Albertas Strassen(adressen)

Also breit sind sie ja, die Strassen hier in diesem Alberta. Aaaber…
Schon seit Severins Besuch ist auf einem Secondary Highway, also einer in unserem Falle geteerten Strasse, die unter Provinzzustaendigkeit faellt, ein Erdrutsch zu verzeichnen. Dieser Secondary Highway ist unsere Verbindung nach Valleyview (und – sozusagen – von da aus in die Welt, haha!). Der Erdrutsch war erst klein, nahm ein bisschen der noerdlichen Fahrbahnhaelfte und wurde einfach nur mittels Hinweiszeichen „bewarnt“. Ach ja, und zum Ausweichen bei dickem Gegenverkehr schuettete man auf der anderen Seite, die auch eine recht steile Boeschung beinhaltet, Schotter und Erde an, ebenfalls heftigst bewarnt und beleitplankt. Es dauerte nicht lange, da fand auf dieser neu angeschuetteten Seite ebenfalls ein Erdrutsch statt. Die Leitplanke wurde umgeformt, so dass sich dort nunmehr ein huebsches, sanduhrfoermiges Fahrbahngebilde befindet. Natuerlich gingen wir davon aus, dass die Dinge nicht lange so bleiben wuerden (koennen). Weit gefehlt. Waehrend der Erdrutsch tat, was Rutsche so tun, naemlich weiterrutschen, wurden mehr Schilder aufgestellt. Inzwischen hat die Geschichte immerhin einen Schweregrad erreicht, der das Aufstellen von Ampeln angeraten schien. Ueber die Schaltzeiten derselben schweigen wir an dieser Stelle… Wir sind gespannt, wie das im Winter wird. Kann ja sein, dass alles sich stabil friert. Koennte aber auch sein, dass an den bereits deutlich sichtbaren „Sollbruchstellen“ noch mehr abbricht. Vielleicht auch mal nachts, und dann Neuschnee drueber – das duerfte interessant werden. Und dass die Strasse gesperrt werden muss. Das wuerde fuer uns Umwege von, na, sagen wir mal, 30 km oder mehr bedeuten. Bruecken ueber den Little Smoky sind naemlich, wie man hier so schoen sagt, few and far between.

Parallel dazu erfolgte an unserer Schotterstrasse endlich die Zuteilung von Strassenanschriftsschildern. Bis dato hatten wir ja nur eine so genannte „Legal Land Location“, anhand derer die Eingeweihten bzw. Besitzer von Landeigentumerkarten uns haetten finden koennen. D.h., haetten sie nicht, weil unser Name noch nicht eingetragen ist. Erst, wenn die alten Karten alle sind, werden neue, aktualisierte gedruckt. Und ein Anschriftennummernschild hatten wir auch nicht bekommen, weil wir bei der Erfassung der Residenzen offensichtlich noch nicht auf der Steuerliste standen. Ich hatte nachgefragt, und mir war zugesichert worden, dass der Fall geprueft werde. Schliesslich will ich auch ein Schild!! Und ploetzlich, letzten Montag, stand da eins. Und ziemlich sofort kam es mir so vor, als ob es falsch sei. Nun ist das mit diesen Land-Adressen so wie mit den Adressen in der Stadt: Es gibt eine Referenz-Range Road bzw. eine Referenz-Township Road, und es gibt eine Zugangs-Range Road bzw. eine Zugang-Township Road. Township Roads verlaufen von Sueden nach Norden, und Range Roads von Osten nach Westen. In diesen jeweiligen Richtungen wird auch gezaehlt, Zahlen werden also groesser von Sueden nach Norden und von Osten nach Westen. Theoretisch. Vielleicht ist das auch alles ein bisschen ausschweifend hier und zu kompliziert. Jedenfalls habe ich durch ausfuehrliche Recherche meinen Verdacht bestaetigt bekommen: Nicht nur ist unsere endlich zugeteilte Anschrift falsch, nein, auch sind m.E. die drei Anschriften westlich von uns falsch, und zwar nach unterschiedlichen Kriterien falsch. Die Anschriften werden aber verteilt, damit uns im Falle eines Feuers die Feuerwehr oder sonstige Not-Einsatzkommandos zuverlaessig finden koennen. Tja… da hoert man den Amtsschimmel heftig wiehern, weil er sich in seinem eigenen System total verlaufen hat.