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Zusammenfassung Mai 2012

Draussen regnet es wie doof, ich hatte schon einen schoenen Beitrag geschrieben, aber dann hab ich ihn versehentlich verschwinden lassen. Wie ich das hasse! Aber vielleicht ist das symptomatisch, im Rueckblick, fuer den Mai. Und den April. Und den Maerz. Besuch hueben, Besuch drueben, oder hier und da – jedenfalls Besuch. Lange. Jetzt bin ich erschoepft. Aber ich gebe euch Bilder. Zum Beispiel von unserer (Schwiemu’s und meiner) Wohnwagentour nach Edmonton. Chris und David haben so ein Monster-Wohnwagen-Teil, 15 Meter lang, mit Truck 20 Meter. Esszimmer, Schlafzimmer und Kueche werden seitlich ausgefahren. Die Doppelmatratzen im Hinterteil, das auch als Garage fuer das Luxusquad genutzt wird, haengen an Ketten und werden elektrisch rauf und runter gefahren. Es gibt ein Gaesteklo. Die Campingplaetze, die man mit solchen Gefaehrten ansteuert, sind Staedte mit allen Annehmlichkeiten. Frischwasser, Abwasseranschluss, Strom und der Rasen vorm Haus werden geliefert. Ebenso Unmengen von Nachbarn. Es gibt hier Menschen, die gar kein Haus mehr haben, sondern nur neo-nomadisch durch die (nordamerikanische) Welt reisen. Es war ein Erlebnis. Wiederholen muss ich es nicht. Das schoenste war fuer mich der Besuch der Art Gallery in Edmonton.

Das Maiwetter war mal so, mal so, meist schoen. So wurden meine Geburtstagskinder in die Sonne geboren.

Fuer Samstag hatte ich kuehn eine Feier geplant und Menschen eingeladen. Morgens sah es dann so aus, und das gab meiner Stimmung und Motivation den Rest. Gut, dass es Telefon und SMS gibt, so konnte ich kurz entschlossen alles absagen. War bestimmt auch besser so.

Beim sonntaeglichen Spaziergang zum Biberteich praesentierten sich Wetter und Landschaft aber schon wieder so.

Bei so schoenem Wetter machten sich der Chef und die Schwiemu dann am 25. oder so wieder auf den Weg nach Calgary, durch die Berge.Und Lili liess sich von einem Huhn die auf ihren Ruecken gefallenen Futterkoernchen abpicken. Da wuerde ich glaube ich auch stillhalten 🙂

Die Bauern waren bei diesem Wetter natuerlich alle hektisch bei der Arbeit. In unserer relativen Nachbarschaft ist viel Land an grosse Getreidebauern aus den noerdlicheren Gemeinden verkauft. Und so wird kahlgeschlagen und dann mit Riesenmaschinen gearbeitet. Ich sah z.b. dieses Aussaat-Geraet: Schlepper (acht Raeder, natuerlich) – Saatgutbehaelter – pneumatisches Saegeraet – pneumatisches Saegeraet – Saatgutbehaelter. Einen ziemlich grossen Wendekreis hatte das Ding. Zum Bild gehoeren dann natuerlich auch Tieflader, die den ganzen Krams zum Feld transportieren, ausserdem Trucks mit Tanks hintendrauf und Trucks, die die Fahrer transportieren. Hier wird nicht gekleckert!

Indessen geht es bei uns langsam und kleinformatiger weiter. Die Ziegen haben sich – nicht so magisch – von sieben nach der Herdenreduktion letztes Jahr wieder auf 24 vermehrt, und es sind noch mehr im Anmarsch. Ehe-erschwerend, sag ich nur… Aber mein Herz huepft trotzdem, und zwar auf nette Weise, wenn ich sie sehe. Weil mein Garten letztes Jahr so ein Desaster war und ich dieses Jahr nicht sehen konnte, wie ich das Desaster mit meiner Muskelkraft in den Griff bekommen koennte, habe ich mir, waehrend Gatte und Schwiemu im Gebirge waren, kurz entschlossen eine Fraese gekauft. Fraesen heissen hier Tiller. Und so gibt es jetzt Nadja, und einen Garten nach Nadja-Einsatz. Ich bin begeistert! Und dann war am Sonntag noch Walter hier, und Walter und Nadja im Team sind immer noch Klasse! Er half mir, den Garten wieder ziegensicher und wahrscheinlich auch huehnerfest einzuzaeunen. Jetzt muss nur noch das Wetter mitspielen. Parallel zu meiner Nadja-Erwerbung hatte sich der Chef ebenso still und heimlich einen Traktor gekauft, der gestern angeliefert wurde. Baujahr 1953! Mal schauen, wie das so wird.

Neun PS uebrigens, die Nadja. Auch hier wird nicht gekleckert!

Zum Abschluss noch ein paar „Kopfstudien“, mit mehr oder weniger Nase…

Wer braucht schon einen Sommer,

… wenn der Winter so ist?

Biberteich Nummer 1

Als ich das letzte Mal schrieb, war es kalt. Und zwar dann doch so kalt, dass ich das kleine Haeuschen verlassen musste, sehr schweren Herzens. Und jetzt bin ich eben schon ungefaehr vier Wochen wieder im „alten“ Haus. Immer noch sind nicht alle Rubbermaid-Kisten ausgepackt! Fuerchterlich, wie schnell sich etwas ansammelt bzw. wie schnell Dinge ihren Platz verlieren. Ploetzlich scheint es, als ob der Kisteninhalt nie hier ins Haus gepasst haette. Und ausserdem rueckte ja der erste Markt des Jahres mit Riesenschritten heran, und das hat mich ziemlich nervoes gemacht. Nach dem Markt gab es naemlich die Jahreshauptversammlung, die erste dieser Art ueberhaupt fuer unseren Markt, und irgendwie bin ich schuld, weil ich mir die Satzung genau durchgelesen, aber vielleicht nicht ganz richtig verstanden und daraufhin so einige Aenderungen angeleiert habe. Bin ich aber nicht traurig wegen, ich glaube, das wird gut!

Zudem hat der Chef einen Aktivitaetsschub. Und so wurde die Oeffnung ueberm Esstisch, die seit zweieinhalb Jahren „provisorisch“ abgedeckt war, von ihren Sperrholzplatten befreit, und wir haben nun ueber dem Tisch das, was man hier eine „cathedral ceiling“ nennt, will sagen, der Raum ist bis unter’s Dach auf! Ein ganz neues Gefuehl. Eigentlich wollte ich eine permanente Abdeckung, damit ich dort Kleiderregale aufstellen koennte, und der Chef hatte nur zoegernd zugestimmt. Als er aber dann die ersten Platten abmontiert hatte, gefiel mir das Offene so gut, dass ich kurzerhand meine Meinung und meinen Antrag geaendert habe. Heute wurden Bretter und Bauholz gehobelt: es wird an den beiden Seiten der Oeffnung Regalwaende geben – irgendwo muss der Kram ja hin.

Kalt ist es inzwischen ueberhaupt nicht mehr, heute abend z.b. nur noch plus 1 Grad, und heute morgen nur minus 4, kein Wunder, dass mir immer warm ist. Vorige Woche Sonntag waren wir mit Jim und den dicken Damen unterwegs zum See. Katrin, Juri und Walter waren auch mit, dazu ein Paar aus der Naehe mit Sohn. Auch da war das Wetter wunderschoen (Fotos leider wieder nur mit Handy, und meines kann einfach keine so schoenen, oder es liegt an mir – wer weiss?). Wir haben ein Feuerchen am Seeufer gemacht und Wuerstchen gebraten und Gluehwein getrunken, Kakao fuer die Kleinen… Jim hat ja eine ganze Menge Land, etwa 14 oder 17 Quarter Sections, so genau weiss ich das nicht (zur Erinnerung nochmal: eine Quarter Section = 800 x 800 m, = etwa 64 Hektar). So brauchten wir fuer die schoene Fahrt sein Land gar nicht zu verlassen. Und so ein eigenes Stueck Seeufer ist schon was Schickes, muss ich sagen.

Gereon und ich waren an einem anderen schoenen Tag statt mit den Hunden mal mit Lulu, dem grosshoernigen Ziegenwallach unterwegs. Ich wusste zwar, dass er gut an der Leine geht, aber so ein angenehmes Begleittier hatte ich nicht erwartet. Besser als die Hunde, niemals wollte er sich verheddern oder auf der anderen Seite des Baumes her. Mit der Nase praktisch immer an meiner Hosentasche, die die Leckerlis enthielt, marschierte er ohne zu zoegern wie magnetisiert hinter mir her. Netter Kerl! Seinen schwarzweissen Halbbruder, der zunehmend granteliger wurde, hat dagegen ein ganz anderes, sehr endgueltiges Schicksal ereilt. Nuetzt ja nix. Grantler brauchen wir hier nicht. Aber die Netten kriegen von mir Leckerchen!

Und weil immer noch Winter ist und die Baeren gefaelligst noch schlafen, geh ich auch oefter allein mit den Hunden zum ersten Biberteich, als erstes oben im Bild. Das ist eine schoene Runde, die man im Sommer, wenn der Teich fluessig ist, nicht gehen kann. In der Naehe der Biberburg liegt ein umgefallener Baum, da sitze ich dann in der Sonne und geniesse das Leben, waehrend der kleine Hund wichtig ist und Emmi die Umgebung scannt. Und dann denke ich wirklich immer wieder, dass der Winter hier, auch wenn er kaelter ist als im Moment, so schoen ist, dass mir der Sommer kaum lieber ist, ausser fuer’s Gemuese…

Zwei Damen im Schnee, da war's kalt!

Die Damen auf dem Parkplatz am See

Picknick

Chef mit Lieblings-Lulu

Der Lieblingslulu

Und dann entdeckte ich heute bei den Recyclingcontainern diesen Karton. Quintessential Alberta! Bin mal gespannt, ob ich erfahre, wer von den Nachbarn das Ding gekauft hat. Wenn jemand von euch mal ein Kalb auf der Anhaengerkupplung transportieren moechte – sagt Bescheid, ich kann das Geraet  mitbringen! Vielleicht gibt’s die auch zwei- bzw. dreiarmig fuer Schaf- oder Ziegenhalter…

So transportieren wir hier Kaelber - manchmal...

Emma rides again!

Emma reitet wieder!

Naemlich einen Traktor. Hier reitet man so etwas ja auch, wie auch ein Fahrrad…

Es hat sich so einiges hier getan seit dem letzten Bericht. Ich bin Teilzeitherrin ueber so etwa 150 Kuehe, die ich aber glaube ich noch nicht alle gesehen habe. Mein Job ist es, diese Kuehe in Abwesenheit des Bauern, Nachbar Jim, zu fuettern, die Traenken zu kontrollieren, die Huehner zu versorgen und den Hund. Ausserdem Alarm zu schlagen, wenn es im Haus ploetzlich kalt sein oder aehnliche Unannehmlichkeiten eintreten sollten. Im Gegenzug dafuer habe ich einen Dienststall, einen Diensthund, theoretisch einen Diensttruck und eine Dienstwohnung! Im Dienststall, hier Barn genannt, habe ich die Ziegendamen untergebracht. Raus aus dem Wetter. Einfach zu versorgen. Dafuer haetten sie mir dankbar sein sollen. Sind sie aber nicht. Sie finden es immer noch so gar nicht schoen in der Luxus-Unterkunft. Und ich ueberlege tatsaechlich, ob ich sie, wenn erstmal der Maennerueberschuss in der Truhe ist, nicht wieder gen Norden umziehen soll. Zu meinen vier Damen sind sechs Heimkehrer gekommen: Irinel hat mir ihre Hoernermaedels bis irgendwann im naechsten Fruehling uebergeben, weil die Familie umzieht und derzeit wenig Zeit und Platz fuer die ganze Bande hat.

Der Diensthund ist Dundee, ein Red Heeler (nehme ich mal an). Dundee ist sehr diensteifrig, wie sich das gehoert. Anfangs war mein Job noch sehr theoretisch, und Dundee hat mir immer nur im Corral nebenan, ohne meinen Einfluss oder mein Kommando, vorgefuehrt, was er so alles kann. Kuehe auf einen Klumpen treiben. Kuehe durch ein Tor wandern lassen, in Ecke, in eine andere Ecke, zurueck durch das Tor. Das geht mit einem ganzen Trupp, aber auch zum Beispiel mit dem durchaus beeindruckenden nachtschwarzen Bullen als Solonummer bzw. Pas de Deux. Vor Dundee hat man bittesehr Respekt. Haben die Kuehe, hat die Katze, nur die Ziegen, die haben’s noch nicht akzeptiert… Leider weiss ich nicht, mit genau welchen Kommandos Jim seinen Hund steuert, also arbeitet Dundee ein wenig unabhaengig. Aber heute habe ich zum ersten Mal allein gefuettert, und da fand ich ihn schon klasse. Zum Beispiel habe ich das Tor geoeffnet, und Dundee hat dann klar gemacht, dass man als Kuh da bitte nicht durchgeht. Und dass man gefaelligst auch mir als Fussgaengerin Platz macht. Das hat mir ziemlich gut gefallen. Insgesamt habe ich heute 12 Rundballen durch die Gegend kutschiert. Manche im Zweierpack, manche einzeln. Und 1A in die Rundraufen abgeladen. Jawoll. Zwei sogar in so eine grosse Rechteckeraufe, gleichzeitig und zielgenau. Ich fand mich zieeemlich klasse. Dundee hat mich bei jeder Tour begleitet, wobei er auch immer noch Zeit fuer ein eigenes Projekt findet und hin und wieder im Wald verschwindet oder einen geringfuegig anderen Weg geht, weil es anscheinend wichtige Dinge zu erledigen gibt. Und dann sind wir noch quer ueber die Wiesen, durch den Wald und ueber eine Heuwiese bis fast an den See getuckert, um nach der Traenke bei der dritten Gruppe Kuehe zu schauen. So ein richtiges kleines Treckertourchen (es gibt kein oe-ue, oder?). Als wir aus dem Wald auf das grosse Heufeld kamen, stand da eine Gruppe von zwoelf Hirschen (das waren mal dreizehn, das weiss ich, denn der Herr Chef hat einen rausgeschossen, der ist jetzt in unserer Truhe). Dundee nahm Mass und beschloss, dass die zusammengetrieben und irgendwohin gehoerten. Und ab ging die Post, im weiten Bogen, so dachte er sich anscheinend, um die Hirsche rum und dann Richtung Traktor oder Corrals oder was weiss ich wohin mit ihnen. Hirsche lassen sich aber nicht gut hueten, das haben wir dann beide schnell verstanden. Sind einfach zu flott, die Dingerchen. Wissen nicht, was sich gehoert, wenn Dundee angeflogen kommt.

Theoretisch mache ich diese Tour zur dritten Abladestelle mit dem Diensttruck, aber der im Moment mit dem Bauern unterwegs, weil er mit dem anderen einen Hirsch gerammt hat und jetzt ohne linkes Licht ist. Der Dienststruck ist dann jetzt endlich mal ein Dodge, so ein richtiges Cowboyauto. Der zugehoerige Spruch, gern als Aufkleber auf solchen Dodges, die in der dicken Truck-Version Ram heissen, ist: What I can’t dodge, I ram.

Und der Traktor ist natuerlich ein John Deere. Ich habe mal gezaehlt: hier auf dem Hof bin ich auf fuenf oder sechs gekommen, davon zwei solche Monsterteile mit acht Raedern. Und alle fahrtuechtig. Der, mit dem ich im Moment fahre, ist praktisch garagengepflegt oder wie das immer so schoen heisst. Zwar nicht neu, aber bestens in Schuss. Mit funktionierender Tuer, Heizung, Hydraulik, Licht, komplett gepolstertem Sitz (!!) und ueberhaupt. Sogar einen Rueckspiel gibt’s. Und die meisten Knoepfchen bzw. Drehregler haben eine Hase- und eine Igelstellung eingeteilt! Das gilt nicht nur fuer die Geschwindigkeit, sondern auch – zu meinem grossen Erstaunen – fuer die Scheibenwischer und das Geblaese (beides uebrigens funktioniert!!) Das ist schon ein bisschen anders als meine Sommergefaehrte – aber Spass macht beides. Wer weiss, vielleicht ist Treckerfahren meine Berufung. Macht schoen locker in der Huefte…

Na, und dann bietet sich mir jetzt die Moeglichkeit, die viele Albertaner nutzen: Ich kann fuer den Winter in den Sueden gehen. In meinem Fall zwar nur vier Kilometer und nicht viertausend oder so. Aber Sueden nichtsdestotrotz. Die Frau des Bauern hat ein kleines Haeuschen mit in die Ehe gebracht, das ungenutzt rumstand und mich schon lange rief. Durch unseren Deal habe ich nun eine sehr nette Rueckzugsmoeglichkeit. Es gibt zwei funktionierende Tueren, gute Fenster, einen Pioneer Maid Kuechenherd, der gleichzeitig auch ausgezeichnet heizt, einen pflegeleichten Laminatfussboden, eine Einbaukueche, Einbaukleiderschraenke, eine vorinstallierte Solaranlage, leider im Moment mit demolierten Batterien und ohne Panels, einen Wassertank (!), den ich aber nicht nutze. Ich sag’s euch, luxurioese Sachen!

So, und jetzt froene ich meiner neuen Feierabendsucht und spiele noch ein bisschen Solitaire…

Schoener Mist!

Das koennte ich mit viel Wohlwollen ueber das Ergebnis unserer letzten Aktion sagen. Es war naemlich so:

Die Ziegen ueberwintern, -fruehlingen, -herbsten ja seit unserer Ankunft hier am Snipe Lake in einer von uns immer Ziegenperk (nachfolgend „Perk“ genannt…) genannten Einfriedung mit Zugang zu zweieinhalb Haeuschen und einem Dachueberstand. Immer mal wieder hat der Chef in muehevoller Spaten- und Grabgabelarbeit einiges von dem sich ansammelnden Mist ueber den Zaun in den Garten geschaufelt. Ich auch, aber ich finde das schrecklich kreuz-schmerzlich. Dennoch sahen wir natuerlich schon laenger keinen Grund mehr. Schon im Fruehjahr, ich glaube auch schon letztes Fruehjahr, hatte ich den kuehnen Plan, einen Unternehmer mit einem Bobcat zu bestellen, um den ganzen Mist rauszuschaufeln, so wie das die Bauern hier auch immer mit ihren Corrals machen. Der Chef war aber nicht einverstanden, er will letztendlich diesen Perk dem Garten zuschlagen und die Ziegen umquartieren. Geschah aber in diesem Sommer nicht. Und vor kurzem bot „Nachbar“ Dusty (20 Minuten entfernt, Zur-Verfuegung-Steller unserer besten Bienenplaetze) seinen kleinen Skidsteer (Bobcat) an im Tausch gegen Schweissarbeiten. Der Chef sah die Moeglichkeit, richtig Geld zu sparen. Letztes Wochenende lud Dusty das Ding dann hier ab und wies mich in die groben Details des Betriebes ein.

Und dann ratterte ich los. Liess sich auch ganz spassig an. Man kann da auf einer relativ kleinen Flaeche umdrehen, und das Buddeln und Abladen macht schon Laune. Nach relativ kurzer Zeit geriet ich aber an meine Grenzen. Mist aus vier Jahren ist ganz schoen kompakt! Und nach dem sehr nassen Sommer ist der Untergrund schmierig wie Seife. Und was nicht kompakt genug ist, wird von den Ketten umgewuehlt. Rolfs Devise damals in DeBolt war ja immer: No ruts! Aber jetzt haben wir welche. Ich also gab nach zwei Tagen auf und rief Chris und David an, die auch sofort zur Hilfe eilten. Nach einem weiteren halben Tag des intensiven Arbeitens erklaerte David, der ja professionell jahrelang einen Raeumer gefahren hat, dass es wirklich nicht einfach sei und der Boden eben sehr schmierig. Ich habe dann noch den Unternehmer bestellt, den ich eigentlich haben wollte, und auch sein Urteil war: zu nass. Versucht spaeter noch mal, vielleicht, vielleicht geht es, wenn alles ein bisschen abgetrocknet ist. Samstag rief dann Dusty an, um sich zu erkundigen nach dem Fortschritt der Arbeiten. Als er meinen Frust abgehoert hatte, machte er sich kurzentschlossen auf den Weg, um mit Gereon das mal eben fertig zu machen. Nachts um 11:30 haben die beiden Feierabend gemacht. Dusty sagt, er arbeitet normalerweise bis Mitternacht, nur wenn etwas superwichtig ist, macht er laenger. Aber am Samstag haben sie dann halt schon um halb zwoelf sich fuer den Rest des Tages freigenommen. Fertig geworden sind sie nicht. Das Ergebnis sieht so aus und gibt mir arg zu denken.

Ich befuerchte, die Bilder werden dem ganzen Ausmass der Verwuestung gar nicht gerecht. Die Spurrinnen sind leicht einen  halben Meter tief… Dusty reiste uebrigens mit seinem neuesten Gefaehrt an:

Fruehsommermorgen in Sunset House

Es ist Ende Mai, definitiv. Woanders ist da Sommer. Hier zwar irgendwie auch, aber nur, weil Fruehling nicht wirklich stattfindet. Als ich gegen sieben Uhr rausging, sah ich das hier.

Die Tiere stoert sowas natuerlich schon laengst nicht mehr. Schliesslich liegt kein Schnee, und es friert auch nicht wirklich. Emmi prueft die Luft, d.h. in Wirklichkeit guckt sie neidisch (sind Hunde neidisch?) hinter dem kleinen Roten her, das mal wieder allein unterwegs ist, wichtig „checken“.

Mancher ist aber um sieben noch nicht so wirklich wach…

Andere sind schon mit so einer Art Fruehstueck beschaeftigt (allerdings wiedergekaeut, pre-processed, sozusagen)

Nur das Lila-Lama ist schon auf dem Posten und laesst sich die Sonne, die heute offiziell um 5:25 aufgegangen ist, auf den Latz scheinen. (Als ich gestern nach Mitternacht das kleine Rote reinliess – das noch eine spaete Checker-Runde drehen musste -, war es nicht wirklich dunkel!)

Und hier ist das Ergebnis des gestrigen Arbeitstages im ersten Sonnenlicht: Gartenzaun ist fertig. Nix mehr Ludwig in den Kartoffeln, und keine Ziegen mehr in den Himbeeren. Fuer letztere kommt vielleicht diese Hilfe zu spaet, aber die Kartoffeln sind noch nicht im Boden fuer dieses Jahr. Ueberhaupt ist noch nix im Garten ausser Geruempel vom vorigen Jahr. Es wartet eine Herkuleanische Aufgabe auf mich, aber ich bin streckenweise optimistisch. Es ist schon ein bisschen wie ein weisses Blatt Papier, wenn auch mit Flecken drauf…

Derweil wachsen im Haus merkwuerdige Topfpflanzen…

Das erste Fruehlingskind!

Man wartet und wartet – und oft verpasst man es doch: Mafalda legte ihre beiden diesjaehrigen Soehnchen unbemerkt ins Stroh. Helga und ich kommen also ab sofort wieder in den Genuss des exklusiven Ziegen-TV – wunderbar!

Die uebrigen Damen geben „mixed signals“, und es laeuft gerade eine hausinterne Wette, wer zuerst abwirft und wann. Ich mag mich da gar nicht mehr drauf einlassen, je mehr kleine Ziegen ich habe, desto weniger vorhersehbar scheint mir das.

Kein Bock auf Arbeit!

Schnell noch ein kleines Anekdoetchen aus meinem „Berufsleben“. Vorigen Mittwoch war es morgens mal wieder hektisch, nichts klappte, wie es sollte. Und zu allem Ueberfluss brach auch noch, als ich schon in Dienstkleidung und ziemlich sauber war, Mafalda aus und stand beim Bock am Zaun. Weil sie sowieso gedeckt werden sollte, fand ich es schlau, sie gleich in den Bock-Zaun zu sperren. Toerchen auf, Mafalda rein – dachte ich. Klappte aber nicht. Mafalda war widersetzlich, der Bock wollte raus, eine andere Ziegen auch, es kam zu einem kleinen Gerangel am Tor, in dessen Verlauf ich den Bock mit einem gekonnten Hueftschwung wieder hinter den Zaun schubste. Tor zu, fertig. Im Auto merkte ich, dass der Bodycheck (bockycheck…) olfaktorische Spuren hinterlassen hatte… Oh weh!! Nicht nur merkten es alle in der Praxis sofort, nein, nach der Mittagspause bat mich dann auch der Chef, doch bitte fuer den Rest des Tages nach Hause zu fahren, weil es naemlich der armen Karla schon ganz elend sei. Oh wie peinlich!!!