Die Vögel schreien Frühling – the birds are screaming springtime

Ich glaube, diesen Titel hatte ich schon einmal. Aber es ist die Wahrheit! Zwar ist es hier und heute eher frisch – ich sitze nämlich an der Datscha und leiste dem Elektriker Gesellschaft – aber der Himmel war bis eben überwiegend blau, der Schnee ist verschwunden, und die Gerüche und Geräusche sagen Frühling. Ob das hält? Ich hätte nichts dagegen, weil ich so gern die Datscha noch ein bisschen bewohnen möchte, bevor ich dann hoffentlich wieder nach Kanada reise. Zu berichten gibt’s nicht viel, die Dinge gehen ihren Gang, mal glatter, mal rumpeliger.
I think I wrote that in another post way back when, but it is the truth. It is rather chilly still, especially here at the datscha where I’m keeping the electrician company, but the sky was mostly blue, the snow has disappeared, and smells and sounds spell springtime. Don’t know if it’s for real, though. I wouldn’t mind if it was because I’d love to get some datscha time in before I hopefully head back to Canada. Not much to report, things are mostly just moving along, sometimes smoothly, sometimes not so much.

Tee am Morgen – aber anders. Morning tea – different.

img_9254Es schneit ein bisschen. Ich beginne den Tag im Wintergarten, wie immer seit kurz vor Silvester. Aus familiaeren Gruenden bin ich praktisch umgezogen und damit auch zwangsweise hundelos und meist viel zu warm. So eine Veraenderung der „Umstaende“ geht ratz-fatz, und Flexibilitaet ist dann etwas sehr Praktisches. Ich bemuehe mich, das Beste draus zu machen, und dazu gehoert eindeutig Tee im Wintergarten.

There’s a little bit of snow on the ground and in the air. I begin my day in the „wintergarden“, as I’ve done now since shortly before New Year’s Eve. For family reasons I have practically moved up here, so now I am very unvoluntarily without dogs and mostly too hot. Such a change of „circumstances“ happens in a heartbeat, and flexibility is handy to have. I try to make the best of it, and part of that is very definitely my morning tea in the wintergarden.

img_0261Das erste Licht des Sonnenaufgangs.
First light.

Hier ist es so kuehl wie ich will, und auch nach Westen ist die Aussicht oft sehr schoen. Nur die vielen Haeuser, die wuerde ich gern ein bisschen „photoshoppen“, raus.
Here, I can have it as cool as I like it, and often I have a lovely view to the west, too. If it weren’t for all those houses, which I would really like to photoshop out.

img_0331Gestern abend goennte ich mir einen kleinen Sologang durch den wirklich kuehlen Abend. Wenn die Haut im Gesicht so ein bisschen prickelt, dann fuehle ich mich sehr lebendig. Das letzte Licht des Sonnenuntergangs.
Last night I treated myself to short solo walk in the really crisp evening air. When the skin in my face begins to feel a little funny, I feel very much alive.
Last light.

img_0352

Tee am Morgen – Tea in the morning

img_0239

Das ist mein Ritual schon seit Jahrzehnten, und man koennte es auch als eine Art von Sucht bezeichnen. Ich moechte nicht darauf verzichten. Am liebsten im Dunkeln bzw ohne kuenstliches Licht, auch ohne Musik und/oder Computer. Heute morgen aber setzte ich fort, was mir gestern abend „zufaellig“ vor die virtuellen Fuesse fiel. Ein Interview mit Leonard Cohen auf YouTube, wo er ueber seine Aengste und einige andere Dinge aus der Perspektive eines Moenches auf Mt. Baldy spricht. Ich hatte schon so einige gehoert, aber dieses hier finde ich bis jetzt am nettesten, auch wenn ich die Zwischentexte auf schwedisch natuerlich nicht verstehe. Oder ist es norwegisch? Auf jeden Fall, IMHO, ein sehr interessanter Mensch, mit einem koestlichen Humor! Als ich seine Musik und dann auch seine Buecher als sehr junger Mensch kennenlernte, war mir natuerlich nicht bewusst, dass wir fuer eine kurze Zeit eine Nationalitaet teilen wuerden, Kanadier und ihr Land hatte ich so gar nicht auf dem Schirm damals.

This has been my little ritual for decades, and it could be considered an addiction. I do not want to do without it. And I prefer to celebrate it in the dark or without artificial light, and also without music and/or computer. But this morning I continued to watch what I came across „accidentally“ last night. An interview with Leonard Cohen on YouTube, where he talks about his anxieties and other things from his perspective as a monk on Mt. Baldy. I had listened to several already, but so far this is the one I like the most, even if I do not understand some of the background talk in Swedish, or is it Norwegian? Anyway, IMHO: what an interesting guy he was, and how funny, too! When I came to know his music and later also his books as a very young person, I obviously had no idea that we would share, for a short time, the same nationality. Canadians and Canada were absolutely not on my radar at the time.

Die Datscha fürs Herz – Datscha as heart remedy

Vielleicht auch für den Blutdruck 😉 Wer weiß das schon?
Mir ist selten danach, ausführliche Blogposts zu verfassen, weiß auch nicht, wer überhaupt noch so mit liest. Die Dinge hier sind bunt, häufig andere als meine Lieblingsfarben (Wald, Frischluft, Himmel etc.) und etwas anspruchsvoll, dabei aber erstaunlich unstrukturiert. Da ist mir die Datscha ein Anker. Die Hunde finden das verzichtbar, denn ich scheine meine ganz eigene Temperatur-Komfortzone zu haben, die niemand mit mir teilt. Die beiden werden wohl zu Weihnachten Wollpullis brauchen. Oder Thermounterwäsche.
Ein anderer Anker ist der Lieblings-Bioladen. Was für ein netter Empfang wurde mir mehrfach bereitet, Kunden freuen sich und es ist immer Zeit für ein kleines Schwätzchen und eine Umarmung von Herzen. So geht Einkaufen auch!

It’s probably also good for blood pressure, who knows. So far I’ve rarely felt like writing a proper blog post and I’m never quite sure who’s even still reading.
Things here are colourful, but my favourite colours (trees, fresh air, blue skies etc) are a little hard to find. They, the „things“, are also a little challenging, yet surprisingly unstructured.
So the datscha serves as an anchor. The dogs do not approve, they – like most people I know – don’t seem to share my very own temperature comfort zone. Well, it might mean wool sweaters for Christmas 😉.
The health food store is another anchor. How nice to be made to feel so very welcome by customers, with time for a little chat always and quite a few heartfelt hugs. Shopping at its best!

Melde mich aus D – Reporting in from Germany

img_0055 img_0053Gerade versuchte ich, meine Fuesse auf das Querholz unterm Tisch zu stellen – da fiel mir auf: der Tisch mit dem Querholz steht in Kanada. Das ist ein schoenes Beispiel dafuer, wie ich mich gerade noch fuehle. Hundespaziergaenge im Wald helfen, mich wieder einzufinden. Gestern abend holte mich der Jetlag ein, und heute morgen habe ich demnach fast meinen Friseurtermin verschlafen… Ansonsten kommt es mir vor, als sei ich aus einem Flugzeug auf einen fahrenden Zug aufgesprungen.

I just tried to put my feet on the crossbar under the table – and then I realized: the table with the crossbar is in Canada. This is a good example of how I feel, still, right now. Dog walks in the forest help to settle back in. Last night the jet lag caught up with me, so that this morning I almost missed my hair appointment… Otherwise, it seems to me that I jumped out of a plane and hit the ground running.

img_0066Nickerchen sind wichtig.

Napping is important.

img_0061Kuehe dort und hier. Eichen nur hier. Was man auf diesem Foto nicht sehen kann, sind die Schneeflocken, die fielen. Gestern war es hier in Deutschland, an meinem Ort, kaelter als in Kanada an meinem Ort. Merkwuerdig.

Cows there and here. Oaks here, only. What you can’t see on this picture are the snowflakes that were falling. Yesterday, it was colder here, at my German place, than it was at my Canadian place. Weird.

img_0062Unalbertanisch die Kastanie, die vom hiesigen kleinen Hund Minuten spaeter pulverisiert wurde… Ganz vertraut das Espen- bzw. Pappelblatt (ich weiss es gar nicht so genau, muss das nochmal recherchieren), das den Blaettern der Aspenschwestern gleicht. Auch die machen also den transatlantischen Spagat…

Not Albertan is the chestnut, which only minutes later was pulverized by the local little dog… Very familiar is the aspen/poplar leaf that looks just like those of the aspen sisters. More transatlantic splits here…

Bis die Tage hier in D, das jetzt – so habe ich irgendwo gelesen – auch Baerenerwartungsland ist. Allein das Wort muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen. Ich bin gespannt auf die Gespraeche beim naechsten Schafhaltertreffen.

See you soon here in Germany, which is now, I read somewhere, considered „bear expectation country“ (this is my literal translation of a word that you really have to savour in German, it is so weird). I’m very much looking forward to the conversation at the next sheep breeders‘ meeting.

Bestellung, 2. Teil – Second part of my request?

Heute morgen, Strasse nach Osten. Da ist noch mehr Schnee im Himmel… Aber wie immer, sieht alles schoen adrett, kontant aus. Ich mag das ja… Und ich habe sogar den Schuh gefunden, den Sixty gestern gestohlen hat, bevor der Schnee alles zudeckte.

Morning road, looking east. There’s more snow in those skies… But as always, everything looks neat and clean… I like that… And I even found the shoe that Sixty stole yesterday, before everything was blanketed.

Nachtrag: Jetzt ist es drei Uhr, es schneit seit Stunden, zweimal schon habe ich die Photovoltaik abgekehrt – es gibt kaum was Gemuetlicheres, als draussen rumzuwerkeln und dann reinzukommen zum warmen Ofen! Und der „schwarze Blitz“ oben auf dem Foto findet Schnee noch viel besser als Regen, scheint’s. Sie liegt den ganzen Tag froehlich draussen und laesst sich beschneien. Und klaut mehr Schuhe…

Edit: It is now 3pm, and it’s been snowing for hours, I had to sweep off the solar panels twice already (but no sun anyway…) – but there’s hardly anything more cozy and comfy than puttering about outside in the snow and then coming in to the warm woodstove! And the „black lightning“ from the picture above seems to love snow even more than rain. She’s been outside all day, enjoying the snow falling on her, rolling in it, dashing through it. And stealing more shoes…

Und schwupps, ist der Morgen um! – Whooosh – that was my morning zipping by!

Ich hatte mich festgelesen auf der Suche nach Anleitungen, wie man sein eigenes (Brot-)getreide anbauen kann. Das sind dann die Gelegenheiten, wo ich mir wuenschte, ich koennte mit dem Wissen, das ich jetzt habe, die Zeit nochmal so um 30 Jahre zurueckdrehen…

I had allowed myself to be sidetracked when I was researching ways to grow one’s own (bread) grains. Those are the times when I wish I could turn back time for about 30 years, all the while knowing what I know now…

Draussen ist mein Wetter: ein bisschen Schnee, blitzblauer Himmel, knapp unter Null. Meine Finger sind ein bisschen kalt, also lebe ich, das ist doch prima! Am Sonntag, als hier Erntedank gefeiert wurde, hatten wir Besuch aus Grande Prairie und obwohl der Himmel eher grau war, machten wir uns nach dem schon fast obligatorischen Elch-Menue auf den Weg zum Hochsitz und dann weiter, die grosse Schleife, am Biberteich entlang und zurueck. Wegen des oft sehr hohen Wasserstandes eine kleine Herausforderung, vor allem fuer den kleinen Ozzy, 5 Monate alter Englischer Staffordshire Bullterrier, sehr niedlich, aber eben noch klein und praktisch ohne nennenswertes (Winter-)Fell. So verschaetzte er sich auch mal und landete im Bib(b)erteich. Schwimmen kann er, das wissen wir jetzt! Hart wie Kruppstahl isser! Als Belohnung fuer seine Zaehigkeit (und auch meine, ich hatte naemlich nur Wanderschuhe, und die liefen irgendwann dann doch von oben halbvoll…) zeigten uns am Biberteich Hunderte von Gaensen und Enten, wie sie einen relativen Blitzstart hinlegen. Atemberaubend! Wer gut hinguckt, sieht nicht nur Ozzy, sondern auch unsere beiden Hunde, den „kleinen“ und den „wichtigen“, wobei der Kleine der groessere ist und der Wichtige der kleine rote Hund. Ist ja klar… Die beiden sind uebrigens voellig wasserdicht und wetterfest.

Outside, it’s my kind of weather: a skiff of snow, bright blue skies, just below zero. My fingers are a little cold, so I must be alive – good! On Sunday, which was Thanksgiving Day here, we had company from Grande Prairie, and even though the skies were rather grey, we set out for the usual walk after the „usual“ moose dinner. We walked the long round, which turned out to be quite a challenge in some spots because of abundant water. Especially so for young Ozzy, a 5-mths-old English Staffordshire Bullterrier. He’s extremely cute, but, well, little, and has no real winter hair to speak of. And he made a not so smart decision and landed in the beaver pond… We now know that he’s a decent swimmer… And tough as nails. Our toughness (mine, as well, because I wore hiking boots instead of something higher, waterproof, so my feet were wet within short) was rewarded when we came to the big beaver pond where hundreds and hundreds of geese and ducks showed us how to take flight in a hurry. Breathtaking! If you look closely, you can see not only little Ozzy, but also our two dogs, the „little“ big Miss Sixty, and the „important“ small red dog. They are totally weatherproof…

Heute morgen dann Bilderbuchwetter, wie angekuendigt. Da musste ich als erstes die Hunde zu einer kleinen Runde ausfuehren und die ueblichen Bilder von den ueblichen Szenen machen, die mir nie leid sind. Und jetzt sollte ich dann wohl doch noch was fuer’s Geld tun… Dabei koennte ich wahrscheinlich auch im Liegestuhl draussen liegen…

This morning, as mentioned and forecast, perfect weather. So I first had to take the dogs for a little walk and get the usual pictures of the usual scenes – I never ever tire of those. But now I should probably really do something for my money, or keep… Even though I could probably also lie outside in a deck chair or something…

img_20161011_092932_hdr img_20161011_093402 img_20161011_093902_hdr img_20161011_093925_hdr img_20161011_122152_hdr

Das Knirschen unter den Schuhen – The crunch beneath my feet

Ich hatte es ja bestellt, und es scheint zu klappen, auch wenn niemand ausser mir sich der Bestellung anschliessen wollte. Gestern morgen noch war es so kalt, gefuehlt, dass meine Fuesse und Fingerspitzen gar nicht warm werden wollten. Also zog ich mich passend-winterlich an (Socken! Muetze! Wollunterhemd!) und zockelte mit den Hunden los – Jaeger hin oder her. Auf der Strasse fuehle ich mich relativ sicher. Die Bienen sind teilweise schon da, wo sie ueberwintern werden.

I had put in a request for it, and it seems to work, even though nobody else was asking for it. Yesterday morning it was still so cold, or at least felt so cold that my toes and fingertips never wanted to get warm. So I dressed winterly (socks! toque! woollen undies!) and took off with the dogs – never mind the hunters. I feel fairly safe on the road. The bees are already in the spot where some of them will overwinter.

img_20161007_102748_hdr

An den Baeumen, gross und klein, haengen noch ein paar Blaetter.

On the tall and on the small trees, there are still a few leaves.

img_20161007_102829

Meine Fuesse und Haende waren danach fuer den ganzen Tag schoen muckelig. Heute morgen sieht es dann ueber mir so aus:

After my little walk, my feet and hand were nice and warm all day. Today, the sky looks like this:

img_20161008_083351

Diese Gaense fliegen immer noch nach Norden, auf die abgeernteten Felder, aber lange kann das nicht mehr gehen. Es ist naemlich mehr Schnee gemeldet.

These geese are still flying north to feed on the empty fields, but that can’t go on for much longer. There’s more snow in the forecast.

img_20161008_083421img_20161008_083513

Heute in Grande Prairie – Today in GP

Das ist das typische Herbstbild vorm Superstore: Unmengen Kuerbisse fuer Halloween oder zum Essen (wobei hier irgendwie niemand sie suess-sauer einlegt, merkwuerdig). Halloween ist zwar noch was hin, aber es gibt schon Kostueme etc.pp., und das ist auch ok. Aber was ich auch gesehen (nicht fotografiert!) habe, waren grosse Deko-Weihnachtsmaenner – gruselig!

Typical for this time of year in front of Superstore (and other supermarkets, of course): big bins of pumpkins for Halloween or maybe for eating. Surprisingly for me, it is not common here to make sweet-and-sour pickles with them – my favourite! You can also find costumes and accessories for halloween. It’s still a month away, but I guess that’s ok. What I found almost scary, well, at least totally not in season, were giant Santa ornaments for well over a thousand bucks!