Archiv des Autors: Petra

Manche pumpen Eisen…

… wir Holz. Brennholz (Brandholz, sagt der Chef.) Weil der Winter lang, kalt und schneereich war und dann entsprechend viel Feuchtigkeit ueberall, kam der Chef im Januar, Februar, Maerz nicht zum Holzmachen. Und dann war zu allem Ueberfluss auch ich noch ab Januar da und wollte nicht frieren, dafuer aber kochen und backen. Die Holzschuppen leerten sich mit Schwung, und jetzt koche ich auf den letzten Stoeckchen – es wurde also allerhoechste Eisenbahn. Wie so einiges andere auch, ist die Gewinnung von Brennholz manchmal ein heikles Thema. Ich befuerworte die Verwendung von bereits toten oder sterbenden Baeumen, gern auch Aspe oder Schwarzpappel, der Herr Chef sagt, das kann ich dann bitte allein machen, das haelt er fuer Quark, weil der Heizwert geringer, der Ascheanfall hoeher und ueberhaupt das nicht sein Ding ist. Er will Birke. Oder fuer Sonderzwecke (anstochen, raeuchern) Weide. Der Kompromiss sind die toten oder sterbenden Birken. Neulich die hinterm Dugout. Etwas anspruchsvoller, was die Erreichbarkeit angeht. Das sieht dann so aus.

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Da liegt die Birke. War so halbtot, ist also mindestens noch halbschwer. Der Chef saegt sie in „passende“ Stuecke, d.h. passend fuer den Holzspalter.

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Die Schubkarre steht ein wenig hangaufwaerts – einfach waere ja langweilig. Es ist da aber auch wirklich nicht anders zu loesen, glaube ich. Der Transport per Schubkarre geht buchstaeblich ueber Stock und Stein bis zu dem roten Anhaengerlein am Teich. Zu ueberqueren ist dabei diese Luxusbruecke. (Ich hatte uebrigens auch, halb ernst, angeregt, die ganzen Staemme ueber den Teich zu floessen… abgelehnt. Waere bestimmt lustig gewesen…)

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Erstaunlicherweise sind wir keinmal vom Brettchen gefallen.

Angekommen.

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Der Hund will uebrigens nicht helfen, sondern bewacht den Elchschaedel, der da im Hintergrund mal wieder einweicht. Irgendwie haben die beiden, Chef und Hund, die Besitzverhaeltnisse nicht so ganz klar.

Das Haengerchen wird befuellt bis an den – schon arg demolierten – Rand, und dann zieht, noch, das Quad. Ich traeume ich ja von einer Zukunft mit ES = Eselstaerken…

Bisher haben wir jede Wagenladung sofort gespalten. Auf dem vom Chef selbst gebauten Spalter, den ich anfangs fuer ein Weichei-Geraet hielt – schliesslich gibt es schoene Spaltaexte. Inzwischen aber weiss ich das Ding sehr zu schaetzen, ich gebe es zu. Und weil es in Heavy-Duty-Hoentgesberg-Bauweise zusammengestellt ist, viertelt es richtig dicke Kloetze ohne Murren. Und beeindruckt mich damit durchaus.

Gestern allerdings haben wir die „mundgerechten“ Stuecke erstmal gesammelt, weil Gewitter angekuendigt war. Der erste kleinere Schuppen ist voll, beruhigend. Die anderen beiden sind aber groesser und muessen beide noch voll werden.

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Die gestern geernteten Kloetze stehen jetzt am naechsten zu befuellenden Holzschuppen und warten auf Weiterverarbeitung.

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So 20 bis 25 dicke, habe ich gezaehlt. Und einige kleinere, die sind einfach. Bei den schweren hatte ich wirklich zu kaempfen, und die dicksten habe ich dem Chef ueberlassen. Mein Wunsch nach Halbierung dieser Oemmeser wurde als „unwirtschaftlich“ abgelehnt. Ich musste dann heute mal so einen mittelgrossen Klotz wiegen, rechts im Foto steht er auf der Personenwaage.

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Den duerfte ich so gerade noch als Gepaeckstueck fuer den Flieger aufgeben… wenn er keine Rinde haette… (oben auf der Skala lbs, unten kg). Kein Wunder, dass ich mich heute wie nach 3 Stunden Fitness-Studio fuehle. Jedenfalls stelle ich mir das so vor. Es liegen aber immer noch Baeume hinterm Dugout. Ich glaube, ich backe erstmal Brot.

Und noch ein Luxus!

IMG_3197So naemlich verbrachte ich gestern mein Innuengerchen (fuer nicht Initiierte: den Mittagsschlaf). In der neuen Haengematte. Mit Moskitonetz. The bee’s knees! The cat’s meow! Die beste Erfindung seit geschnittenem Brot (was ich wirklich nicht brauche). Voriges Jahr brachte unsere Helferin Michal mich auf die Idee, ich hatte gar nicht geahnt, dass das so genannte „Hammocking“ (haengematten as Tu-Wort, wie merkwuerdig) ein „Ding“ ist. Ist es aber. Und weil ich meine ganz untrendige Haengematte in Deutschland so sehr gern mag, bin ich im Internet eine Weile lang um die Angebote herumgeschlichen, habe recherchiert und auch ein bisschen verglichen und mir dann eine bestellt. Mit Moskitonetz, wie erwaehnt. Ebenfalls mit Regenplane. Und doppelt gross, demzufolge auch doppelt stabil. Das war mir wichtig *raeusper*.

Meine liebsten Aspen tragen mich und machen noch Gemuetlichkeits-Wisper-Geraeusche dazu, draussen brausen die Moskitos, drinnen liege ich muckelig, auf einem Schaffell von den guten Schu-Dew’s, und gucke in die Baumkronen und in den blauen Himmel. Und betrachte meine wieder ueber-zivilisierten Zehennaegel. Mit Glitzer. Was fuer ein Luxus!

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Und hier das ganze in bewegten Bildern – hach!

Das Wetter, der Luxus und der Besuch

So, da hatte ich das gestern alles geschrieben – und dann nicht veroeffentlicht. Das Wetter ist naemlich wieder prima. Und die Veroeffentlichung erfolgt jetzt, unredigiert.

…………

Das Wetter ist nicht immer noch, aber wieder etwas blah. Neulich hatten wir sogar einen kleinen Nachtfrost, den meine ausgepflanzten Tomaten aber zum Glueck lebend und unbeschadet ueberstanden haben.

Jetzt troepfelt es, der Himmel ist bedeckt, die Temperatur einstellig und somit ofen-faehig.

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Der Garten ist bisher kaum erwaehnenswert, vielleicht bis auf den Rhabarber, der dieses Jahr brav mitspielt. Ansonsten herrscht das uebliche Chaos, und es ist kaum zu glauben, dass aller Wahrscheinlichkeit nach so im August dort eine Menge Essbares waechst und geerntet werden kann. Ich hatte in den vergangenen Tagen nicht wirklich Zeit, die restlichen Pflanzen bzw. Samen in die Erde zu bringen, denn schon letztes Wochenende war Besuch. Kathrin S. kam aus Wembley angereist, hilfswillig und Stille suchend. Und so hat sie Ikea-Schraenkchen zusammengeschraubt, die Porch gereinigt, alles schoen angeordnet, um es vorgestern alles wieder ruinieren zu lassen, aber das kommt spaeter. Zwischendurch gab’s Stille und Ruhe fuer alle 🙂 Geholfen hat sie auch – und hier kommen wir zum ersten Luxus – beim Einbau unseres neuen Nordfensters.

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Das Foto gibt, wegen Wetter, wirklich in keiner Weise den deutlich erhoehten Fensterstandard wieder, den wir jetzt geniessen. Das alte Fenster fing weiter oben kann, also jetzt mehr Aussicht. Ausserdem war die Isolierverglasung undicht, also immer bewoelkt, und es liess sich nicht oeffnen. Jetzt dagegen: ein sauberes, zu oeffnendes, mit einem intakten Moskitogitter versehenes groesseres Fenster – einfach wunderbar!

Weil sich Freundin MJ aus Vernon angekuendigt hatte, war ich sehr begeistert, dass der Einbau schon mal glatt vonstatten gegangen und die Fensterbank und der angrenzende Tisch einigermassen aufgeraeumt waren. Die restlichen Fenster aber sahen immer noch so aus, wie sie halt so sind nach XY Monaten des Nicht-Geputzt-Werdens (und „Monate“ schreibe ich hier nur, um mich nicht so ganz direkt zu outen… meine arme Mutter bekaeme sofort Ausschlag, wenn sie wuesste, was hier mit den Fenstern nicht passiert.) Also erwarb ich eine frische Flasche Windex in der Stadt (weil ich sowieso den naechsten Luxus abholen musste, siehe weiter unten) und putzte zumindest alle Fenster im Untergeschoss. Der Unterschied ist unglaublich – es lohnt sich wirklich, Fenster mal richtig lange nicht zu putzen, um sich dann fuer wenig Geld und relativ wenig Arbeit wie in einem neuen Haus zu fuehlen. Es ist das reinste Spiegelkabinett!

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Und dann – naechster Luxus – rief am Fensterputztag noch der Chef von der Arbeit an: Der Kuehlschrank ist angeliefert! Den hatte ich naemlich kurzer Hand bestellt, nach nur kurzer, leichtfertig geaeusserter und moeglicherweise etwas vager Zustimmung des Herrn Chef. Aber so mach ich das jetzt! Ueber das gemeinsame Abladen eines voellig grifflosen, hohen, unhandlichen Kuehlschranks (mit grossem Gefrierfach) von der Pritsche eines nicht niedrigen Trucks will ich ueberwiegend schweigen, der Chef und ich stossen da manchmal auf extreme Kommunikationsprobleme. Die Essenz ist: in Erinnerung an meinen Vater schlug ich den Einsatz einer Sackkarre (und der vorhandenen Quad-Ladeschienen) vor, der genehmigt wurde und dann auch sehr erfolgreich war. Da siehste mal.

Dann kam der Moment, in dem Kathrins durchdachte Anordnung von Schraenkchen und Garderobenhaken Makulatur wurde, alles wieder in grosses Chaos gestuerzt wurde, incl. Kuechen- und Essbereich (der Rest war und ist sowieso immer noch sehr unsortiert), aber dann stand sie da, die himmlische 12-Volt-Luxus-Kuehl-/Gefrierkombi. Fluesterleise. Sauber! Vom Chef korrekt angeschlossen, daher voll funktionsfaehig. Mit Beleuchtung. Gemuesefach. Ich bin hin und futsch und koennte den ganzen Tag Tuer-auf-Tuer-zu-spielen – aber das waere natuerlich kontraproduktiv.

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Im Winter wird er dann uebrigens ins Haus ziehen, der gute Schrank. Aber da ist im Moment noch kein Platz, wegen der Batterien, die „eigentlich“ schon letztes Jahr ins Honeyhouse haetten umziehen sollen, was aber noch nicht ging, weil da noch Bauarbeiten noetig sind, die aber noch nicht moeglich waren, weil vorher… – das sind so die ueblichen Probleme hier. Ich gewoehne mich wieder langsam dran. Denn gefuehlt, gefuehlt ist gerade Luxus.

Zur Erinnerung vielleicht nochmal: Wir hatten vor Jahren einen kleinen Wohnwagen-Kuehlschrank von unseren leider vor einiger Zeit schon verstorbenen Freunden Chris und David geschenkt bekommen. Der lief eine ganze Zeit, wie er sollte, mit Propan oder Strom. Aber irgendwann wurde was falsch angeschlossen, er stieg aus und wurde nie repariert. Seit mehreren Jahren erfolgte die Kuehlung in diesem kleinen Geraet dann ueber in der Truhe gefrorene Kuehlakkus, die ich taeglich austauschen musste. Laestig, nicht wirklich zuverlaessig und auch fies, weil die beim Auftauen immer nass wurden. Ich kann das kleine Ding jetzt gut gehen lassen, wirklich.

Alma findet, der Dreck von den Sackkarren-Raedern wird ihre Mineraldosis fuer heute. Bye-bye, kleiner Kuehlschrank, du hast deinen Dienst getan.

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Als MJ gestern ankam, war alles wieder sortiert, der Kuehlschrank kuehl und eingeraeumt, das Essen vorbereitet und ich entspannt. Ich sagte oefter so Saetze wie: Der Wein ist im Kuehlschrank. Oder: Ich stell das schnell in den Kuehlschrank. Und musste gar nicht zucken, wenn jemand anderes den Kuehlschrank oeffnete, weil: sauber, hell und wundervoll!

Heute morgen, weil es gestern so schoen funktioniert hatte, gab ich mich ans Aufraeumen des Obergeschosses. Und entdeckte dabei (unter anderem…) ein paar alte Papiere, aus 2004.

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Meine allerersten Lohnzettel! Wie man sehen kann, arbeitete ich zuerst fuer 11 (Bueroangestellte in der Kuechenfabrik), dann fuer 10 (Honeyhouse-Helferin in der Imkerei) und schliesslich fuer 8 Dollar die Stunde, letzteres als Buechereiangestellte, bezahlt von der Stadt. Aber bis auf den ersten Job hat alles grossen Spass gemacht. Und wir hatten so wenig Geld damals, dass jeder Dollar zaehlte.

Viel Geld haben wir nach wie vor nicht, aber wir haben uns so langsam vorwaerts gearbeitet, und mit dem Miele, dem Fenster und dem Kuehlschrank habe ich dieses Jahr den Jackpot geknackt, wie meine Nachbarin sagt. Hach, der Miele… Ich erzaehl jetzt nicht, wie wundervoll wir gestern zusammen gearbeitet haben…

In Anbetracht all dieser luxurioesen Entwicklungen sitze ich jetzt also hier drinnen, bei Nieselregen, mit annenem Ofen, und geniesse mein Luxusfruehstueck, Obst, Haferflocken und Joghurt aus dem Kuehlschrank. Ihr koennt gern darueber spekulieren, warum der Joghurt KREMA heisst 😉

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Und ja, das Gemuesefach duerfte ruhig doppelt so gross sein… aber alles ist gut.

Spaeter oder morgen oder irgendwann gibt’s vielleicht Fotos von noch einem Luxus.

1 mm Niederschlag, 55% Wahrscheinlichkeit

Das war die Wettervorhersage fuer heute. Wolkig sollte es auch sein. Kaum zu glauben nach gestern.

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Da schien allerdings schon die Sonne um die Ecke auf’s Thermometer.

Heute morgen tatsaechlich eine andere Sonne.

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Aber wenigstens war es etwas kuehler, und meine fruehe Gartenzeit war recht moskitoarm. Der Chef hatte sich freigenommen und fing an, tote Baeume abzusaegen. Wir haben naemlich laut seiner Aussage noch nie soviel Brennholz verbraucht wie im letzten Winter. Und sind jetzt fast „aus“. Das geht gar nicht.

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Umfallende Baeume machen mich immer traurig. Diese waren zwar schon hinne, aber nur wegen uns. Birken sind scheinbar hier super empfindlich gegen Eingriffe in ihre Umgebung. Wenn man ihnen den Fluff von den Fuessen nimmt, wollen sie sterben. Sag ich mal so laienhaft, wahrscheinlich ist das nicht ganz korrekt.

Ich bastelte derweil Beize fuer Putenbrust. Bin gespannt. Morgen geht’s damit weiter.

Der kleine Hund betrachtet die Chef’schen merkwuerdigen Elchschaedel-Einweich-Konstruktionen. „Das gehoert da nicht hin!“ Ich konnte ihn foermlich denken sehen…

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Ich fand ueberall diese entzueckenden kleinen Veilchen.

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Derweil wurde es im Osten dunkler, es fing an zu grummeln, und dann oeffnete der Himmel seine Schleusen.

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Von wegen 1 mm – im Hundenapf waren eben mindestens 2 cm, brutto. Und leider lief es – nie dagewesen – auf dem Ostbalkon unter der Tuer her ins Haus. Grosser Spass! Gut, dass ich gerade oben war und mit dicken Bett- und Handtuechern direkt Barrieren bauen konnte.

Ebenso schnell, wie das Unwetter kam, verschwand es dann auch wieder. Auroras erste grosse Waesche. Ich glaube, sie ist ein bisschen eingelaufen, teilweise. Die Ohren aber haben offensichtlich Superwash-Ausruestung, und ihr Frohsinn hat auch nicht gelitten, im Gegenteil. Sie war huepfiger denn je.

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So eine kleine Abkuehlung hat uns allen gut getan, Aurora knattert ueber den Hof, die Muetter waelzen sich im nassen „Staub“, wahrscheinlich gegen Moskitos, Hugo hat sich wieder beruhigt, und die Welt sieht frisch gewaschen und irgendwie gruener aus.

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Den Garten haette ich wirklich nicht giessen muessen…

 

 

 

 

 

 

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Auro(h)ra b.

Letzte Woche hatten wir das, was meine Mutter immer „Wuppertaler Festwochen“ nannte. Es gab Muttertag (den ich hier noch einmal ausdruecklich als Kommerz-Event ablehne, jedoch als Ausrede gern heranziehe, ich berichtete bereits), Geburtstage, Hochzeitstag, Pfingsten fuer euch deutsche Leser und May Long Weekend, naemlich wegen Victoria Day, bei uns. Und mittendrin, d.h. nach den Geburtstagen, kam Aurora b. und bastelte sich ihren eigenen Geburtstag.

Am 19., also Samstag, guckte ich um 6 Uhr frueh aus dem Fenster und sah Luise an der Raufe fruehstuecken. Ich hatte sie sicherheitshalber weggesperrt, weil mir am Freitag schon was schwante. Als ich gegen 6:30 Uhr wieder aus demselben Fenster guckte, lag Luise neben der Raufe, hinter sich ein blaeuliches Handtuch. Merkwuerdig! Ich verdaechtigte Hugo. Aber dann ging bei mir das Laempchen an (aelter und frueh am Morgen = laaaaangsames Hirn). Ich raste im Bademantel (wenn ich den nicht haette – ich waere verloren) runter und raus, vorbereitet auf ein Desaster, weil sich weder Luise noch das Handtuch bewegten. Als ich aber direkt dabei stand, regte sich das Handtuch und blinzelte mich an.

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Wat soll ich sagen? Auro(h)ra* b. Donkey. geboren um 6:30 Uhr, sagen wir mal, am 19.5.2018. Gewicht unbekannt. Ungeplant. Seit ca. 2 Monaten eigentlich dann doch erwartet. Ich habe somit ein wirklich gutes Geschaeft gemacht, theoretisch, als ich zwei Eselstuten kaufte und nun drei Stuten und einen (noch) Hengst habe. Ich mach jetzt einfach mal Bilder hier rein. Zur allgemeinen Erbauung. Kleine Esel sind das Beste, denn im Gegensatz zu Baby-Lamas, die optisch auch immens was hergeben, sind kleine Esel, jedenfalls bei uns, knuddel-willig – dem Herrn Hoe. laeuft es schon nach, und er kriegt einen ganz merkwuerdig-ungewohnt-seligen Gesichtsausdruck, wenn er auf den Knien hockt und das Eselchen verkrault.

(* Das „h“ ist ein Aeltere-Tochter-Vorschlag, aus den ganz offensichtlichen Gruenden. Ohren und Beine haben bei der Geburt fast Endmass! Das „b“ steht fuer „borealis, und im Insgesamten ergibt der Name dann das Nordlicht – nur falls jemand fragen wollte.)

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Nach 10 Minuten.IMG_3051

Kurze Zeit spaeter war das Fruehstueck gesichert. Es war da viel schneller als Bruder Hugo. Allerdings lief ihm auch offensichtlich das Wasser im Schnuetchen zusammen…IMG_3054

Die Lamas haben etwas Neues gesichtet – man ist skeptisch.IMG_3057

Bruder Hugo gibt sich cool. Er wirkt wie ein Elefant gegen das zierliche (Halb- oder Dreiviertel-)Schwesterchen.IMG_3070

Genau einen Tag alt.IMG_3076

Nach einer ausfuehrlichen und schnellen (mach mal Galopp!!) Hoferkundung ist es platt wie eine Briefmarke.IMG_3094

Inzwischen sind bis auf Bruder Hugo alle Hofbewohner wieder zaunlos zusammen. Hugo ist ja noch intakt, und das wird wohl auch noch dauern. Die deutsche Tieraerztin hier aus der Naehe, die ich kontaktierte, riet mir von einer Kastration zum jetzigen Zeitpunkt ab. Die Hoden sind noch nicht unten, und sie sagt, bei Eseln kann das typischerweise deutlich laenger dauern als bei Pferden. Ich war froh, dass jemand bestaetigt, was ich eigentlich auch wusste, naemlich dass Esel nicht einfach merkwuerdige Pferde sind. Also richte ich mich auf massivere Zaeune und ein bisschen Nervenkitzel ein, und Hugo wird sich weiter mit den Lamas abgeben muessen. Die aber gar nicht schlecht fuer ihn sind, haben sie doch ganz klare Grenzen, deren Beachtung sie energisch einfordern. Weswegen Hugo jetzt oefter vorgekautes Gras auf dem Ruecken hat… Und dankbar wirkt, wann immer ich mit dem Halfter komme. Es kann, so scheint er zu denken, nur besser werden.

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Achtung, Werbung!

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Das ist der Shark, der Hai. So eine Art Hammerhai-Staubsauger. Er hat Millionen Funktionen, gefuehlte 87 An- und Ab- und Umbauteile und wiegt ca. 1 Tonne. Seine Spezial-Hochleistungs-Turbo-Power-Teppichbuerste reisst regelmaessig aus meinem von meiner Mama geschenkten Perserteppich Faeden raus (ok, ich gebe zu, Trudi und das Kitty-Kotzi arbeiten da vor…) Diese Spezial-pipapo-Buerste kann aber wirklich nur Teppich, und zwar stabilen Teppich. Leichtere Teppiche will sie gleich auffressen, macht dabei und immer viel Laerm. Schon bei meiner Gummi-Fussmatte aber kapituliert sie, ebenso wie auch die andere „normale“ Buerste und die dritte Anbau-Hammerhai-Nase. Diese beiden geben auch bei engen Ecken, groesseren Kruemeln, querliegenden Heuhalmen (was man halt so auf dem Fussboden hat) den Dienst auf. Da kann ich ja gleich kehren.

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Wie man ebenfalls sehen kann, saugt der Shark den Staub nicht nur innen, sondern auch aussen an, aber und wie!. Dann sieht er aus wie ein verstaubtes Neuschwanstein mit all seinen Erkerchen und Tuermchen, den roten Knoepfchen und Hebelchen und Halterchen. Kabel muss ich natuerlich von Hand aufwickeln, ist mir ergo permanent im Weg und ist ausserdem noch steif und sperrig. Er war mir empfohlen worden, nachdem ich den DirtDevil in Rente schicken musste (der Herr Hoe. hatte ein entscheidendes Teil MIT dem Staubsaugerbeutel in den Muell geschmissen, so habe ich es rekonstruiert). Ausserdem schien der Shark mit seiner beutellosen Technik umweltfreundlicher zu sein. Dass er immer nur volle Power kann bzw. man ihm Luft geben muss, wenn man weniger Power will, das ist mir erst spaeter aufgegangen. Das ist so wie Heizen bei offenem Fenster, zum Beispiel. Und wenn ich den Staubbehaelter entleere, was schon von vorneherein nicht so ganz einfach ist (Neuschwanstein auch innen…), sehe ich danach aus … wie ein Staubschwein. Anders kann ich es nicht beschreiben. Also greinte ich schon laenger, versprach dem Herrn Hoe., den Shark erst zum Verkauf anzubieten und dann etwas anderes zu kaufen, aber kurz vor Muttertag ging es nicht mehr. Ich war es soooo leid. Und Costco (wo ich eigentlich auch nicht einkaufen will, aber der echte Laden hatte schon zu und manchmal muss es einfach sein…) hatte einen im Angebot. Und Muttertag ist eine prima Ausrede fuer alles Moegliche.

Jetzt arbeitet mit mir der gute Miele. In gelb!

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Saugstaerke zum Einstellen, klein, leicht, wendig, sauber (nix Neuschwanstein!), leise, eine Buerste kann alles, Perser, Sperrholzfussboden und Fussmatte! Und Betten und Holzleisten und Ecken und Schornsteinrohre, aber natuerlich habe ich auch leicht zu montierende Alternativ-Buersten und Saugrohre – ich sag’s euch, wenn ich jetzt laenger nix schreibe, dann ist das, weil ich staubsauge… Weiter geht’s…

Der Opa

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Heute waere er 94 geworden. Letzten Juli ist er gestorben. Ich denke viel an ihn, hier in Kanada, wo er nie hin wollte. Dabei bin ich sicher, es haette ihm gefallen. Immer erkundigte er sich nach der Anzahl der Passagiere im Flugzeug, immer wollte er wissen, ob denn die Baeren/Woelfe/Kojoten/Elche „boese“ seien. Wenn ich mal wieder meine Welt mit Heukoerdelchen zusammenhalte, denke ich an seine „Frickeleien“ – sein Material der Wahl war haeufig Draht. Meine Mutter war  nicht immer beeindruckt von seinen Kreationen. Auf der Suche nach irgendetwas, das ich an einem sicheren Ort verstaut habe, kommen mir seine grandiosen Suchen, z.B. nach Tomatensamen, in den Sinn. Wir beide haben unsere Liebe und Faehigkeit zur Ordnung bestens getarnt, vielleicht auch verlegt, wobei er aber immer behauptete, er wisse genau, wo er alle seine Dinge habe. Ich habe das aufgegeben, fast… Seine Neugierde hat er bis zum Ende seines Lebens behalten, ebenso wie sein technisches Interesse, das ich bestimmt zu grossen Teilen von ihm geerbt habe. („Lass mal gucken, das tu ich mal unters Lesegeraet…“) Auch meine Liebe zu den Tieren hat er wahrscheinlich begruendet. Er brachte den ersten Wellensittich an, und er kaufte mir den ersten Esel. Wahrscheinlich, weil er selbst sowas gern haben wollte (auch ich habe fuer meine Kinder Ratten angeschafft, weil ich die so spannend fand…) Sein „Charlie-Maennchen“ sass beim Essen immer neben ihm und hatte seinen eigenen kleinen Teller. Weil wir uns ziemlich aehnlich waren, haben wir uns natuerlich auch gezankt wie die Kesselflicker, aber zum Ende unserer Zeit miteinander sind wir wohl beide etwas milder geworden. Das war gut. In seinen Augen meine beste Leistung waren mit Sicherheit seine beiden Enkeltoechter, mit denen er wieder ganz neu die Abenteuer am Teich und im Garten erleben konnte, fuer die er bastelte, Schaukelpferd und Sandkasten, und Bildchen mit Nachrichten malte, und auch mal selbst das Reitpferd machte, auf allen Vieren, noch im Blaumann. Und als dann auch noch „was aus ihnen geworden ist“, war er sehr stolz.

Immer hatte er Zeit fuer ein Struengschen und ein Bier (oder mehr) mit Nachbarn und „Kumpels“, auch als er schon schlecht sah und hoerte.

Er hatte bestimmt, dass er keine Trauerfeier und kein „Gedoens“ haben wollte, und wir haben uns daran gehalten. Aber ich denke immer noch, dass eine richtig gute Feier, was man hier „Celebration of Life“ und nicht „Trauerfeier“ nennt, das sowas sehr in Ordnung gewesen waere, mit Kumpels, Freunden und Familie, mit vielen Geschichten, ein bisschen Nachdenklichkeit, aber auch viel Lachen. Und natuerlich mit Bier. Ich jedenfalls trinke heute abend einen auf Dich. Prost, Opa!