Archiv für den Monat Juli 2004

31. Juli im Sommer…

…was ist denn da los? Hier rufen die Hühner was von den Bäumen . Und alle kommen . Singen wir schon? Nein. Erst wird gebadet Der Herr Hö. kommt auch gerade erst vom Heufeld Und Nini und Pup haben noch zu tun Aber einen Blumenstrauß haben wir schon entdeckt, aus meinem Lieblings-Alfalfa und Astern , die hier freundlicherweise ums Haus herum im Wald wachsen. Zu essen gibt’s natürlich aus dem Garten, nämlich mindestens Rotkohl und Salat (Romana wegen der mehreren Nährstoffe, sagt meine Ärztin, jawoll!) . Tja, und Mama stiftet den Bienenstich
ALLE GUTEN WÜNSCHE ZUM GEBURTSTAG VON MIR UND DER RESTLICHEN KANADAFRAKTION!!

Dairyland ade again!

Wir kriegen eine neue Ziege! Die netten Glausers tauschen zwei Zicklein gegen eine melke Ziege, das ist sehr nett, find ich. Es sei keine Spitzenproduzentin, 2 Liter pro „Melkung“ etwa – was ich ja prima finde.
Ich habe nämlich, während mein Frühstück kocht, nochmal auf die Milch geguckt, die wir ja jetzt wieder kaufen mussten. Also, die Milch besteht aus teilweise entrahmter Milch, Vitamin A und Vitamin D. Das geht ja noch. Milch mit natürlichem Fettgehalt gibt’s ja hier nicht. Aber man höre und staune: Die schlichte Schlagsahne, die der Mensch ja zum Kochen doch mal gern verwendet, besteht aus 5 bis 7 Zutaten!!! Haben die einen Knall oder nicht?
Gesundheit geht ihnen ja über alles, deswegen futtern sie auch immer Nahrungsmittelergänzung und vergiften alles, was sich bewegt und leben von Antibiotika etc.pp. Aber gestern haben sich in Ontario welche mit E-coli vom Rindfleisch (natürlich aus Alberta 😉 umgebracht, weil sie dann wieder anscheinend nicht in der Lage sind, sich die Hände zu waschen, nachdem sie mit dem ekligen Zeugs umgegangen sind. Was soll man dazu sagen?!?

Kopf hoch!

So, nachdem diese schlechte Woche (hier flucht man ja nicht, statt sh.. sagt man also shoot, jawoll!) vorbei ist, hoffen wir auf bessere Zeiten. Wenigstens haben die Hühner angefangen zu legen, wenn auch nicht an den designierten Plätzen, sondern neben der Haustür hinter dem Hauklotz. Na ja, man ist ja schon für kleine Freuden dankbar. Und ab morgen werde ich noch einen zweiten Job antreten, wie alle guten, armen Nordamerikaner. Ich werde bei Ballards im Honey House arbeiten und – oh Graus – vielleicht auch den Bee Blower, euphemistisch-englisch für Laubpüster, betätigen und die Bienen von ihren Honigwaben scheuchen. Lieber allerdings wär ich glaub ich im Honey House, auch wenn’s da laut ist. Die Bezahlung ist auch nicht so wirklich berauschen, dafür aber macht man lange Tage, kloppt also Stunden, und unterm Strich bleibt hoffentlich mal bald was hängen.

Hier sind die Kolkraben gerade wie bekloppt, ich hoffe, dass wir nicht irgendwie noch ne Leiche rumliegen haben. Aber vielleicht unterstützen sie nur unser Heuschrecken-Boden-Jagdgeschwader (die Truter in Phalanx-Formation) aus der Luft, wer weiß. Wenn ich geahnt hätte, dass es solche Massen von Schrecken hier gibt, hätt‘ ich glaub ich für mehr Truter plädiert, die man dann hätte verkaufen können. Die Wiese und überhaupt alles wimmelt von hüpfendem Protein – 100 kriegten wir locker groß und dick und fröhlich.

Tallulah ist tot

Unsere schöne Tallulah hat einen Ausflug in die Hafersäcke nicht überlebt. Wir haben leider die Gefahr gewaltig unterschätzt und nicht sofort massiv eingegriffen, als die Mädels am Morgen nach der Tat heftig geschissen haben, und nachmittags verschlechterte sich die Lage trotz eingeflößtem Medikament und vielen freundlichen Tipps von Rudi drastisch, und Tallulah hat es nicht geschafft. Odette kämpft noch, und wir hoffen, dass wir wenigstens sie durchkriegen. So ein überflüssiger Tod! Macht einen schon arg traurig.

9.30: Odette nun auch. Wir hatten ein sehr trauriges Frühstück, doppelte Tragödie, hässliche Tode für die beiden netten Ziegendamen, und die Aussicht auf mindestens 10 ziegenmilch-freie Monate. Und natürlich machen die vier Waisenkinder jetzt erstmal nur Blödsinn, sie sind ja wie ein Schiff ohne Segel und Ruder. Aber Corinne, unsere Ziegenverkäuferin, hat mich gerade schon ein bisschen getröstet. Vielleicht können wir zwei Lämmer gegen eine melke Ziege tauschen, das wär ein kleiner Trost.

Twister

Fahr ich doch gestern nach Grande Prairie. Schlechter Tag – ich hatte die Hälfte vergessen, und das Wetter war beschissen, und ich hatte schlechte Laune und kein Geld und es gab keine schönen billigen Bücher und überhaupt fand ich die Welt böse. So gegen 14.00 war ich wieder zu Hause. Etwas später kam Gereon mit dem Radio rein, und ich hörte was von „touch the ground“, verstand aber nix. Was war? Ein Tornado in Grande Prairie, den ich um etwa eine Stunde verpasst habe – der Tag hätte also noch viel schlechter sein können. Es gab umgekippte Autos, teilweise auch auf Hausdächer gehoben, natürlich jede Menge rausgerissene Bäume, abgedeckte Dächer, ein kleines Feuer, jede Menge Sachschaden, glücklicher- und völlig überraschenderweise keinerlei verletzte Menschen. Der neue Chef war in der Stadt, er sagt, sein Puls sei den ganzen Tag nicht wieder runtergegangen. Bilder hat zwar der Chef, aber ich leider nicht, kann im Netz (noch) keine finden. Für heute ist auch noch bzw. wieder eine Tornado Watch in Kraft. Man hält dann immer Ausschau nach „funnel clouds“, und dann geht man gefälligst sofortissimo in den Keller – so man einen hat. Denn wenn die „funnel clouds“ den „ground touchen“, dann wird’s fies. Tja, so isses hier auch.

Bülder

Vor allem auf vielfachen Wunsch eines einzelnen Herrn (Schu.) stelle ich hier jetzt mal in der Eile ein paar Gartenbilder etc. ein, hinter den Fragezeichen, weil ich keinen Bock hab, die alle zu verkleinern etc. Hier zu Hause herrscht nämlich das „Böse“, sprich, die Tochter des Hauses ist für eine Woche etwa hier eingefallen und hat, ohne mich zu fragen, „meine“ Küche sortiert. Wer weiß, wie ich Käse schneide und meine grenzenlose Toleranz kennt, kann sich vorstellen, in was für eine Laune mich das versetzt. Sogar mein arg duldsamer Gereon wird zickig darüber! Deswegen werde ich gleich melken und dann in die Stadt fliehen, und den Anzeichen zufolge wird ES bei meiner Rückkehr wieder verschwunden sein! Obwohl es nämlich eine rasend unangenehm laute Stimme hat, spricht es mit mir kaum – warum wohl ? 😉 Und nachdem Gereon einem Hund, den es mitgebracht hat und der mehrfach unsere Hühner gejagt hat, ohne dass es ernsthaft eingegriffen hat, auf frischer Tat ein Stück Holz versehentlich so zwischen die Augen (ist wohl ein guter Schütze) geworfen hat, dass er kurzfristig taumelte, hat es den auch nicht mehr so lieb. Tja – shit happens!
Hier regnet es ohn‘ Unterlass, das Regenmesserle war voll (5 Inches) und jetzt sind schon wieder 1 1/2 Inches drin!
Aber trotz langsamem Regenüberdruss und feindlicher Invasion und UNKRAUT (ohjeohjeohje – alles voller stinkweed da, wo mein Salbei und Blumen sein sollten – das hab ich aufgegeben!) haben wir überwiegend Spaß, der Herr Hö. mit „seinen“ Kindern, und ich mit „meinen“. Los geht’s! Ach ja, und weil es so usselig ist (Temperaturen von +9°C), bastelt der kleine Hund schon an seiner Rheumadecke.