Archiv der Kategorie: Esel

1 mm Niederschlag, 55% Wahrscheinlichkeit

Das war die Wettervorhersage fuer heute. Wolkig sollte es auch sein. Kaum zu glauben nach gestern.

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Da schien allerdings schon die Sonne um die Ecke auf’s Thermometer.

Heute morgen tatsaechlich eine andere Sonne.

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Aber wenigstens war es etwas kuehler, und meine fruehe Gartenzeit war recht moskitoarm. Der Chef hatte sich freigenommen und fing an, tote Baeume abzusaegen. Wir haben naemlich laut seiner Aussage noch nie soviel Brennholz verbraucht wie im letzten Winter. Und sind jetzt fast „aus“. Das geht gar nicht.

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Umfallende Baeume machen mich immer traurig. Diese waren zwar schon hinne, aber nur wegen uns. Birken sind scheinbar hier super empfindlich gegen Eingriffe in ihre Umgebung. Wenn man ihnen den Fluff von den Fuessen nimmt, wollen sie sterben. Sag ich mal so laienhaft, wahrscheinlich ist das nicht ganz korrekt.

Ich bastelte derweil Beize fuer Putenbrust. Bin gespannt. Morgen geht’s damit weiter.

Der kleine Hund betrachtet die Chef’schen merkwuerdigen Elchschaedel-Einweich-Konstruktionen. „Das gehoert da nicht hin!“ Ich konnte ihn foermlich denken sehen…

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Ich fand ueberall diese entzueckenden kleinen Veilchen.

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Derweil wurde es im Osten dunkler, es fing an zu grummeln, und dann oeffnete der Himmel seine Schleusen.

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Von wegen 1 mm – im Hundenapf waren eben mindestens 2 cm, brutto. Und leider lief es – nie dagewesen – auf dem Ostbalkon unter der Tuer her ins Haus. Grosser Spass! Gut, dass ich gerade oben war und mit dicken Bett- und Handtuechern direkt Barrieren bauen konnte.

Ebenso schnell, wie das Unwetter kam, verschwand es dann auch wieder. Auroras erste grosse Waesche. Ich glaube, sie ist ein bisschen eingelaufen, teilweise. Die Ohren aber haben offensichtlich Superwash-Ausruestung, und ihr Frohsinn hat auch nicht gelitten, im Gegenteil. Sie war huepfiger denn je.

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So eine kleine Abkuehlung hat uns allen gut getan, Aurora knattert ueber den Hof, die Muetter waelzen sich im nassen „Staub“, wahrscheinlich gegen Moskitos, Hugo hat sich wieder beruhigt, und die Welt sieht frisch gewaschen und irgendwie gruener aus.

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Den Garten haette ich wirklich nicht giessen muessen…

 

 

 

 

 

 

b

Auro(h)ra b.

Letzte Woche hatten wir das, was meine Mutter immer „Wuppertaler Festwochen“ nannte. Es gab Muttertag (den ich hier noch einmal ausdruecklich als Kommerz-Event ablehne, jedoch als Ausrede gern heranziehe, ich berichtete bereits), Geburtstage, Hochzeitstag, Pfingsten fuer euch deutsche Leser und May Long Weekend, naemlich wegen Victoria Day, bei uns. Und mittendrin, d.h. nach den Geburtstagen, kam Aurora b. und bastelte sich ihren eigenen Geburtstag.

Am 19., also Samstag, guckte ich um 6 Uhr frueh aus dem Fenster und sah Luise an der Raufe fruehstuecken. Ich hatte sie sicherheitshalber weggesperrt, weil mir am Freitag schon was schwante. Als ich gegen 6:30 Uhr wieder aus demselben Fenster guckte, lag Luise neben der Raufe, hinter sich ein blaeuliches Handtuch. Merkwuerdig! Ich verdaechtigte Hugo. Aber dann ging bei mir das Laempchen an (aelter und frueh am Morgen = laaaaangsames Hirn). Ich raste im Bademantel (wenn ich den nicht haette – ich waere verloren) runter und raus, vorbereitet auf ein Desaster, weil sich weder Luise noch das Handtuch bewegten. Als ich aber direkt dabei stand, regte sich das Handtuch und blinzelte mich an.

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Wat soll ich sagen? Auro(h)ra* b. Donkey. geboren um 6:30 Uhr, sagen wir mal, am 19.5.2018. Gewicht unbekannt. Ungeplant. Seit ca. 2 Monaten eigentlich dann doch erwartet. Ich habe somit ein wirklich gutes Geschaeft gemacht, theoretisch, als ich zwei Eselstuten kaufte und nun drei Stuten und einen (noch) Hengst habe. Ich mach jetzt einfach mal Bilder hier rein. Zur allgemeinen Erbauung. Kleine Esel sind das Beste, denn im Gegensatz zu Baby-Lamas, die optisch auch immens was hergeben, sind kleine Esel, jedenfalls bei uns, knuddel-willig – dem Herrn Hoe. laeuft es schon nach, und er kriegt einen ganz merkwuerdig-ungewohnt-seligen Gesichtsausdruck, wenn er auf den Knien hockt und das Eselchen verkrault.

(* Das „h“ ist ein Aeltere-Tochter-Vorschlag, aus den ganz offensichtlichen Gruenden. Ohren und Beine haben bei der Geburt fast Endmass! Das „b“ steht fuer „borealis, und im Insgesamten ergibt der Name dann das Nordlicht – nur falls jemand fragen wollte.)

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Nach 10 Minuten.IMG_3051

Kurze Zeit spaeter war das Fruehstueck gesichert. Es war da viel schneller als Bruder Hugo. Allerdings lief ihm auch offensichtlich das Wasser im Schnuetchen zusammen…IMG_3054

Die Lamas haben etwas Neues gesichtet – man ist skeptisch.IMG_3057

Bruder Hugo gibt sich cool. Er wirkt wie ein Elefant gegen das zierliche (Halb- oder Dreiviertel-)Schwesterchen.IMG_3070

Genau einen Tag alt.IMG_3076

Nach einer ausfuehrlichen und schnellen (mach mal Galopp!!) Hoferkundung ist es platt wie eine Briefmarke.IMG_3094

Inzwischen sind bis auf Bruder Hugo alle Hofbewohner wieder zaunlos zusammen. Hugo ist ja noch intakt, und das wird wohl auch noch dauern. Die deutsche Tieraerztin hier aus der Naehe, die ich kontaktierte, riet mir von einer Kastration zum jetzigen Zeitpunkt ab. Die Hoden sind noch nicht unten, und sie sagt, bei Eseln kann das typischerweise deutlich laenger dauern als bei Pferden. Ich war froh, dass jemand bestaetigt, was ich eigentlich auch wusste, naemlich dass Esel nicht einfach merkwuerdige Pferde sind. Also richte ich mich auf massivere Zaeune und ein bisschen Nervenkitzel ein, und Hugo wird sich weiter mit den Lamas abgeben muessen. Die aber gar nicht schlecht fuer ihn sind, haben sie doch ganz klare Grenzen, deren Beachtung sie energisch einfordern. Weswegen Hugo jetzt oefter vorgekautes Gras auf dem Ruecken hat… Und dankbar wirkt, wann immer ich mit dem Halfter komme. Es kann, so scheint er zu denken, nur besser werden.

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Fruehling, blaues Band, laue Luefte etc.

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Mit dem blauen Band klappt das prima, und jetzt kommen dann auch die lauen Luefte hinzu. Mit allen Konsequenzen. Der Dugout taut. Der erste Robin sitzt im Baum.  Robins sind hier wie Schwalben in Deutschland: Fruehlingsboten. Und wie das in Alberta so zu sein scheint, geht’s gleich im grossen Gang weiter. Schwaene fliegen ueber den Hof, Gaense auch, endlich, und vorgestern sogar ein Weisskopfseeadler. Mehr Robins entdeckte ich an der Strasse, und trotz Schnee flatterten gestern auch schon Schmetterlinge.

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Dieser Schmetterling suchte Wasser bzw mineralstoffreiche Fluessigkeit (naemlich praktisch Jauche!) – und da zeigt sich die Kehrseite des blauen Bandes. Die praesentiert sich in Abstufungen der hier sehr beliebten „Neutrals“, ueberwiegend schlammfarben. Der bisher so schoene Schnee verwandelt sich im Rubbeldikadetz in Wasser, und das wiederum verwandelt ebenso schnell und durchgreifend den Hof in eine Plempe-Wueste. Mit Spitzhacke, Schaufel (der Chef) und kleinen Stoeckchen (ich, grosser Spass!) versuchen wir, es in gewollte Bahnen zu lenken. Gummistiefel sind Pflicht. Wo noch viel Schnee liegt, ist er so weich, dass man sich jeden Schritt gut ueberlegen muss, um nicht immer noch bis ueber die Knie einzusinken.

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Um das Abtauen zu beschleunigen, graebt der Chef ein grosses, tiefes Loch auf der Nordseite hinterm Haus. Irgendwo am Grunde des Loches liegt naemlich das Geruest, das eigentlich schon letztes Jahr aufgebaut und von dem aus ein neues Fenster in die Nordwand eingebaut werden sollte. Jetzt soll es aber endlich werden!

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Hugo hatte am Montag einen schlechten Tag: Er ist jetzt 8 Monate alt, mit dem Fruehling kommen die Hormone, und so habe ich ihn von seiner Mama getrennt. Seitdem ist er schlecht gelaunt, verstaendlich. Mama Alma findet diese Trennung glaube ich gar nicht schlecht, sie verbringt viel Zeit mit sozialer Fellpflege mit ihrer Schwester/Freundin Luise und faellt nur selten in Hugos wiederholtes Jammergeschrei ein. Zum Ausgleich – und eher widerwillig – lernt Hugo jetzt Manieren. Jeden Tag habe ich ihn angebunden, seine Fuesse aufgehoben, saubergemacht, den ganzen Hugo ein bisschen abgeschrubbelt, und ihm dann ein paar Leckerchen im Eimer serviert. Erst bei diesem letzten Teil wird er enthusiastisch… Sozialverhalten uebt er mit den Lamas, ob er will oder nicht. Man kann da sehr interessante Studien zur Koerpersprache unter Tieren machen. Lamas sind wunderbare Studienobjekte, ihre Koerpersprache ist sehr klar, selbst fuer grummelige kleine Esel.

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Tja, und dann geht das Fruehlingsgedicht weiter. Auf laue Luefte reimen sich suesse Duefte, jedenfalls bei Herrn Moerike. Hier eher nicht. Ich sage nur: Mephitis mephitis!

Der kleine Hund kam gestern abend nach einer Bellorgie mit dem grossen Hund irgendwo im Wald zurueck und sah so aus.

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Koennte Wasser sein – war es aber nicht. Es gibt kein Geruchsinternet, und da braucht ihr jetzt mal nicht traurig zu sein. Der herbeigerufene Chef zog das Naeschen kraus und erkannte sofort klar: Skunk!

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Als wir anfangs in Kanada waren, galten Stinktiere hier im Norden als Seltenheit, doch das hat sich in den letzten Jahren geaendert. Ob das nun am Klimawandel oder an den schwindenden Waeldern und der fortschreitenden Erschliessung auch unserer Gegend liegt, habe ich nicht herausfinden koennen. Tatsache ist, dass sie da sind. Wir haben schon einige gesehen, auch in der Naehe, und die Nachbarn haben schon mehrere erlegt, denn: Was keine Kuh ist, ist der Feind! Aber Hinterland Who’s Who, wohin der zweite Link oben fuehrt, erklaert mir einleuchtend, dass Stinktiere auch sehr nuetzlich sind. Huebsch sind sie allemal, es ist eine Schande, dass sie nicht nur stinken, sondern auch Uebertraeger von Tollwut sind.

Der kleine Hund jedenfalls hat die Nacht im Exil vor der Haustuer verbracht, dort liegt er auch heute morgen noch und will den Kopf gar nicht heben, fast koennte man glauben, das Missgeschick sei ihm bewusst und er schaemt sich,. Angeblich hilft ein Bad in Tomatensaft…

 

Generator-Tag – Generator day

Heute sieht es nach einem Generator-Tag aus. Minus 7, aber eher grau und wolkig, und es soll laut Wetterbericht auch nicht besser werden. An solchen Tagen reicht unsere Batteriekapazitaet bei weitem nicht mehr aus, um den Hunger unserer vielen kleinen Geraete, der Gefriertruhe und nicht auch der Leuchten zu stillen. Dann muss der Generator den Strom machen. Allerdings stehen schon vier neue grosse Photovoltaik-Platten im Honeyhouse, mit deren Hilfe wir in der Lage sein sollten, fast jeden noch so kleinen Sonnenstrahl einzufangen. Die ganze erweiterte Anlage soll dann ins Honeyhouse umziehen und alle PV-Platten auf dessen Dach, voellig unbeschattet und genau nach Sueden ausgerichtet.

Today will likely be a generator day. Seven below, but rather grey and cloudy, and the forecast shows no improvement to be expected. On days like this, our battery bank is by far not sufficient to feed all our small gadgets, the freezer and even the lights. So the generator has to provide power. However, four new large solar panels are already waiting in the honeyhouse. They should help us catch even the smallest ray of sun. The complete extended solar power system is then to be moved to the honeyhouse, with the panels on the honeyhouse roof, which is absolutely unshaded and faces straight south.

Den Tieren macht dieses Wetter gar nichts, Hugo ist sogar besonders albern und nervt seine arme Mutter, so dass sie mal ihre Autoritaet zeigen muss.

The animals don’t mind this kind of weather at all, Hugo is even extra silly and bugs his poor mother, so that she has to show him who’s boss.

Mir macht es auch nix, ich weiss ja, dass es nicht allzu lange halten wird. Und so langsam bin ich wieder im Tritt. Es gibt frisches Brot, der Chef hat einen der geraeuchterten Schinken geholt, es gibt Eier von Nachbars Huehnern, genuegend Holz sowieso und, man glaubt es kaum, schnelleres Internet als zuletzt in Deutschland! Die Eier allerdings: sehen nicht wirklich appetitlich aus. Das liegt daran, dass die Nachbarn ihre Huehner im Winter fast ausschliesslich mit Hafer fuettern. Macht bleiche Eier, die nach nix schmecken. Wenn unsere Huehner jetzt legen, sehen deren Eier immer noch deutlich gelber aus.

I don’t mind it much either, because I know it won’t stay like this too long. And I am getting back into the routines. There’s fresh homemade bread, the boss brought one of the smoked hams in, we got eggs from the neighbours‘ chickens, there’s always enough firewood and, hard to believe, the internet is faster here than it was in Germany when I left! The eggs, though: do not really look tempting. That’s because the neighbours feed their chickens almost exclusively with oats in the winter. Makes for pale eggs with no flavour. If our hens lay at this time of the year, their eggs still look much more yellow.

Und wer haette das gedacht? Waehrend ich dies nochmal durchlese, blinzelt die Sonne durch die Wolken. Alberta-Wetter.

And who would have guessed? While I am reading through this again, the sun peaks through the clouds. Alberta weather.

 

Wieder eingewöhnen und staunen – Settling back in and marvelling

Ich hab mich dann am Freitag erstmal kränklich ins Bett gelegt. Hatte mir wohl aus dem Flieger was mitgebracht. Es gab heiße Zitrone mit Ingwer und Honig, gestern Abend Hühnersuppe, Zack – gesund.

So on Friday I decided I was a little sick and went back to bed after the dishes. Must have picked something up on the plane. I was supplied with hot lemon, ginger and honey, last night even chicken soup – hey presto – fine again.

Ein wichtiger Teil der Routine war gestern erstmal das Milchholen. Treffpunkt war wie haeufig die Kirche. Wie anders sieht doch der Kirchparkplatz aus als der in meinem Dorf, an dem ich auch immer vorbeifahre. Fast jeder, der einem Auto entsteigt, hat seine Bibel bei sich. Es gibt immer viele Cowboyhuete, dann sah ich direkt neben mir einen jungen Mann im kompletten Jagd-Tarn-Outfit, und zwei dicke Trucks hatten Schneemobile geladen. Man fragt sich… Keine Fotos…

Weil praktisch alle Geschäfte geöffnet sind, bestelle ich mal noch schnell einen Handstaubsauger! Die Hausfrau in mir… Und gehe Gemüse einkaufen.

Yesterday, to get back on track, I drove to town to pick up the good milk at our usual meeting point, a church. And marvelled at the different content of the parking lot from that of the church in our little German village. Almost everyone emerging from the vehicles carries their bible. I saw many cowboy hats, then a young man in full hunting camouflage, and two trucks had skidoos on their decks. One wonders… No pictures…

Since all stores are open I quickly order a handheld vac! The housewife in me… And I buy veggies.

Wie immer, gucke ich mir beim Fahren den Himmel an. Gestern mal grau, weil viel wärmer.

As always, I look at the sky while driving. Yesterday rather grey, because it has warmed up considerably.

Zuhause war schon die junge Hufschmiedin am Werk. Hugo hatte man ein pinkfarbenes Halfter verpasst – Lamagroesse geht naemlich gar nicht mehr! Hier fand er alles noch spannend, er ahnte nicht, warum er das Halfter trug.

At home, I found the young farrier already at work. They’d put a pink halter on Hugo, because he has definitely outgrown lama size. In this pic, he still thought this was all great fun, he had no clue why he was carrying this rope and halter around.

Und so sah es aus, nachdem er begriffen hatte, dass auch er eine Pediküre bekam. Er wurde sehr aergerlich, aber die Maedels haben ihn ausgelacht. Die Schande! Und Mama und Tante gingen einfach weg. Schweres Leben. Dafuer gab’s von den Schmiededamen nachher extra Kraulerchen, und es wird wohl keine Therapiestunde erforderlich sein. 😉

And that’s what happened after he realized he was in for a pedicure himself. He got very grumpy, but the girls just laughed at him. The humiliation! And then mom and auntie just left for the hay. Tough life. But he got extra scratches from the farrier ladies afterwards, so no therapy will be required. 😉

Es war ein guter Tag.

It was a good day.

In der Tiefkuehltruhe – In the deep freeze

Da bin ich wieder. Kalt isses. Das Thermometer zeigt aktuell, um 8.43 Uhr, minus 37 Celsius. Die Sonne ist auf dem Weg nach oben. Man hat uns waermere Temperaturen ab heute zugesagt.

I’m back. It’s cold. Currently, at 8.43 am, the thermometer says 37 degrees Celsius. The sun’s on its way up. We’ve been promised an increase in temperature as of today.

Am Mittwoch hatte ich mich wieder auf den Weg gemacht nach Westen. Fliegen kann ich inzwischen immer besser, wenn auch nicht lieber, aber den Ausblick aus dem Fenster ueber die Landschaften des ganz hohen Nordens geniesse ich sehr. Erst gab’s Groenland, dann Nordkanada mit dem oestlichen Ende von Lake Athabasca, und schliesslich die vertrauten Rechenkaestchen. Im Januar bin ich noch nie geflogen, und so sah alles wieder ein bisschen anders aus.

On Wednesday I had set out on my trip back west again. Flying has become much easier for me, though I still do not like it. I do enjoy the view from the window over the northern lands though. First, Greenland, then northern Canada with the east end of Lake Athabasca, and finally the familiar squared paper. I never took this trip in January, and everything looked slightly different again.

Zuhause war die Begruessung teils ueberschwenglich (der kleine Hund!), teils sehr ruhig, was definitiv an der Kaelte lag. Noch abends musste ich den Sternenhimmel bewundern, aber erst recht am Morgen, traditionell im Bademantel und mit Tee in der Hand. Voellige Stille, nur hin und wieder unterbrochen vom kaeltebedingten Krachen der Baeume. Und vom Ruf einer Eule. Hach… Weil der Imker noch schlief, goennte ich mir gedaempftes Licht ohne Strom.

At home, greetings were partly wild (the little dog!), partly very quiet and reduced, definitely due to the cold. Even though it was late, I had to look at the brilliant stars for a little while, and in the morning I did my usual morning ritual of looking at the sky, outside, in my bathrobe, mug of tea in hand. Total silence, only occasionally broken by the cracking of trees in the cold. And an owl. *sigh* As the beekeeper was still asleep, I treated myself to some unplugged low lights.

Dann eine gemeinsame kleine Runde um den Hof, um alles und alle zu begruessen. Das Wetter albertanisch winterlich. Minus 40 am Morgen. Nachdem der Imker dann doch arbeiten musste, als er erstmal das Auto vorgewaermt hatte, war es mit ca. minus 25 warm genug fuer einen kleinen Spaziergang mit dem grossen Hund. Dem machen diese Temperaturen anscheinend ueberhaupt nichts, im Gegenteil. Sixty huepft und springt durch den Schnee, waelzt sich in der Sonne und wirkt sehr froehlich, auch mit Reif auf Kopf und Wimpern. Die Esel dagegen sind nicht so begeistert, scheint’s. Bei den Bienen flogen sogar ein paar – in den sicheren Tod. Aber: Auch da gibt es Gewinner, naemlich die kleinen Meisen, die in den Baeumen um die Bienen schon auf ihr Essen warteten. Ich bin gespannt, wie die Kolonien durch den Winter kommen. Im letzten Jahr gab es im Schnitt Verluste von 28 Prozent.

Then a small tour of the yard to say hello to everything and everybody. The weather: Alberta winter. Minus 40 in the morning. After the beekeeper had left for work after warming up the vehicle for about two hours, it had gone up to minus 25, „warm“ enough for a short walk with the big dog. She does not seem to mind these temperatures at all, on the contrary. Frolicking through the ditches, rolling on the road, she seems very happy, even though there is hoar frost on her head and eyelashes. The donkeys, on the other hand, are not so enthusiastic. In the winter beeyard, some bees were even out in the sun, flying to their certain death. However, even this is not a total waste. In the trees around the beeyard, I saw many chickadees, obviously waiting to feast on the dead bees in front of the hives. I wonder how the the colonies are going to make it through this winter. Last year, average losses in the province were 28%.

Jetzt werde ich mich mal so langsam wieder einnisten hier und hoffentlich mit ein bisschen heilsamer Distanz auf die andere Seite des Atlantiks schauen koennen.

I will now begin to settle back in here and hopefully be able to look to the other side of the Atlantic from a helpful distance.

Und ein Rabe in der Truhe… – And a raven in the freezer…

Es geht immer noch rund hier. Deswegen musste der Rabe, den ich sehr tot, aber ziemlich unbeschaedigt bei einer meiner kleinen Erledigungstouren auf dem Highway gefunden habe, erstmal in die Truhe ziehen. Ich will den Schaedel und die Fluegel behalten.

Things are still pretty busy around here. Which is why the raven that I found rather dead but rather undamaged on the highway as I was coming home from one of my many errands, had to move into the freezer for now. I want to keep the skull and the wings.

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Ebenfalls in der Truhe, rechts, natuerlich die gute Jerseymilch, daneben steht Butter, die ihr nicht sehen koennt, und links ein Schweineherz. Den Rest davon seht ihr auch noch nicht. Am Samstag wurde geschlachtet, an einem der heisseren Tage, weil es anders irgendwie nie passte. Am Sonntag dann zerlegt, mit Hilfe von Katrin und Co. Alles, aber auch alles war fettig. Es wird Wurst geben und Schinken und Schmalz, und Kassler, wenn wir endlich ein Rezept finden, und gestern abend habe ich schon die Filets eher verbraten, naemlich zu heiss und zu lange. Das Wetter am Sonntag war bestimmt durch Rauch von den Feuern in BC, der die Sonne orange faerbte und nicht nur als Nebel sichtbar, sondern auch sehr gut zu riechen war. Nicht schoen.

Also in the freezer, on the right, is of course the wonderful Jersey milk, next to it invisible for you is homemade butter. On the left a pig heart. The rest of that pig is also invisible for you, so far. On Saturday Gereon butchered a pig, on one of the hotter days, because it would never fit in otherwise. On Sunday we cut it up, with the help of Katrin and family. Everything, really, was greasy! There will be sausage and bacon and ham and lard and Canadian bacon if we ever find that receipe. Last night I already semi-ruined the tenderloin strips by cooking them too hot for too long. The weather on Sunday was marked by the smoke drifting in from the BC forest fires, colouring the sun a weird orange and not only visible as a haze, but also very smelly. Not nice.

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Drumherum wird Honig geerntet und geschleudert, gekocht, gebacken, gespuelt, Honig abgefuellt, Bienen umgezogen, gern spaet – das Uebliche halt. Auch wird immer mal eine Fledermaus vorsichtig aus dem Haus geleitet.

When we’re not butchering, there is honey to be harvested and extracted, cooking and baking to be done plus the ensuing dishes, then honey to be poured, bees to be moved, preferrably late – the usual. Also, occasionally there’s a bat that has to be gently ushered out of the house.

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Na, und mitten in dieses kaum sortierte Chaos kam das:

And smack in the middle of this highly unstructured chaos, this here arrived:

Niedlichkeitsfaktor auf der nach oben offenen Petra-Skala: Nach oben offen!

Cuteness factor on the unlimited Petra cutitude scale: unlimited!

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