Archiv für den Monat April 2012

Zehn Tage im April

Waehrend die Schwiemu und der Herr Chef im stroemenden Regen (!), gestaerkt durch nicht unerhebliche Portionen Reibekuchen, unterwegs sind, um die zweite (!) Wildkamera zu installieren, nutze ich die Zeit, um euch anhand von ein paar Bildchen zu zeigen, wie Fruehling in Alberta aussehen kann. Wie gut, dass ich heute den Regenmesser aufgehaengt habe! Aber auch wenn die nachfolgenden Fotos nicht fuer jedermann schoenes Wetter signalisieren, moechte ich an dieser Stelle anmerken, dass in der Tat der Himmel meist blau ist und wir ausserdem und zu meiner grossen und staendigen Freude Unmengen Strom produzieren! Es ist ein Vergnuegen, manchmal einfach ein Licht unnoetig lange brennen zu lassen – man weiss kaum, wohin mit dem Zeug! Ich ueberlege an einer Kuechenmaschine, einem Fernseher (gross und flach, haha), mehr Lampen… Mixer? Puerierstab? Mmmmmh – morgen fahren wir nach Grande Prairie…

Schwanenfest!

Am Wochenende war im Saskatoon Island Park Schwanenfest. Es gibt im Umland von Grande Prairie eine ordentliche Population von Trompeterschwaenen, die Mitte des 20. Jahrhunderts in ihren Zahlen stark dezimiert waren, sich nun aber sehr schoen erholt haben. Trompeterschwaene sind die groessten Wasservoegel Nordamerikas, und wenn sie in kleinen und mittelgrossen Gruppen gegen den gestern leider grauen Himmel zu sehen sind, hinterlassen sie schon einen bleibenden Eindruck. Leider habe ich ihre namensgebenden Toene noch nie live gehoert, aber auf dieser Seite kann man „Typical voice“ anklicken, dann hoert man sie. Im Vergleich weiss ich nun auch, dass die ebenfalls wunderschoenen Schwaene, die wir bei uns am Himmel jetzt oefter sehen und auch hoeren, Tundraschwaene sind. Die gefuehrte Bustour gestern ging zudem am Nest eines Weisskopfseeadler-Paerchens vorbei. Frau Adler sass sehr dekorativ und gut sichtbar im Nest, waehrend Herr Adler wohl anderen Beschaeftigungen nachging.

Die All About Birds-Seite bietet schoene Tondateien fuer all unsere Voegel hier, und gerade sehe ich, dass man auch eine Liveshow aus dem Nest des Red-Tailed Hawk anklicken kann. Die gibt’s bei uns auch. Gestern auf dem Rueckweg entdeckten wir dann auch noch eine Northern Hawk Owl, niedliches kleines Eulchen. Und heute morgen bei meinem kleinen, aber zuegigen Gang ueber die leider wieder matschig geregnete Schotterstrasse fand ich dicke Elchspuren und ebenso dicke Wolfsspuren. Die weisse Elchkuh, die Gereon vor ein paar Monaten mal an der Strasse gesehen hat, wurde kuerzlich suedlich von unserem Land in Alberts Grazing Lease gesichtet. Die haetten wir natuerlich besonders gern mal im Bild. Ihr seht, es ist was los hier bei uns!

In den letzten zwei Tagen haben sich „unsere“ Weisswedelhirsche ueber 600 Mal ablichten lassen – Rampensaeue, die! Stellvertretend fuer die vielen Bildchen hier Mutter mit neugierigen Kindern

Sind Elche merkwuerdig oder was?

Die neue Chef-Kamera verspricht viel Spass.

Stay tuned for more episodes!

Jetzt ueberlegt der Chef natuerlich schon an einer zweiten Kamera, vielleicht mit anderen Anreizen als einem Salzleckstein bestueckt, so dass sich auch andere Interessenten fuer Portraits einfinden koennten. Man darf gespannt sein.

Nachts am Hochsitz

Bevor ich ausfuehrlich von der Reise und der Rueckkehr und ueberhaupt berichte, muss ich schnell das neueste Spielzeug des Herrn Chef hier einbauen. Er ist mir naemlich zuvorgekommen und hat sich in meiner Abwesenheit eine so genannte Trail Camera gekauft (wollte ich ihm schenken, hab ich aber vergessen – I snooze, I lose). Das ist so ein kleines Ding, das man an einer interessanten Stelle installiert und das dann per Bewegungsmelder eine eingebaute Kamera ausloest. Am ersten Tag hat es kleine 3070 Fotos gemacht: schoener Baum, schoener Baum, schoener Baum, im Licht, in der Daemmerung, im Dunkel (aber mit Infrarot), in der Daemmerung, im Licht. Na ja. Dann hat der Herr Chef die Einstellungen veraendert, und soeben holten wir das hervor:

Ein junger Mann, offensichtlich mit technischem Interesse!