Un ich sach noch…

Natuerlich kann ich mich nicht beherrschen, ich muss jetzt ohne weiteres Nachdenken und ohne die schoenen Geschichten, die ich im Geiste schon formulierte, schnell ein Foto einstellen. Gestern haben wir die Karten aus den Kameras geholt und uns die Ausbeute von 4 Wochen angeschaut. Weit ueber zehntausend Fotos, viel Schnee, relativ viel vom Fischer, aber auch ein paar, wie ich finde, aufregende Bilder. Und beim Gucken sagt der Chef noch so: Ich will ja eigentlich, dass da jetzt mal ein Adler kommt. Und was kommt?

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Das ist ein junger Weisskopfseeadler, der da sowohl den Kopf von der Kuh (danke, liebe Kuh, dass du uns so gute Dienste leistest!) als auch den dicken Raben klein aussehen laesst. Hinter dem Raben und dem Kuhkopf sind die Rippen der Kuh – nur mal so statt der beruehmten Streichholzschachtel zum Groessenvergleich.

Mehr Bilder, von vielen verschiedenen Tieren und vielleicht mit Geschichten, folgen spaeter.

Jetzt muss ich mich erstmal weiter re-akklimatisieren. So eine Reise ermuedet nicht nur den Koerper, sie beschaeftigt auch den Geist noch lange nach Beendigung. Nachdem in den ersten paar Stunden nach der Heimkehr selbst die alltaeglichen Handgriffe (Ofen anmachen, Schweinchenfutter mischen…) ein wenig fremd erscheinen, falle ich da doch (leider?) schnell wieder in den Trott. Aber noch bin ich gefuehlt mit einem halben Fuss in Deutschland, mein Hirn vergleicht die verschiedenen Eindruecke. Wenn man nie von zu Hause weg geht, kann man auch nie richtig heimkommen, dachte ich gestern oft. Und: Obwohl ich nach wie vor keine enthusiastische Fernreisende bin, gewoehne ich mich doch selbst mit nur einer alljaehrlichen Reise an das Fliegen, den Wechsel von Fremdheit und Vertrautheit, und mir kommt die Distanz zwischen den Kontinenten gar nicht mehr so gross vor. Will sagen, all ihr lieben Menschen, die ihr mich mal wieder beherbergt, bekocht, mit Kaffee und netten Gespraechen versorgt habt, ihr seid im Moment in meinem Kopf noch nur gleich um die Ecke. Vielleicht mach ich heute Reibekuchen – wer mag, kann ja vorbeikommen!

Draussen uebrigens, blaest jetzt, um halb acht morgens, ein frischer und bestimmt ekliger Wind den ueber Nacht gefallenen Schnee vom Poleshed, und gestern abend habe ich im Wetterbericht gesehen, dass es in Oberberg nun wirklich Fruehlinig werden will. Aber wartet, wir holen euch noch wieder ein!