Archiv der Kategorie: Kanadisches

Ich melde mich mal aus Vernon

Reisen mag ja bilden, aber es ist auch irgendwie anstrengend. Und manchmal hat man keinen Strom mehr. Oder keine Lust zu schreiben, weil man sitzen und quatschen (kurzes A!) und Wein trinken muss. Aber jetzt ist ein Moment „Freizeit“, hier also ein kleiner Bildbericht.

Reise war prima, wir haben kulinarische Entdeckungen gemacht, die uns sehr gut gefielen. IMG_20160620_191638Leckeres Bier in einer Mikrobrauerei in Valemount – ich war durstig, das Glas im Rutsch leer. Spruce Tip Beer.

IMG_20160621_160730Double-Chocolate Brownie mit Meersalz-Karamel-Gelato in Falkland (wo es auch eines der aeltesten Rodeos Kanadas gibt und wo es mir ziemlich gut gefiel).

Ausserdem gab es nette Sprueche an der Wand, von der jungen Chefin selbst mit Tafelkreide geschrieben.

IMG_20160621_151310IMG_20160621_162034Vernon ist so, wie ich es in Erinnerung hatte. Warm, eher grau, und voller Menschen.IMG_20160623_121415Es gibt ziemlich schicke Haeuser, die dann sehr manikuert sind. Es gibt auch haessliche, ausreichend. Wirklich beneidenswert finde ich, dass die Leute abends lange draussen auf offenen oder ueberdachten Veranden sitzen und lesen koennen – OHNE Moskitos, oder fast ohne. DAS ist schon sehr schick. Auch sehr schoen sind die Gaerten, z.B. mit uebervollen Aprikosenbaeumen:

IMG_20160623_110512Lavendel und Perovskien wachsen wie Unkraut, wunderbar und schnuffelig. Und ganz besonders beeindruckend fand ich gestern abend den Lindenduft.

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IMG_20160623_120210_hdrHeute bin ich in die Stadt gewandert, weil ich einen Wollladen aufgetan hatte.

IMG_20160623_110906Ob der Herr Hoe. sich ueber so ein Ritter-Mutzi freuen koennte? Bart hat er ja schon 😉

IMG_20160623_111129Paradiesisch – der Spinn- und Filzraum. Auf meine Anfrage wurde mir sofortissimo ein schoenes Spinnrad fuer eine „Testfahrt“ zur Verfuegung gestellt. Grosser Spass!

IMG_20160623_111411Das kann ich nur unterschreiben.

IMG_20160623_115024Ich habe mir das zu Herzen genommen und ein kleines bisschen Garn kaufen muessen…

Gegessen wird hier weiterhin sehr ordentlich, bunt und gesund.

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Verbrannte Huegel

Wir naehern uns Kamloops im Sueden von B.C. und fahren gerade durch Barriere, wo vor knapp 10 Jahren grosse Waldbraende die umliegenden Huegel verwüsteten. Es sieht wild aus, aber es ist fuer die Natur auch eine Chance fuer einen Neuanfang. Das Foto ist merkwuerdig, weil MJ sich an keine Geschwindigkeitsbegrenzung haelt 😉 Ich wundere mich‎, dass hier selbst Kuhweiden bewaessert werden, dabei sind wir noch nicht in der Wueste.

Girls‘ Roadtrip – los geht’s!

Wir sind auf dem Weg nach Vernon, BC 🙂 MJ, ihre Tochter Jade und ich, und nicht zu vergessen Luka, der Border Collie, deren Pfoten schon im Auto waren. Eine Woche saubere Fuesse fuer mich, echter Urlaub, hoffentlich nicht zu heiss. Und grosser Maedelsspass!

Sommer-Spaetnachmittag

Was fuer ein Luxus! Die Sonne scheint, der Himmel ist blau mit fantastischen Wolkenbildern, der Flieder duftet hinter und vor mir, Vögel singen, und der Chef-Imker guckt mit Imker-Assistentin die Bienen durch. Ich sitze nur und lese und stricke und geniesse. Nach zwei Tagen ohne Regen sind die Straßen wieder befahrbar, und wir sind am Feuer-Wachturm. Hier ist es noch ruhiger als bei uns und an einem solchen Tag praktisch perfekt. Das Haeuschen auf dem Foto ist die Sauna, die sich der inzwischen verstorbene Dieter hatte bauen lassen. Sie wird in Ehren gehalten und genutzt.

Wachswetter

Im Moment regnet es ein bisschen, es ist recht warm und die Luftfeuchtigkeit hoch: ziemlich ideales Wachswetter.

IMG_20160608_082425 IMG_20160608_082449Tomatenpflaenzchen  in schicken, schrillfarbigen Kaefigen – so macht man das hier. Wie so oft, bin ich noch recht optimistisch. Die Kartoffeln werden endlich sichtbar, die Bohnen uebrigens sind dann doch ueberwiegend verstorben, aber die nachgesaeten kommen mit Schwung. Salat kann ich – immerhin. Und mein sehr vermisster Radicchio waechst auch sehr schoen. Moehren und rote Bete – so lala. Radieschen zum ersten Mal erfolgreich, aber superscharf – mag ich gar nicht so gern. Koehle sind umgepflanzt, Kuerbisse und Zucchini im ehemaligen, schoen kompostierten Misthaufen, Erbsen kommen ganz ordentlich. Lauch muss ich unbedingt einpflanzen, habe ich zugekauft, mit Glueck, weil er hier eher unbekannt ist. Und heute geh ich ins Gartencenter, gucken, ob’s sonst noch was Schoenes gibt. Sellerie vielleicht, Erdbeeren und so’n Zeugs.

Der erste Honig ist geschleudert, ca. 25 Kilo hat’s gegeben von den Weiden, mit einem bisschen Loewenzahn darin, was fuer eine sehr schoene Farbe sorgte. Ich finde ihn so lecker, dass ich ihn tatsaechlich hin und wieder und in geringen Mengen mit dem Loeffel esse – das will schon was heissen! Ausnahmsweise im Haus abgefuellt, normalerweise ja im Honeyhouse. Nicht, dass ihr denkt, hier stehen die Behaelter immer auf groben Holzkloetzen…

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Das geht noch VIEL besser!

Der Nachbar hatte recht: deutlich über 20 cm Schnee sind seit gestern Abend gefallen, und noch immer ist der Himmel voll davon, kein Ende in Sicht. Dabei ist es nur ganz knapp unter Null, also gut auszuhalten, auch für die Tiere. Die Küken sind völlig entgeistert, scheint mir. Die Lamas freuen sich zwar nicht über das Wetter, aber doch über die Zweige, die nun tief hängen und ihnen damit frisches Laub präsentieren. Kitty-Katzi sass heute morgen nörgelnd auf der Bank vor dem Haus, wollte wohl keinesfalls mit den Füssen in den Schnee, das arme Kleine…

Autofahren scheint interessant, das spare ich mir heute ganz, da muss die Wäsche halt noch ein bisschen warten und die Post auch. Vom Dach rauschen die Schneelawinen, ich hoffe, die Hühner passen darauf auf. Ausser den Schneelawinen höre ich auch immer wieder das Krachen der Aeste, die mit ihrer kompletten Belaubung den sehr nassen Schnee nicht tragen können und abbrechen. Selbst oder vielleicht gerade grosse Aeste von dicken Bäumen habe ich eben schon runterkommen sehen. Spazierengehen im Wald ist gerade nicht zu empfehlen. Aber will ja auch grad keine…

Der Garten, tja, das werde ich erst wissen, wenn der Schnee weggetaut ist. Bis jetzt liegt ja alles schön zugedeckt unterm Flockenplumeau, und es könnte sein, dass das als Schutz ausreicht. Reingeholt hatte ich sogar aus dem alten Küchenanbau sicherheitshalber meine Geschenke von Corinne (vielen Dank nochmal!), darunter diesen wunderschönen Lavendel. Auf meinem Schreibtisch stehen auch noch Rosmarin, Oregano und Thymian, und ich streichle sie alle abwechselnd und schnuffle dann an meinen Fingern – mediterran, glaube ich.

Weil ich weiss, dass er nicht allzulange dauern kann, macht mir dieser Wintereinbruch so gar nichts – im Gegenteil. Auf jeden Fall kann so mal nichts brennen! Und es ist warm im Haus, das Feuer knistert vor sich hin, Frazey Ford singt mir, Elchgulasch taut schon auf, es ist Wochenende, ich habe allerhand geschafft heute morgen, der Nachbar arbeitet im Honeyhouse, und die Photovoltaik lädt, trotz bedecktem Himmel und anhaltendem Schneefall. Alles ist gut.

Hier ein paar Impressionen aus der unmittelbaren Nähe, heute morgen.

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Derweil hat der kleine Hund draussen Mühe, seine Schaetze wiederzufinden. Verflixte kurze Beine…

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Feuer-Update

In erster Linie fuer die lieben Menschen, die mich aus der Ferne fragen (danke fuer eure Sorge), ein kurzes Update. Fort Macmurray, das anscheinend immer noch mit spektakulären Bildern in den deutschen Nachrichten ist, liegt ca. 600 km nordöstlich von uns. Diese Feuer betreffen uns also definitiv nicht, so schrecklich sie auch sind.
Hier ist nach wie vor kaum Regen in Sicht, auch wenn die Temperaturen ein wenig gesunken sind und gestern schoene Wolken ueber uns zogen, die laut Gereon’s Einschätzung ca. 1 Mikrometer Regen hier liessen, wenn ueberhaupt. Mit jedem trockenen, womoeglich noch windigen Tag macht man sich mehr Gedanken. Und so informiere ich mich ueber die empfohlenen Vorbereitungen, sollte man wirklich das Haus in Eile verlassen muessen. Macht keinen Spass, scheint aber sinnvoll.
Ansonsten: Regentaenze bitte intensivieren 😉 ‎ So 10 cm, jeweils nachts und ueber vier bis fuenf Naechte verteilt, waeren schon sehr willkommen, aber auch 20 cm waeren wohl keine Katastrophe.

Waldbraende in Alberta

Nachdem das albertanische Wetter und seine Folgen es offensichtlich bis in die deutschen Nachrichten geschafft haben, hier eine kurze Entwarnung fuer die Leser, die ausnahmsweise die Landkarte nicht im Kopf haben: hier brennt es nicht. Dem Himmel sei Dank! Es ist eine gewisse Abkuehlung und vielleicht sogar ein ganz wenig Regen. Den nehmen wir gern, 25 Portionen bitte!

Und falls es jemanden interessiert: Die Regierung unterhält eine Website, die über die aktuelle Waldbrandsituation informiert, hier.