Die Majas: 1. Teil der Reise

Am 7. April (Herzlichen Glückwunsch, liebes Mariandl!!!) war es endlich so weit: Mit voll beladenem Truck (jede Menge Proviant, Spritkanister, Schlafsäcken und Nini düsten Gereon und ich los Richtung Cold Lake, um die dort überwinterten Bienenvölker abzuholen. Vor uns lagen gut 600 km Strecke fast gerade nach Osten, na ja, ein bisschen auch südlich. Nach 100 km und in der ersten kleinen Stadt seit der Farm winkte uns an der Ampel ein freundlicher Kanadier und beschied uns: „You’ve got a flat tire, eh!“ Das „eh!“ gilt als typisch kanadisch. Der Platte wahrscheinlich auch. Glücklicherweise war’s gerade erst passiert, nur das Ventil, und nach etwa 1 1/2 Stunden konnten wir weiterfahren. In High Prairie, wo das passierte, steht noch einer der wenigen verbliebenen „Elevators“, das sind die hohen Verladegebäude für Weizen . Warum die verschwinden, hab ich noch nicht begriffen, aber so isses.
Wir brausten weiter, durch platte Landschaft, mit oder ohne Bäume, hügelige Landschaft, mit oder ohne Bäume, platte Landschaft, mit oder ohne Seen. Am besten gefallen hat mir die Gegend mit Hügeln und Seen, glaub ich, z.B. am Lawrence Lake . Da war sogar noch Schnee, und jede Menge Eis auf dem See. Auch der kleine Sklavensee, wie alle anderen Seen, war noch eine einzige Eisfläche.
Unterwegs natürlich jede Menge beeindruckend riesige Landschaft, aber auch – ich hab mich ja schon fast dran gewöhnt – jede Menge Scheußlichkeiten, fast jede Farm sieht aus wie ein Schrottplatz mit angeschlossener Müllkippe, ich kann es nicht anders sagen. „Ordentlich“ aussehen tut es fast nur da, wo Mennoniten wirtschaften oder bei den Hutterern. Zu meiner absoluten Begeisterung hab ich schon jemand mit einem Rasenmähertrecker gesehen, warum, weiß ich nicht, noch ist alles staubig und total platt. Aber es ist wohl auch hier selten zu früh… Kuriositäten in einem separaten Kapitel weiter oben.
Nett ist, dass aber auch fast jede Farm derzeit mit Kälbchen gesprenkelt ist, viele Red oder Black Baldies (rote oder schwarze mit weißen Köpfen, zu und zu nett).
Außerdem unterwegs jede Menge Hirsche, einige lebend, auf der Rücktour ca. 8 Verkehrsopfer. Im Zusammenhang damit drei Weißkopfseeadler, leider zu flüchtig für’s Foto, aber SEHR beeindruckend. Außerdem (extra für Barbara und Uwe, damit ihr nicht denkt, ihr seid alleine mit euren Lieben) eine schöne Schweinerei
Und so kamen wir nach einem langen Tag, an dem Nini uns auch noch unsere Schoko-Mandeln geklaut hat, in Bonnyville bei Cold Lake an. Kleines Städtchen, vielleicht geschätzt wie Waldbröl. Übernachtung im Motel mit total aufgedrehter Nini, wahrscheinlich wegen des Schoko-Dopings. Vorher noch kurz nach den Bienen geschaut – spannend, bis auf eines scheinen alle zu brummen. Dazu muss man sagen, dass Gereons Kollege von 60 Völkern über Winter 50 verloren hat. Wir waren also etwas beunruhigt.