Blondgelockten jungen Maennern

und ihren Bitten kann ich schlecht widerstehen. Hier also nach fast einem Monat ein kleines, bebildertes Update – obwohl nicht wirklich viel Sichtbares passiert hier am Schnepfensee.

Ausser dass es geregnet hat und nach wie vor immer mal wieder regnet. Im Moment – um 8:19 morgens, jawohl, das seid ihr mir wert an einem Sonntag – ist es auch wieder trueb und ein bisschen windig, und Regen waere moeglich. Neulich morgens sah unser Rain Gauge erfreulicherweise so aus

4 1/2 inches, das ist schon bald soviel wie wir im ganzen letzten Jahr an fluessigem Niederschlag hatten. Allerdings hatten wir da vorher einen viel schneereicheren Winter. Wir koennten also noch deutlich mehr brauchen. Dennoch, es wird gruen, wie ihr seht. Das Gruen links vom Ziegenzaun taeuscht jedoch: Die Ziegen sind seit gut zwei Wochen, glaube ich, draussen, und das Futter neigt sich schon dem Ende zu. Sie sind jetzt dabei, die ueberlebenden Koniferen zu schaelen… Und das Gruen im Garten ist, neben Kartoffeln, ueberwiegend Unkraut…

Auch sonst waechst alles. Wenn ich morgens das Tor oeffne, purzeln die Ziegenmuetter mit ihren eifrigen Kindern raus und rennen zum naechsten Futter, und bei den Huehnern ist es nicht anders. Gereons geschaetzte 30 Kueken sind geschluepft, und sie jagen schon Muecken – sehr amuesant. Es wird gerannt und gerast und man kollidiert gern auch mal in der Luft, wenn man sich dasselbe Ziel ausgeguckt hatte. Es scheint, dass Gereons Taktik aufgeht. Er hatte jeweils zwei Hennen zusammen auf etwa 12 Eier gesetzt, und die Eier waren von ihm handverlesen, er hatte nur die groessten ausgesucht. So haben wir von den geschluepften Kueken nur etwa 3 andersfarbige, der Rest ist beige oder weiss (von den Orpingtons naemlich), sie sind alle innerhalb von drei Tagen geschluepft und – oh Wunder – die Muetter vertragen sich alle, die Kueken sehen sich so aehnlich, dass es sowieso hoffnungslos scheint, sich wegen einem zu zanken, man nimmt dann halt das naechste. Und die Kueken nehmen die jeweils naechstsitzende Mutter – sehr praktisch. Fast wie ein Kibbuz oder eine Kommune oder so.

Derweil fruehstuecken die Schweine alte Eier, weil wir immer noch zuviele haben. Ludwig und Lili finden das in Ordnung…

In der Praxis ist es arbeitsmaessig hektisch und heftig. Es gibt zwei neue Tierarzthelferinnen und eine neue Tieraerztin – was zwar zu mehr Arbeit, aber auch zu einer besseren Verteilung und weniger Stress fuer alle fuehren soll, theoretisch. Aber bis alle gut eingearbeitet sind, dauert es natuerlich einige Wochen. Und immer kommt was unerwartetes. So weiss ich nun, dass z.B. ein halber Teeloeffel Frostschutz innerlich eine Katze umbringt. Nicht schnell, aber recht sicher. Dass dicke Katzen unbedingt regelmaessig essen muessen, weil sie sonst an Fettleber sterben. Dass umso mehr Hunde und Katzen eingeschlaefert werden, je mehr Stress die Chefin (und der Chef!) haben. Dass einige Leute ohne mit der Wimper zu zucken Hunderte und Aberhunderte Dollars fuer ihre Tiere ausgeben, andere aber eher ueberhaupt nicht. Beides ist mir nicht immer verstaendlich. Uebrigens keine News von dem alten Herrn mit der Knochensaege und den appen Hoernern. Ist wahrscheinlich gut.

Hier also ein bisschen aus der Praxis: Ein Stachelschwein-Angreifer, der mit geschlossenem Maul noch ganz normal aussah. Aber dann… Es dauerte fuer zwei Stachelzieher eine halbe Stunde. Ausserdem: eine wirklich fette Katze beim Haarschnitt in Narkose. Und Bruno, der knapp 72 kg schwere Pyrenaeenberghund, den ich wirklich ausnehmend gross fand. Michelle in Tuerkis macht mal die Streichholzschachtel. Und dann, ganz ohne Tierarztpraxis, aber frisch von Keddie’s, meinem Lieblings-Farm- und Westernladen in der Stadt: Roping Dummies. Anhand dieser Rohrkaelber koennen offensichtlich auch schon kleinste Kinder das Lassowerfen ueben. Natuerlich auch solche Kinder, die eigentlich mit rosa Barbies spielen wollten… Im Hintergrund in braeunlich: Ein roping dummie in Original-, also Kaelbergroesse. Und jetzt is Schluss, mehr Bilder gipps heut nich.

Jetzt mach ich fuer den Chef und mich Rhabarberpfannkuchen zum Fruehstueck – Rhabarber ist naemlich bisher das einzige, was ich im Garten ernten kann! Schoenen Tach und gute Woche. Ach nee, hab noch was vergessen. Fuer die Jungs jetzt, die mutigen, die uns besuchen kommen: Ihr Burschen, der Plan ist, dass ihr hier drin logiert:

Natuerlich ist das ein Foto vom vorigen Standort, so’ne Berge ham wer nich. ETA 6. Juli. Aufbauplatz bereits ausgeguckt, (relativ) baeren- und wolfssicher im Hof, tatsaechlicher Aufbau noch unklar, da Haende gebraucht werden. Und Holz. Und goodwill vom Chef (das kann manchmal das schwierigste sein). Aber so ist der Plan. Wappnet euch schon mal! Jetzt aber wirklich auf Absenden druecken!