Archiv der Kategorie: un-kanadisches

Tee am Morgen – aber anders. Morning tea – different.

img_9254Es schneit ein bisschen. Ich beginne den Tag im Wintergarten, wie immer seit kurz vor Silvester. Aus familiaeren Gruenden bin ich praktisch umgezogen und damit auch zwangsweise hundelos und meist viel zu warm. So eine Veraenderung der „Umstaende“ geht ratz-fatz, und Flexibilitaet ist dann etwas sehr Praktisches. Ich bemuehe mich, das Beste draus zu machen, und dazu gehoert eindeutig Tee im Wintergarten.

There’s a little bit of snow on the ground and in the air. I begin my day in the „wintergarden“, as I’ve done now since shortly before New Year’s Eve. For family reasons I have practically moved up here, so now I am very unvoluntarily without dogs and mostly too hot. Such a change of „circumstances“ happens in a heartbeat, and flexibility is handy to have. I try to make the best of it, and part of that is very definitely my morning tea in the wintergarden.

img_0261Das erste Licht des Sonnenaufgangs.
First light.

Hier ist es so kuehl wie ich will, und auch nach Westen ist die Aussicht oft sehr schoen. Nur die vielen Haeuser, die wuerde ich gern ein bisschen „photoshoppen“, raus.
Here, I can have it as cool as I like it, and often I have a lovely view to the west, too. If it weren’t for all those houses, which I would really like to photoshop out.

img_0331Gestern abend goennte ich mir einen kleinen Sologang durch den wirklich kuehlen Abend. Wenn die Haut im Gesicht so ein bisschen prickelt, dann fuehle ich mich sehr lebendig. Das letzte Licht des Sonnenuntergangs.
Last night I treated myself to short solo walk in the really crisp evening air. When the skin in my face begins to feel a little funny, I feel very much alive.
Last light.

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Melde mich aus D – Reporting in from Germany

img_0055 img_0053Gerade versuchte ich, meine Fuesse auf das Querholz unterm Tisch zu stellen – da fiel mir auf: der Tisch mit dem Querholz steht in Kanada. Das ist ein schoenes Beispiel dafuer, wie ich mich gerade noch fuehle. Hundespaziergaenge im Wald helfen, mich wieder einzufinden. Gestern abend holte mich der Jetlag ein, und heute morgen habe ich demnach fast meinen Friseurtermin verschlafen… Ansonsten kommt es mir vor, als sei ich aus einem Flugzeug auf einen fahrenden Zug aufgesprungen.

I just tried to put my feet on the crossbar under the table – and then I realized: the table with the crossbar is in Canada. This is a good example of how I feel, still, right now. Dog walks in the forest help to settle back in. Last night the jet lag caught up with me, so that this morning I almost missed my hair appointment… Otherwise, it seems to me that I jumped out of a plane and hit the ground running.

img_0066Nickerchen sind wichtig.

Napping is important.

img_0061Kuehe dort und hier. Eichen nur hier. Was man auf diesem Foto nicht sehen kann, sind die Schneeflocken, die fielen. Gestern war es hier in Deutschland, an meinem Ort, kaelter als in Kanada an meinem Ort. Merkwuerdig.

Cows there and here. Oaks here, only. What you can’t see on this picture are the snowflakes that were falling. Yesterday, it was colder here, at my German place, than it was at my Canadian place. Weird.

img_0062Unalbertanisch die Kastanie, die vom hiesigen kleinen Hund Minuten spaeter pulverisiert wurde… Ganz vertraut das Espen- bzw. Pappelblatt (ich weiss es gar nicht so genau, muss das nochmal recherchieren), das den Blaettern der Aspenschwestern gleicht. Auch die machen also den transatlantischen Spagat…

Not Albertan is the chestnut, which only minutes later was pulverized by the local little dog… Very familiar is the aspen/poplar leaf that looks just like those of the aspen sisters. More transatlantic splits here…

Bis die Tage hier in D, das jetzt – so habe ich irgendwo gelesen – auch Baerenerwartungsland ist. Allein das Wort muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen. Ich bin gespannt auf die Gespraeche beim naechsten Schafhaltertreffen.

See you soon here in Germany, which is now, I read somewhere, considered „bear expectation country“ (this is my literal translation of a word that you really have to savour in German, it is so weird). I’m very much looking forward to the conversation at the next sheep breeders‘ meeting.

Noch ein Mal…

Board Meeting fuer den Farmers‘ Market

IMG-20130902-00938Ordnungsgemaess, wie das hier viele tun, trafen wir uns bei Timmie’s (Tim Horton), einer urspruenglich kanadischen Kaffee/Bagel/Donut-Kette. Was in Nuembrecht frueher das Cafe Heckmann war, ist hier Tim Horton’s. Na ja, vielleicht nicht ganz. Aber Hinz und Kunz, Alte und Junge, Durchreisende und Einheimische sitzen dort ueber Kaffee aus Pappbechern, gruseligen Kaltgetraenken aus merkwuerdigen Plastikbehaeltnissen und suessen oder nicht so suessen Backwaren, mittags auch ueber Suppe. „Meine“ Maedels und ich hatten eine letzte Grossbesprechung, damit die Geschicke des Farmers‘ Markets in gute Haende kommen. Jetzt noch zwei Maerkte fuer mich, und dann ist das auch erstmal erledigt.

Und noch ein Mal…

IMG-20130903-00941Ziegenmilch am Muesli. In den Zeiten der Milchschwemme hatte ich die ueberschuessige Milch eingefroren und bin jetzt an den letzten Tueten. Da werde ich schon sentimental und manchmal ueberlege ich so vor mich hin, was es denn wohl in Deutschland fuer Milchziegen gibt… Ich klopfe mir dann aber sofort mental auf die Finger. Und gucke stattdessen Webseiten von Hundezuechtern an. Der Mensch braucht Optionen.

IMG-20130903-00946Draussen gibt es auch schon ganz viel Abschied. Gestern abend sassen wir, wie an jedem der letzten paar Abende, wieder draussen am Feuer und warteten auf die recht zahlreichen Fledermaeuse, als wir Zugvoegel hoerten. Bob erklaerte uns, dass es sich um White-Fronted Geese handelt, in Europa heissen sie Blaessgaense. Und waehrend wir noch so sassen, zogen Hunderte von diesen Voegeln ueber uns. Ob die mehr ueber’s Wetter wissen als wir? Sie kommen allerdings vom Nordmeer und muessen noch bis in den Sueden der USA, hatten also noch gut zwei Drittel oder so vor sich.

IMG-20130903-00948 IMG-20130903-00947Die Baeume veraendern sich langsam, das Wetter ist so, wie ich es am allerschoensten finde, sonnig, blau, frische Naechte, warme Tage. (Gerade schaue ich auf den Wetterbericht, und der sagt fuer morgen 28 Grad voraus. Ja, wer will denn sowas?)

Ich freue mich sehr auf Deutschland, aber ich bin auch wehmuetig, und sogar der Winter hier fehlt mir jetzt schon. Da kam die gestrige email sehr passend, die mir mitteilte, dass meinem Antrag auf Beibehaltung der deutschen Staatsangehoerigkeit stattgegeben wurde, und das nach nur sechs Wochen Bearbeitungszeit. Wow! Das nenne ich Service, denn genannt worden waren mir bis zu sechs Monate. Ich warte jetzt auf das Eintreffen der Urkunde, hoffentlich vor meiner Abreise, und dann werde ich den kanadischen Antrag losschicken. Auf der entsprechenden kanadischen Website werden derzeit 25 Monate als moegliche Bearbeitungszeit angegeben. Das wuerde ich aber lieber schneller haben…

Und jetzt mal von der anderen Hemisphaere

Diese entzueckenden Fotos wollte ich euch schon lange zeigen. Gerti Down Under (GDU) hat eine Freundin, die sich um alle moeglichen verwaisten Tiere kuemmert, u.a. auch um kleine Kaenguruhs, Joeys genannt. Ist das nicht praktisch, wie man die aufhaengen kann, so wie es sich manche Mutter (ich zumindest) manchmal auch fuer die eigenen Kinderchen gewuenscht haette? Die Freundin uebrigens reist nicht mit einem, sondern gleich mit 6 (SECHS) Joeys, die man z.b. auch im Rucksack mit ins Restaurant nimmt. Das sollte man hier mal versuchen…

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Wir unterbrechen diesen Blog fuer Werbung!

Waehrend ich Wasche faltete und Wolldecken (!), liess ich in Gedanken Teile meiner Deutschlandreise Revue passieren. Und landete bei Schumacher-Dewenters. Die sich nicht nur liebevoll und wunderbar um unsere alte Frau Puckendorf  kuemmern, sondern auch noch Schafe zuechten. Kurz zu Frau Puckendorf: Sie hat inzwischen zwar keine Zaehne mehr, dafuer aber Hahnentritt, ansonsten aber sieht sie prima aus und geniesst die Gesellschaft der beiden anderen Esel (oder nervt sie, die anderen, da bin ich mir nicht so sicher). Das Foto ist von 2009, aber ich finde, sie hat sich kaum veraendert.

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Doch zurueck zu den Schafen. Und den Produkten. Nicht nur naemlich kann man bei den Fischbachern Lammfleisch kaufen, was sogar ich frueher schon mal getan habe, als ich noch nicht ahnte, dass ich mal in Kanada meine eigenen Ziegen essen wuerde. Inzwischen haben sie auch eine Moeglichkeit entdeckt, die Wolle ihrer Schafe zu verarbeiten bzw. verarbeiten zu lassen. Ich schlafe schon seit Jahren auf dem Fell eines Bentheimer Landschafes, aber jetzt kann ich auch meinen Kopf auf ein Wollkissen betten, waehrend mich ein Decke mit Wollfuellung warmhaelt. Danke nochmal, lieber Thomas, fuer das schoene Kissen.

Was  mich aber eigentlich noch mehr begeistert, sind die Teppiche. Da bin ich dann schon traurig, dass ich so weit weg bin und die Teppiche schwer. Sonst haette ich einen vorm Bett, einen vor der Spuele, einen unterm Esstisch. Und aus einem dicken Knaeuel Teppichgarn strickte ich mir, mit Besenstielen, Sitzkissen. Und ein Kissen fuer’s Katzi. Und vielleicht eines fuer den Hund. Ich ueberlege allen Ernstes, ob ich einen Laeufer aus dunkler Wolle bestellen koennte, unempfindlich und robust, fuer vor meine Kuechenzeile. Muss ich noch ein bisschen nachdenken.

Ihr aber, ihr deutschen Leser, koennt jetzt, wenn ihr eine Decke, ein Kissen, einen Teppich (auch pflanzengefaerbt!), Sitzkissen fuer Bierzeltgarnituren, ein Schaffell oder sonst was Wolliges braucht/wollt, das bei Schu-Dews erwerben. Auch Strickwolle und einfach nur kardierte Wolle kann man haben. Letztere filzt gut, hab ich ausprobiert. Schoene Bildchen gibt’s bei der Fischbacher Schafzucht , und das Ganze ist doppelt gut, weil man damit nicht nur einen Familienbetrieb unterstuetzt, sondern auch noch die Lebensgemeinschaft Sassen, wo naemlich die Wolle verarbeitet wird. Los geht’s!

frau odysseus sagt jetzt „gute nacht“

meine guete, was fuer ein tag – oder waren es zwei? eben haben wir eltern naemlich auch noch unsere tochter an der autobahnausfahrt aufgefangen – die arme hatte in drei stunden drei kilometer geschafft und war fix und fertig. schnee ist offensichtlich nichts fuer deutsche strassen.
ich dagegen hatte eine recht angenehme bahnfahrt, war allerdings einmal mehr entgeistert von den kalten, zugigen koelner bahnsteigen.
jetzt, um viertel nach eins, liegen wir alle in den betten. statt der eigentlich gut geplanten etwa 15stuendigen reise war ich eher sowas wie 28 stunden unterwegs.