Kein Fensterplatz fuer Elche

walters elchFreund Walter (Schmitten im Hochtaunus, derzeit Grande Prairie) mag es Kanadisch, und so ziert schon laenger diese nicht winzige Elch-Handpuppe sein jeweiliges Fahrzeug. Bei seinem Wochenend-Besuch berichtete er, dass er neulich morgens, so gegen 6:35 Uhr, in Grande Prairie zur Arbeit fuhr, korrekt knapp unter 50 in der Stadt, weil er wusste, dass an der Stelle, die er passierte, haeufig die Polizei mit dem Radargeraet stand. So auch an diesem Morgen. Walter pruefte kurz den Tacho, alles im gruenen Bereich! Im Rueckspiegel sah er, wie einer der Polizisten zu seinem Auto rannte und losfuhr, und Walter vermutete, dass der nach ihm Fahrende wohl zu schnell gewesen sein musste. Gross war sein Erstaunen, als ihm ein weiterer Blick in den Rueckspiegel deutlich machte, dass das Blaulicht-Feuerwerk ihm galt. Er fuhr rechts ran, der Polizist stieg aus, kam flott zum Auto marschiert, guckte auf den Ruecksitz – und schlug mehr oder minder gackernd die Haende ueber’m Kopf zusammen. Im Gespraech klaerte sich, dass der Mann geglaubt hatte, in dem vorueberhuschenden Autofenster einen Menschen zu sehen, der auf der Rueckbank lag und mit Handschellen irgendwo ueber’m Fenster angetackert war… Walter wunderte sich nicht schlecht, aber er verkniff sich, den Polizisten nach dem Grund fuer die bereits am fruehen Morgen aufgesetzte dunkle Sonnenbrille zu fragen. Man lachte froehlich  noch ein bisschen weiter, und dann meinte der Polizist, wo man nun schon einmal am Rand geparkt sei, wolle er doch auch gleich mal Walters Papiere ueberpruefen. Das war schade. Walter fuhr naemlich ohne, und sein Fuehrerschein, den er gar nicht dabei hatte, war sowieso abgelaufen. (Dazu muss man sagen, dass das nicht Walters Verschulden war, sondern eine weitere kanadische Behoerdenmerkwuerdigkeit und eine andere laengere Geschichte.) Auch die Anmeldung und die Versicherungspapiere lagen sicher bei Walter zuhause. Zwar liess sich der Polizist davon ueberzeugen, dass es all diese Papiere gibt (er war naemlich, wie sich herausstellte, deutscher Abstammung und mit einer Europaeerin verheiratet, man hatte also viel Gespraechsstoff), aber er folgte Walter dennoch bis zu dessen Arbeitsstelle, um die Angaben zu ueberpruefen – und schrieb ihm einen Bussgeldbescheid ueber $171! Teure Elch-Fahrt. Der Elch sitzt jetzt mitten auf der Rueckbank, in der Aussparung fuer die herunterklappbare Armlehne.