Kojotenwald

Geht der kleine Hund mit Zoe und uns spazieren – Ostersonntag abends. Gereon sagt: Lass uns doch mal zum Ende des Heufelds gehen, wo Rolf seinen Bone Yard hat, sprich, den Platz, wo er eventuell vor der Zeit verschiedene Kühe hinbringt. In der völlig trügerischen Hoffnung, dass die Hunde da nicht hingehen… Zoe marschierte zielstrebig in diese Richtung. Den kleinen Hund hab ich nach der Hälfte des Weges lieber mal an die Leine genommen, der hatte schon wieder die Öhrchen auf Jagdfieber stehen, und außerdem sahen wir ein paar Hirsche. Zoe lief voraus und plötzlich schoss sie in den Wald – da, wo die Knochen liegen. Geheule, Gekläffe, Gebelle: Kojoten! Der kleine Hund wurde ganz nerviös. Und dann kam Zoe durch den Wald zurück, und Gereon sagt: Ach, da sind ja zwei. Das zweite war aber der Kojote, der Zoe verscheuchen wollte. Da hättet ihr mal den kleinen Hund hören sollen! Der hat rumgetobt und gekläfft und gejault und wollte unbedingt den Kojoten fressen. Der Kojote aber wollte viel lieber die Zoe aufmischen und kam immer wieder hinter ihr her. Sie scheuchte ihn immer wieder in den Wald, und kaum drehte man sich um, war er schon wieder da. Währenddessen schrie der kleine Hund auf meinem Arm vor sich hin und fand das Ganze sehr unfair. Ich fand es eher nicht so lustig, weil der kleine Hund bekanntermaßen unter grenzenloser Selbstüberschätzung leidet. Der Kojote kam immer so bis auf 20-30 m an uns ran, was Gereon noch nie erlebt hatte. Na, nu wissen der kleine Hund und ich auch, wie Kojoten aus der Nähe aussehen. Die Bilder musste ich leider aus dem Netz nehmen, weil keiner von uns einen Fotoapparat bei sich hatte – dumm gelaufen!

Ich fand das schon ein bisschen spannend, muss ich sagen. Jetzt mach ich mir natürlich Sorgen, dass der kleine Blindfisch da wieder hin will. Im Moment ist die Gefahr gering – es regnet und schneit und ist ein Wetter zum Im-Bett-Bleiben. Aber in den letzten Tagen, bei der Wärme und dem freien Feld, da war der kleine Hund schon arg im Jagdfieber.