Vielen Dank, Herr Elch!

Das erste Wochenende in den Foothills brachte zwar die Sichtung von insgesamt 25 Elchen, aber keinen Jagderfolg. Sonntag morgen zog der Herr Chef dann wieder los, mit dem Campingkocher, meinem letzten Sprit, zwei Kochtoepfen (!?), dem dicken Schlafsack, einer Plane, einem Greifzug, einem Lastschlitten, einer selbstgebauten Rampe etc.pp. Montag morgen blies er sozusagen telefonisch Halali oder was auch immer, jedenfalls hatte er einen Elch. Weil er ja so ein Einzelkaempfer ist und niemanden mitgenommen hatte, brauchte er dreieinhalb Stunden, um das Tier die 60 Meter bis zum Weg und Auto zu schleifen (Greifzug!). Er erzaehlte, dass er sich schon gefragt hat, was er tun koennte, falls ein Grizzly auftauchte. Die lassen sich wohl nicht so leicht verscheuchen, und im Zweifelsfall gibt der Kluegere (?) nach und ueberlaesst dem Grizzly die Beute. Es klappte aber ohne Grizzly-Einmischung, und der Elch wurde zum groessten Teil in unserem kleinen Verarbeitungsbetrieb in Valleyview abgeliefert. Deren Kuehlhaus ist nicht hoch genug fuer Elche dieses Kalibers! Halbieren war angesagt. Leider haben wir nicht die Moeglichkeiten, die dicke Elchdecke zu gerben, das faende ich gut! Mitgebracht hat er natuerlich den Kopf. Ich habe noch ein bisschen Sorge, dass der hier irgendwo INS Haus soll – da muesste ich mich dann energisch gegen verwahren. Emmi und Sheba sind in hellem Aufruhr, und Sheba haelt trotz minus 20 Grad draussen ihre Wachschicht durch. Man darf dem dicken Emmi-Klops keine Chance geben! Das ist uebrigens auch das richtige Wetter, um beide Tiefkuehltruhen auszuschalten, sehr sparsam.

Dieser Elch duerfte uns fuer ein bis zwei Jahre mit Fleisch versorgen – vielen Dank also, Herr Elch! Als ich ein bisschen Zwiesprache mit dem Verstorbenen hielt, stellte ich uebrigens fest, dass Elchhaare im Gesicht anders verlaufen als Pferdehaare. Eine Elchnase nach unten zu streicheln geht gegen den Strich. Kein Wirbel auf der Stirn, jedenfalls nicht so wie beim Pferd. Interessant…