Archiv des Autors: Petra

Das erste Fruehlingskind!

Man wartet und wartet – und oft verpasst man es doch: Mafalda legte ihre beiden diesjaehrigen Soehnchen unbemerkt ins Stroh. Helga und ich kommen also ab sofort wieder in den Genuss des exklusiven Ziegen-TV – wunderbar!

Die uebrigen Damen geben „mixed signals“, und es laeuft gerade eine hausinterne Wette, wer zuerst abwirft und wann. Ich mag mich da gar nicht mehr drauf einlassen, je mehr kleine Ziegen ich habe, desto weniger vorhersehbar scheint mir das.

Die Gaense, das kleine Rote, die Schwiemu und ich

Wir sind wieder zu Hause! Zuerst Helga und ich. Dann lt. einer email auch die Gaense. Vorgestern Nacht habe ich die ersten gehoert, gestern welche gesehen, leider nicht im Flug. Aber das kann nicht lange dauern, ich freu mich drauf. Und seit gestern ist auch das kleine Rote wieder bei uns, theoretisch auf der Suche nach einem neuen Zuhause.

Es drohte ihm – mal wieder – die Exekution, weil es gar zu unabhaengig ist und immer wieder schwangere Kuehe scheuchen mag. Das wird nicht gern genommen in diesem Lande. Wenn also jemand ein Huendchen will – ich taete es auch schicken 🙂

Mein Kopf ist immer noch voll von den schoenen und auch den schwierigeren Reiseeindruecken. Es gab wieder viele Besuche, nette Menschen, sozusagen das Bad in der Menge. Und wie in den vorangegangenen Jahren habe ich wieder nicht alles geschafft, was ich wollte, haette gern noch mehr Menschen getroffen, manche oefter, aber der Tag hat immer nur 24 Stunden. Natuerlich habe ich meine Koffer noch nicht wirklich ausgepackt, ist ja ein bisschen wie verzoegertes Weihnachten.

Hier ist alles beim alten. Der Wechsel ist immer wieder frappierend. In Oberberg viel schlafen, zuviel essen, viel Raum, um den Tag zu planen. Hier nicht so viel schlafen, auch zuviel essen, aber anders, und soviele Aufgaben, dass mir jetzt schon wieder der Kopf schwirrt. Aber wir haben es relativ langsam angehen lassen, mit Erkundungsgaengen in die naehere Umgebung. Helga haben wir am Freitag gleich auf die Schneeschuhe geschnallt, ein Stuendchen bis zum Hochsitz sollte es lt. Chef werden. Vier Stunden spaeter waren wir immer noch nicht wieder zu Hause. Wir hatten sowohl die Anfaenger-Schneeschuhprobleme als auch den sehr weichen Schnee unterschaetzt. Aber schoen war’s.

Es taut tagsueber, und auch im Moment, also um zwanzig vor sieben am Morgen, ist es schon ueber Null. D.h. der Hof verwandelt sich im Nullkommanix in eine rutschige Flaeche, gesprenkelt bzw. dicht bestreut mit Heuresten und allen moeglichen Arten von Verdauungsprodukten – unerfreulich, aber schwer zu vermeiden. Zwar brauchen wir nach wie vor und eigentlich immer die Feuchtigkeit, aber Tauwetter kann etwas anstrengend sein. Wo Schnee liegt, ist er immer noch so hoch, dass man z.B. beim Sturz mit den Langlaufskiern seinen Arm bis zur Schulter versenken kann, ohne Boden zu finden. Das fuehrt zu interessanten Verrenkungen. So gesehen gestern bei Bob auf einem weiteren Trip, diesmal zum Biberteich.

Bei unserer Autotour rund um den Snipe Lake sahen wir immer noch viele Trucks auf dem Eis, das also offensichtlich noch gut haelt, wenn auch die Auffahrt matschig ist und Helga schon meinte, da wuerde sie aber nicht drauf rumfahren wollen. Ich auch nicht.

Thermometer am Anschlag

1. Maerz. Laengere Tage. Schoeneres Wetter. Denkt man. Aber heute morgen, um 6:54, ist unser wunderbares neues Praezisionsthermometer am Anschlag, d.h. es ist kaelter als – 40 (MINUS VIERZIG!) Waer‘ jetzt auch nicht mehr noetig gewesen in diesem Winter. Damit natuerlich bisher definitiv die kaelteste Nacht des Jahres, aber ich glaube, auch des Winters. Wobei wir ja in der ersten Haelfte andere Thermometer und damit gefuehlt auch schoenere Temperaturen hatten – bis der Chef Praezision wollte. Und das haben wir nun davon… Der Wetterbericht flunkert natuerlich auch, wie so oft. Angeblich sind es im Moment nur -34, aber ich weiss es besser. Ich war naemlich schon zweimal draussen, in der Fruehmorgens-Kaelte-Kleidung: mein beruehmter schwarzer Bademantel, dazu Winterstiefel, Muetze und Handschuhe, bei Bedarf noch das Lichtmutzi. Extravagant, jawohl, selbst wenn einen keiner sieht! Und nein, keine Bilder… Wenn man frisch aus dem Bett kommt, kann man so z.B. den block heater, also den Auto-Oel-Vorwaermer einstoepseln, wenn man vorher den im Haus uebernachteten Generator rausgeschleppt und angeworfen hat. Zwischendurch aber mal kurz aufwaermen. Ab minus 40 naemlich, so warnt der Wetterbericht, kommt es bei exponierter Haut schon in weniger als 10 Minuten zu Erfrierungen.

Ludwig, nicht immer der kluegste unter den Schweinen, wollte trotz fallender Temperaturen gestern abend nicht in den Huehnerstall, sondern besteht auf Uebernachtung im „Sommerhaus“. Ich habe ihm Stroh bis unter’s Dach spendiert, aber ich vermute, sie werden trotzdem arg klappern, die armen Schweine.

Das Schoene ist natuerlich, dass es jetzt schon hell wird und die Sonne deutlich mehr Kraft hat. Doch ein paar Stunden wird es noch dauern, bis alles wieder auf Betriebstemperatur ist. Ich will gar nicht erwaehnen, wo ich hier im Haus heute morgen schon gefrorenes Wasser gefunden habe…

Und fuer so einen Tag hab ich mir dann drei Termine in Grande Prairie gemacht, das kann ja heiter werden.

Schickt uns warme Gedanken, haltet mir die Daumen, dass das Auto durchhaelt (auf dem Rueckweg werde ich Heupellets geladen haben, da koennte man ja zur Not drin uebernachten, eventuell, womoeglich… oder sie zumindest anstecken und ein kleines Feuerchen machen).

Ansonsten – bis naechste Woche!

Die permanente Residentenkarte

Die muss ich offiziell haben, wenn ich nach meinem Deutschlandbesuch wieder nach Kanada einreisen will. War aber ja abgelaufen. Schon im September. Hatte ich uebersehen. Bearbeitung brauchte laut Website der kanadischen Immigrationsbehoerde ca. 231 Tage – wie schoen! Es gab aber ein Eilverfahren, wenn man dem Antrag das bezahlte Flugticket in Kopie beifuegte. So tat ich das. Und siehe da: knappe 14 Tage spaeter kam ein Anruf von einer freundlichen Dame mit einem Hauch eines franzoesischen Akzentes, dass die Karte abholbereit in Edmonton liege, mit detaillierten Anweisungen, welchen Lift ich zu nehmen haette im Canada Place und was ich an der Rezeption zu sagen haette. Ich hatte sowieso Honig auszuliefern an einen kleinen Fruchtweinbetrieb, und so fand ich den Gedanken an eine Fahrt nach Edmonton im Februar nicht sooo schlimm. Unsere Autos schienen nicht vertrauenswuerdig genug, und Nachbar D. bot sich freundlicherweise an, mitzufahren. IKEA winkte… und ein Kaeseladen… und ein Roots Outlet Store…

So duesten wir also letzte Woche um 6 Uhr morgens hier los, denn das CIC-Buero hat nur von 9-2 auf. Etwas mehr als 4 Stunden spaeter, ohne Elchkontakt (dem Himmel sei Dank!), parkte mich der Nachbar perfekt vor dem Gebaeude. Ich war prima ge-schwammbadet, frisiert, dezent geschminkt, und fast voellig sauber angezogen (mit den Schuhen hatte es nicht so ganz geklappt). Und marschierte gemaess den Anweisungen ins Gebaeude, in den Lift, zur Rezeption, in Erwartung eines aufwaendigeren Behoerdengespraeches. Aber nix da. Ein freundlicher junger Mann am Empfang fragte nach meinen Identifikationspapieren (das ist ja hier hauptsaechlich der Fuehrerschein), guckte dann was im Computer nach, ging hinten in sein Buero, kam mit einem Umschlag zurueck, dem er die neue Karte entnahm und mir aushaendigte, liess mich ein Formular unterschreiben – fertig! Ich war irgendwie entsetzt und fragte ihn, ob es ihm aber doch bitte klar sei, dass ich fuer diese fuenf Minuten Behoerdenkontakt fast 5 Stunden einen Weg angereist sei. Jaja, beschied er mir, aber er muesse ja im Computer ueberpruefen, ob meine Angaben ueber meinen Aufenthalt in den letzten fuenf Jahren auch korrekt seien. Im Computer. Aaah ja. Manche von uns wissen ja, dass Computer auch „auf Entfernung“ koennen. Die Menschen bei CIC ignorieren das.

Na, der Vorteil war natuerlich: mehr Zeit fuer IKEA, immer wieder ein Kulturerlebnis… Meatsballs fuer D. und Crepes (naja…) fuer mich. Und der Nachbar war so angetan von unserem erfolgreichen Trip, dass er vorschlug, dass doch jetzt alle 14 Tage zu machen. Hab ich aber abgelehnt. Vielleicht alle 3 Monate, aber nur im Notfall. Jedenfalls: der Kaeseladen war wech, und der Roots Outlet auch. Stattdessen hab ich einen anerkannten Verkaeufer von AGA Kuechenherden gesehen – hach, schoen! Leider nicht mehr mit Holzfeuerung zu haben.

Den Wein, den uns unsere Kunden freundlicherweise mitgebracht hatten, haben wir uebrigens probiert, jedenfalls The Barb. Ziemlich erstaunlich. Und ziemlich lecker. Nun sind wir gespannt auf die Himbeervariante. Da ist naemlich Honig drin…

Zur Abwechslung mal: Winter

Ehrlich, manchmal schwirrt mir der Kopf von lauter tollen Sachen, hoechst geistreich, amuesant und auch womoeglich noch lehrreich – die koennte ich euch alle aufschreiben, wenn ich die Zeit haette oder es nicht einfach wieder vergaesse. Aber heute war ich so ein Braves, habe den ganzen, na, fast den ganzen Tag an den Steuern gesessen (oh, Herr Schu., wie fehlst mir du…) Steuererklaerungen sind ja nicht so mein liebster Zeitvertreib. Ich ordne sie ebenso unter S ein wie Spuelen, Saubermachen, Staubsaugen. Nicht jedoch wie Skilaufen. Obwohl das vielleicht ein etwas hochtrabender Ausdruck ist fuer das, was ich mir dann in meiner wohlverdienten Mittagspause gegoennt habe. Weil naemlich ja immer noch Winter ist, habe ich kurz entschlossen auf unserer „alten“ Farm angerufen und gefragt, ob ich wohl die damals mir zur Verfuegung gestellten Langlaufskier, schon rot, erwerben koenne. Man sah da gar kein Problem. („Wir haben viel mehr Ski als wir Beine haben.“ – Das wusste ich, auf die Erkenntnis hatte ich gehofft 🙂

Auf der Farm begruesste mich in altgewohnter Anschleimermanier der inzwischen ziemlich betagte Puppinger. Nicht schlanker geworden, aber froehlich wie eh und je – wie schoen! Abendgegessen mit den beiden verbleibenden Herren, lange gequatscht und dann mit roten Skiern, seltsamen Schuhen und leicht demolierten Skistoecken heim.

Gleich der erste Ausflug bescherte mir das Gegenteil von einer Bauchlandung. Gut, dass hier nicht so irre viel Verkehr ums Haus und auf der Strasse ist, da will man ja nicht bei beobachtet werden. Heute dann ein zweiter Versuch, meine athletischen PS auf den Schnee zu bringen. Soll ja alles der Blutdrucksenkung dienen… Schon der kleine „Abhang“ vor der Jurte versetzte mich in leichte Panik, aber ich hab’s geschafft, in Zeitlupe. Dann die Schneeschuhspur entlang Richtung erster Biberteich. Da war wieder so ein kleiner Abhang – gruselig. Ich bin quer gestakst. Auch hier: Wie gut, dass mich niemand sah (hoffe ich jedenfalls, es gab naemlich ziemlich frische Spuren von etwas mit Pfoten, das anscheinend neben sich etwas hergeschleift hatte, das womoeglich nicht mehr in der Lage war, seine Pfoten oder Vogelfuesse zu benutzen). Buckelige Schneeschuhspur ist nicht so wunderbar. Aber ich bin dann kurzerhand abgebogen auf den ersten Biberteich, wo ja saemtliche Buckel und auch kleinen Straeucher im Tiefschnee verschwunden sind, der sich fuer mich Super-Ski-As anfuehlt wie eine leicht gepuderte Betonpiste. Vor allem voellig ohne irgendwelche Neigungen nach oben oder unten. Sehr schoen. Mit zwar sehr schmalen, aber zwei Meter langen Fuessen sinkt selbst so ein zartes Wesen wie ich praktisch nicht ein. Und es hat was, so in der Stille ueber den Biberschneeteich zu gleiten. Mehr Spuren von Pfoten und Knacken im Wald liessen mich dann umkehren – bei dem harten Schnee will man niemanden ans Laufen bringen. Auf dem Rueckweg wollte ich ueber unseren Ziegenzaun klettern, von dem nur noch ein bis zwei Draehte aus dem Schnee gucken. Dabei verlor ich einen Ski – und gucke da: Die Betonpiste traegt nur lange oder breite Fuesse, nicht aber mich mit einem Schuh. Weg war ich bis ueber’s Knie. Doof. Doch immer noch: Gut, dass mich niemand sehen konnte.

Bilder gibt’s natuerlich von sowas nicht, ist auch besser so.

Heute morgen war’s zur Abwechslung mal wieder minus 30. Der fuer vorgestern angekuendigte Winter Storm war ein leeres Versprechen, die 10-20 cm Schnee haette ich ja gern gehabt, wenn auch ohne den Wind und nicht alle auf einmal. Aber gekommen sind vielleicht 3 cm, und gluecklicherweise kein Wind. Nur diese minus 30, die haetten sie dann auch behalten koennen. Ende Januar war es ja so warm, dass der Dugout oben drauf antaute und daraufhin die Raender einbrachen. Davon gibt’s Bilder.

Auch wollte der Chef bei dem warmen Wetter die Gelegenheit nutzen, mal den Futterzustand seiner Bienen zu pruefen. Ich habe Abstand gehalten – es brummte und summte und schwirrte gewaltig, als er einen Deckel oeffnete. Aber sie leben noch, jedenfalls anscheinend die meisten der Voelker. Das waere gut und wichtig, denn wir haben schon wieder viele Vorbestellungen fuer Honig.

Die sinkenden Temperaturen hielten den Chef natuerlich nicht davon ab, sein neuestes Projekt fertigzustellen und anzuschmeissen: Die Wachsschmelze. Natuerlich aus Edelstahl. Und angeblich gar nicht so unaehnlich einer Distille. Aber sowas wuerde ich natuerlich nicht wissen. Nun zieren schon viele gelbe Wachskuchen die Werkbank draussen. Der Herr Nachbar D., der auf einem Bild zu sehen ist, soll der Kerzenzieher werden. Mir traut man das anscheinend nicht zu. Aber waaate!

Der Herr Nachbar uebrigens traegt eine von mir gefilzte Kreation auf dem Kopf, die ich nicht fuer gut befunden hatte, die ihm aber gefiel. Und er hat da auch keinerlei Hemmungen – find ich gut. Und der Herr Chef strahlt auf beiden Bildern! Na ja, er hat jedenfalls sowas wie ein Laecheln auf dem Gesicht. Das geht immer dann, wenn irgendwo ein prima Feuer zugange ist!

Und dann noch das Emmi. Es kann gar nicht verstehen, was hier wieder mal schieflaeuft. Da haengt doch jemand Ziegenrippen AN DIE WAND – so ein Quatsch. Kann ein Hund nicht dran. Hat man den ganzen Tag Arbeit, das Gesocks zu vertreiben, dass sich immer wieder anschleicht. Totaler Bloedsinn. Aber es gibt ja Emmi, pflichtbewusst und immer da.

Schnee bis an die Ohren

Jedenfalls, wenn man ein Ludwig ist. Oder eine Zora – ja auch dann noch! Und wenn man dann unvorsichtig versucht, hoechst korrekt in den Wald zu huepfen zwecks Toilettengang – dann ist man einfach futschikato, im Schnee versunken. Natuerlich nicht fotografisch festgehalten, aber sehr amuesant zu sehen. Arme Zora…

Das neue Jahr hat sich ordentlich eingefuehrt, mit einer guten Kaelte- und dann Schneeperiode. Erst war es so um die minus dreissig Grad fuer ungefaehr eine Woche, und dann hat es, bei immer noch denselben Temperaturen, am Freitag glaube ich angefangen, ernsthaft zu schneien. Der Chef hatte schon immer Schnee geschippt. Den ganzen Samstag, zum Beispiel. Ich finde das ziemlich bewundernswert, weil mir schon die Knochen schmerzen nur vom Tore freischaufeln. Und Jurte unzerbrochen halten. Samstag also sah alles ganz ordentlich aus. Und Sonntag morgen hatten wir eine Schneefallwarnung. Und ja, hier kann es auch bei minus 30 immer noch erstaunlich ergiebig schneien, wie wir einmal mehr erleben durften. So hat er auch Sonntag geschippt. Und Montag. Montag allerdings mit deutlich weniger Elan, und wir waren einfach ein bisschen faul. Arbeit (die fuer Geld) wurde kurzerhand abgesagt. Die Strassenverhaeltnisse waren wirklich nicht lustig, und sind es auch noch nicht.

In solchen Schneezeiten ist natuerlich auch unser hoch geschaetzter und normalerweise zuverlaessiger albertanischer Sonnenschein voruebergehend ausser Betrieb, und so war es schon gestern abend um so schoener, die Wolken aufreissen und ein bisschen Blau zu sehen, dekoriert etwas spaeter dann noch mit abend-rosa. Heute gab es noch mehr blauen Himmel. Doch: Das ist laut Wetterbericht nur voruebergehend. Es soll zwar waermer bleiben (heute morgen fruehlingshafte -14C, da kommen sofort alle Huehner vor die Tuer), aber auch wieder Niederschlaege geben, sogar Eisregen ist gemeldet, und das ist kein Spass.

Kaelteverluste gab es bis jetzt keine, das ist schoen. Allerdings bedient sich das Wiesel mit relativer Regelmaessigkeit. Und isst nie den Teller leer, sprich: das Huhn auf. Finde ich ungehoerig. So muss Emmi hinterher raeumen, was sie aber gern und gruendlich tut.

Ansonsten: Ticket ist gekauft, vom 6. bis 31. Maerz bin ich unterwegs. Nun hoffe ich nur, dass die Behoerden auch wirklich, wie fast versprochen, die Bearbeitung der PR Karte beschleunigen.

Diese Bildperspektive hatte ich neulich schon mal – jetzt sollte ein deutlicher Unterschied in der Hoehe der „Seitenbegrenzung“ zu erkennen sein. Ludwig hat sich nicht weiter getraut, da, wo er steht, hat der Chef aufgehoert zu schieben. Und Schweinebaeuche haengen tief…

Schneelawinen wurden kontrolliert ausgeloest, damit es nicht zu Verlusten kommen konnte – so’n Hund oder Schwein ist schnell verschwunden. Auch ein Generator… der uebrigens da steht, weil er im Haus genaechtigt hat, wo es warm ist. Dann startet er morgens bei Bedarf ganz entspannt.

Was rechts am Jurtendach lehnt, ist ein „Schneeschaber“ extra fuer Daecher. Kann ich ausziehen auf 21 Fuss, also 7 Meter. Funktioniert prima fuer die Jurte, die nicht so gut einen knappen Meter Schnee auf dem Dach verkraftet. Sie war wegen abgezogenem und auch vom Poleshed abgerutschtem Schnee bis an die obere Kordel versunken… Aber es ist anscheinend alles heile geblieben.

So, nu wisst ihr’s. Jetzt seid ihr wieder dran mit Schnee…

Ach ja: Und auch wenn viele Nicht-Eingeweihte, darunter der Herr E. aus V., meinen, dass Winter verzichtbar sei: Ich find‘ ihn nach wie vor ok, oft auch wirklich schoen. Man muss es mal erlebt haben, sonst kann man wirklich nicht mitreden. Sagt sogar Frau B. aus W., und die ist nun wirklich nicht so’n doller Outdoor-Fan, gelle? 😉

Fortschritt – mal wieder!

Der Fortschritt bzw. die Rationalisierung macht auch vor Sunset House nicht halt. Allerdings habe ich im Moment noch so gar keine Befuerchtungen, dass ich durch derartige Rationalisierungen meinen Job als Wassertraegerin, Koechin, Futterbringerin, Buerohilfe etc. verliere. Es will naemlich niemand anderes ihn machen. Jedenfalls brauche ich so nur einmal zu laufen und bringe gleich mindestens drei Liter Wasser zurueck. Hatte ich erwaehnt, dass von 10 cm Schnee etwa 1 cm Wasser uebrigbleibt? Und dass Alfred an guten/schlechten Tagen einen halben Eimer auf einen Schluck ausleert? Alfred ist immer noch einer von 17 verbliebenen Ziegen… und drei Lamas.

Ob das schon das Weihnachtsfoto ist? Wir wissen es nicht. Der Chef ist heute nach Grande Prairie und hat von mir den ausdruecklichen Auftrag, uns was „Schoenes“ mitzubringen. Wir duerfen gespannt sein…

PS: Da ist mir doch glatt beim Schreiben mein Toast auf dem Hi-Tech-Multifunktions-Smooth-Top-nicht-ganz-stainless-steel-Toaster schwarz geworden. Zuviel Technik.

Frau Haak und die Huehner

Vorgestern rief mich Gereon raus, damit ich mir was anschaue. Ich sah Frau Haak:

Frau Haak, ihres Zeichens eine Goshawk-Dame und damit sowas wie ein Habicht, nur glaube ich etwas groesser als unsere deutschen Habichte, kannten wir schon. Auch ihren Gatten. Noch neulich hatten die Hunde sie von einem Baum am Strassenrand aufgescheucht, als wir da entlang marschierten. Und ich dachte noch: Na, wenn das mal gut geht! Als ich zurueckkam, war kein Huhn in Sicht – immer ein Zeichen fuer Luftalarm. In Dugout-Naehe stiess ich dann auf Frau Haak, die auf einem schon arg toten Huhn sass und sich den Kropf vollschlug. Sie hatte die Ruhe weg, ich war hoechstens 5 Meter entfernt, als sie aufflog. Das Huhn hab ich ihr woanders hin gelegt, wo wir sie nicht so stoerten, und dann haben wir sie ueber mehrere Stunden beim Fressen beobachtet.

Vorgestern, eine knappe Woche nach diesem Vorfall, hatte sie also wieder Hunger. Ich war unmittelbar vorher ueber den Hof gegangen, da, wo sie sass. Und ich hatte auch ein Huhn sich aus dem Stall wagen sehen. Dumm gelaufen! Die Bilder sind natuerlich unscharf, weil ich die Kamera nicht beherrsche und der Vogel auch etwas nervoes wurde. Abstuetzen musste er sich uebrigens wohl, weil – wie ich dann zu meinem Graus bemerkte – das Opfer noch lebte. Als Gereon sich naeherte, um das Huhn hoffentlich umzubringen, zog der Vogel, muehsam und Huhn schleifend, ein Stueck weiter, wo wir nicht mehr dran konnten.Sie frisst dann einen halben Tag, gegen Ende mit langen Pausen, wahrscheinlich, weil sie wirklich pappsatt ist. Und sie hat die Ruhe weg.

Ich goenn‘ ihr die Huehner. Hab mir ausgerechnet, dass, wenn sie jede Woche eines frisst, wir wahrscheinlich immer noch genug haetten. Natuerlich warnt jeder „normale“ Albertaner, dass sie viel mehr will, wenn sie Junge hat und dass man sowas loswerden muss. Was man aber offiziell nicht darf. Was natuerlich keinen „richtigen“ Albertaner stoeren wuerde. Mir gefaellt sie, die Frau Haak. Und ich ueberlege, ob ich nicht eines der eingefrorenen Wiesel-Opfer antaue und ihr hinlege, vielleicht kann ich sie so von Frischfleisch ablenken und die gefrorenen Huehner einer sinnvollen Verwendung zufuehren.

Seligkeitsdinge

Das war heute morgen mein Seligkeitsding: Ofen an in der Jurte.

Allerdings wurde meine Hoffnung, dass der Schnee auf dem Dach schmelzen moege, nicht erfuellt.

Ein anderes Seligkeitsding war das, wenn auch mit Momenten der Unseligkeit, weil es gar so kniffelig war.

Auch ein Sofa kann ein Seligkeitsding sein.

Und fuer den Chef war es die Hobelmaschine, mit deren Hilfe er jetzt Fruehstuecksbrettchen (z.B.) in Serie fertigen kann.

Fehlt nun noch eine Abrichte oder Anrichte oder wie das Ding heisst, das die Seiten glaettet. Kommt bestimmt rechtzeitig zu Weihnachten.

Das kleine Katzentier koennte vielleicht passend zu diesem Thema der Seligkeitsdinge Madita heissen.