Archiv der Kategorie: Allgemein

Tauziehen

So kommt es mir im Moment vor. Herbst und Winter machen sich gegenseitig die Buehne streitig. Der Ausgang ist nicht ungewiss. Es gibt Tage wie diesen.

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Kalt, aber blau und sonnig. Als ich um fuenf Uhr morgens aus dem Fenster guckte, war alles weiss, und an Nordboeschungen bleibt der Schnee von gestern, buchstaeblich, schon liegen.

Und es gibt Tage wie diesen.

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Die Baeume scheinen ein bisschen ueberrascht von dem fruehen Kaelteeinbruch, und bieten vielleicht deswegen besonders interessante Farbwechsel. Nach einer (weiteren) kalten Nacht bringt jeder noch so kleine Windhauch Wolken von losen Blaettern in Bewegung, einer der Baeume vorm Fenster wurde fast ueber Nacht kahl.

Die Damen tragen schon Wintermaentel incl. Winterohren. Und Alma findet, Rippenpolster sind voll im Trend.

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Heute morgen ist der Dugout zum ersten Mal komplett zugefroren. Ich habe noch nicht herausgefunden, wo unser neuester Nachbar, ein Bisam, jetzt aus seinem Bau kommt. Stelle ich mir ziemlich klaustrophobisch vor, so eine Wohnsituation.

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Der Chef tut Herbstdinge. Sitzt morgens frueh auf dem Hochsitz. (Leider jagen offensichtlich viele Albertaner vom Auto aus, und zu diesem Zwecke fahren sie extrem langsam bei uns vorbei – da kriege ich natuerlich sofort einen Hals GT, tolerant und sanftmuetig, wie ich bin.) Der Chef aber jagt zu Fuss. Und zu Hause raeuchert er Wurst und Schinken.

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Und bastelt schoenste Wachskuchen. Die Einfahrt ist winterfertig, und alle Fundamente fuer neue Gebaeude sind gegossen. Eigentlich war der Plan, jedenfalls nach meinem Verstaendnis, dass diese Gebaeude in diesem Jahr gebaut wuerden, aber da hab ich wohl wieder was missverstanden 😉

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Die Brennholzvorraete sind leider schon wieder arg geschrumpft, da wird er  nachbessern muessen.

Im Garten sind immer noch die Moehren. Der Speiseplan wird winterlicher, mir ist nach Wurzelgemuese, Suppe und warm. Und statt der vielen Sommereier (z.B. in den kleinen Kloesschen in der Suppe) gibt’s demnaechst mehr Wurst.

Jetzt mach ich noch ein bisschen Apfelmus und Sauerkraut. Und mehr Apfelkuchen sehr fein. Schoenen Herbst allerseits!

 

Die Vögel schreien Frühling – the birds are screaming springtime

Ich glaube, diesen Titel hatte ich schon einmal. Aber es ist die Wahrheit! Zwar ist es hier und heute eher frisch – ich sitze nämlich an der Datscha und leiste dem Elektriker Gesellschaft – aber der Himmel war bis eben überwiegend blau, der Schnee ist verschwunden, und die Gerüche und Geräusche sagen Frühling. Ob das hält? Ich hätte nichts dagegen, weil ich so gern die Datscha noch ein bisschen bewohnen möchte, bevor ich dann hoffentlich wieder nach Kanada reise. Zu berichten gibt’s nicht viel, die Dinge gehen ihren Gang, mal glatter, mal rumpeliger.
I think I wrote that in another post way back when, but it is the truth. It is rather chilly still, especially here at the datscha where I’m keeping the electrician company, but the sky was mostly blue, the snow has disappeared, and smells and sounds spell springtime. Don’t know if it’s for real, though. I wouldn’t mind if it was because I’d love to get some datscha time in before I hopefully head back to Canada. Not much to report, things are mostly just moving along, sometimes smoothly, sometimes not so much.

Tee am Morgen – Tea in the morning

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Das ist mein Ritual schon seit Jahrzehnten, und man koennte es auch als eine Art von Sucht bezeichnen. Ich moechte nicht darauf verzichten. Am liebsten im Dunkeln bzw ohne kuenstliches Licht, auch ohne Musik und/oder Computer. Heute morgen aber setzte ich fort, was mir gestern abend „zufaellig“ vor die virtuellen Fuesse fiel. Ein Interview mit Leonard Cohen auf YouTube, wo er ueber seine Aengste und einige andere Dinge aus der Perspektive eines Moenches auf Mt. Baldy spricht. Ich hatte schon so einige gehoert, aber dieses hier finde ich bis jetzt am nettesten, auch wenn ich die Zwischentexte auf schwedisch natuerlich nicht verstehe. Oder ist es norwegisch? Auf jeden Fall, IMHO, ein sehr interessanter Mensch, mit einem koestlichen Humor! Als ich seine Musik und dann auch seine Buecher als sehr junger Mensch kennenlernte, war mir natuerlich nicht bewusst, dass wir fuer eine kurze Zeit eine Nationalitaet teilen wuerden, Kanadier und ihr Land hatte ich so gar nicht auf dem Schirm damals.

This has been my little ritual for decades, and it could be considered an addiction. I do not want to do without it. And I prefer to celebrate it in the dark or without artificial light, and also without music and/or computer. But this morning I continued to watch what I came across „accidentally“ last night. An interview with Leonard Cohen on YouTube, where he talks about his anxieties and other things from his perspective as a monk on Mt. Baldy. I had listened to several already, but so far this is the one I like the most, even if I do not understand some of the background talk in Swedish, or is it Norwegian? Anyway, IMHO: what an interesting guy he was, and how funny, too! When I came to know his music and later also his books as a very young person, I obviously had no idea that we would share, for a short time, the same nationality. Canadians and Canada were absolutely not on my radar at the time.

Die Datscha fürs Herz – Datscha as heart remedy

Vielleicht auch für den Blutdruck 😉 Wer weiß das schon?
Mir ist selten danach, ausführliche Blogposts zu verfassen, weiß auch nicht, wer überhaupt noch so mit liest. Die Dinge hier sind bunt, häufig andere als meine Lieblingsfarben (Wald, Frischluft, Himmel etc.) und etwas anspruchsvoll, dabei aber erstaunlich unstrukturiert. Da ist mir die Datscha ein Anker. Die Hunde finden das verzichtbar, denn ich scheine meine ganz eigene Temperatur-Komfortzone zu haben, die niemand mit mir teilt. Die beiden werden wohl zu Weihnachten Wollpullis brauchen. Oder Thermounterwäsche.
Ein anderer Anker ist der Lieblings-Bioladen. Was für ein netter Empfang wurde mir mehrfach bereitet, Kunden freuen sich und es ist immer Zeit für ein kleines Schwätzchen und eine Umarmung von Herzen. So geht Einkaufen auch!

It’s probably also good for blood pressure, who knows. So far I’ve rarely felt like writing a proper blog post and I’m never quite sure who’s even still reading.
Things here are colourful, but my favourite colours (trees, fresh air, blue skies etc) are a little hard to find. They, the „things“, are also a little challenging, yet surprisingly unstructured.
So the datscha serves as an anchor. The dogs do not approve, they – like most people I know – don’t seem to share my very own temperature comfort zone. Well, it might mean wool sweaters for Christmas 😉.
The health food store is another anchor. How nice to be made to feel so very welcome by customers, with time for a little chat always and quite a few heartfelt hugs. Shopping at its best!

Heute in Grande Prairie – Today in GP

Das ist das typische Herbstbild vorm Superstore: Unmengen Kuerbisse fuer Halloween oder zum Essen (wobei hier irgendwie niemand sie suess-sauer einlegt, merkwuerdig). Halloween ist zwar noch was hin, aber es gibt schon Kostueme etc.pp., und das ist auch ok. Aber was ich auch gesehen (nicht fotografiert!) habe, waren grosse Deko-Weihnachtsmaenner – gruselig!

Typical for this time of year in front of Superstore (and other supermarkets, of course): big bins of pumpkins for Halloween or maybe for eating. Surprisingly for me, it is not common here to make sweet-and-sour pickles with them – my favourite! You can also find costumes and accessories for halloween. It’s still a month away, but I guess that’s ok. What I found almost scary, well, at least totally not in season, were giant Santa ornaments for well over a thousand bucks!

Es haette ein perfekter Tag sein koennen – Could have been a perfect day

Fotos gemacht, Sonne genossen, Texte im Geiste vorformuliert… Alles schien gut. Dann setzte ich mich an den Rechner. Und von da an ging’s steil bergab. Ich habe beschlossen, mir nicht die Nerven polieren zu lassen und bin wieder im Garten. Es gibt schließlich genug sinnvolle Arbeit, draussen, wo der Tag immer noch perfekt ist, incl. Schaefchenwolken!
Pictures taken, sunshine enjoyed, text all thought out in my head… all seemed well. Until I actually sat down at the computer. That’s when things started to go sideways, seriously. I have decided not to let this thing ruin my nerves. Back in the garden now, where the day is still perfect‎, with pretty clouds, and I have some enjoyable and meaningful work to do.