Archiv der Kategorie: Ziegen

Wo sind sie hin?

Heute morgen musste das Lama los. Wo sind die Ziegen? Bitte alle mitkommen und suchen helfen!

IMG-20130821-00912IMG-20130821-00914Die Ziegen aber sind nicht mehr da. Gestern sind die verbliebenen Damen umgezogen nach Peace River, zu einer netten Familie und mit interessanten neuen Nachbarn. Hier bei mir ist jetzt Empty-Nest-Syndrome einmal anders.

IMG-20130820-00907 IMG-20130820-00906 IMG-20130820-00909

Die dicke Dame uebt! – The fat lady is practising!

IMG-20130814-00879Sie singt glaube ich schon mal Tonleitern. Sieben kleine Boeckchen und die beiden Lulus, die Ziegenwallache, haben heute den Hof verlassen. Naechste Woche gehen die restlichen Damen. Ich habe mehr als eine Traene im Knopfloch, sehe aber auch aufregende neue Moeglichkeiten.

To warm up, the fat lady is singing scales. Seven bucklings and both wethers left the yard in a burgundy trailer. Next week the remaining does should be gone. I am more than just a little sad, but I can also see many exciting possibilities opening up.

Wenn das Wetter schoen ist…

Hier noch einmal ein kleiner Bilderbogen vom schoenen Wetter in den letzten Tagen. Im Moment ist es leider schon wieder grau, also heute mal wieder kein Honig. Oder Strom.

Auch prae-Puma, als die Welt noch in Ordnung war, hatte ich schon leicht beunruhigende Erlebnisse. Dieser Heustapel, den Reto dankenswerterweise sehr schoen aufgeschichtet und mit einer Plane abgedeckt hatte, diente Ziegen und Schweinchen schon lange als Schlafplatz, d.h. man kroch unter die Plane und entzog sich dort den Blicken und dem Wetter. Dabei blieb natuerlich nicht alles ordentlich, und so kam ich eines Tages vom Hundespaziergang zurueck und alles war kollabiert. Eine sofortige Zaehlung der Haeupter meiner Lieben ergab: Lili fehlte. Ich rief und rief und rief, aber keine Lili. Also hab ich Heu abgeraeumt. Als ich fast alles auseinander hatte, kam Lili von ganz weit weg (heute wissen wir: aus Puma-Land) angerannt. Die Ziegen fanden und finden die neu gestalteten Heu-Alpen himmlisch. Ganz oben links Tinki, die nun verbuddelt im Wald liegt, wie der Chef gestern in einer nervenaufreibenden Expedition feststellte. Das Tolle ist naemlich, dass auf dem Container Dachblech liegt, das wunderbare Toene macht, wenn man mit Schmackes die Heu-Alpen hochrennt und dann mit groesstmoeglichem Schwung auf das Dach springt. Ausserdem kann man bisher unberuehrte Fichtenzweige knabbern. Nur das Lama findet das ganze total daneben: Ziegen in der Hoehe sind einfach nicht richtig, und es muss schnorcheln und probespucken und sogar auf die untersten Ballen klettern.

IMG-20130802-00857Unsere hofeigene Pythia orakelt derweil bei der Feuerstelle. Hector liebt den Rauch, wer weiss, was in seinem huebschen Koepfchen dann vorgeht.

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Letzten Montag haben wir zum ersten Mal fuer dieses Jahr eine kleine Runde um den See gedreht. Es ist fast Tradition, dass wir das mindestens zweimal im Jahr tun, aber dieses Jahr hatte es noch nicht geklappt. Und auch am Montag war es streckenweise interessant, denn die Strasse war durch die vielen Regenfaelle nur mit Allradantrieb zu befahren, und auch das manchmal nur knapp. Die Gegend um den See ist ein bisschen huegelig, und ich mag sie sehr. Und jetzt steht am Campingplatz (der praktisch leer war) eine Bank auf dem Anleger – sehr nett. Es gab (Hauben)Taucher und Pelikane, dicke Fische im Wasser und wenig Moskitos. IMG-20130729-00839 IMG-20130729-00841 IMG-20130729-00842 IMG-20130729-00847 IMG-20130729-00850Am Sonntag dann zog es uns Richtung Nose Creek, etwa 250 km von uns in Richtung Rocky Mountains. Auf der Karte sieht man die senkrechte Linie, die Grenze zu British Columbia, und am linken Rand die ersten Gipfel der Rockies bzw. die Foothills. Das Wetter war im Westen schoener als bei uns. Auf dem Rueckweg fuhren wir dunkle Wolken, wurden aber mit einem doppelten Regenbogen belohnt.

road to nose creek IMG-20130804-00870 IMG-20130804-00873Derweil zuhause 🙂

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Neuer Verpaechter!

Oder auch: Nicht das Jahr der Ziege!

IMG-20130803-00868Nachdem wir ja schon Euterverletzungen, einen Beinbruch, eine Blutung, einen Abszess etc.pp. hatten und ich sowieso im Ziegen-Abschaff-Modus bin, seht ihr hier den Chef, umgeben von den kleinen Katzen, wie er die groesste der Kleinkatzen beobachtet. Bild unscharf und verwackelt, weil ich das alles ganz schoen aufregend fand.

Heute war Kathrin hier, und wir hatten einen schoenen kleinen Spaziergang gemacht, dann wurschtelte der Chef draussen an der Wachsschmelze rum, ich spuelte drinnen, und die Ziegen frassen draussen. Irgendwann sah ich sie alle zusammen vorm Haus stehen und Richtung Osten gucken und dachte noch, es gibt wieder ein Grillfeuer oder irgendetwas aufregendes. Als ich rausging, guckten sie immer noch, und als ich in dieselbe Richtung blickte, entdeckte ich eine Ziege, die offensichtlich am Waldrand im Zaun hing und (vermeintlich) strampelte. Wir rasten los, Gereon schneller als ich, und als er fast bei der Ziege war, da sah ich ganz kurz nur ungefaehr sowas bei der Ziege:

cougarQuelle

Wir sind schnell zurueck zum Haus, weil der Ziege sowieso nicht  mehr zu helfen war. (Sie strampelte nicht, sie war bereits mausetot, dies zur Beruhigung der Gemueter, was wir sahen, war der Versuch, sie durch den Zaun zu ziehen.) Eine Kopfzaehlung ergab, dass nicht nur eine, sondern zwei Ziegen fehlten. Und wir hatten nichts gemerkt! Natuerlich sind jetzt alle Ziegen und Schweine eingesperrt, und wir hoffen, dass der Puma sich nicht an einem Lama vergreifen will.

Es dauerte nicht lange, da entdeckten wir das Tier wieder in der Naehe der Ziege. Fernglas und Hocker schnell auf den Balkon geschafft, und dann haben wir den Krimi weiterverfolgt. Der Puma bewegte sich wirklich sehr katzenartig durch den dichten Wald, um die schon recht sperrig gewordene Ziege, Tinki, abzuholen. Das ging allerdings nicht ohne viel Aestegekrache. Bei dem Gedanken, dass wir nur wenige Stunden vorher an genau der Stelle vorbeigegangen und noch mit Schwein Lili geredet hatten, und dass wahrscheinlich erst zwei Stunden vorher ich aus dem Fenster die Ziegen beim Fressen beobachtet hatte, wird mir schon ein bisschen schwummrig.

Waehrend wir den Puma bei der Ziege beobachteten, fing Emmi an zu bellen, und man konnte an seinem Verhalten sehen, dass er sich nicht bedroht fuehlte. Natuerlich muessen wir annehmen, dass er heute bzw. gestern oder vorgestern, als er sich das erste Zicklein, ebenfalls ohne grosses Geschrei und Tumult holte, nicht zum ersten Mal hier war.

Schoenes Wetter – haha…

IMG-20130701-00803Sowas macht mir schlechte Laune! Es ist gerade 12 Uhr vorbei, und die Temperaturen auf der Westseite werden natuerlich wieder mindestens so weit steigen wie gestern, wo sie auf diesen haesslichen 40 standen. Trotz dieser Sonne haben wir nicht genuegend Strom, weil die Tiefkuehltruhe(n) permanent laufen muessen.

IMG-20130701-00804Alle haengen nur schlaff herum – bis auf die Moskitos, denen die Hitze so gar nichts ausmacht, zumal ueberall noch ausreichend Wasser steht.

On the Plus-Side: „Unsere“ Elche haben wieder Kinder, genau wie im vorigen Jahr einmal Zwillinge und einmal ein Einzelkind.

M2E77L219-219R385B330 M2E77L219-219R385B330Und die Herren der Elchschoepfung sind dabei, sich merkwuerdige Gebilde auf den Koepfen wachsen zu lassen.

M2E91L238-239R379B320Was ist das bloss mit diesem kleinen Kasten?

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Old Man Winter

So, der Van ist fast fertig betrauert. Ein anderer, juengerer mir angebotener Mini-Van, so wie mein geliebter, aber auch verschrotteter Plymouth Voyager, entpuppte sich als viel zu teuer. So werden Madame Delphine und ich uns einen weiteren Winter mit Hinterradantrieb durchschlagen/-schlittern. Und der Winter ist da! Nach dem ersten, sehr unangenehmen Nassschnee, als der Van verstarb, fielen die Temperaturen, und es gab „richtigen“ Schnee. Im Anmarsch sieht das so aus:

Ungemuetlich! Man denkt an Rilkes Herbstgedicht, gluecklicherweise habe ich ein Heim und ausreichend Holz. Dennoch verlangt solches Wetter relativ hektische Aktivitaeten. Alles, was im Schnee versinken koennte – und das ist je nach Schneemenge viel! – muss noch schnell gesucht und irgendwie gesichert werden, entweder durch Senkrechtstellen oder, indem man es unter ein Dach raeumt. Davon haben wir irgendwie nie genug, Daecher sind im Winter Mangelware. Auch die Gaense wurden, wenn auch nicht hektisch, so doch sehr organisiert und zielstrebig. Die Gruppen wuchsen zu Hunderten und Aberhunderten an. Fuer sowas fahre ich rechts ran, um zu gucken und, vor allem, zu lauschen. Ich liebe Gaenserufen. Diese Gruppe hier wurde begleitet von einem Schwan (GAENSEHAUT!!) und war durchsetzt von einigen Schneegaensen.

Die Ernten waren gut dieses Jahr, und so finden die Gaense auf vielen Feldern noch Reste, die sie sich, genau wie wir, auf die Hueften und an andere sinnvolle Stellen packen. Seit aber vor zwei Tagen etwa der Schnee so richtig begonnen hat, hoere ich keine mehr. Ab nach Sueden!

Nach einer recht langen Phase der Bequemlichkeit und Weicheiigkeit (vornehmlich auf dem Sofa) besinnt Emmi sich auf das, was sie persoenlich am Herbst/Winter liebt und wofuer sie gern Schnee im Pelz in Kauf nimmt: Der von ihr bewachte Schatz ist ein Ziegenkopf. Es gab den unvermeidlichen Schlachttag, diesmal mit einem „richtigen“ Metzger.

Ueblicherweise kaufen die Menschen, die nicht selbst schlachten, und das ist natuerlich die Mehrzahl, ihr Fleisch im Supermarkt. Wo genau das herkommt, weiss ich nicht, will man vielleicht auch nicht wissen, wenn man es sowieso nicht kauft. Es gab kuerzlich wieder einen massiven Lebensmittelskandal, in einem Monster-Schlachtbetrieb im Sueden Albertas. E.coli wurde in Fleisch entdeckt, es gab Krankheitsfaelle, der Betrieb mit 2.200 (!) Mitarbeitern wurde voruebergehend geschlossen. 4700 Kuehe am Tag konnten „durchgeschleust“ werden, und die Produkte wurden ueber das ganze Land und auch in die USA verteilt. Eine Rueckrufaktion umfasste ueber 2000 Fleischprodukte. Die USA ergriffen natuerlich sofort Massnahmen, die Grenze wurde geschlossen, und die Rinderpreise hier in Alberta fielen zu einer kritischen Zeit, wo die Bauern naemlich Kaelber und aussortierte Kuehe verkaufen, drastisch, vor allem fuer die alten Kuehe. Die Beteiligten, naemlich XL-Meats und die Canadian Food Inspection Agency, schienen sich gegenseitig Vorwuerfe zu machen, und die CFIA hat extra eine Seite eingerichtet, auf der ueber den ganzen Skandal behoerdenmaessig berichtet und Fragen beantwortet werden. Natuerlich ist es einfach, der kontrollierenden Behoerde vorzuwerfen, sie haette nicht genug kontrolliert, doch die wirklich Frage scheint mir: Warum kann das ueberhaupt passieren? Und weil ich ein Simpel bin, sage ich mir, dass diese Betriebe einfach viel zu gross sind, um ueberhaupt noch irgendetwas kontrollieren zu koennen. Die Arbeiter sind ueblicherweise eingewandert, mit Arbeitsvisa oder auch Daueraufenthaltsgenehmigung, viele kommen aus afrikanischen Laendern. Ueber die Loehne kann ich nur spekulieren. Und was ist die kanadische Loesung: Der Betrieb wurde aufgekauft, von einem noch groesseren, multinationalen Unternehmen, basiert in Brasilien, doch zustaendig ist nun die USA-Niederlassung. Er laeuft wieder, bisher noch nicht mit voller Nutzung, aber immerhin.

Derweil bei uns: in Valleyview gibt es seit kurzem einen ganz kleinen Fleischverarbeitungsbetrieb, und der Metzger kommt aus der Schweiz. Wir lernten uns auf dem Farmers‘ Market kennen, und weil Hans eine Mobile Schlachterlaubnis hat, konnte er am Freitag kommen und professionell einige Ziegen schlachten, die jetzt im Betrieb zerlegt und teilweise verwurstet werden. Wir sind gespannt. Es wird u.a. Keule nach Art des Buendner Fleisches geben! Alles ohne E.coli, und falls es Probleme gaebe, wuesste ich, wo der Metzger wohnt. Das ist m.E. eine prima Absicherung gegen Schlamperei am Fleisch. Solche Betriebe sind leider selten, weil die Kunden immer Bequemlichkeit, also das beruehmte One-Stop-Shopping, und natuerlich niedrige Preise wollen. Nun, nicht bei uns, und so kann Emmi sich weiterhin ueber ihre Schaetze freuen, und auch die Haeher sind sofort eingeflogen und teilen sich Fettstuecke mit den Meisen.

Und waehrend ich dies schrieb und zwischendurch noch – ein Segen der Technik – lange mit meinem einen Kind telefonierte, ist es hell geworden, und ich kann euch den aktuellen Schneestand zeigen. Mein deutscher Zollstock meldet 28 cm, und dazu zeigt das Thermometer -15 Grad C. Old Man Winter, wie ich sagte…