Die permanente Residentenkarte

Die muss ich offiziell haben, wenn ich nach meinem Deutschlandbesuch wieder nach Kanada einreisen will. War aber ja abgelaufen. Schon im September. Hatte ich uebersehen. Bearbeitung brauchte laut Website der kanadischen Immigrationsbehoerde ca. 231 Tage – wie schoen! Es gab aber ein Eilverfahren, wenn man dem Antrag das bezahlte Flugticket in Kopie beifuegte. So tat ich das. Und siehe da: knappe 14 Tage spaeter kam ein Anruf von einer freundlichen Dame mit einem Hauch eines franzoesischen Akzentes, dass die Karte abholbereit in Edmonton liege, mit detaillierten Anweisungen, welchen Lift ich zu nehmen haette im Canada Place und was ich an der Rezeption zu sagen haette. Ich hatte sowieso Honig auszuliefern an einen kleinen Fruchtweinbetrieb, und so fand ich den Gedanken an eine Fahrt nach Edmonton im Februar nicht sooo schlimm. Unsere Autos schienen nicht vertrauenswuerdig genug, und Nachbar D. bot sich freundlicherweise an, mitzufahren. IKEA winkte… und ein Kaeseladen… und ein Roots Outlet Store…

So duesten wir also letzte Woche um 6 Uhr morgens hier los, denn das CIC-Buero hat nur von 9-2 auf. Etwas mehr als 4 Stunden spaeter, ohne Elchkontakt (dem Himmel sei Dank!), parkte mich der Nachbar perfekt vor dem Gebaeude. Ich war prima ge-schwammbadet, frisiert, dezent geschminkt, und fast voellig sauber angezogen (mit den Schuhen hatte es nicht so ganz geklappt). Und marschierte gemaess den Anweisungen ins Gebaeude, in den Lift, zur Rezeption, in Erwartung eines aufwaendigeren Behoerdengespraeches. Aber nix da. Ein freundlicher junger Mann am Empfang fragte nach meinen Identifikationspapieren (das ist ja hier hauptsaechlich der Fuehrerschein), guckte dann was im Computer nach, ging hinten in sein Buero, kam mit einem Umschlag zurueck, dem er die neue Karte entnahm und mir aushaendigte, liess mich ein Formular unterschreiben – fertig! Ich war irgendwie entsetzt und fragte ihn, ob es ihm aber doch bitte klar sei, dass ich fuer diese fuenf Minuten Behoerdenkontakt fast 5 Stunden einen Weg angereist sei. Jaja, beschied er mir, aber er muesse ja im Computer ueberpruefen, ob meine Angaben ueber meinen Aufenthalt in den letzten fuenf Jahren auch korrekt seien. Im Computer. Aaah ja. Manche von uns wissen ja, dass Computer auch „auf Entfernung“ koennen. Die Menschen bei CIC ignorieren das.

Na, der Vorteil war natuerlich: mehr Zeit fuer IKEA, immer wieder ein Kulturerlebnis… Meatsballs fuer D. und Crepes (naja…) fuer mich. Und der Nachbar war so angetan von unserem erfolgreichen Trip, dass er vorschlug, dass doch jetzt alle 14 Tage zu machen. Hab ich aber abgelehnt. Vielleicht alle 3 Monate, aber nur im Notfall. Jedenfalls: der Kaeseladen war wech, und der Roots Outlet auch. Stattdessen hab ich einen anerkannten Verkaeufer von AGA Kuechenherden gesehen – hach, schoen! Leider nicht mehr mit Holzfeuerung zu haben.

Den Wein, den uns unsere Kunden freundlicherweise mitgebracht hatten, haben wir uebrigens probiert, jedenfalls The Barb. Ziemlich erstaunlich. Und ziemlich lecker. Nun sind wir gespannt auf die Himbeervariante. Da ist naemlich Honig drin…