Live vom Farmers' Market in Valleyview!

So, dies ist jetzt eine echte Neuerung! Ich sitze auf dem Farmers’ Market und schreibe „live“ der geneigten Leserschaft dies. Und ich stelle ein Bild ein, das mir natuerlich mal wieder nicht gerecht wird, aber da kann man nix machen. Die Tischnachbarin hat es geknipst, und wir sagen einfach, dass sie sich mit meiner Kamera nicht auskannte. Aber so ungefaehr sieht es heute hier aus. Dank des kuerzlich erworbenen „sticks“ oder wie man diese drahtlosen Modems nenne bin ich in der Lage, einfach so online zu gehen. Und bis jetzt scheint es auch nicht allzu teuer. Aber das finden wir noch raus. Heute also der erste von zwei Weihnachtsmaerkten. Um mich herum beklagen sich die Verkaeufer anscheinend, aber ich kann wirklich nicht meckern: schon 14 Eimerchen Honig haben den Besitzer gewechselt, und viele Honigtau-Honig-Glaeschen auch. Der Tag hat sich also fuer uns schon gelohnt.

Ansonsten: Das Wetter ist gut, sonnig, frisch, aber nicht zu kalt. Gestern haben wir, weil wir ja noch die Deko fuer den Markttisch basteln mussten, einen schoenen Ausflug in den Wald gemacht, um passendes Holz finden. Da denke ich dann immer, dass schon drei Tage Arbeit in geschlossenen Raeumen eigentlich zuviel sind. Wieviel schoener ist es doch da draussen. Die Luft ist klar und frisch, keine Geraeusche, keine Touristen, nur Voegel, Hoernchen, hin und wieder ein aergerlicher Biber (aber das war beim letzten Mal, jetzt ist fast alles zugefroren). Der kleine Hund hat einen Mordsspass, weil er ja von den Hunden der einzige ist, der ohne Gehhilfe (Leine) rumlaufen darf. So spurt er also uns den Weg, scheucht Hoernchen auf die Baeume und tut sich im Allgemeinen sehr wichtig. Immer noch fliegen die Gaense, wenn auch nicht mehr zu Hunderten. Vor zwei Wochen, auf dem Rueckweg von den Nachbarn, sah Gereon an der Grundstuecksgrenze ein Tier, das er noch nie gesehen hatte. Wir hielten an, und weil noch Schnee lag, haben wir mal nach den Spuren geguckt. Es scheint, es war ein Puma, was sich auch mit dem decken wuerde, was Gereon glaubt gesehen zu haben. Interessant, to say the least. Auch die Wolfs- oder Kojotenspuren kommen naeher. Ob das am nahenden Winter liegt?

Am Montag dann mal wieder ein interessanter Unfall, Gereon rief sogar in der Praxis an: Odette hat sich bei einer ihrer wilden Zaunkarambolage-Aktionen ein halbes Horn abgebrochen, gerade so, dass ein bisschen Knochen rausguckt. Das blutet ziemlich heftig und sieht entsprechend wild aus. Und sie muss auch ordentlich Schmerzen gehabt haben, zeitweilig stand sie zitternd da. Was sie aber nicht daran hindert, mit den verbliebenen Hornresten schon wieder auszuteilen – nicht so klug. Wahrscheinlich bangt sie um ihren Job im Vorstand, denn Blanca, so scheint es, wartet nur auf eine Gelegenheit, um sie zu entthronen. Nun muessen wir mal schauen, ob und wie sowas heilen kann. Karla hat so eine Art Zwei-Komponenten-Harz, mit dem man anscheinend das Loch ausbessern koennte. Bis dahin schlaegt Gereon vor, den abgeschnittenen Finger eines alten Handschuhs mit einer Schlauchschelle am Hornstumpf zu befestigen – eine weitere Hoentgesberg-Loesung, die wir wahrscheinlich einsetzen werden.

Arbeitslosengeld ist noch keines angekommen, so dass die finanzielle Lage spannend bleibt. Dafuer aber schafft Gereon viel zu Hause, und das ist eigentlich viel schoener. Bald, so hoffe ich, koennen wir das Obergeschoss einweihen, d.h. ich kann Krams dort hinschleppen!

An „unserem“ Erdrutsch stehen jetzt Baumaschinen. Die Ampelzeiten sind nochmal verlaengert, die Ampeln weiter auseinandergerueckt worden. Die Anzahl der Schilder hat sich anscheinend verdreifacht. Heute morgen gab es die ueblichen Konferenzen mit laufenden Motoren zwischen Unmengen Arbeitern, aber noch keinerlei wirkliche Aenderung an der eigentlichen Problemstelle. Wir warten weiter. Inzwischen werden schon Witze darueber gemacht, dass wir womoeglich bald ohne Strasse da stehen.

In der Praxis hatte ich neulich einen sehr erfolgreichen Tag. Nachdem schon alle Babykaetzchen

… tja, und hier brach ich dann wegen Kundenansturms ab. Der Tag wurde noch viel erfolgreicher. Und wie ich bereits anfing zu berichten: alle kleinen Kaetzchen haben neue Heime gefunden, und am Montag habe ich in „one fell swoop“, auf einen Streich, gleich zwei Hunde vermittelt. Gut, ich gebe zu, es war ein bisschen gemein. Da kam eine Familie mit einem kleinen Maedchen, deren Malteser (!!??) geklaut worden war. Sie wollten den kleinen Papillon-artigen, aelteren, anscheinend manierlichen Hund abholen, als Ersatz, und da hab ich sie einfach hintenrum zu den Hundezwingern gelotst, und da sass dann noch der kleine Husky-Mischling und greinte herzerweichend. Klar, wen das kleine Maedel wollte. Mama war zwar ansatzweise vernuenftig, aber Papa konnte keinen hintenan lassen, und so zogen sie strahlend mit zwei Hunden ab. Da war ich aber auch mal ziemlich froh.

Und die Strassenreparatur – hat tatsaechlich begonnen. Erstmal mit einer Beleuchtung der Ampeln mit Riesenstrahlern. Interessante Variante. Und dann wird anscheinend das Loch bis ins „gesunde Fleisch“ vergroessert. Das macht die Durchfahrt weiterhin spannend. Ist wahrscheinlich ein bisschen wie Zahnreparatur.

Ein Gedanke zu „Live vom Farmers' Market in Valleyview!

  1. Severin

    Sehr schick, das mit dem Internet! Heißt das, dass du jetzt sogar auf dem Grundstück mit dem Laptop ins Internet kannst? Dann könntest du jetzt ja sogar skypen und so..!

    Wie ist denn das Wetter jetzt genau? Wie kalt ist es und wie viel Schnee habt ihr? Habt ihr weitere Pläne für gegen fleischfressendes Großgetier? (Naja, man muss das ja auch positiv sehen, jetzt hätte so ein Wolf bestimmt ein sehr schön dichtes Winterfell, dass sie wunderbar als Bettvorleger machen würde… von der Begeisterung der Nachbarn mal ganz abgesehen… 😉

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