Rund ums Haus

Das Haus ist umgeben von ein bisschen Wald, der wahrscheinlich noch einige Zeit ausreichend Brennholz liefern wird. Es hat ursprünglich mal unten an der Straße gestanden, aber dann haben Rolf und Judy kurzerhand ein Erdgeschoss gebaut, das an einem kleinen Hang halb in der Erde steckt und halb zum Garten und Wald hin sich öffnet, und dann das Haus 600 Meter weiter transportiert und dort auf das Erdgeschoss aufgesetzt. Man neigt hier wohl dazu, ganze oder halbe Häuser zu transportieren, schweres Gerät macht niemanden bange.

Hier also das Haus und ein bisschen drumherum, z.B. auf dem Foto mit meinem Schatten bzw. auf dem Foto mit dem alten Autobus das Stück, wo ich im Frühjahr einen Garten zu bewirtschaften hoffe, dann, umgeben von Bäumen, der Dugout, der Regenwasserteich, aus dem das Brauchwasser gewonnen wird, ein Blick auf einen der vielen kleinen Schuppen rund ums Haus und auf eines der vielen nicht fahrtüchtigen Autos, die Rolf wohl als Ersatzteillager nutzt (Kleiner Exkurs: Gerade höre ich in den Nachrichten, dass man keinesfalls im Ort oder sonstwo herumwandernde Elche mit Schneebällen bewerfen soll – das kann tödlich enden, hat es bereits einmal getan im Falle einer Elchkuh mit Kalb auf einem Schulhof, sie tötete den Hausmeister! Gereon hat heute den zweiten Elch in Hausnähe gesehen, ich leider wieder nicht. Allerdings wanderte ich neulich mit den Hunden zum Briefkasten, alles war verharscht, und ich hörte weiter unten im Straßengraben so was wie große Füße krachen – ich hab dann wieder umgedreht, ohne nachzuschauen, ob es vielleicht ein Elch war, aus den oben genannten Gründen.) Außerdem Gereon und Rolf bei der Arbeit draußen – immer ist was zu reparieren. Ach ja, und die Tankstelle „Canadian Style“. Die Landwirte haben natürlich ihre eigenen Tanks, hier gibt’s drei davon.

Zu den vielen kleinen Gebäuden rund ums Haus gehört auch das „White House“. Es hat wohl nicht so viel gemeinsam mit seinem Namensvetter in Washington. Auch hier wieder eine Geschichte von Transport und günstigem Einkauf: Ein Nachbar wollte das Haus für den Luge Hill, den Schlittenhügel haben. Er hatte es sehr günstig, für 150 Dollar gekauft, der Haken war nur, es stand nicht gerade um die Ecke, sondern bei Nose Mountain, kleine, na, (Gereon schätzt gerade) 180 km entfernt, davon immerhin 80 km Teerstraße, der Rest Forestry Trunk Road = Schotterpiste, teilweise richtig steil. Das erklärt vielleicht den arg günstigen Preis. Der Nachbar hat sich dann doch anders entschieden, und Rolf ist seinem Hang für günstige Gelegenheiten nachgekommen. So weit wir wissen, hat er das Ding am Stück von Nose Mountain hierhin transportiert, um vielleicht mal Mutter oder Schwiegermutter dort unterzubringen. Dazu ist es nie gekommen, denn wie das mit kleinen Häuschen so geht: sie füllen sich wie von selbst. So auch dieses. Und in den letzten Wochen hat der Elch sich gern links daneben unter ein Tännchen gelegt, um dort in Ruhe wiederzukäuen. Ich hab ihn leider nur durch die Scheibe unscharf erwischt, aber immerhin! Neben dem kleinen weißen Haus gibt es noch Tyke’s Haus, mindestens zwei weitere kleine Hüttchen, die diversen Kornspeicherlein und die Werkstatt, alle praktisch bis obenhin angefüllt mit den Zeugnissen der Sammelleidenschaft der Bauernhofbesitzer. Es gibt fast nichts, was es nicht gibt – man muss es nur finden! Jedenfalls wird’s nie langweilig.

Noch was zu den diversen Schrottautos (man gewöhnt sich übrigens leider an den Anblick – ich sehe sie schon fast gar nicht mehr!) Neulich fiel mir auf, dass zwei insbesondere sich so ähnlich sahen, eines blau mit weißer Kabine, eines weiß mit blauer Kabine. Darauf angesprochen, bestätigte Judy meinen Verdacht und meinte, das sei typisch für Rolf: Er kaufe ein Auto und dann dasselbe nochmal für Ersatzteile. Dann wies sie mich auf weitere „Paarungen“ unter den Schrottis hin. Zwei Jeeps, zwei Chevys, zwei Ich-weiß-nicht-was. Natürlich sind inzwischen jeweils beide Exemplare Schrott, von Ersatzteilen redet längst niemand mehr. „Und eines Tages, wenn er mal nicht hinguckt, dann lasse ich die alle abholen!“ Sagt Judy. Kann ich kaum glauben ;-)))
Irgendwie scheint mir auch ein alter Trecker doppelt zu sein…