewegung bin, ist es schoen. Inzwischen habe ich wieder die fuer mich beste Kleidungskombi herausgefunden, und so tut mir nichts weh. Und es hat ja auch Vorteile: Das Vorfrieren der guten Milch z.B. kann einfach vor der Haustuer stattfinden. Allerdings frieren in Tuernaehe und dann am Boden auch wieder alle anderen dort abgestellten Lebensmittel, so z.B. Eier und eingelegter Sellerie. Schade eigentlich… Aber man gewoehnt sich auch an die diversen Klimazonen im Haus. Waehrend ich dies schreibe, bewege ich meine Fuesse in einem heissen Salzbad – aaaaaahhhhh! Und die frische Luft beim Spaziergang tut so gut und klaert den Kopf zumindest voruebergehend. Hier ein paar Eindruecke:

Supermoon, lunar eclipse, Candlemas – all this disappears in the snow right now. The winter of 2012/13 was the last I spent here in Canada, and this year the weather does its best to make me remember just about everything. It’s coming down all day, but there’s still enough light for the solar panels to produce a decent amount of power. During the night, we can navigate through the house without turning on the lights, even though high clouds are obscuring the moon. And it is cold. In the upper negative 20s during the day, dropping a bit more during the night. This means that my days are spent making hot water from snow, tending the fires, bringing in wood, making sure the animals are all fed and some of them watered, and cooking good-sized meals for the boss, because he has to get out every day to bring in some cash. Doing the dishes requires strategic planning, because sufficient quantities of hot water are not so easily available. Getting dressed in all the required layers is a bit of a pain, but once I’m bundled up and moving outdoors, I love it. I have (re-)discovered my best clothing combos, and so I am just fine. The cold also has its advantages: Freezing of my precious jersey milk happens right on the porch. Freezing of eggs and canned goods, however, also happens right inside the house, close by the doors and low on the floor. Not so good. But I’m getting used to that world of climate zones in my house again. My feet are moving about in hot salt water while I am writing this – aaaaahhhh! And the fresh, cold air on the dogwalks is the best for an (overly) busy head, at least for a little while.

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Was da einfach wie Spuel aussieht und saubere Milchflaschen, hat einiges an Planung gefordert.

What looks just like clean dishes and milk bottles, requires some serious planning.

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6 Koerbe Holz gehen im Moment am Tag durch die Oefen. Mindestens.

6 tubs of wood every day. Minimum.

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Vorgefroren wird hier, direkt vor der Tuer. – Pre-freezing happens right on the porch.

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Spuelwasser in der Entstehung. Dish water in the making.

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Der Schuppen war vor drei Wochen noch fast voll. – This was almost full 3 weeks ago.

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Und eine kriegt vom Schnee ueberhaupt nie genug!

And then there’s this one. She can never get enough of the snow!

Wieder eingewöhnen und staunen – Settling back in and marvelling

Ich hab mich dann am Freitag erstmal kränklich ins Bett gelegt. Hatte mir wohl aus dem Flieger was mitgebracht. Es gab heiße Zitrone mit Ingwer und Honig, gestern Abend Hühnersuppe, Zack – gesund.

So on Friday I decided I was a little sick and went back to bed after the dishes. Must have picked something up on the plane. I was supplied with hot lemon, ginger and honey, last night even chicken soup – hey presto – fine again.

Ein wichtiger Teil der Routine war gestern erstmal das Milchholen. Treffpunkt war wie haeufig die Kirche. Wie anders sieht doch der Kirchparkplatz aus als der in meinem Dorf, an dem ich auch immer vorbeifahre. Fast jeder, der einem Auto entsteigt, hat seine Bibel bei sich. Es gibt immer viele Cowboyhuete, dann sah ich direkt neben mir einen jungen Mann im kompletten Jagd-Tarn-Outfit, und zwei dicke Trucks hatten Schneemobile geladen. Man fragt sich… Keine Fotos…

Weil praktisch alle Geschäfte geöffnet sind, bestelle ich mal noch schnell einen Handstaubsauger! Die Hausfrau in mir… Und gehe Gemüse einkaufen.

Yesterday, to get back on track, I drove to town to pick up the good milk at our usual meeting point, a church. And marvelled at the different content of the parking lot from that of the church in our little German village. Almost everyone emerging from the vehicles carries their bible. I saw many cowboy hats, then a young man in full hunting camouflage, and two trucks had skidoos on their decks. One wonders… No pictures…

Since all stores are open I quickly order a handheld vac! The housewife in me… And I buy veggies.

Wie immer, gucke ich mir beim Fahren den Himmel an. Gestern mal grau, weil viel wärmer.

As always, I look at the sky while driving. Yesterday rather grey, because it has warmed up considerably.

Zuhause war schon die junge Hufschmiedin am Werk. Hugo hatte man ein pinkfarbenes Halfter verpasst – Lamagroesse geht naemlich gar nicht mehr! Hier fand er alles noch spannend, er ahnte nicht, warum er das Halfter trug.

At home, I found the young farrier already at work. They’d put a pink halter on Hugo, because he has definitely outgrown lama size. In this pic, he still thought this was all great fun, he had no clue why he was carrying this rope and halter around.

Und so sah es aus, nachdem er begriffen hatte, dass auch er eine Pediküre bekam. Er wurde sehr aergerlich, aber die Maedels haben ihn ausgelacht. Die Schande! Und Mama und Tante gingen einfach weg. Schweres Leben. Dafuer gab’s von den Schmiededamen nachher extra Kraulerchen, und es wird wohl keine Therapiestunde erforderlich sein. 😉

And that’s what happened after he realized he was in for a pedicure himself. He got very grumpy, but the girls just laughed at him. The humiliation! And then mom and auntie just left for the hay. Tough life. But he got extra scratches from the farrier ladies afterwards, so no therapy will be required. 😉

Es war ein guter Tag.

It was a good day.

In der Tiefkuehltruhe – In the deep freeze

Da bin ich wieder. Kalt isses. Das Thermometer zeigt aktuell, um 8.43 Uhr, minus 37 Celsius. Die Sonne ist auf dem Weg nach oben. Man hat uns waermere Temperaturen ab heute zugesagt.

I’m back. It’s cold. Currently, at 8.43 am, the thermometer says 37 degrees Celsius. The sun’s on its way up. We’ve been promised an increase in temperature as of today.

Am Mittwoch hatte ich mich wieder auf den Weg gemacht nach Westen. Fliegen kann ich inzwischen immer besser, wenn auch nicht lieber, aber den Ausblick aus dem Fenster ueber die Landschaften des ganz hohen Nordens geniesse ich sehr. Erst gab’s Groenland, dann Nordkanada mit dem oestlichen Ende von Lake Athabasca, und schliesslich die vertrauten Rechenkaestchen. Im Januar bin ich noch nie geflogen, und so sah alles wieder ein bisschen anders aus.

On Wednesday I had set out on my trip back west again. Flying has become much easier for me, though I still do not like it. I do enjoy the view from the window over the northern lands though. First, Greenland, then northern Canada with the east end of Lake Athabasca, and finally the familiar squared paper. I never took this trip in January, and everything looked slightly different again.

Zuhause war die Begruessung teils ueberschwenglich (der kleine Hund!), teils sehr ruhig, was definitiv an der Kaelte lag. Noch abends musste ich den Sternenhimmel bewundern, aber erst recht am Morgen, traditionell im Bademantel und mit Tee in der Hand. Voellige Stille, nur hin und wieder unterbrochen vom kaeltebedingten Krachen der Baeume. Und vom Ruf einer Eule. Hach… Weil der Imker noch schlief, goennte ich mir gedaempftes Licht ohne Strom.

At home, greetings were partly wild (the little dog!), partly very quiet and reduced, definitely due to the cold. Even though it was late, I had to look at the brilliant stars for a little while, and in the morning I did my usual morning ritual of looking at the sky, outside, in my bathrobe, mug of tea in hand. Total silence, only occasionally broken by the cracking of trees in the cold. And an owl. *sigh* As the beekeeper was still asleep, I treated myself to some unplugged low lights.

Dann eine gemeinsame kleine Runde um den Hof, um alles und alle zu begruessen. Das Wetter albertanisch winterlich. Minus 40 am Morgen. Nachdem der Imker dann doch arbeiten musste, als er erstmal das Auto vorgewaermt hatte, war es mit ca. minus 25 warm genug fuer einen kleinen Spaziergang mit dem grossen Hund. Dem machen diese Temperaturen anscheinend ueberhaupt nichts, im Gegenteil. Sixty huepft und springt durch den Schnee, waelzt sich in der Sonne und wirkt sehr froehlich, auch mit Reif auf Kopf und Wimpern. Die Esel dagegen sind nicht so begeistert, scheint’s. Bei den Bienen flogen sogar ein paar – in den sicheren Tod. Aber: Auch da gibt es Gewinner, naemlich die kleinen Meisen, die in den Baeumen um die Bienen schon auf ihr Essen warteten. Ich bin gespannt, wie die Kolonien durch den Winter kommen. Im letzten Jahr gab es im Schnitt Verluste von 28 Prozent.

Then a small tour of the yard to say hello to everything and everybody. The weather: Alberta winter. Minus 40 in the morning. After the beekeeper had left for work after warming up the vehicle for about two hours, it had gone up to minus 25, „warm“ enough for a short walk with the big dog. She does not seem to mind these temperatures at all, on the contrary. Frolicking through the ditches, rolling on the road, she seems very happy, even though there is hoar frost on her head and eyelashes. The donkeys, on the other hand, are not so enthusiastic. In the winter beeyard, some bees were even out in the sun, flying to their certain death. However, even this is not a total waste. In the trees around the beeyard, I saw many chickadees, obviously waiting to feast on the dead bees in front of the hives. I wonder how the the colonies are going to make it through this winter. Last year, average losses in the province were 28%.

Jetzt werde ich mich mal so langsam wieder einnisten hier und hoffentlich mit ein bisschen heilsamer Distanz auf die andere Seite des Atlantiks schauen koennen.

I will now begin to settle back in here and hopefully be able to look to the other side of the Atlantic from a helpful distance.