Blau, gruen, gelb(lich). Erster Gang zum Hochsitz, ohne Schwächeanfall, bei schoenstem Sonnenschein und unter lautem Froschgesang. So gehoert es!
Archiv des Autors: Petra
So, wo waren wir stehengeblieben?
Diese verflixte Grippe hat mich so derartig aus der Bahn geworfen, dass es wirklich nicht lustig ist. Eine ganze Woche im Delirium, kein Koffer ausgepackt, nichts vernuenftiges geschafft, nur rumgehustet, rumgehangen, geschwitzt, Kreislauf gehabt. Nicht nur fuehlte ich mich koerperlich wie ein Putzlumpen, auch mental ist das widerlich: Sah ich mich doch hier ankommen, die Aermel aufkrempeln und wie Superwoman zur Rettung vor dem Chaos einschweben. Tja, das war so gar nix. Aber jetzt, jetzt wird es, das spuere ich in den Knochen.
Und so schnappte ich mir heute morgen zum ersten Mal das alte Hundchen und wanderte Richtung Saegeplatz. Frisch-kuehle Morgenluft, Sonne knapp ueber dem Horizont, leider Generatorgeraeusche, aber sonst: Frieden. Der kleine Hund natuerlich auf wichtiger Mission vorneweg.
Und faengt im Sawmill Yard gleich an, irgendwas zu verbellen. Weil ich keine Heldin bin, habe ich umgedreht und bin Richtung Strasse, wo ich diesen schoenen, frisch ergruenten Baum sah.
Und waehrend ich noch so guckte, hoerte ich nach langen Jahren zum ersten Mal wieder: den Wolf! Fast wie im Oberbergischen, dachte ich mir… Mit schoener, sonorer Schauerstimme heulte er ein Ruendchen hinter mir rum. Die Hunde reagieren darauf ganz anders als auf Koyoten, naemlich nur mit kurzem Bellen und dann, so wirkt es, mit beeindrucktem Schweigen. Ich hoere ihn gern, es ist ein ganz einzigartiger Ton bzw Gesang. Die Chef-Reaktion (musste ich natuerlich gleich informieren): Ja, dann stell mal die Knarre neben die Tuer… Aber nix gibt’s, so lange ich hier bin, werden keine Woelfe einfach so geschossen, no way! Ausserdem steht Bauer Albert bestimmt sowieso mit Gewehr bei Fuss, denn es ist Kalbezeit, und da will man natuerlich wirklich nicht so dringend einen Wolf um die Kuehe schleichen haben. Er ist akut gefaehrdet, wenn er im Nordwesten bleibt.
Das ist also heute mein aktiver Einstieg ins albertanische Leben. Weiter geht’s jetzt mit der Steuererklaerung, ist ja auch was Feines.
Die Hula-Truppe
Koeniginnen aus Hawaii, jede mit ihrem Mini-Hofstaat im Holzknast. Die werden jetzt hoffentlich die ohnehin recht ordentlich ueberwinterten eigenen Voelker verstärken und fuer einen guten Start in die Honigsaison sorgen. Leider kann man durch’s Gitter weder die Bastroeckchen noch die Ukuleles sehen.
Blick von der Sanatoriumsliege
Nachdem es mir immer noch nur wenig besser geht, hat der Chef mich nach draussen vefrachtet. Einen Spaziergang musste ich dankend ablehnen, aber frische Luft an einem warmen, sonnigen Plaetzchen kann mal immer nicht schaden.
Meinen Plan, in Kanada sofort mit dem vielen guten Essen aufzuhoeren, halte ich problemlos ein. Immerhin gab’s heute zum ersten mal Elchhacke, die wird mich bestimmt wieder zu Kraeften bringen.
Es ist Bienenschwirren in der Luft, und vom Teich hoere ich die Froesche anscheinend auf ihren Kaemmen musizieren. Die Weidenkaetzchen sind in Bluete, und den Aspenknospen fehlen nur noch ein paar warme Tage. Die sind schon angekuendigt, mit bis zu 26 (!) Grad. Ueber mir spielt ein Rabe im Wind: Fluegel einklappen, drehen, Fluegel wieder raus, Pause, von vorne. Einfach, weil er’s kann und weil’s Spass macht.
OK, zwei Moskitoren habe ich auch schon gemoerdert. Laestige Dinger.
Schoen ist…
… wenn nach 6 Monaten Abwesenheit noch eingekochte Aprikosen da sind, von unserer super-netten Towerfrau mit unserem Tower Honey zubereitet. Die esse ich jetzt zu meinen Haferflocken. Draussen, ihr dachtet es euch schon, scheint die Sonne und der Himmel ist blau mit nur hauchdünnen Woelkchenschleiern. Mir ist aber immer noch zu elend, als dass ich Wanderungen unternehmen koennte.
Optimistisch
Heilende Huehnersuppe
Die brauche ich jetzt aber auch. Offensichtlich habe ich mir auf den letzten deutschen Druecker noch eine ordentliche Grippe eingefangen, die den sowieso schon doofen Flug noch doofer machte, jedenfalls fuer mich. Dabei war das Flugzeug niegelnagelneu und schoen, und es flog ohne zu rumpeln mitten ueber Groenland (leider unter Wolken) geradewegs nach Calgary. Witzigerweise traf ich noch in Frankfurt Detlef, einen alten Freund aus Gereon’s Koelner Leben. Er hatte seine Familie in Deutschland besucht und stieg nun mit ein. Die Welt ist klein!
Den Flug ueberstand ich leicht komatoes, wahrscheinlich fiebrig, und hustend. Den zweiten Flug ebenso. Noetig ist sowas nicht. Aber es scheint, dass Grippostad ein bisschen hilft.
Geschlafen habe ich um meine Hustenanfaelle herum ganz gut, nur aufstehen kann ich kaum. Das Umfuellen der abgeholten guten Jerseymilch war eine schweißtreibende Anstrengung, und auch das Essen der Heilsuppe am Tisch bringt mich an meine Grenzen. Also liege ich, gepflegt abwechselnd von Kitty-Katzi, Trudy und dem kleinen Hund. Und lausche den Haehnen, den Raben und der Stille. Die wie immer ueberwaeltigend ist! Und Sterne gab’s, unglaublich!
Bottle Depot German Style
Here’s the video that the other blog will only accept after I pay more money. And I won’t right now!
Angekommen und schon im Stress ;-)
Da sassen wir noch sehr entspannt bei einem letzten kanadischen Starbucks fuer dieses Jahr. Zora war schon verladen.
Nach einem ruhigen Flug kamen wir sogar zu frueh in Amsterdam an. Alleine mit zwei Koffern und einer riesigen Hundekiste empfand ich die Gepaeckuebernahme als eine gewisse Herausforderung. Aber ein freundlicher Gepaecktraeger half mir fuer 4 Euro durch den Zoll, wo Zora zu meiner Entgeisterung einfach durchgewinkt wurde. Dafuer hatte ich nun hunderte von Dollars ausgegeben und den Hund impfen und chippen und gesundheitszertifizierenlassen?! Weil wir so frueh waren, sassen wir noch einen Moment am Meeting Point, wo Zora gleich wildfremde Menschen aktiv anhimmelte und ziemlich bewundert wurde. Es dauerte aber nicht lange, da waren die Maedels auch schon da, und nach einer froehlichen Begruessung rundum wanderten wir weiter durch den Flughafen, um dann auf dem Parkplatz ein bisschen Kangoo-Tetris zu spielen. Klappt aber immer klasse!
Der Hund passte mit mir auf den Ruecksitz, den wir noch nicht einmal umklappen mussten – ein wunderbares altes Autochen!
Bei Oma und Opa erstmal ausspannen.
Ich dagegen bin schon ein bisschen in der Gegend herumgereist, hatte ein „Vorstellungsgespraech“ und heute meinen ersten kleinen Einsatz, werde dann ab naechster Woche oder so Haus-sitten und – wer haette das gedacht – schlage mich schon mit bloeden Internetproblemen rum. Nein, sag jetzt nichts, Sonja… aber ich ueberlege ernsthaft an einem Wechsel. Bin sauer…
Ob es hier auf diesem Blog weitergeht, weiss ich noch nicht. Fuer die Zurueckgelassenen und andere des Englischen maechtigen Leser gibt es jetzt den neuen Blog.







