Fast einmal rund!

Nu sind sie wieder wech, unsere Arbeit- und Gastgeber! Pünktlich am 1. Dezember düsten sie bei rekordwarmem Gar-Nicht-Winter-Wetter (+8°C!!) gen Süden, Richtung Mexiko. Und so sind wir denn jetzt fast einmal rund: die Kühe stehen wieder alle beim Haus und werden gefüttert, erste Kälber ausser der Reihe kamen auch schon an. Eines übrigens gestern, nachdem die Tierärztin vor etwa 2 Wochen mit langem Arm alle Kühe auf Schwangerschaft untersucht und uns beschieden hat, dass keine unmittelbar bevorstehenden Geburten zu erwarten seien. Nun denn!
Die Kälber vom letzten Jahr sind alle verkauft, und jetzt müssen wir anhand vieler Zahlen für uns rausfinden, ob wir uns überhaupt noch ein Jahr hier leisten können – wenn denn Gereons Arbeitserlaubnis verlängert wird, was auch noch nicht 100% sicher ist. Ganz schön spannend!
Das Schöne ist, dass wir tatsächlich ganz alleine sind. Der Sohn des Hauses hat eine Arbeit in der Stadt angenommen, und so haben wir das „Reich“ für uns. Erste Amtshandlung war – angesichts der oben erwähnten Zahlen – die Heizung wieder auszuschalten. Nun jedoch sind die Temperaturen innerhalb eines Tages um fast 30 Grad gefallen, heute morgen hatten wir -19°C und mindestens 5 cm Neuschnee, und für diese Nacht werden -27°C vorausgesagt. Die Ziegen werden immer eisbäriger, und der kleine Hund probiert auch schon neue Tricks gegen die Kälte aus. Wenn er nicht mit gewagten Kreationen der Kälte trotzt (er legt dabei Wert auf die Feststellung, dass es sich um Fake Fur handelt und kein Tier für den kleinen Hund sein Leben lassen musste – noch nicht…), liegt er allerdings meistens im Bett, unter zwei Decken, und kommt nur raus, um halbgefrorene Wildhäppchen ins Lager zu schleppen oder gleich zu essen.
Und noch ein Bild der gemischten Landwirtschaft, wie Hühner und Pferde sie interpretieren: Jasper kleckert beim Haferessen gewaltig, und die Hühner finden das ziemlich prima. Und wenn sie nicht vorne fressen, dann sortieren sie, was hinten wieder rauskommt – gute Verwerter! . Die Hühner haben noch nicht begriffen, dass man Eier nicht unbeaufsichtigt in der Kälte liegen lässt, einige sind schon geplatzt, weil die Damen nicht brav auf uns gewartet haben, bevor sie das Nest verließen.