Wer braucht schon einen Sommer,

… wenn der Winter so ist?

Biberteich Nummer 1

Als ich das letzte Mal schrieb, war es kalt. Und zwar dann doch so kalt, dass ich das kleine Haeuschen verlassen musste, sehr schweren Herzens. Und jetzt bin ich eben schon ungefaehr vier Wochen wieder im „alten“ Haus. Immer noch sind nicht alle Rubbermaid-Kisten ausgepackt! Fuerchterlich, wie schnell sich etwas ansammelt bzw. wie schnell Dinge ihren Platz verlieren. Ploetzlich scheint es, als ob der Kisteninhalt nie hier ins Haus gepasst haette. Und ausserdem rueckte ja der erste Markt des Jahres mit Riesenschritten heran, und das hat mich ziemlich nervoes gemacht. Nach dem Markt gab es naemlich die Jahreshauptversammlung, die erste dieser Art ueberhaupt fuer unseren Markt, und irgendwie bin ich schuld, weil ich mir die Satzung genau durchgelesen, aber vielleicht nicht ganz richtig verstanden und daraufhin so einige Aenderungen angeleiert habe. Bin ich aber nicht traurig wegen, ich glaube, das wird gut!

Zudem hat der Chef einen Aktivitaetsschub. Und so wurde die Oeffnung ueberm Esstisch, die seit zweieinhalb Jahren „provisorisch“ abgedeckt war, von ihren Sperrholzplatten befreit, und wir haben nun ueber dem Tisch das, was man hier eine „cathedral ceiling“ nennt, will sagen, der Raum ist bis unter’s Dach auf! Ein ganz neues Gefuehl. Eigentlich wollte ich eine permanente Abdeckung, damit ich dort Kleiderregale aufstellen koennte, und der Chef hatte nur zoegernd zugestimmt. Als er aber dann die ersten Platten abmontiert hatte, gefiel mir das Offene so gut, dass ich kurzerhand meine Meinung und meinen Antrag geaendert habe. Heute wurden Bretter und Bauholz gehobelt: es wird an den beiden Seiten der Oeffnung Regalwaende geben – irgendwo muss der Kram ja hin.

Kalt ist es inzwischen ueberhaupt nicht mehr, heute abend z.b. nur noch plus 1 Grad, und heute morgen nur minus 4, kein Wunder, dass mir immer warm ist. Vorige Woche Sonntag waren wir mit Jim und den dicken Damen unterwegs zum See. Katrin, Juri und Walter waren auch mit, dazu ein Paar aus der Naehe mit Sohn. Auch da war das Wetter wunderschoen (Fotos leider wieder nur mit Handy, und meines kann einfach keine so schoenen, oder es liegt an mir – wer weiss?). Wir haben ein Feuerchen am Seeufer gemacht und Wuerstchen gebraten und Gluehwein getrunken, Kakao fuer die Kleinen… Jim hat ja eine ganze Menge Land, etwa 14 oder 17 Quarter Sections, so genau weiss ich das nicht (zur Erinnerung nochmal: eine Quarter Section = 800 x 800 m, = etwa 64 Hektar). So brauchten wir fuer die schoene Fahrt sein Land gar nicht zu verlassen. Und so ein eigenes Stueck Seeufer ist schon was Schickes, muss ich sagen.

Gereon und ich waren an einem anderen schoenen Tag statt mit den Hunden mal mit Lulu, dem grosshoernigen Ziegenwallach unterwegs. Ich wusste zwar, dass er gut an der Leine geht, aber so ein angenehmes Begleittier hatte ich nicht erwartet. Besser als die Hunde, niemals wollte er sich verheddern oder auf der anderen Seite des Baumes her. Mit der Nase praktisch immer an meiner Hosentasche, die die Leckerlis enthielt, marschierte er ohne zu zoegern wie magnetisiert hinter mir her. Netter Kerl! Seinen schwarzweissen Halbbruder, der zunehmend granteliger wurde, hat dagegen ein ganz anderes, sehr endgueltiges Schicksal ereilt. Nuetzt ja nix. Grantler brauchen wir hier nicht. Aber die Netten kriegen von mir Leckerchen!

Und weil immer noch Winter ist und die Baeren gefaelligst noch schlafen, geh ich auch oefter allein mit den Hunden zum ersten Biberteich, als erstes oben im Bild. Das ist eine schoene Runde, die man im Sommer, wenn der Teich fluessig ist, nicht gehen kann. In der Naehe der Biberburg liegt ein umgefallener Baum, da sitze ich dann in der Sonne und geniesse das Leben, waehrend der kleine Hund wichtig ist und Emmi die Umgebung scannt. Und dann denke ich wirklich immer wieder, dass der Winter hier, auch wenn er kaelter ist als im Moment, so schoen ist, dass mir der Sommer kaum lieber ist, ausser fuer’s Gemuese…

Zwei Damen im Schnee, da war's kalt!

Die Damen auf dem Parkplatz am See

Picknick

Chef mit Lieblings-Lulu

Der Lieblingslulu

Und dann entdeckte ich heute bei den Recyclingcontainern diesen Karton. Quintessential Alberta! Bin mal gespannt, ob ich erfahre, wer von den Nachbarn das Ding gekauft hat. Wenn jemand von euch mal ein Kalb auf der Anhaengerkupplung transportieren moechte – sagt Bescheid, ich kann das Geraet  mitbringen! Vielleicht gibt’s die auch zwei- bzw. dreiarmig fuer Schaf- oder Ziegenhalter…

So transportieren wir hier Kaelber - manchmal...