Hochsommer!

Und schwupp! Schon wieder ein Monat rum. Den Titel vom letzten Monat haette ich fast rumdrehen koennen. Aurora b. kraenkelte naemlich ein bisschen, und sowas macht mir immer Sorge. Geschwollene Lymphknoten, ich fuerchtete Druse, aber sie scheint sich berappelt zu haben.

IMG_3461

Die Puten aber, die Puten – das ist ein interessantes Kapitel. Ganz kurz gesagt: Bis jetzt haben alle ueberlebt, bis auf diejenigen, die ich glaubte retten zu muessen. Gestern kam die dritte Henne aus ihrem Versteck, mit 4 winzigen Kinderchen. Diesmal habe ich nur tief Luft geholt und mich zurueckgehalten. Das Wetter ist perfekt fuer kleine Pruttels, warm, sonnig, kein Regen, nicht zuviel Tau. Und so arbeitet sich Frau Putenmutter langsam mit ihren Kindern vom Schlupfplatz, den ich nicht gefunden habe, in Richtung Huehner-/Putenstall vor. So hoffe ich jedenfalls. Gestern abend ist sie einfach wieder umgedreht und wandert heute wieder ganz langsam im dicksten Gestruepp herum mit ihren Zwergen. (Leider schaffe ich es nicht, ein vernuenftiges Video klar und senkrecht hochzuladen. Irgendwelche Tips?)

Die „alten“ Putenkinder sehen inzwischen schon richtig putig aus und wandern den ganzen Tag mit ihren Eltern durch die Gegend, gern auch mal auf die Strasse. Dabei unterhaelt man sich angeregt… Ich sperre sie nachts nicht mehr ein, sie fuehren jetzt ein wirklich wildes Leben, mit allen Freiheiten und Risiken, aber ich freue mich, wenn ich sie morgens um sechs schon unter meinem Fenster reden hoere.

IMG_3527IMG_3530

Wild ist das naechste Stichwort. Der Garten, wie eigentlich jedes Jahr, geht wieder ueber ins Dschungelstadium. Diesmal aber ein produktives. Nachdem der Start ein bisschen frustrierend war, sieht jetzt alles ziiiieeemlich prima aus. Ich muss nur beherzt reinklettern, dann kann ich ernten.

IMG_3507IMG_3508IMG_3510IMG_3519IMG_3520

Auf dem letzten Foto ist der Himmel von heute: Rauch ist in der Luft. Der fuer uns im Moment noch sehr gute Sommer hat anderswo natuerlich auch wieder zu Waldbraenden gefuehrt, und der Westwind bringt uns den Rauch. Aus Deutschland hoere ich auch allerhand Klagen ueber die Hitze und die Trockenheit – ich denke, wir haben es hier mal wieder recht gut getroffen. Ich habe noch kaum giessen muessen, und immer wieder mal gibt es einen kleinen Regen. Der Chef hofft auf eine prima Honigernte, denn nach dem nassen Fruehjahr blueht der Klee ueberall und ueppig.

Fast haette ich ja eine Jersey-(Leih-)Kuh bekommen.

IMG_3497IMG_3498IMG_3500

Eine wundernette kleine Jersey-Kuh, mit einem rehaeugigen Stierkaelbchen, ihrem ersten Kind. Sie kannte noch nichts vom Melken, benahm sich aber den Umstaenden entsprechend ausgezeichnet. Leider sind diese Umstaende aber meines Erachtens so „suboptimal“ und fuehrten dann auch bei meinem vierten Melkversuch, weder durch mich noch durch die Kuh verschuldet, zu einem haesslichen Unfall mit, wiederum meines Erachtens, fast toedlichem Ausgang fuer die Kuh, so dass ich die Brocken hingeschmissen habe. Schade, sehr schade, aber da hielten meine Nerven nicht durch. Aber ich glaube, ich bin angefixt. Es war soviel Sahne auf der Milch. Und die Kuh roch lecker… Und eigentlich melke ich gern, das habe ich wieder gemerkt. Und: ein Nachbar war Feuer und Flamme von der Idee einer Kuh und bot sofort an, er werde die Kuh gern uebernehmen, wenn wir mal weg wollten. Nicht, dass ich uns je zusammen mehr als einen Tag verreisen sehe, aber zu wissen, es waere moeglich, das ist schon schoen.

Die wahrscheinlich beste Entwicklung dieses Monats zum Schluss. Vor einigen Jahren schon hatte ich die „China-Rolle“ bestellt, eine Vorrichtung, mit der wir Wabenmuster auf Wachs praegen koennen und so unsere eigenen Mittelwaende fast wie am Fliessband herstellen. Also, fast… Diese nicht billige kleine Maschine stand lange nur herum, und ich hatte ihren Einsatz schon gar nicht mehr erwartet. Doch der Chef, der kommt dann irgendwann aus dem Quark und los geht’s. Es wurden noch mehr Draussen-Oefen gebaut und so allerhand Behaelter und Zeugs geschweisst und jetzt ist es soweit: Wir haben einen geschlossenen Wachskreislauf. Das bedeutet, dass wir nicht mehr mit den fiesen Plastik-Mittelwaenden arbeiten muessen, die man nicht aufbereiten kann, sondern, wenn sie verhunzt sind, in den Muell schmeissen muss. Vor allem aber bedeutet es, dass wir oefter unser Wachs reinigen koennen und so hoffentlich Krankheitsdruck fuer die Bienen verringern. Davon mal abgesehen, ist Wachs sowieso ein besonderer Stoff, riecht lecker und sieht, in unserem Fall jetzt, auch noch wunderschoen aus. Die Bilder zeigen, wie gereinigtes Wachs zuerst zu Platten gegossen wird, die dann durch die „Nudelmaschine“ gedreht, auf Mass abgeschnitten und schliesslich in die fertig gedrahteten Raehmchen eingeloetet werden. Hugo fuehrt die Oberaufsicht.

Grosser Spass! Und grosser Fortschritt!

Und jetzt pumpe ich Wasser fuer die Tiere und dann geht’s weiter mit den Erbsen. Draussen ist die Luft immer noch rauchig, aber auch voller Libellen.

 

2 Gedanken zu „Hochsommer!

  1. R.

    Das ist schon sonderbar zu vergleichen, wie bei Euch gerade erst alles zu Höchstform aufläuft, Garten und Bienen vor allen Dingen, während hier schon langsam alles abflaut. Ich könnte jetzt gut noch ein bisschen mit anpacken 🙂

    Antwort

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s