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Es regnet nicht, aber ich bin faul

Oder so aehnlich… Ein spaetes Mittag- oder fruehes Abendessen macht mich schlaefrig, ausserdem hab ich Ohrenschmerzen, wie ueberfluessig ist das denn??!! Um mich abzulenken, erzaehle ich euch noch ein bisschen. Zum Beispiel von Martina. Die heisst so, weil sie aller Wahrscheinlichkeit nach (95+%) ein so genannter Freemartin ist. Das heisst auch im Deutschen so, hab ich nachgeguckt, merkwuerdig. Ein Freemartin entsteht, wenn verschiedengeschlechtliche Zwillinge in der Kuh (und nicht nur in Kuehen, aber dort am haeufigsten) heranwachsen. Irgendwann waehrend der Tragzeit verbinden sich irgendwelche Blutkreislaeufe (so genau weiss ich das schon wieder nicht mehr), und das Buebchen gibt seine Hormone an das Maedel weiter – und gewinnt! Je frueher die Verbindungen zwischen den Embryonen entsteht, desto groesser die Chance auf ein nur aeusserlich maedchenhaftes Kalb. Innendrin ist alles durcheinander, sozusagen, populaerwissenschaftlich erklaert, und das Kalb ist maskulinisiert und unfruchtbar. Wenn ich von Martinas Benehmen schliessen sollte, dann waere ich davon zu 100 Prozent ueberzeugt. Sie ist ein wildes Geraet! Ihr Bruder Red Bull ist die reinste Lusche dagegen. Zaeune zum Beispiel, durch die sie irgendwie durchpasst, existieren einfach ueberhaupt nicht. Der Herr Hoe aber hofft immer noch, dass sie sich als Vollblut-Maedchen entpuppt.

Martina – als Kalb getarnte Ziege

Andererseits ist es irgendwie sehr niedlich, dass die beiden sich abends, so gegen 19 Uhr, haeufig selbst und freiwillig zu Bett begeben. Auch darueber hatte ich gelesen, und auch das hielt ich fuer uebertrieben. Ich bin aber noch ein bisschen lernfaehig, glaube ich.

Gemuetlich im Bett
Beim kleinen Red Bull sieht man schon die Hoernchen

Morgens warten sie fein, bis ich mit dem Melken fertig bin, dann lasse ich sie raus, und sie diskutieren ein bisschen mit ihrer Mutter. Die „Vereinbarung“ ist naemlich, dass ich die hinteren beiden Euter-Viertel leeren darf (so gut ich kann…), und die beiden die vordere Haelfte zwischen sich aufteilen. Hinten finden sie aber besser, und dann wird Mutter Brontë ziemlich mistig und tritt, bis alle richtig stehen. Trotzdem bin ich natuerlich froh, dass die beiden das Nachmelken uebernehmen und ich mir ueber die Mastitis-Gefahr wirklich keine Sorgen machen muss. Und so sieht es dann aus, wenn die Profis am Werk sind: Schaum, Schaum, Schaum…

Milchschaeumer!

Bei so viel Engagement auf allen Seiten gibt es dann jetzt auch mehr Kaese. Ich habe schon ein paar Versuche mit Quark hinter mir, keiner war wirklich befriedigend. Deswegen nenne ich das jetzt Frischkaese, und dann geht es. Mal pur mit Salz, mal auch – bisher Herrn Hoe’s liebste Variante – mit Schnittlauch. Und heute dann zum ersten Mal mit Kraeutermantel und eingelegt in Olivenoel. Da bin ich gespannt, wie das wird.

Shankleesh nach David Asher, The Art of Natural Cheesemaking

Kaese gibt es auch deswegen relativ viel, weil es keine Sahne gibt! Jedenfalls bis jetzt nicht in nennenswerten Mengen. Das ist eine kleine bis mittlere Enttaeuschung, den genauen Grund weiss ich noch nicht, doch wenn es an der Rasse liegt (und das koennte sehr gut sein), dann hat die Butter schlechte Karten bzw. wird aufwaendig in der Herstellung. Ich werde bei naechster Gelegenheit meine antike Zentrifuge ausgraben und gruendlich reinigen, und dann wollen wir mal sehen, ob da nicht doch noch was geht. Da hatte ich mich so richtig dran gewoehnt, an all die schoene Jersey-Sahne…

Auch der Joghurt ist nicht wie vorher, leider. Schmeckt prima, ist aber waessriger, sehr schade. Na, vielleicht gibt es demnaechst Fotos von der Antiquitaet, wenn ich sie denn sauber und ans Laufen bekomme. Und dann vielleicht auch wieder Sahnejoghurt… lecker!

Es regnet – Zeit fuer eine Pause

Es regnet ganz ordentlich – ein Segen fuer die Landwirtschaft, und nicht nur fuer die. Um uns herum brannte und brennt es schon wieder heftig. Das windige, trockene und sonnige Wetter foerdert die Braende natuerlich, und an manchen Tagen war es super-rauchig und sehr unangenehm. Der Garten staubte fast, und die Bauern klagten – eine bedrohliche Trockenheit.

Sonnenaufgang in Rauchwolken

Aber jetzt ist erstmal Regen angesagt, jedenfalls bei uns und jedenfalls fuer etwa eine Woche immer mal wieder. Hugo hat sich gerade noch mal gewaelzt, bevor vielleicht der wichtige Waelzplatz zum Schlammplatz wird. Es ist gerade erst 8 Uhr durch, aber ich habe mir schon eine Pause verdient, finde ich. Kuh ist gemolken. Lilli gefuettert. Steuern sind erledigt (gestern), so gut wie. Markt ist gerade mal ruhig. Honig ist abgefuellt.

Das ist Weidenhonig – ein Schaetzchen-Honig! Etwa 25 Kilo konnten wir ernten, und gestern habe ich ihn – Premiere – in ueberall erhaeltliche Standardeinmachglaeser abgefuellt. Ich wuerde so gern von den scheusslichen Plastikbehaeltern weg kommen, aber ob die Kundschaft das akzeptiert, wissen wir noch nicht. Einmachglaeser koennten ein Weg sein, denn hier auf dem Land werden sie nach wie vor haeufig eingesetzt, sind stabil und irgendwie auch nett.

Aber eigentlich wollte ich noch ein bisschen von der Kuh erzaehlen. Das letzte grosse Projekt in meinem Leben, so war der Plan. Und die Kuh tat erstmal alles, um es auch zu einem grossen Abenteuer zu machen. Okay, der Gatte half auch, in seiner bewaehrten Art und mit seinem ganz eigenen Timing. Der Melkstand naemlich liess auf sich warten, und so ging es mir zwar im Paddock mit der Kuh besser, aber ohne Melkstand keine Annaeherung, ohne Annaeherung kein Melken, ist ja irgendwie logisch. Am 22. April, Ostermontag wohl, kam die Kuh dann zum ersten Mal in den nicht ganz perfekten Stand. Wie man sieht, gab es keine Befestigungsmoeglichkeit fuer Brontë und auch nichts fuer die Futterschale. Aber immerhin liess sie sich anfassen und trat nicht um sich.

Der Melkstand wurde nach und nach verbessert, die Kuh betrat ihn relativ willig und verliess ihn im Rueckwaertsgang, gar kein Problem fuer sie. Aber immer noch gab es keine Befestigung. Und wenn das Futter alle war, legte sie diesen Rueckwaertsgang zackig ein und war weg. Melken waere spannend gewesen. Und ich hatte die Nerven schon wieder etwas blanker. Anfassen beim Fressen jedoch war so gar nicht schwierig, kein Zucken und Treten, das war ihr alles schnurzpiepe, so lange da was Leckeres vorne war.

Einen Monat lang uebten wir, und dann kamen die beiden. Und der Melkstand hatte ein „Headgate“ – wie koennte das auf Deutsch heissen? Und die erste Milch kam ins Glas.

Wie man am Gesichtsausdruck der Kuh erkennen kann, war es aber eher ein Waffenstillstand, mit dem wir arbeiteten. Die Kaelber mischten sich beim Melken ein, die Kuh war unleidlich, der Herr Chef musste jedes Mal helfen, und eines Tages trat sie mit Schwung gegen den Eimer, aus purer Frackigkeit, so schien mir (vom regelmaessigen Pinkeln und Kacken im Melkstand will ich so gut wie schweigen) und ich klatschte ihr zornig gegen das Bein – und sie trat zurueck und traf mich und ich trat zurueck und traf sie – und ich hatte sie noch kaum beruehrt, da trat sie wieder zurueck und traf mich mit Schmackes! Tret-Wettbewerb verloren, also ich. Natuerlich war mir sofort klar, dass ich mich nicht haette hinreissen lassen sollen. Aber was willste machen? Ich neige in solchen Situationen zu spontanen Ausbruechen, die haben noch nie geholfen, das ist mir klar, sie kommen aber vor. Ich wollte die Kuh schon wieder essen, und zwar sofort. Der schoene blau-bunte Fleck kam erst am naechsten Tag so richtig… Was ich jetzt weiss: Kuehe koennen, genau wie ich gelesen hatte, aber fuer uebertrieben hielt, genial gezielt und irre schnell treten, nach hinten, nach vorne UND zur Seite. Eine Reaktionszeit wie ein Jet-Pilot, ehrlich! Bewundernswert, wenn ich nicht das Ziel gewesen waere. Was tun? Die naechsten paar Melkversuche waren unbefriedigend, weil ich immer Angst hatte, die Kuh keinen Spass und auch keinen Druck, denn die Kaelber behielten das Euter einigermassen im Griff. Dann aber hatte ich zweimal Glueck: Zum einen beriet mich Sam, unser Lieferant von allen Tieren, Solaranlagen und guten Ratschlaegen fuer beides. Sam war mal Schweizer, hat praktisch sein ganzes Leben lang gemolken und behandelt seine Tiere sehr ordentlich. Auf den konnte ich also hoeren. Er riet mir, auf jeden Fall die Kaelber ueber Nacht wegzusperren und dann morgens beim Melken es der Kuh so nett wie moeglich zu machen. Alles mit Liebigkeit, sozusagen.

Und dann kam Casci, die Hufschmiedin, die praktischerweise in einem Milchbetrieb arbeitet und eine Herausforderung liebt. Fuer sie parkte ich die Kuh nochmal im Melkstand, und dann zeigte Casci mir, was sie machen wuerde. Seil um’s Hinterbein, mit ein bisschen Spiel nach hinten weg an einem noch einzuschlagenden Pfosten festbinden. Schwuppi-didu – die Kuh steht bequem, aber Treten nach vorne und zur Seite ist praktisch unterbunden! Ich hatte auch davon in Foren gelesen, aber wie das in der Praxis aussah, hatte ich mir nicht vorstellen koennen. Casci „wuchtete“ die Kuh durch die Gegend, schob sie in die richtige Position, fixierte das Hinterbein, und die Kuh liess alles mit sich machen, und wir kraulten sie und fuetterten sie und alles war ruhig und sah einfach aus. Ich war begeistert.

Das Kaelber-Wegsperren ging aehnlich unproblematisch, wer haette das gedacht? Eine Nacht wurde seitens der Kuh ein bisschen gemeckert, aber seitdem fluppt es. Ich kann das alles alleine, und ich habe wieder Spass am grossen Projekt. Was fuer ein Segen!

Was ich aber anmerken muss: Meine heiss geliebten Ziegen wurden ja immer als extra destruktiv bezeichnet, aber ich sag’s euch: Kuehe koennen da auch was. Vor allem natuerlich mit Hoernern. Ich glaube, Hoerner sind Waffen, aber vor allem auch Werkzeuge, und wer die hat, der setzt sie ein, logisch. Und so wird montiert und umgeworfen und generell gern mal was durcheinandergebracht, und sich auch mal dekoriert…

Ich fuer meinen Teil fruehstuecke jetzt mal Brot mit Quark und Honig. Und mach den Ofen an, das hat sowas Gemuetliches… Die Esel stehen freiwillig im Regen – es muss wirklich noetig sein!

Nachholbedarf

Eben sehe ich, dass oben auf dem Blog immer noch Winter ist. Dass muss sich jetzt mal aendern. Schliesslich ist so gut wie Sommer, jedenfalls bei uns. Viel ist passiert, seit Ludwig uns verlassen hat. Und ich bin zu nix gekommen. Doch so gaaaanz langsam habe ich das Gefuehl, ich bekomme einen kleinen Griff an die Dinge.

Zum einen bin ich nun wieder die „Managerin“ des Farmers‘ Markets. Das fand ich mehr oder weniger zufaellig auf Facebook heraus – mir hatte man nicht Bescheid gesagt. Seitdem hat sich diese Uebernahme zu einem Halbtagsjob entwickelt, und das kann eigentlich so nicht bleiben. Nachdem aber der Markt in den letzten beiden Jahren sehr heruntergekommen war, gab es wirklich richtig viel Arbeit, um alles wieder in Gang zu bringen. Und jetzt bin ich ein bisschen bis ziemlich stolz, dass die ersten Maerkte in diesem Jahr bereits sehr erfolgreich waren und deutlich gestiegene Haendler- und Besucherzahlen vorweisen koennen. Das Marktweib in mir frohlockt…

Zum anderen gibt es Brontë. Und das ist mal eine ganz neue und andere Nummer.

Brontë, die Kampfkuh

Den Beginn unserer anspruchsvollen Beziehung hatte ich schon im November aufgeschrieben, wollte aber keinesfalls an die Oeffentlichkeit damit, weil alles so sehr unklar schien. Ist es auch teilweise immer noch, aber ich traue mich jetzt, euch von der Kuh zu erzaehlen. Ob sie bleibt – wir wissen es immer noch nicht.

Hier also zwei historische Brontë Papers:

Unsere erste Begegnung

Brontë kommt an

Ab da war alles anders. Ich hatte mich mal wieder ueberschaetzt. 10 Jahre lang Ziegen gemolken, mit Hoernern, so dachte ich mir, was soll da schon gross sein?? Hahahaha – wie naiv man doch auch in meinem Alter immer wieder sein kann.

Brontë naemlich fand alles doof, vor allem uns. An ein einfaches Melken war ueberhaupt nicht zu denken. Sie schuettelte ihre huebschen Hoerner in meine Richtung, wann immer sie die Gelegenheit hatte, und machte mir damit so richtig Angst. Natuerlich spuerte sie ihren Einfluss und nutzte ihn dann erst recht aus. Den ganzen Winter ging das so: Ich traute mich kaum in den Paddock, Brontë lachte sich – glaube ich – heimlich ins Huefchen. Natuerlich liess sie auch den kleinen Hackepeter absolut nicht an sich heran – was habe ich mich geaergert, dass ich nicht ihr schoenes Kuhkalb gekauft hatte. Ich zerdrueckte mir mehr als eine Traene, las in Foren und Buechern, dass ich meine innere Tigerin darstellen muesse, auf keinen Fall mein inneres Kaetzchen – aber das ist alles leicht gesagt. Ich hatte Schiss, und zwar so richtig. Und ueberlegte schon heftig an Alternativen: Essen? Verkaufen? Verschenken? Zurueckgeben? Dabei drohte ich dem Gatten immer mit Ziegen, die dann statt Kuh wieder einziehen wuerden. Der rollte natuerlich mit den Augen, denn wenn es etwas gibt, was er nicht mehr haben will, sind das Ziegen. Komischer Kerl 😉

Eines Tages, als ich so richtig verzweifelt war, weil die Kuh mal wieder wie ein Dilldoeppchen um mich herumgesprungen war und ich mich nie wieder in den Paddock trauen wollte, ging der Gatte mit mir zusammen rein, und tatsaechlich, eigentlich war sie gar nicht mistig. Sie stand ganz still, guckte uns ruhig an, war auch ziemlich nah, und mit einem zuversichtlichen Menschen an meiner Seite war es gar nicht schwierig. Seitdem ist es besser geworden. Ich nehme gern meinen pinken Kuhstock mit, und ganz sicher fuehle ich mich mit meiner dreifach gehoernten Heugabel, die ich ja sowieso beim Fuettern immer bei mir habe. Mit drei Hoernern ist man die Koenigin, das kann ich euch sagen! Natuerlich passe ich auf wie ein Luchs, drehe ihr nicht den Ruecken laenger zu, aber sie benimmt sich ordentlich, geht mir aus dem Weg, wenn ich das sage und ueberhaupt – Fortschritte fanden statt!

Sogar mit dem Hackepeter ging es dann besser, und die beiden betrieben soziale Fellpflege.

Und jetzt ist alles nochmal ganz anders, denn, wie das mit Milchkuehen so ist, sie brauchen ein Kalb, um Milch zu geben. Und das war fuer Mai ausgerechnet, irgendwann. Puenktlich zu Muttertag zeigte sich Brontë besinnlich, und sicherheitshalber ging ich mitten in der Nacht noch mal nach ihr gucken. Und fand: Zwillinge!

Martina
Red Bull

Fuer heute muss euch das reichen, denn natuerlich habe ich „eigentlich“ gar keine Zeit. Die Hufschmiedin kommt gleich, um der Eselhorde Pedikueren zu verpassen, und der Garten – ach der Garten, das ist auch noch so eine Geschichte. Bisher nur Kartoffeln. Demnaechst – vielleicht – mehr, Geschichten und Garten. Zur Strafe fuer das Schreiben habe ich mir gerade prompt auch schon wieder mal mein Fruehstueck karamelisiert – so ein Mist!

When pigs fly – Wenn Schweine fliegen

Obwohl diese Fotos neulich erst hier auftauchten, bekommt ihr sie noch einmal in gross, aus einem traurigen Anlass. Ludwig, das Schwein, ist nicht mehr. Nachdem ich von meinen 2 Wochen in Deutschland am 21. Maerz krank zurueckkehrte und mich sofort mal fuer eine gute Woche ins Bett legte, entdeckte ich dann bei einem meiner ersten Kontrollgaenge zu den Tieren, dass unser Ludwig sich einen Darmvorfall zugelegt hatte. Und den hatten leider, leider die Huehner schon vor uns entdeckt. Huehner sind ziemlich unangenehm, wenn es um derlei Dinge geht, Details erspare ich uns allen. Wir haben ueberlegt, ich habe mich erkundigt, aber die tieraerztlichen Meinungen waren sich eher einig: Ludwig haette in eine Klinik gemusst und aufwaendig, aber mit sehr fraglichem Ausgang operiert werden muessen. Ziemlich genau elf Jahre war er alt, als wir uns schweren Herzens gegen diese moegliche Loesung und fuer die andere entschieden haben: Ludwig starb, soweit wir das erkennen konnten, frohen Mutes ein Kaesebrot essend, angst- und mit groesster Wahrscheinlichkeit schmerzfrei einen schnellen Tod, da wo er sein Leben hauptsaechlich fressend, buddelnd oder schlafend verbracht hatte. Nachdem seine Schwester Lilli die Gelegenheit hatte, sich von ihm zu verabschieden, haben wir ihn auf den Anhaenger geladen und Gereon hat ihn in den Wald, zum Biberteich gebracht. Zwei Tage spaeter sah ich morgens drei Weisskopfseeadler ueber den Hof fliegen, teils nach Norden, Richtung Biberteich, teils aus Norden kommend. Und dachte mir so: Kann gut sein, dass aus unserem Ludwig nun ein Adler wird, so nach und nach. Auf diese Weise kann sogar ein so erdverbundenes Tier wie ein Schwein sich in die Luefte erheben. Irgendwie auch ein troestlicher Gedanke. Finde ich jedenfalls. Guten Flug, Ludwig!

Polar Vortex also

Mit diesem Rueckblick hab ich mich irgendwie ziemlich verschaetzt. Ich dachte, das mach ich mal so in einer guten Woche. Falsch. Und jetzt ist Polar Vortex. Fuehlt sich an wie Winter, sieht aus wie Winter, heisst aber aktuell anders. Findet anscheinend auch in deutschen Medien statt, wird aber dort scheinbar nur in den USA verortet. Was fuer ein Quatsch. Denn es kommt von Norden (Polar – duh!) und geht nach Sueden und da muss es/er/sie ueber Kanada drueber. Angeblich sind wir gerade mittendrin. Aber weil der Schnee aussieht wie immer, pulverig und weiss, und alles sauber und relativ ordentlich wirken laesst, tun wir so, als waere es Winter, und ich erspare euch die vielen monochromen Bilder. Fuer heute wird Wind Chill von -45 angesagt, das ist eher doof, denn mit dem Wind wandert der Schnee auch manchmal in die Tierunterkuenfte oder gern wieder von links nach schraeg in meine muehsam gespurten Pfade ueber den Hof.

Der Herr Chef, der heute morgen, also am Samstag, zur Abwechslung mal wieder arbeiten fuhr, hatte doch kraeftig zu schaufeln, bis er mal auf der Strasse und in der richtigen Richtung stand. Die Esel sind nicht in der Kueche, sondern durchaus munter und bescheuert draussen, weil zu einem bis drei Vierteln rossig. An der Schneeschicht auf dem Fell kann man erkennen, dass sie prima isoliert sind. Und auch Frl. Sixty huepft bzw. rast froehlich durch das weisse Pulver. Sie hat natuerlich allerhand Arbeit, ihre geheimen Futtervorraete in der sich staendig veraendernden Landschaft wiederzufinden.

Sehr praktisch finde ich mal wieder die Universale Gefriertruhe. Die kleine war naemlich voll, aber ich musste Milch unterbringen. Stell ich dann einfach vor die Tuer, friert schneller und besser als in der gekauften Truhe.

Natuerlich ist so ein Wetter ein bisschen arbeitsaufwendiger. Heuballen hatte ich vorausschauend genuegend in den Paddocks parken lassen, so dass die Tiere sich sowohl selbst versorgen koennen als auch immer dicke Liegeschichten, zusaetzlich zum Stroh in ihren Haeuschen, haben. Aber weil ab minus 15 Grad Zwei-Ofen-Wetter ist, muss ich deutlich mehr Brennholz heranschaffen. Und die Anzieherei ist so laestig, dass es sinnvoll ist, jeden Draussen-Aufenthalt gut zu planen. Also alles parat stellen, in der richtigen Reihenfolge, von oben nach unten dick anziehen, Schuhe und Handschuhe zuletzt, und dann einen Schlitten strategisch guenstig beladen, damit es keine Leerfahrten gibt. Und wenn ich dann wieder ins Haus komme, ist mir so richtig schoen warm. Gestern musste ich sogar das T-Shirt wechseln – durchgeschwitzt…, ehrlich.

Wenn ich dann, wie gestern, von der Nachbarin hoere, dass bei ihrer Tochter die Heizung ausgefallen ist, dann denke ich so bei mir, dass dieses „rustikale“ Leben gerade bei solchem Wetter auch grosse Vorteile hat. Es gibt immer noch keine Leitungen, die einfrieren koennten, die Heizung ist strom-unabhaengig. Was mich aergert, ist der haeufige Generatoreinsatz im Moment, weil es permanent fein schneit und dabei natuerlich bewoelkt ist. Aber gerade habe ich die PV-Elemente abgekehrt und schalte jetzt mal den Motor aus – wunderbare Stille. Der Generator zieht dann ins Haus um, bis er wieder gebraucht wird. Ab minus 20 springt er nur zaeh an…

Was wirklich prima funktioniert, ist die Schweineheizung im Huehnerstall. Die Puten muss ich zwar abends „von Hand“ ins Bett bringen, aber heute lass ich sie einfach gar nicht raus.

Und was ich jetzt endlich auch mal sehe, weil der Chef seine Schuhe zum Aufwaermen auf den Ofenaufsatz gestellt hat: die verflixten Stahlspaene! Die sammelt er auf der Arbeit ein, an der Drehbank und der Fraese, und bringt sie mit nach Hause. Wo ich sie dann manchmal barfuss finde – gar nicht schoen! Ja sach mal! Da muessen wir wohl nochmal drueber reden…

Rueckblick Teil 4: Aufbaujahre? – 2009-2013

Dieser Teil 4 duempelt schon seit einiger Zeit in meinen Entwuerfen. Ploetzlich wurde das Leben naemlich wieder schneller, ich weiss auch nicht so genau, wie das passieren konnte. Damit ihr aber was zu lesen habt, geht das jetzt raus. Wann es weitergeht, steht in den Sternen. Draussen ist es wie Fruehling, und man/ich will nicht am Computer sitzen, so lange es hell ist.

Mit dem Rueckblick weiter also hier:

Im Haus waren wir also schon mal, so weit – so gut. Oder auch nicht so gut. Denn mit mir ist es so: Gibt man mir ein halbfertiges Haus, will ich gleich einen Palast. Oder so aehnlich.
Schon ab 2009 kann man lesen, dass ich unzufrieden war. Es ging mir nicht schnell genug, nicht gut genug, ich fühlte mich häufig alleingelassen und nicht gehoert mit meinen Forderungen nach Abfluss, Dusche, Solaranlage, Innenausbau, anderem Auto etc.pp. Rückblickend würde nicht nur ich, sondern wahrscheinlich auch der sehr gleichmäßig gelaunte Gereon sagen, dass es meine Quengeljahre waren.
Natuerlich habe ich nicht nur gequengelt, und wenn, dann nicht nur über unsere Nicht-Fortschritte. Ich quengelte auch über das Wetter, über “die Albertaner” (ja, ich weiss, dass Verallgemeinerungen unzulässig sind), die Telefongesellschaft, die Arbeit, den Markt, die Ziegen…
(Ab hier empfehle ich den Interessierten, die Suchfunktion im Blog zu nutzen bzw. monatsweise zu lesen. Ich werde nämlich sonst nie fertig…)

Ab hier auch: Themenschwerpunkte. So was wie Menschen, Tiere, Impressionen. Mit den Tieren fangen wir mal an.

2009 verlor Gereon vorübergehend seine Arbeit, als die globale Wirtschaftskrise auch Alberta erreichte. Ich dagegen fing einen neuen Job in der Tierarztpraxis an, die die Tochter meiner Nachbarin in Valleyview eröffnet hatte. Eine nervenaufreibende Aufgabe insofern, als ich erleben musste, wie anders “die Albertaner” mit Tieren umgehen als zumindest ich mir das wünschen wuerde. Es wurde viel gestorben, ich habe so manches sterbende Hündchen und Kätzchen im Arm gehalten. Das bestaetigte mich in meinem Vorsatz, dass von mir hier niemand ein lebendes Tier bekommt, mit der Ausnahme – vielleicht – von Huehnern.
Doch es gibt auch immer noch laufende Erfolgsgeschichten aus der Tierarztpraxis. Dies ist eine davon:

“Der kleine Hund”, todgeweiht, weil in der Stadt herrenlos aufgegriffen und von niemandem abgeholt, seine Unzufriedenheit lauthals kundtuend und demnach zum Wochenende sehr unerwünschter Gast in der Praxis, kam mit zu uns. Warf sich dem Chef an den Hals. Verliess uns für ein Jahr, weil der Chef keinen weiteren Hund wollte. War dann wieder todgeweiht, weil allzu selbständig und wurde von Helga Schwiegermutter und mir wieder abgeholt. Seitdem “der wichtige Hund”. Ein Goldstueck.

Eine andere Erfolgsstory aus der Tierarztpraxis ist das von uns liebevoll so genannte Kitty-Kotzi. In den Fotos unten hat es sich einmal an den Chef geschleimt, ein anderes mal liegt es in einem Blumentopf. Todgeweiht, weil herrenlos und schwanger aussehend. Schwanger aussehen tut es immer noch, obwohl es kastriert ist, aber herrenlos ist es in keinster Weise, hat es sich doch wahrscheinlich auf immer und ewig an den Herrn Chef gebunden, den es mit Haut und Haaren liebt.

Zurueckkommen konnte der wichtige kleine Hund 2011, weil im März 2010 der andere kleine Hund, Nini Whippet, mit noch nicht einmal 10 Jahren eingeschläfert werden musste. Sie hatte uns nach Kanada begleitet und tapfer allen Widrigkeiten getrotzt. Lungenkrebs war die Diagnose, gegen die sie dann nicht mehr ankam.

Ueberhaupt sind aufgrund der vielen Tiere, die wir hatten und haben, Geburt und Tod immer ganz wichtige Themen. Jedes Jahr wurden viele Zicklein geboren, und jedes Jahr wurden Ziegen geschlachtet. Nachdem ich in Deutschland fast Vegetarierin war, bin ich hier in Alberta zu einem sehr bedachten Alles-Esser-Tum umgestiegen. Und, moeglicherweise etwas provokant, sage ich ich, dass ein ordentlich erlegtes Stueck Wild (damit meine ich: ein Schuss – umfallt!) das in vieler Hinsicht verantwortungsbewussteste Fleisch ist, das man so essen kann, und in mancher Hinsicht und in vielen Faellen deutlich weniger bedenklich als manches Gemuese. Gejagt wurde also auch. Einmal sogar, in Selbstverteidigung, ging es dem Wolf ans Fell, der unseren Geisslein ans Fell wollte. Schade, aber das war wirklich zu und zu nah.

Es gab Hunde, Katzen, Huehner, diese letzteren in stark schwankenden Zahlen, weil jedes Jahr jede Menge Kueken aus jeder Ecke kamen, andererseits aber auch viele Huehner in den Topf wanderten. Nicht ver- oder gejagt wurde Frau Haak (korrekt: Mrs Hawk), das Habichtsweib, das auf einem Foto unten auf einem Huhn sitzt. So ging uns eine Reihe Huehner verloren – aber Frau Haak hatte schliesslich auch eine Familie zu versorgen.

Es gab ein Lama-Baby, das mir immer noch wie „das Kind“ vorkommt, obwohl Hektor inzwischen 9 Jahre alt ist. Kinder, wie die Zeit vergeht. Diese Tiere waren immer mein groesster Spass, sind es heute noch. Zugeben muss ich, dass die Ziegen gleichzeitig auch mein groesstes (Tier-)Problem waren, mit ihrer immensen Neigung zu experimentellen Materialpruefungen, denen fast nichts standhielt. Immer noch hantiere ich mit Zaunelementen und Schuppentueren, die durch die Ziegenhoerner umgeformt wurden. Eine harte Pruefung wahrscheinlich nicht nur fuer meine Ehe.

Und so verliessen 2013 alle Ziegen den Hof. Und ich vergoss wieder Traenen. Grosse Aenderungen kuendigten sich an.

Rueckblick Teil 3: Neuland – 2006-2008

So waren wir also seit September 2006 auf „unserem“ Land. Zwei so genannte Quarter Sections, also zwei Quadrate von jeweils einer halben Meile Seitenlaenge macht etwa 130 Hektar. Wald in alle Richtungen. Und wo kein Wald war, war es nass. So richtig nass. Biberteiche, Suempfe, alles nass. Keinerlei Infrastruktur, also keine Strom- oder Telefonleitung, kein Gasanschluss, selbstverstaendlich kein Wasser (das ist hier auf dem Land sowieso jedermanns eigene Angelegenheit). Ich aber war immer noch naiv, hatte ich doch die Illusion, dass mein Mann im Rubbeldikadetz ein schickes, wenn auch rustikales kleines Haeuschen hinstellen wuerde, mit Holzofen, Strom (irgendwie – was ich da so genau gedacht habe, bleibt mir heute verborgen) und Wasser (siehe oben). Natuerlich alles Quatsch, wie wir heute wissen. Und waehrend meine Illusion sich so langsam im Wald aufloeste, lernte ich weiter. Naemlich, dass man auch mit viel weniger auskommen kann. Dass Winter ernst bis sehr ernst sein kann, aber auch schoen bis wunderschoen. Und dass man ihn auch unter eher einfachen Verhaeltnissen durchaus ueberstehen und dabei noch Spass haben kann. Dass woechentliche oder gar taegliche Duschen voellig, aber sowas von voellig ueberbewertet werden. Dass gute Nachbarn mit Geld nicht zu bezahlen sind, und dass wir welche haben – was fuer ein Segen.

Ich arbeitete ein paar Tage in der Buecherei in Valleyview, und Gereon fand sofort eine neue Arbeitsstelle ebenfalls in Valleyview. Diese Stelle – das sei hier mal erwaehnt – hat er seitdem. Er ist mit Sicherheit der dienstaelteste Mitarbeiter im Betrieb, und seit etwa acht Jahren, als der Kollege in der Werkstatt wegzog und er nun allein fuer alles dort zustaendig war, hat er nie mehr als zwei, hoechstens drei Tage hintereinander frei genommen. Ich finde das einerseits bewundernswert. Andererseits erklaert das, warum es hier sehr, sehr langsam weitergeht. Doch schon ganz am Anfang hoerte ich den Spruch: Canada is next-year country. Inzwischen weiss ich, dass das eher untertrieben ist.

Zwei Jahre lang spielte sich unser Leben in der „Kueche“, einem nicht isolierten Gebaeude ohne Fussboden, und dem „Schlafzimmer“, einem kleinen, isolierten, propan-beheizten Kaemmerchen im Pole Shed, ab. Na, und draussen natuerlich. Im Garten, im Wald. Morgens kurz nach fuenf wankte ich aus dem Kaemmerchen ueber einen Holzsteg in die Kueche und machte Feuer im Ofen, fuer Kaffee und Tee. Auch im Winter. Auch bei minus 30 oder kaelter. Nie wieder habe ich seitdem soooo viele Sternschnuppen und Nordlichter und traumhaft schoene Nachthimmel gesehen. Aber auch nie wieder Traenen vergossen ueber gefrorenem Spuelmittel, gefrorenem Wasser, gefrorenem alles. Strom aus einer Autobatterie reichte gerade mal fuer eine, max. zwei Gluehbirnen und das Ladegeraet fuer’s Handy, unsere grosse Errungenschaft. Maeuse waren immer ein Thema, alles musste sicher untergebracht werden, und manchmal klaute das Wiesel Kekse.

Weil die Ziegen immer mehr wurden, schafften wir einen dritten Hund an, die zweite Emmi, die die Aufgabe des Draussen-Wachhundes uebernahm, weil Zora mit ihrem duennen Fell sich dann doch als ungeeignet erwies (jedenfalls fand sie es drinnen viel schoener, und das kann man ihr nicht veruebeln). Auch die Ziegen zogen zumindest zum Melken und dann auch zum Kinderkriegen in die Kueche um – das war nicht nur fuer die Ziegen, sondern vor allem auch fuer meine Finger wesentlich angenehmer.

In den ersten beiden Wintern gab es viel, richtig viel Schnee. Im ersten Jahr begann es im Oktober richtig zu schneien, und im Mai gab’s immer noch Schnee. Wir denken, dass wir seitdem nie wieder einen so schneereichen Winter hatten. Es gab jede Menge Ziegen in diesem Jahr, und dann auch im Fruehjahr jede Menge Matsche, vor allem IN der Kueche.

2007 kam das schwere Geraet. Zuerst der Bagger, um einen Teich zu buddeln. Es regnete, und ich musste wieder weinen, denn ich konnte mir nicht vorstellen, dass diese ungeheure Matsche und Zerstoerung je wieder gut werden koennte. Konnte sie aber, weiss ich heute. Wieder was gelernt.

Dann kamen unsere inzwischen leider beide verstorbenen Freunde Chris und David und halfen mit ihrem Quad beim Umzug so einiger Restbestaende, Honigfaesser und Huehnerstaelle. Ein Holzschuppen wurde gebaut. Der Garten bekam einen ziegendichten Zaun. Die Kueche eine Veranda. Und ich Hochbeete. Trudi, die besondere Katze, gesellte sich zu unserer Menagerie. Der Bauplatz fuer das geplante Haus wurde abgesteckt und die Fundamente gegossen. Die Nachbarin zeigte mir, wie man Pfirsiche und Co. einkocht. Die Tiere waren entspannt.

Der Hausbau begann. Ich war – wie meist – optimistisch. Doch es wurde noch ein Winter in der „alten Kueche“, und dann noch ein Sommer, und dann noch ein Winteranfang, bevor wir in das neue Haus einziehen konnten. Gebaut wurde praktisch bei jedem Wetter, und ohne die Hilfe der Bussemeier-Crew und einiger anderer Freunde haetten wir wahrscheinlich gar kein Haus. In der alten Kueche gab es immerhin noch einen Teilfussboden, bevor ein weiterer schneereicher Winter begann. Thomas B. reiste sogar noch an Gereons Geburtstag an, um zu bauen. Und wie man sieht, kann selbst in der aermsten Huette ein Fernseher aufgebaut und Schokolade gegessen werden, zur Feier des Tages.

Irgendwann im Fruehjahr 2008 kam dann eine Raupe, ein Caterpillar aus Gereons Firma, der von David uebers Land gefahren wurde. Als er fertig war, hatten wir etwa 7 km „Wegenetz“, rauh, aber begehbar. Viele Baeume fielen, es gab viel Chaos, aber die Wege existieren auch jetzt noch, ueberwiegend begehbar. Auf dem Suedland, auf der anderen Strassenseite, wurde ein grosses Rechteck freigeschoben, ein kleiner Teich ausgebuddelt und sowas wie eine Fenceline, also eine Schneise fuer einen Zaun, erkaempft. Ich war mal wieder optimistisch und naiv, sah Zaeune und Ziegen in froehlicher Koexistenz. Auch da wissen wir, wie’s ausgegangen ist, naemlich nicht.

Ebenfalls im Fruehjahr 2008 gesellten sich diese beiden zu unserer wachsenden Tierschar. Ludwig und Lilli. Inzwischen mit Trudi und dem Lama die dienstaeltesten Mitbewoehner, wobei das Lama natuerlich die Krone traegt. Im Sommer kam mein aelteres Kind tapfer in die Wildnis und das halbfertige Haus. Vielleicht traegt die erste Einweisung in die Imkerei heute Fruechte. Wir fuhren zusammen zum Olds College (Fiber Week), genossen die Zivilisation und brachten George mit. Es kam noch mehr Besuch aus Deutschland, es wurde weiter gebaut, Kings liehen uns noch einmal ihre Pferdestaerken, und das Saegewerk hielt seinen Einzug. Der Garten war ueppig und produktiv. Bussis halfen weiter beim Bauen. Derweil produzierte ich Quark. Es gab den Wichtigvogel und eine tolle Tomatenernte. Im November kam der Schnee. Wir waren noch nicht im Haus, konnten es aber zum Zerlegen von Ziegen nutzen. Immerhin. Und am 22.11. endlich: Die Erstbefeuerung des kleinen Oefchens, das mein Vater uns in weiser Voraussicht in den Container gepackt hatte.

Wir hatten das grosse Glueck, dass uns eine meiner Marktkolleginnen einen (Holz-)Kuechenherd schenkte und sogar anlieferte. Ich schleifte nach und nach die wichtigsten Moebel ins Haus, und ein kleines bisschen konnten wir auch auf dem kleinen Oefchen kochen. Und so zogen wir um. In ein himmlisch leeres Haus. Das blieb natuerlich nicht lange so. Und dem kleinen Hund war auch trotz neuem Haus gern noch kalt.