Ich weiss, dass sich die bilder aehneln. Das liegt daran, dass das abgebildete land von riesen-bauern aus der gegend von falher (wo ich am sonntag fotografiert hatte) aufgekauft wurde. Es ist leider nur drei, vier km von uns entfernt und war ueberwiegend busch und kuhweide, soweit ich weiss. Insgesamt wurden wohl sieben quarter sections verkauft (7x800x800m). Letzten winter wurde abgeholzt, dann das schoene alfalfafeld und vieles andere umgepfluegt und im fruehjahr canola eingesaet.das abgeholzte uebrigens wird einfach auf riesenreihen geschoben und verbrannt – tagelang. Eben am wasserhaeuschen traf ich einen nachbarn, der ein flugzeug hat. Der erzaehlte mir, dass die flugzeuge, die wir am wochenende gehoert hatten, spruehflugzeuge waren, die gegen insekten im canola im eingesetzt wurden! Er berichtete auch, dass die natuerlich nicht wegen noch stehenden streifen wald abschalten, sondern einfach alles spruehen. Es passt zum titel, dass diese bauern einen sehr franzoesischen namen haben, eben a la louis quatorze. Sent on the TELUS Mobility network with BlackBerry

Archiv des Autors: Petra
Versailles in Alberta
Sonja hatte zu meiner Erwaehnung des Pestizid-Einsatzes unglaeubig kommentiert. Ich glaube inzwischen, an vielen anderen Orten der Welt kann man ein bisschen auf einer Insel der Glueckseligen sitzen und nicht mitbekommen, wieviele Schweinereien es in dieser Hinsicht wirklich gibt. Pestizide gegen Wildwuchs sind bei uns die Norm. Unsere Strassengraeben werden regelmaessig totgespritzt, und letztes Jahr geschah das sogar trotz unserer von der Gemeindeverwaltung zur Verfuegung gestellten Schilder, die das verboten. Dafuer mussten wir eine komplizierte Vereinbarung mit der Verwaltung unterschreiben, in der wir uns verpflichten, ab sofort selbst fuer die Kontrolle von Aufwuchs und Vernichtung der vielen als landwirtschaftsschaedlich klassifizierten Unkraeuter zu sorgen. Man fuehlt sich fast wie ein Verbrecher, wenn man so etwas beantragt. Der junge Mann aber, der den Spruehwagen fuhr, uebersah die Schilder einfach und spritzte trotzdem. Meine Recherchen und mein sofortiger erzuernter Anruf beim MD ergaben, dass es sich zwar um ein nicht unmittelbar warmblueter- oder bienengefaehrliches Spritzmittel handelte, dass es aber ausreichende Hinweise dafuer gibt, dass z.b. meine Ziegen das Zeug mit dem Gras aufnehmen und unverarbeitet wieder ausscheiden. Es sitzt dann im Mist, der zu Kompost wird, jedenfalls bei mir, und dann – Achtung aufgepasst! – z.B. meine Tomaten zum Welken bringt. Das ist doch auch mal was Nettes, oder? In anderen Laendern ist das Mittel laengst verboten.
Dieses Jahr sieht es mir ganz so aus, als sei trotz gegenteiliger Versprechen vom letzten Jahr waehrend meiner Abwesenheit das gleiche passiert: an unserem Grundstueck entlang stehen Pflanzen, die gar nicht gesund aussehen… Es wird wohl mehr erzuernte Anrufe geben muessen. Man nennt das hier uebrigens nicht Unkrautvernichtung, sondern sehr elegant „Aufwuchskontrolle“. Aaah ja! Und ob sich irgendjemand Gedanken um das Grund- oder auch Oberflaechenwasser (das in meinen Dugout fliesst) macht, wage ich zu bezweifeln. Letztes Jahr erklaerte mir die zustaendige Dame (offizieller Titel: Agricultural Fieldman), dass sie mit ihrem begrenzten Budget unmoeglich alle Graeben einfach nur maehen lassen koenne, da muessen Pestizide her.
Hinter diesen Aktionen steht m.E. unter anderem – und hier kommen wir auf Versailles – die nach meiner Erfahrung ueberall verbreitete Ansicht, nicht zuletzt gestuetzt durch sehr konservative Bibelinterpretationen der vielen kirchlichen Gruppen hier im kanadischen Bible Belt, dass der Mensch sich die Natur untertan zu machen hat. Koste es, was es wolle! Zu vital und offensichtlich bedrohlich ist die Wildnis, als dass man nicht mit schwerem Geschuetz gegen sie angehen muesste, wie Ludwig XIV seinerzeit. Und Gewinne bzw. kurzfristige Erfolge bestaetigen nur, dass man auf dem richtigen Weg ist. Reichtum wird haeufig als etwas Gottgewolltes angesehen und darum gern angestrebt. Nebenwirkungen ignoriert man, da moegen andere sich drum kuemmern. Hauptsache, es funktioniert erstmal, und das Canola steht allein auf weiter Flur. Und wenn etwas nicht so toll funktioniert (Canola in Monokultur, z.B., ist das Paradies fuer Kohlweisslinge und Erdfloehe, die anderenorts aber viel Schaden anrichten), muss eben mehr Chemie her. Ein Umdenken hin zu einer nachhaltigeren Bewirtschaftung bzw. Landwirtschaft kann ich hier nur sehr vereinzelt feststellen. Zu reizvoll sind die Chemikalien, deren multinationale Produzenten einfache Loesungen und grosse Gewinne versprechen.
Wir als Konsumenten koennen das foerdern, indem wir immer gern das Billigste kaufen, oder abstrafen, indem wir genauer pruefen, was wir kaufen. Dafuer braucht es allerdings ein Umdenken auf weiter Front… Ein endloses Thema, fuer das ich jetzt keine Zeit habe, weil ich naemlich meine kleine nachhaltige Landwirtschaft versorgen muss 😉
Huhn an hosta
Wenige eier um diese jahreszeit sind eigentlich immer ein zeichen nicht fuer schlecht legende hennen, sondern fuer „klutzige“ huehner.
Waehrend ich soeben mal wieder das beikraut in meinem gartendschungel mit der sense bekaempfe, hoere ich die unverwechselbaren toenchen, die zu solchen huehnern gehoeren. Ein paar vorsichtige schritte durch das huefthohe gras um meine hosta herum lassen mich das hier entdecken: eines von vielen, die da noch im schlupf sind.
No rest for the wicked!
Bloeder spruch eigentlich: den schlechten keine ruhe! Aber das sagt man hier gern.
Wir finden uns heute ziemlich gut, und die betonung liegt auf der fehlenden ruhe. Der chef arbeitet in seiner freiluftwerkstatt, es werden raehmchen fuer die bienen gedrahtet, die ich dann in einem sehr angenehm riechenden weiteren arbeitsgang mit vorgefertigten wachsplatten bestuecke. Denn honig muss her!
Road trip – abschluss
Heimkehr um mitternacht, erfolgreicher markt trotz konkurrenz, viel interessante technik gesehen bei sam und corinne, lecker spaghetti gegessen (nudeln machen froehlich!), heimfahrt ohne wildschaden und wach, toller himmel immer noch. Die bilder zeigen das begruessungskomitee bei sam und corinne, die veranda (neid!), einmal mond in rot, einmal blick nach NW (keine frage, warum das meine lieblingshimmelsrichtung ist, das war gegen elf oder so), einmal, schrottig, mond in mondfarbig ueber „unserer“ strasse ;-), das bild gibt auch ungefaehr meinen sehfaehigkeitsstatus wieder, ich war dann doch ganz schoen muede!
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Weiter nach NW – road trip teil 8
Jetzt bin ich unterwegs zu sam und corinne, von denen wir nicht nur unsere ersten ziegen, sondern auch unsere solaranlage haben. Dort werde ich mir moeglichkeiten der warmwasserbereitung anschauen, jawoll! Und bin zum essen eingeladehier herrscht staubige trockenheit, die farmer klagen.
Aufgebaut! – road trip teil 7
Das wetter ist perfekt, und obwohl diesmal noch ein anderer honighaendler hier ist, bin ich optimistisch. Wir haben ein exzellentes produkt, und die leute kaufen jedes jahr bei uns, sie erinnern sich.
Es gibt haekelzeugs, alpaca-produkte, jede menge schmuck, ballontierchen, tutus (das scheint eine neue mode zu sein), eine weberin, seife und ein paar sachen, die ich noch nicht erforscht habe. Alles in allem mal wieder nicht wirklich aufregend, aber ich habe trotzdem spass! Ich mag dunvegan, es ist ein schoener platz. Das haus ist neu hier, das naehme ich sofort 🙂
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Trocken! – road trip teil 6
Rycroft – road trip teil 5
Auch wenn es fuer mein empfinden ziemlich haesslich ist, so scheint rycroft doch immer noch ein rexcht grosser umschlagplatz fuer getreide und saatgut zu sein. Im bild rechts (zoom funktioniert nicht…) einer der wenigen noch existierenden grain elevators, die frueher ein wahrzeichen der gegend waren.
Noch 21 km bis dunvegan!













