Das deutsche Weihnachtspaket

Heute war also der große Tag: Der Container sollte kommen. Chris reiste aus Nose Creek an, um zu helfen, wartende Blicke schweiften über den Platz, den der Container nachher einnehmen sollte. Man sieht leider auch, dass unser Deck schon kanadische Formen angenommen hat, was die Prötteln angeht. Dann kam der erwartete Anruf: Container on the Road! Gereon düste los, um ihn entgegenzunehmen, gezeigt wird die erste Sichtung des gesuchten Objektes. Sieht schon irgendwie gut aus, so ein einsamer Container in der weiten Prairie, oder? Einbiegen in unsere für kanadische Verhältnisse bescheidene Einfahrt ein wenig spannend für Nicht-Experten (die Jungs meinten nachher, das sei ein easy job gewesen, ganz entspannt) Container schwebt schon, die Spannung wächst. Gelandet! Kleine Zirkuseinlage beim Lösen der Ketten. Plastikplombe abmachen – kann ja so schwer nicht sein. Tja, irgendwie doch nicht so einfach! Bis wir feststellten, dass das Ding einen Stahlkern hat. Musste der Herr Hö. zur Farm fahren, die Eisensäge holen, denn das Werkzeug ist ja IM Container. So, jetzt aber. Annie ist auch schon ungeduldig (siehe unten rechts) Die Tür öffnet sich quietschend. Weihnachten XXL – wo fangen wir mit dem Auspacken an? Das klappert, was mag da drin sein? (stellte sich später heraus: eine Badematte und ein Diamagazin) Der Herr Hö. hat seine Geschenke schon gefunden und freut sich: Endlich wieder Messkluppen und Kanthaken! Vom praktischen Axtsortiment mal ganz zu schweigen. Was aussieht wie Entsetzen, ist die reine Freude. Ein Paket von Röschens, unerwartet, doch mit Begeisterung geöffnet. Lang vermisste Leckerchen wie Nugat-Marzipan-Stämme und Lebkuchen – mmmmhhh, von den anderen illegalen Dingen wollen wir schweigen… Kurze Zeit später tauchte auch die Tüte mit den Rittern auf. Und tatsächlich: Opa hatte angedeutet, man habe ein Männlein und ein Weiblein einpackt, vielleicht würden sie sich während der Reise vermehren. Und wie sie das getan hatten! Zwischendurch bekamen alle einen kleinen Snack, Räucherfisch von Chris – die Hunde waren natürlich auch begeistert. Den ganzen Tag wurde gestaunt, geschleppt, sich gefragt: Wo bloß hin mit allem? Nachdem wir abends ungefähr die Hälfte gesichtet und einen Bruchteil eingeräumt hatten, gab’s das übliche schnelle Essen, mit Olivenöl von Mario und Rotwein von Mario – fast wie in Winterborn, nur dass die Hacke hier vom Elch kam und nicht von der oberbergischen Kuh.
Morgen geht’s weiter!

3 Gedanken zu „Das deutsche Weihnachtspaket

  1. das goaty

    na, biste nu‘ zufrieden??

    das auspacken dauert bestimmt länger als das einpacken, macht aber euren gesichtern nach zu urteilen auch jede menge spaß. wir warten auf weitere bilder.

    fein’s späßle noch, bis dahin

    die goaty samt anhang

  2. elch

    jaja, das wird dauern. interessanter gemacht wird es ja eindeutig dadurch, dass wir überwiegend „tools“ und „glassware“ haben, will sagen, dass die beschriftung der kisten eher nichtssagend ist und nur das auspacken erleuchtung bringt! nach wie vor suche ich meinen nudeltopf, den kartoffelstampfer, den DOSENÖFFNER und ein paar weitere kleinigkeiten, die praktisch wären. derweil sind wir aufgrund von platzproblemen schon mit dem schlafzimmer umgezogen, und ich habe ein weiteres häuschen beantragt, nr. 11 für die fitness.

  3. Nunki

    Ich sehe zu meinem großen Entzücken, dass die Dicke Dora ja so ein richtiges Greyhound-Gesicht zu bekommen scheint, inklusive charmantem Knick in der Nase – oder sehe ich das falsch? Auf dem Bild, wo sie Chris bzw. das Essen in deren Hand hypnotisiert, sieht es jedenfalls so aus. Und schade, dass ich nicht mehr in der Schule bin, sonst könnte ich versuchen, Coolness-Punkte damit zu sammeln, dass meine Mutter Carhartt-Hosen trägt…

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