Ja halloooo??

Das sagte man uns um 6:37. Und koennte recht haben. Es schneit immer wieder. Die Esel mussten ihre Pedikuere unter dicken Flocken ueber sich ergehen lassen, sie waren so gar nicht amuesiert. Dazu weht ein frisches Lueftchen, und mir ist irgendwie, sagen wir mal, kueeeehl. Die armen Gaense, die der Chef vor zwei Tagen hoerte! Alles, was die essen koennten, wird ja stuendlich wieder abgedeckt.

Und wenn der Wetterbericht so ist (und gestern sich schon so aehnlich andeutete), komme ich natuerlich auch auf alberne Ideen. Besuch hatte sich gestern angekuendigt, und dann ueberkommt mich manchmal das Hausfrauen-Gen, das sich normalerweise klein macht und im Hintergrund haelt. Ich hatte ein Rezept fuer hefe-freie Zimtschnecken gefunden, das ich ausprobieren musste. Zimtschnecken, Cinnamon Buns oder – bei mir – auch Cimmamom Bums sind so ein Klassiker hier, dass ich mich an die „echten“, die mit Hefe, noch nie herangetraut habe, aehnlich wie an Apple Pie. Zwar habe ich keine Angst vor Hefe und zum Glueck auch keine mir bekannten (oder von mir anerkannten) Unvertraeglichkeiten, aber schneller geht’s eben ohne. Und so warf ich die Zutaten in meine dicke KitchenAid (die ich jetzt doch nicht mehr verkaufen will, wir sind inzwischen Freundinnen) und ruehrte und knetete, nur ein bisschen, und rollte aus (das war schwer!) und matschte Butter und Zimtzucker auf die Platte und rollte ein (das war spassig) und schnitt in Stuecke, faltete Enden unter, setzte in Muffinform, und „Viola!“, wie man hier gern sagt (und dazu aeussere ich mich jetzt mal ausnahmsweise nicht…): Erfolg!

Makes 12, sagte das Rezept. Stimmte auch. Eben habe ich die letzte gegessen. Die waren aber vielleicht prima!

(Gerade kommt der Schnee mal wieder fast waagerecht von Westen. Also ehrlich…)

Dann kam der Chef nach Hause, da waren noch ziemlich viele Schnecken da, lauwarm, ausgezeichnet. Er brachte meine Gemuesekisten mit. Die gibt’s naemlich hier auch, wenn auch eher anders als ich es aus dem Bioladen mit der Greenbag kenne. Ich koennte denen hier gern mal erklaeren, wie das m.E. schoener ginge, aber das wollen die wahrscheinlich nicht hoeren. Ich habe jedenfalls eine sehr nette Markthaendlerin gefunden, die Bioobst und -gemuese verkauft, Kisten auf Bestellung oder auch frei nach ihrer Schnauze mit Preislimit zusammenstellt, und wenn ich Glueck habe, fahren sie oder ihr Mann am Wochenende durch Valleyview und ersparen mir die Fahrt nach Grande Prairie. Mit zwei Kisten komme ich drei Wochen hin, und es ist immer ein bisschen wie Weihnachten, denn sie haelt sich nie so ganz an meine Vorgaben – Ueberraschung! Leider ganz anders als im Bioladen ist z.B., dass fast alles nochmal separat in Plastikbeuteln steckt. Ich versuche der Haendlerin jetzt zu vermitteln, dass ich gut mit losem Gemuese in der Kiste klarkomme. Auch gibt es immer so pi-mal-Daumen-Preise, nichts scheint mir wirklich gewogen, hier will man ja so genannte Convenience, d.h. alles schon abgepackt. Meine Herausforderung ist nach Anlieferung, wie ich das ganze gute Zeug am geschicktesten in den Klimazonen meines Hauses verteile, so dass es weder erfriert (zu nah an der nicht wirklich dichten Tuer – leider verloren) noch schlapp macht (ein Meter weiter drinnen, und schon kann es, je nach Heizer, 20 Grad sein). Als grosse Hilfe habe ich dafuer so ein Drinnen-Draussen-Thermometer vom Chef konfisziert. Meine variable Kuehleinheit sieht dann z.B. so aus:

Abends muss ich je nach Wetterbericht umschichten oder weiter ins Zimmer ziehen. Und darf nicht vergessen, was ich in den unteren Kisten so alles versteckt habe. Kein Wunder, dass ich zu sonst nicht viel komme. Aber essen tun wir verflixt gut, finden wir. Und Holz ist auch wieder ausreichend da. Der Schnee macht frisches Wasser, Strom kommt zwar im Moment vom Generator, doch wirklich meckern kann ich nicht. Fuer weitere drei Wochen Winter waeren wir geruestet. ABER: naechste Woche tue ich ausnahmsweise, was viele Kanadier wohl tun. Ich entfleuche dem Winter und besuche fuer ein paar Tage meine Freundin in Sued-BC. Da gehen die Temperaturen schon in Richtung 20 Grad. Ich sehe Strassencafes… Und wenn ich dann wiederkomme, dann will ich hier bitte auch Gaense, mindestens. Nur die Matsche soll bitte behalten, wer sie brauchen kann.

Schnee kommt immer noch quer, ich muss Holz nachlegen…