Kaelte erstmal vorbei

Die Kaelte ist erstmal vorbei – da sind wir aber froh. Ich konnte mich naemlich wirklich kaum melden, weil man alle Haende und ueberhaupt alles voll zu tun hat, sich bei –37 Grad warmzuhalten. Liegt natuerlich ein bisschen daran, dass die Infrastruktur noch nicht so ganz perfekt ist. Aber es ist auch einfach wirklich saukalt. Die Tiere haben es schwer dann, das finde ich immer am schlimmste: bibbernde Ziegen, sogar das Lama hat einmal geklappert. Klappernde Zora, die dann ins Schlafzimmer mit uns umziehen durfte. Aber bis fast minus 20 hat sie tapfer in der Kueche durchgehalten, allerdings immer in Ofennaehe, der natuerlich in der Kaelte nie wirklich ausgegangen ist. Doch jetzt ist es wunderbar auszuhalten. Die Temperaturen steigen schnell auf knapp ueber Null und sind jetzt wieder im Normalbereich, so um die –10 bis –15. Das ist angenehm, wirklich.
Natuerlich war in dieser Zeit an das Auftauen bzw. Zerlegen des Elchblockes nicht zu denken. Die Nachbarn und auch ein diesen befreundeter Trapper hatten natuerlich gesagt, dass das eben hier nicht so geht, Tier in der Decke haengen lassen etc.pp. Aber wir sind ja stur! Und dann wurde das Wetter waermer, wir produzierten Eiszapfen von epischem Ausmass , das Kuechenhaus sah wunderbar aus im Schnee , und die Frau Hoe. konnte draussen telefonieren, wie ja immer wieder gern getan . Man beachte allerdings immer noch die Bekleidung, Michelinmaennchen-haft (ehrlich, ich fuelle das nicht bis in alle Ecken aus!) Hatte ich erzaehlt, dass die Werbung hier sagt, dass man derartige Teile im Yukon als Lingerie bezeichnet? Das gefaellt mir so gut!
Jedenfalls musste nun der Elch geholt werden. Ich habe das nicht alles fotografisch festgehalten, aus Gruenden des Respektes (ehrlich). Ich kann euch aber sagen, dass ein gefrorener Elch auf allen Vieren stehen und auch auf der dicken Nase prima rutschen kann… Hunde und andere Vierbeiner waren fasziniert. Dann hat Gereon „die Beine eingekuerzt“ – ich meine, allein dieser Ausdruck… unmoeglich. Anders aber haetten wir ihn nicht in die Kueche bekommen, den Elch. Und da lag er nun, fast wie Gymnastik, auf Melkstand und Hocker. Und taute. Am naechsten Tag, glaube ich, konnte Gereon ihn schon aus der Decke schlagen (ha, ich weiss naemlich die Woerter jetzt!) und nach und nach zerlegen. Ich hatte ja nie geahnt, dass ich im Nebenberuf mal Fleischwolf wuerde: 15kg Hacke werden aus zwei Vorderkeulen. So ungefaehr. Und am naechsten Abend gab’s Elchfilet, eines fuer jeden. Elche, jedenfalls dieser, haben naemlich interessanterweise relativ weniger Rueckenfleisch als ein Hirsch. Es war ausgezeichnet und wir nennen dies nun das kleine Jaegerglueck (obwohl es eigentlich schon wirklich ein grosses Jaegerglueck ist).
Jetzt ist er komplett in die Truhe umgezogen, und wir haben in der Kueche wieder erstaunlich viel Platz, das ist angenehm.
Vorgestern dann zum Eisangeln mit den Nachbarn. Der Snipe Lake ist in Ufernaehe nicht so tief, deswegen war ich auch nur ein bisschen bange, als wir durch matschige Stellen wanderten. Loecher waren schon vorgebohrt von Vor-Anglern, und man stelle sich vor, ich habe tatsaechlich meinen ersten Fisch gefangen. Hat auch geschmeckt. Gereon hatte auch seinen ersten Whitefish. Margaret, die Nachbarin, hat natuerlich profi-haft ihr Limit gefuellt, aber wir ueben ja noch…
So, nun schnell weg hiermit ins Netz. Und naechstes Mal hoffe ich ein Foto von unserem Tausch-Ziegenbock zu haben, den ich Boje nenne. Wer ihn sieht, weiss warum 😉