Nini im Abenteuer

Damit fing es an:

Nini bekam eine neue Kiste, Fluggesellschaft-genehmigt, riesig und – wie man sieht – gleich von Else okkupiert. Na ja.
Mit dieser Kiste gaben wir den kleinen Hund in Frankfurt ab, man hatte uns gemütliche 20°C im Frachtraum zugesagt, und so trennten wir uns für etwa 12 Stunden. In Calgary
gelandet, erwartete uns eine etwas jammernden, aber sonst wohlgemute Nini für die Inspektion durch die kanadischen Behörden. Eine freundliche Dame schien sich in erster Linie für Ninis mitgenommenes Futter zu interessieren, das Hündchen hätte irgendeines sein können, das hat sie nur aus der Ferne angeschaut. Immerhin konnten wir etwas Aufsehen erregen mit diesem mageren kleinen Ding, als wir quer durch das Flughafengebäude in Calgary spurteten, um zum extra eingerichteten Hundeauslauf draußen zu flitzen, wir waren ja der festen Überzeugung, dass das Hündchen Druck auf der Blase hätte. Draußen aber – Schock schwere Not! – war es kanadisch kalt, die Verdauung stagnierte darauf hin total! Auch gut. Also wieder in die Kiste und in den nächsten Flieger. Der war klein, aber auch brav, und wir konnten das Kistchen auf dem Rollfeld stehen sehen, als wir einstiegen – klapperbibberzitter!
In Edmonton wartete schon Bauer Rolf auf uns, schnell das kleine Hündchen abgeholt, es wurde auch dort auf dem Flughafen gehörig bewundert und von Kindern geknutscht. Verdauung funktionierte jetzt, es gab auch Gras, allerdings immer noch kalt. Eingeladen, losgefahren zum Motel.

Tja, wo isses denn?
Die Bildunterschrift natürlich: Das mag das!
So war es dann wirklich:
Zu Ninis Entsetzen war es IMMER NOCH KALT! Nebliges Eis oder eisiger Nebel, irgendwie -15°C, jedenfalls kein Whippet-Wetter, und ohne den von Oma Marliese noch schnell genähten grünen Jägermantel wäre Nini ziemlich aufgeschmissen gewesen. Aber noch sind wir ja in der Zilivisation, wir gehen abends fein bei Freunden von Rolf und Judy essen, Nini schindet wieder Eindruck und bekommt Knöchlein. Sie ahnt ja nicht, wohin wir dann am Montag fahren!

Ein Gepäckstück unter vielen, übersteht sie die etwa 450 km von Edmonton nach Roschlaub Country gut. Erste Ausflüge an die Luft finden natürlich mit dem Jägermäntelchen
statt, und man muss sich nach und nach an die beiden Kollegen gewöhnen, Pup (mit Gereon) und Zoe (auf dem Weg zum Briefkasten). Die sind zwar harte Burschen, aber mit einem Herz aus Gold. Hin und wieder, so hören wir, holt sich Pup einen Hirsch, aber ein bisschen Schwund ist halt immer mal.

Und dann wurde es sehr schnell RICHTIG KALT! Das heisst: -34°C, mit Wind kälter. Der kleine Hund stand vor der Tür, und wenn man ihn dann eingepackt hatte (zwei Lagen, grünes Mäntelchen zuerst, dann das Leopardenmäntelchen) und die Tür öffnete, kam ein eisiger Nebelschwall hinein, und der kleine Hund wollte nur sterben, jedenfalls nicht
raus. Wenn man ihn dann freundlich überredet hat, hat er sich ganz dolle beeilt, aber drei Beine mussten eben leider meist auf die Erde, und am zweiten oder dritten kalten Tag hat er beim Pinkeln geweint, weil ihm die Füsschen so weh taten (jedenfalls war das unser Eindruck). Also hat die Chefin, beim nächsten Stadttrip, Vorsorgemaßnahmen für die nächste Kälteperiode ergriffen:
Beim ersten Testlauf war es nicht mehr kalt, sie ist gleich losgeknattert, und die Schuhe gingen einer nach dem anderen fliegen. Aber jede anständige Husky hat hier so was, und ich denke, wenn ich sie etwas fester verklette und wenn es wieder kalt wird und die Bewegungen sich verlangsamen, wird’s gehen. Auch ist jetzt (15.1.04) alles verharscht, und da kann das auch recht praktisch sein. Inzwischen (26.1.04) ist es mal wieder -40°C, da sind die Schühchen recht willkommen, sogar bei der zickigen Nini, die inzwischen wirklich unterscheidet zwischen wichtig (pinkeln) und nicht so wichtig (schnuffeln).
Nur zur Info für alle verhätschelten Hunde daheim: Die Hofhunde sind immer draußen, sie haben eine Hütte und fertig.