Some days…

… das hatte ich bestimmt schon mal geschrieben, oder? Manche sind Diamanten, manche sind Steine. Letzte Woche hatte ich einen Stein. Da musste ich am Dienstag meinen hoch geschaetzten Friseurtermin schon absagen, weil ich eine Pruefung fuer meine Arbeit machen musste – Production Animal Medication. Wenn ich sie bestanden habe, was ich schwer hoffe (man durfte das Buch waehrend der schriftlichen Pruefung konsultieren…), dann darf ich jetzt offiziell Medikamente fuer Nutztiere verkaufen. Hunde vergiften durfte ich glaube ich schon vorher… Die Pruefung war in Fairview, drei Stunden Fahrt von hier. Es war kalt und eisneblig – bestes Fahrwetter! Aber nach einer Dreiviertelstunde lichtete sich der Nebel, ich fuhr ja Nordwesten, sowieso meine Lieblingsrichtung, und alles war wunderbar. Ueber den Peace River in Dunvegan, immer wieder schoen. Eisschollen schwammen noch auf dem Fluss, den ich laengst zugefroren waehnte, und die Huegel waren schoen wie immer. Alles war gut. Pruefung fand ich lepsch. Der Plan war, danach nach Grande Prairie weiterzuduesen, nur ein kleiner Umweg, und da noch dick einzukaufen. Ich war hochgestimmt und fand gerade, dass ich eigentlich solche theoretisch oeden Ueberlandfahrten (bis Fairview insgesamt fuenfmal abbiegen…) schoen finde, da aenderte sich was. Kurz hinter Sexsmith, also 20 Minuten vor Grande Prairie, kochte der Kuehler. Das geht selbst bei minus 26, wie ich jetzt weiss. Und kuehlt auch nicht schnell genug ausreichend ab. So durfte ich meine AMA-Mitgliedschaft ausprobieren. AMA ist wie albertanischer ADAC. Es dauerte eine kleine Stunde, bis ein freundlicher junger Mann kam und mich bzw. den Van auf den Haken nahm. Bis dahin war ich aber ordentlich durchgefroren, kann ich euch sagen, denn den Motor konnte ich ja nicht laufen lassen. Gut, dass ich gerade eine spannende Buecherlieferung bekommen hatte. Und jetzt weiss ich auch, warum eine Kerze im Survival Pack empfohlen wird. Natuerlich nicht fuer Licht, sondern um sich die Haende zu waermen.
Wahrscheinlich knapp 1000 Dollar spaeter wird der Van dann naechste Woche wieder fahrbereit sein – welch ein Spass. In GP musste ich ja dann auch noch auf den Shuttle Service in Form von Gereon warten. Ich hab lange nicht mehr so gefroren, obwohl ich immerhin mit einer dicken Tasse Mocha bei Starbucks sass. Der arme Gereon musste auf der Rueckfahrt schwitzen, waehrend ich immer noch fast die ganze Zeit klappern musste. Bilder gibt es von dieser Exkursion nicht.

Vorher aber hatten wir es nett. Der Bauer und sin Fru tuckerten naemlich mit Quad und Anhaenger auf die Nordhaelfte, zur Wildfuetterung. In gut-deutscher Manier hat der Chef naemlich beschlossen, dass er „sein“ Wild fuettern will. Und so haben die Ziegen einen Heuballenkern abgetreten, und wir sind in den Winterwald geknattert. Man beachte bitte auf dem Foto das gepolsterte Gepaeckgitter: ein Futtersack, beinhaltend eine edle Lamadecke von der Oma. Darauf sitzt die Bauersfrau. Ich fuehlte mich stark an aeltere Winterborner Ehepaare erinnert. Damals waren die Saecke noch aus Jute. Margaret hat ein Stueck Schaumstoff in ihrer Futtersack. Mein Sitz war jedenfalls bequem und warm. Und ich durfte auch eine Erstbesteigung des „Hegerhauses“ vornehmen, das sich der Chef ja schon vor einiger Zeit gebaut und selbst auch schon genutzt hatte. Nett. Mit Rueckenlehne!


Heute waren wir wieder da – nett. Heute uebrigens ist es bei uns wahrscheinlich muckeliger als bei euch in D – PLUS FUENF GRAD! Ha! Und kein Schneefall. Und kein Wind. Da seid ihr aber neidisch, oder? Die Huehner tobten draussen rum, Klein-Skinny-Minni wusste nicht wohin mit sich, weiss sie schon seit ein paar Tagen nicht, es koennten auch die Hormonellen sein.

Eher diamanten ist auch, dass der Chef tatsaechlich wieder Arbeit hat. Und dann kleckern wir ja nicht, nein, 45 Stunden darf er arbeiten. Das fuehrt zu einigen organisatorischen Herausforderungen hier. Vor allem Tiere-Versorgen im Finstern. Und so habe ich mir am Samstag so eine Kopfleuchte gegoennt, mit LED’s. Sieht bescheuert aus (daher auch kein oeffentliches Foto), funktioniert aber prima. Damit hab ich gestern abend schon das Wiesel geortet. Wir haben uns gegenseitig angestarrt, ich mit LED’s, das Wiesel mit naturgruen, jedenfalls sah es so aus.