Telus – die endlose Geschichte – Zweite Staffel

Juni kuehl und nass …fuellt dem Imker mal bestimmt nicht Scheun‘ und Honigfass.

Seitdem ich erstaunlicherweise das Regenmessrohr (im Volksmund „rain gauge“ genannt und WICHTIG) wiedergefunden habe, ca. vor einer Woche, sind wir schon auf 3/4 Inch, umrechnen muesst ihr selbst. Das ist im Prinzip nicht schlecht, denn nach wie vor gilt ja das Alberta-Bauern-Mantra: Wir brauchen die Feuchtigkeit. Weil aber mein Garten immer noch laengst nicht komplett ist, sprich, noch jede Menge von der Gaertnerin selbst irgendwie gelockert und dann besaet werden muss, macht mich der Regen nicht nur froehlich. Also muss ich mir andere Amusements suchen. Nach einer gruseligen Telefonrechnung letzte Woche beschlossen der Chef und ich, dass ich erneut einen Versuch mit Telus, unserer Entsprechung der Telekom, starten sollte.

Ihr erinnert euch vielleicht: Schon 2007 hatte ich einen Festanschluss beantragt, der mir erst zugesagt worden war, samt Telefonnummer, und dann abgesagt, wegen technischer Unmoeglichkeit da, wo ich wohne. Das Ganze fuehrte zu einer unerfreulichen Korrespondenz, in deren Verlaufe ich schliesslich ein Inkassobuero auf den Hals gehetzt bekam wegen einer Rechnung fuer ein Telefon, das ich nie bekommen habe. Die ganze Angelegenheit hat es sogar bis zu „meinem“ Parlamentsabgeordneten in Ottawa geschafft, aber das ist eine andere Geschichte, nicht erfreulicher.

Jedenfalls telefonierte ich letzte Woche mit einem freundlichem jungen Mann mit stark ostasiatischem Akzent, der mir froehlich einen Telefonanschluss innerhalb von 3 (in Grossbuchstaben: D – R – E – I) Tagen zusagte, sich dann korrigierte und einen Termin fuer den 17. mit mir machte. Komplett mit Vorgangs- und Telefonnummer. Ich habe ihn mehrfach ausdruecklich auf meine bisherigen Schwierigkeiten hingewiesen, ihm alle relevanten frueheren Aktenzeichen diktiert, aber er liess sich nicht beirren: ich bekomme uebermorgen ein Telefon!

Heute erfolgte dann ein automatisierter Bestaetigungsanruf von Telus, und ich nutzte diese Chance, nochmals „persoenlich“ mit einem echten Menschen zu sprechen, obwohl das nicht viel anders ist als mit einem Automaten. Auch heute wieder bestaetigte man mir froehlich, diesmal mit einer netten Frauenstimme, dass in der Tat ich Freitag ab 8 Uhr, so ich denn ueber 18 Jahre alt bin (ha! so gerade eben…), mich bereit zu halten habe fuer den Techniker, der dann das Telefon anschliesst. Ich muss sicherstellen, dass alle Geraete greifbar sind und alle Anschluesse zugaenglich. Keine Ahnung, was die meinen. Ich habe aber so den Verdacht, dass am Freitag hier ein dicker Truck auftauchen wird, wahrscheinlich gegen Mittag, aus dem ein mehr oder weniger granteliger Herr mittleren Alters aussteigt und mir kopfschuettelnd bescheidet, dass man hier leider kein Telefon anschliessen kann.

Wie sehr wuenschte ich aber, dass ich unrecht habe – und das passiert mir selten! So oder so werde ich euch auf dem laufenden halten. Ich ueberlege schon, ob ich mir einen Zeugen fuer Freitag einladen soll. Auf jeden Fall werde ich vorsorglich schon einmal wieder „meinen“ Parlamentsabgeordneten informieren, dass anscheinend seine „Intervention“ Fruechte traegt – ein bisschen Ironie kann in der Politik ja nicht schaden.

Und weil diese Geschichte gar so entzueckend ist, erhaelt sie sogar eine eigene Kategorie.

Ob ich vorsichtshalber doch schon mal das alte Telefon suchen sollte? Hmmmmhh….