Zaunkontrolle

Also erstmal: Ich glaube, ich habe eine Arbeit! Juchhu!! Ab Montag werde ich, zuerst für eine Woche probehalber, bevor wir über dollars and cents sprechen, in einer benachbarten (gut 20 km, haha!) Küchenfabrik am Computer Küchen zusammenstellen. Ich denke, das kann mir sogar Spaß machen, und ein bisschen „additional cashflow“, wie mein zukünftiger Chef Peter sagt, kann ja wirklich jeder brauchen. Unsere Einnahmen würden sich wohl mindestens verdoppeln, was grandios klingt, uns aber nur besser über die Runden brächte.
Nach meinem erfreulichen Vorstellungsgespräch gestern wollten wir dann zusammen den Südzaun des vom Staat gepachteten Weidelandes, der so genannten „grazing lease“ kontrollieren. So sattelten wir wieder unseren wackeren Whisper, dem immer schon Böses schwant, wenn ich mit dem Sattel komme, hängten ihm, wie bereits vorher einmal, den Rucksack mit Werkzeug und Wasservorrat ans Sattelhorn (das kann er hassen!!), und los ging’s Richtung Süden und grazing lease. Gereon auf dem Trecker mit Grobwerkzeug voraus bis zu dem Punkt, wo man mit normalen Fahrzeugen nicht mehr weiterkommt. Mein erster „größerer Ritt“ ohne Tuchfühlung mit meinem Retter praktisch. Ich fühlte mich zwischendurch ganz schön mulmig, aber Whisper ist ein netter Kerl. Am Ende des ebenen Geländes, gefühlt nach ungefähr einem Ritt von 45 Minuten, teilweise in einer Staubwolke, luden wir dann Kamera und Motorsäge auch noch auf Whisper um, und dann begann das Abenteuer. Wir gingen am Zaun entlang Richtung Fluss, und ich hatte keine Ahnung, wie verflixt steil die Hänge dazwischen sind, und zwar immer rauf und runter. Whisper hatte auch keine Ahnung… Gereon musste zwischendurch immer wieder Isolatoren erneuern und umgefallene Bäume vom Zaun schneiden. Währenddessen warteten Pferd und Helferin geduldig
Nach einigem heftigen Rauf und Runter, wobei man gewaltig ins Schwitzen kommt, was wiederum den Moskitos das Auffinden leckerer Menschen erleichtert, kamen wir an dieses kleine Bachtal. Da hatten lt. Rolfs Erzählungen Biber mal einen kleinen Bach gestaut, alle damals dort stehenden Bäume abgeholzt und es sich gutgehen lassen. Dann kamen die dürren Jahre, und jetzt sieht es dort so aus:
Stunden später: Das Zaunende kommt in Sicht, und mit ihm immer mehr dunkle Wolken Wenn man ganz genau hinschaut, kann man ahnen, wo unten im Tal der Fluss verläuft, der jetzt sehr lehmig und voll ist: Schneeschmelze in den Rockies. Whisper dachte vorwiegend ans Fressen, ich vorwiegend an den Rückweg
Pünktlich mit den ersten dicken Regentropfen, nach vier Stunden etwa, waren wir zu Hause! Auf dem Rückweg hab ich sogar zweimal den Traktor im Galopp überholt – man will schließlich nicht immer Staub schlucken. Den hab ich gern, den wackeren Whisper (er mich wahrscheinlich weniger 😉

Und eigentlich das Erfreulichste für uns hier: Seit gestern hatten wir schon 1/4 Inch Regen, das ist für unsere Verhältnisse ziemlich klasse, und es regnet wieder. Nun muss ich allerdings leider die Truter wieder reinholen, die irgendwie wohl nicht wetterfest sind. Jedenfalls wächst jetzt auch im Garten wider Erwarten fast alles, bis auf die dämlichen Möhren.