Fruehling, blaues Band, laue Luefte etc.

IMG_2884

Mit dem blauen Band klappt das prima, und jetzt kommen dann auch die lauen Luefte hinzu. Mit allen Konsequenzen. Der Dugout taut. Der erste Robin sitzt im Baum.  Robins sind hier wie Schwalben in Deutschland: Fruehlingsboten. Und wie das in Alberta so zu sein scheint, geht’s gleich im grossen Gang weiter. Schwaene fliegen ueber den Hof, Gaense auch, endlich, und vorgestern sogar ein Weisskopfseeadler. Mehr Robins entdeckte ich an der Strasse, und trotz Schnee flatterten gestern auch schon Schmetterlinge.

img_2879.jpg

Dieser Schmetterling suchte Wasser bzw mineralstoffreiche Fluessigkeit (naemlich praktisch Jauche!) – und da zeigt sich die Kehrseite des blauen Bandes. Die praesentiert sich in Abstufungen der hier sehr beliebten „Neutrals“, ueberwiegend schlammfarben. Der bisher so schoene Schnee verwandelt sich im Rubbeldikadetz in Wasser, und das wiederum verwandelt ebenso schnell und durchgreifend den Hof in eine Plempe-Wueste. Mit Spitzhacke, Schaufel (der Chef) und kleinen Stoeckchen (ich, grosser Spass!) versuchen wir, es in gewollte Bahnen zu lenken. Gummistiefel sind Pflicht. Wo noch viel Schnee liegt, ist er so weich, dass man sich jeden Schritt gut ueberlegen muss, um nicht immer noch bis ueber die Knie einzusinken.

IMG_2886

Um das Abtauen zu beschleunigen, graebt der Chef ein grosses, tiefes Loch auf der Nordseite hinterm Haus. Irgendwo am Grunde des Loches liegt naemlich das Geruest, das eigentlich schon letztes Jahr aufgebaut und von dem aus ein neues Fenster in die Nordwand eingebaut werden sollte. Jetzt soll es aber endlich werden!

img_2883.jpg

Hugo hatte am Montag einen schlechten Tag: Er ist jetzt 8 Monate alt, mit dem Fruehling kommen die Hormone, und so habe ich ihn von seiner Mama getrennt. Seitdem ist er schlecht gelaunt, verstaendlich. Mama Alma findet diese Trennung glaube ich gar nicht schlecht, sie verbringt viel Zeit mit sozialer Fellpflege mit ihrer Schwester/Freundin Luise und faellt nur selten in Hugos wiederholtes Jammergeschrei ein. Zum Ausgleich – und eher widerwillig – lernt Hugo jetzt Manieren. Jeden Tag habe ich ihn angebunden, seine Fuesse aufgehoben, saubergemacht, den ganzen Hugo ein bisschen abgeschrubbelt, und ihm dann ein paar Leckerchen im Eimer serviert. Erst bei diesem letzten Teil wird er enthusiastisch… Sozialverhalten uebt er mit den Lamas, ob er will oder nicht. Man kann da sehr interessante Studien zur Koerpersprache unter Tieren machen. Lamas sind wunderbare Studienobjekte, ihre Koerpersprache ist sehr klar, selbst fuer grummelige kleine Esel.

IMG_2885

Tja, und dann geht das Fruehlingsgedicht weiter. Auf laue Luefte reimen sich suesse Duefte, jedenfalls bei Herrn Moerike. Hier eher nicht. Ich sage nur: Mephitis mephitis!

Der kleine Hund kam gestern abend nach einer Bellorgie mit dem grossen Hund irgendwo im Wald zurueck und sah so aus.

IMG_2887

Koennte Wasser sein – war es aber nicht. Es gibt kein Geruchsinternet, und da braucht ihr jetzt mal nicht traurig zu sein. Der herbeigerufene Chef zog das Naeschen kraus und erkannte sofort klar: Skunk!

skunk hww

Als wir anfangs in Kanada waren, galten Stinktiere hier im Norden als Seltenheit, doch das hat sich in den letzten Jahren geaendert. Ob das nun am Klimawandel oder an den schwindenden Waeldern und der fortschreitenden Erschliessung auch unserer Gegend liegt, habe ich nicht herausfinden koennen. Tatsache ist, dass sie da sind. Wir haben schon einige gesehen, auch in der Naehe, und die Nachbarn haben schon mehrere erlegt, denn: Was keine Kuh ist, ist der Feind! Aber Hinterland Who’s Who, wohin der zweite Link oben fuehrt, erklaert mir einleuchtend, dass Stinktiere auch sehr nuetzlich sind. Huebsch sind sie allemal, es ist eine Schande, dass sie nicht nur stinken, sondern auch Uebertraeger von Tollwut sind.

Der kleine Hund jedenfalls hat die Nacht im Exil vor der Haustuer verbracht, dort liegt er auch heute morgen noch und will den Kopf gar nicht heben, fast koennte man glauben, das Missgeschick sei ihm bewusst und er schaemt sich,. Angeblich hilft ein Bad in Tomatensaft…

 

Einmal Sueden und zurueck

Kurz nach Ostern stieg ich einmal mehr ins Flugzeug, um meine Freundin in Vernon, British Columbia zu besuchen. Als ich den Trip plante, mit all den Meilen, die ich gesammelt hatte und dann doch nicht vernuenftig in ein Business Class Ticket hatte umwandeln koennen, schwebten mir Sitzungen in Strassencafes vor. Doch je naeher meine Abreise kam, desto klarer wurde es, dass der Wetterbericht fuenf Tage Regen orakelte. Und so aehnlich war es dann auch. Das tat dem meisten Vergnuegen und dem so lange ueberfaelligen Nachholen von langen Gespraechen bei gutem Essen und zuviel Wein allerdings keinen Abbruch. Auch ein bisschen Yoga gab’s bei der netten Lehrerin, die da in den Seilen haengt, zu Demonstrationszwecken. Und eine kleine Wanderung am Kalamalka Lake entlang, an der Kekuli Bay. Ich schreibe das, weil ich die Namen so wundervoll finde! Mitgebracht habe ich mir Wolle aus dem entzueckenden Wollladen, in dem die Mitarbeiterinnen bei klassischer Musik ein wichtiges Arbeitsfruehstueck hatten, naemlich um Strickmuster auszuprobieren. Da will ich auch arbeiten! Und, so gar nicht noetig, hatte ich auch eine dicke Erkaeltung im Gepaeck. Der Sueden ist meiner Ansicht nach voellig ueberbewertet, mir war k-a-l-t!

IMG_2831IMG_2834IMG_3634IMG_3635IMG_2846

Gebt mir Schnee! Gebt mir blauen, also, ich meine, richtig blauen Himmel!

IMG_2856IMG_2859IMG_2857

Aaaah! Wuensche erfuellt. Mir ist warm, wer haette das gedacht? Und es sind weitere 15-20 cm Schnee in der Vorhersage. Das waere nun nicht noetig, aber ok, da machste nix. Auch sieht man auf dem ersten Schneebild, was ich fuer das neue Normal hielt, naemlich, dass ich jetzt nicht mehr im Schnee einsinke, die Schneeschuhe bleiben schoen obenauf. Der grosse Hund kann – mit absichtlich gespreizten Yoga-Zehchen – ebenfalls auf dem Schnee laufen. So dachten wir beide. Der Hund sackte schon vor mir ein paar Mal tief ein, aber ich dann kurz vorm Ziel so richtig, incl. Schneeschuhen, bis zur Huefte. Da fuehlt man sich ganz schoen bloed, denn es gibt nichts zum Abstuetzen. Jede noch so breit gespreizte Hand versinkt bis zur Achselhoehle. Ich weiss das, ich habe das ausprobiert. Also erstmal alle Reissverschluesse schliessen, damit weder Handy noch Brille noch sonst was wichtiges fuer immer oder zumindest bis zum Tauwetter im Schnee verschwinden. Und dann alle moeglichen merkwuerdigen Verrenkungen ausprobieren (leider, leider konnte ich das nicht fotografisch festhalten… ist auch besser so), bis man sich mit einer Hand an einem Ende eines Schneeschuhs buchstaeblich selbst aus der Tiefe ziehen kann. Inbegriffen sind ein prima Hueftoeffner sowie eine Rueckbeuge und eine Drehung – Yoga im Tiefschnee…

Jetzt werde ich noch ein bisschen meine Erkaeltung bei ihrer Abreise begleiten – ich las soeben einen Artikel ueber Shelf Care, und da ging es um nette Buecher, die wollen studiert werden.

Ostermorgen

IMG_2815

Sozusagen ein ganz normaler Fruehlingsmorgen in Alberta. Der Chef ist wieder zum Basteln in die Firma gefahren, und ich hatte mir einen stillen Vormittag vorgestellt, um Eiszapfen abzuschlagen, die bei aller Schoenheit ein wenig bedrohlich fuer die Photovoltaik werden.

IMG_2816

So schoen werden die, weil es nachts minus 30 und heute nur minus 28 war, tagsueber aber die Sonne schon mit viel Kraft scheint und aus Schnee Kunst macht. Ich hingegen mache aus Schnee wieder mal Kubikmeter Spuelwasser, weil wir am Karfreitag alles Wasser beim Putenschlachten gebraucht haben, gleichzeitig aber Helfer und Gaeste hatten und deswegen kein sauberes Geschirr mehr da ist. Heute muss es also passieren: sauberes Porzellan!

IMG_2820

Was fuer uns an Pute uebrig blieb, ist teilweise als Suppe in diesen Toepfen – sehr praktisch, dass man das jetzt ueber Nacht einfach draussen schockfrosten kann. Nicht so praktisch, dass ich die Kaelte unterschaetzt und mein Gemuese zu dicht an der Tuer gelagert hatte – Paprika-Eis! Die Bruststuecke und die Schenkel liegen in Lake und werden geraeuchert. Aber ich will solche Puten nicht mehr, das ist ja schrecklich. Die werden so gross und schwer, dass sie gar nicht anders als gehbehindert sein koennen. Wenn ueberhaupt, dann gibt’s nur noch welche in einer sinnvollen Groesse.

IMG_2819

Wie ihr seht, hatte ich also hehre Plaene, und eigentlich wollte ich auch was Poetisches ueber den Winter schreiben und darueber, wie schoen ich das alles finde – aber dann kam der Nachbar, der eigentlich gestern abend schon Eier abholen wollte. Der ist Junggeselle und hat 300+ Schafe und ca. 100+ Kuehe. Da ist schon von allein Chaos vorprogrammiert, aber verstaerkt durch seine Neigung zu krausen Arbeitszeiten und seinem voelligen Desinteresse am Haushalt wird alles noch extremer. Wir haben erstmal zusammen gefruehstueckt, Haferpamps. Anstaendiges Essen ist fuer Diabetiker wichtig. Und dabei haben wir uns unterhalten darueber, dass wir, er und ich, niemals ohne Tiere im Haus sein wollen. Bei ihm bedeutet das auch, dass er in der Kueche eine Ecke fuer Laemmer abgetrennt hat: Das ist ein Dreck, sagt er! Aber die muessen sich bewegen koennen, nur eine Waermelampe reicht nicht! Sagt er. Sein Auto ist immer voller Hunde, heute morgen war auch ein Lamm dabei, zum Aufwaermen. Unsere Nachbarin findet das alles kaum zum Aushalten, aber ich verstehe ihn. Beim Essen, als wir uns die fette Jerseymilch in Tee und Haferpamps kippten und ich ihm das Konzept von Fettaugen (hier gibt’s das Wort nicht!) auf Tee erklaerte, sprachen wir natuerlich auch ueber meinen Drang in Richtung Melktier. Und wie es der „Zufall“ will, hat er zwei Jerseykuehe, aber kaum Zeit zum Melken. Er bot mir einen Cow Share an. Da gucken wir dann mal. Betsy… Angeblich eine anstaendige Kuh ohne Hang zum Treten. Jetzt muss ich nur noch den Chef ueberzeugen, genug Gras finden, einen Zaun bauen, und dann koennte ich so im Mai Leih-Chefin einer Kuh mit evtl. zwei Kaelbern werden. Da sollte dann fuer uns noch genug uebrig bleiben. Er will natuerlich auch noch Milch fuer Laemmer, aber ich denke, im Mai muesste der Grossteil seines Nachwuchses schon gut auf den Beinen stehen, da sollte nicht mehr zuviel Bedarf sein. Betsy… mmmh. Mal schauen.

Na, jetzt ist es 11 Uhr durch und ich habe noch nicht einmal meine Tiere versorgt. Und keine Poesie verfasst. Egal. Ich geh jetzt raus, in den knirschenden Schnee, und fuettere die hungrigen Maeuler und Schnaebel und geniesse die Sonne und entferne die Eiszapfen – und euren Regen, den koennt ihr behalten!

Wieviele Beine hat ein Elch?

M2E71L216-216R408B332

Ich behaupte, dass wir die angekuendigten 30 cm Neuschnee schon haben – der Chef hat eine differenziertere Meinung (Wind, Lage, Sonne… pipapo). Jedenfalls ist es viel. Dennoch haben wir uns heute, weil er sich frei genommen hatte, auf den Weg zur Wildkamera gemacht. Die Ausbeute kann sich sehen lassen. Elche sind einfach wundervoll!

M2E73L221-221R408B329M2E71L215-214R408B331M2E72L220-220R408B330M2E72L220-220R408B330M2E77L228-228R404B328M2E81L233-233R404B325M2E50L177-177R409B317M2E49L170-170R410B315

Diese Mutter mit ihren halbstarken Kindern, wir vermuten Sohn und Tochter, war morgens um 9 lange da und kam dann gegen 18 Uhr zurueck fuer eine weitere Runde Gruppenkuscheln am Leckstein.

Vorher hatte sich noch dieser Nachbar ablichten lassen:

M2E84L236-236R380B320

Ja halloooo??

Das sagte man uns um 6:37. Und koennte recht haben. Es schneit immer wieder. Die Esel mussten ihre Pedikuere unter dicken Flocken ueber sich ergehen lassen, sie waren so gar nicht amuesiert. Dazu weht ein frisches Lueftchen, und mir ist irgendwie, sagen wir mal, kueeeehl. Die armen Gaense, die der Chef vor zwei Tagen hoerte! Alles, was die essen koennten, wird ja stuendlich wieder abgedeckt.

Und wenn der Wetterbericht so ist (und gestern sich schon so aehnlich andeutete), komme ich natuerlich auch auf alberne Ideen. Besuch hatte sich gestern angekuendigt, und dann ueberkommt mich manchmal das Hausfrauen-Gen, das sich normalerweise klein macht und im Hintergrund haelt. Ich hatte ein Rezept fuer hefe-freie Zimtschnecken gefunden, das ich ausprobieren musste. Zimtschnecken, Cinnamon Buns oder – bei mir – auch Cimmamom Bums sind so ein Klassiker hier, dass ich mich an die „echten“, die mit Hefe, noch nie herangetraut habe, aehnlich wie an Apple Pie. Zwar habe ich keine Angst vor Hefe und zum Glueck auch keine mir bekannten (oder von mir anerkannten) Unvertraeglichkeiten, aber schneller geht’s eben ohne. Und so warf ich die Zutaten in meine dicke KitchenAid (die ich jetzt doch nicht mehr verkaufen will, wir sind inzwischen Freundinnen) und ruehrte und knetete, nur ein bisschen, und rollte aus (das war schwer!) und matschte Butter und Zimtzucker auf die Platte und rollte ein (das war spassig) und schnitt in Stuecke, faltete Enden unter, setzte in Muffinform, und „Viola!“, wie man hier gern sagt (und dazu aeussere ich mich jetzt mal ausnahmsweise nicht…): Erfolg!

Makes 12, sagte das Rezept. Stimmte auch. Eben habe ich die letzte gegessen. Die waren aber vielleicht prima!

(Gerade kommt der Schnee mal wieder fast waagerecht von Westen. Also ehrlich…)

Dann kam der Chef nach Hause, da waren noch ziemlich viele Schnecken da, lauwarm, ausgezeichnet. Er brachte meine Gemuesekisten mit. Die gibt’s naemlich hier auch, wenn auch eher anders als ich es aus dem Bioladen mit der Greenbag kenne. Ich koennte denen hier gern mal erklaeren, wie das m.E. schoener ginge, aber das wollen die wahrscheinlich nicht hoeren. Ich habe jedenfalls eine sehr nette Markthaendlerin gefunden, die Bioobst und -gemuese verkauft, Kisten auf Bestellung oder auch frei nach ihrer Schnauze mit Preislimit zusammenstellt, und wenn ich Glueck habe, fahren sie oder ihr Mann am Wochenende durch Valleyview und ersparen mir die Fahrt nach Grande Prairie. Mit zwei Kisten komme ich drei Wochen hin, und es ist immer ein bisschen wie Weihnachten, denn sie haelt sich nie so ganz an meine Vorgaben – Ueberraschung! Leider ganz anders als im Bioladen ist z.B., dass fast alles nochmal separat in Plastikbeuteln steckt. Ich versuche der Haendlerin jetzt zu vermitteln, dass ich gut mit losem Gemuese in der Kiste klarkomme. Auch gibt es immer so pi-mal-Daumen-Preise, nichts scheint mir wirklich gewogen, hier will man ja so genannte Convenience, d.h. alles schon abgepackt. Meine Herausforderung ist nach Anlieferung, wie ich das ganze gute Zeug am geschicktesten in den Klimazonen meines Hauses verteile, so dass es weder erfriert (zu nah an der nicht wirklich dichten Tuer – leider verloren) noch schlapp macht (ein Meter weiter drinnen, und schon kann es, je nach Heizer, 20 Grad sein). Als grosse Hilfe habe ich dafuer so ein Drinnen-Draussen-Thermometer vom Chef konfisziert. Meine variable Kuehleinheit sieht dann z.B. so aus:

Abends muss ich je nach Wetterbericht umschichten oder weiter ins Zimmer ziehen. Und darf nicht vergessen, was ich in den unteren Kisten so alles versteckt habe. Kein Wunder, dass ich zu sonst nicht viel komme. Aber essen tun wir verflixt gut, finden wir. Und Holz ist auch wieder ausreichend da. Der Schnee macht frisches Wasser, Strom kommt zwar im Moment vom Generator, doch wirklich meckern kann ich nicht. Fuer weitere drei Wochen Winter waeren wir geruestet. ABER: naechste Woche tue ich ausnahmsweise, was viele Kanadier wohl tun. Ich entfleuche dem Winter und besuche fuer ein paar Tage meine Freundin in Sued-BC. Da gehen die Temperaturen schon in Richtung 20 Grad. Ich sehe Strassencafes… Und wenn ich dann wiederkomme, dann will ich hier bitte auch Gaense, mindestens. Nur die Matsche soll bitte behalten, wer sie brauchen kann.

Schnee kommt immer noch quer, ich muss Holz nachlegen…

Fruehling in Alberta…

Also ich meckere ja kaum ueber das albertanische Winterwetter. Die Nachbarin macht sich schon lustig ueber mich, weil ich den Schnee soooo schoen finde. Aber heute morgen, heute morgen koennte ich auch was anderes draussen gebrauchen. Meine Finger sind steif von einem kleinen Trip raus, um Frau Elch in den Baeumen auf der Suedseite zu entdecken, erfolgreich. Aber jetzt will ich wieder warm werden. Vor drei Tagen bekamen wir tatsaechlich Brennholz von einem Freund geliefert, wir waren so gut wie leer geheizt – das hat es noch nie gegeben! Aber ich fange mal im Winter an.

Mit der Kaelte hatten wir ja geuebt, das hat geklappt. Es wurde dann deutlich waermer, mit Temperaturen um die Null Grad und auch ordentlich drueber. Eindeutig Flip-Flop-Wetter.

IMG_2741

Ich beschloss, dass warme Unterwaesche jetzt nach hinten geraeumt werden kann und Socken zumindest im Haus ueberfluessig sind. Manchmal musste und konnte ich auch schon die Tuer auflassen – mir wird ja immer schnell warm, insbesondere bei meinen Backexperimenten.

IMG_2736IMG_2752

Draussen ist es in der Sonne ja immer schoen. Und an einem Sonntag sind wir alle, Menschen und Hunde, knapp vier Stunden durch den Schnee gestapft, um einen Weg zu bahnen. Das Abendessen war mehr als verdient! Und die Wanderung zum Biberteich ist die Anstrengung immer wert.

IMG_2740IMG_2746

IMG_2719

Fruehlingsanfang sah hier so aus.

IMG_2760IMG_2765

Matschige Strasse brauche ich so gar nicht, aber Weidenkaetzchen sind prima. Dann versprach uns der Wetterbericht wieder Schnee, und das hat prima geklappt… In den letzten zwei Tagen geschaetzte 10 cm Neuschnee, und mehr scheint in Arbeit. Im Moment kommt er schraeg von Westen, die Tiere sind so gar nicht beeindruckt, ich auch nicht. Auf dem „Schreib“tisch fand ich drei Tueten mit Sonnenblumensaat, die will ich jetzt im Haus anfangen, und Opas Tomaten auch. Wir reden optimistisch ueber Gewaechshausplaene und Gartenerweiterungen, aber im Moment muessen wir die Fuesse ganz still halten. Im Garten ist mein Trampelpfad zum Komposthaufen auf derselben Hoehe wie die Oberkante der Hochbeete! Flocken sind in der Luft, und das Thermometer scheint sich einfach herumgedreht zu haben. War das jetzt noetig?

IMG_2773IMG_2774

Aber drinnen ist es gemuetlich. Der neue Deckenventilator wird gleich die warme Luft im Haus verteilen, der Ofen bollert brav vor sich hin und trocknet dabei die Eierschalen. Die Huehner sind wieder voll in die Produktion eingestiegen.

IMG_2775IMG_2776

Ich muss mir jetzt mal ein schnelles Brotrezept suchen, damit es ausser kalten Reibekuchen von gestern noch was zu essen gibt. Fruehling machen wir dann ein andermal.