Gerade ruft Gereon an: Tallulah hat zwei Jungs! Nachdem das also mit dem Daumendruecken nicht geklappt hat, bitte ich um Vorschlaege fuer erstklassige Geschaeftsideen (ausser Schlachten und Essen), die man mit 8 maennlichen Ziegen verwirklichen kann. Kreativitaet ist gefragt!
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The geese are back!
Auch wenn der Wetterbericht fuer Sonntag zur Abwechslung mal 2-4 cm Schnee ankuendigt: Gestern hab ich die ersten Gaense auf einem Feld gesehen, und heute morgen hoerten und sahen wir dann die ersten beiden ueber unseren „Hof“ fliegen. Gaense machen Gaensehaut! Jedenfalls diese ersten, die nach 5 Monaten richtig echtem Winter Hoffnung auf den Fruehling machen. Ich stelle mir dann immer vor, wie das frueher gewesen sein muss, als Winter aehnlich waren, aber der Komfort doch nicht so. Und frueher ist hier noch nicht lange her… Wir haetten ja jederzeit, wenn wir es nicht mehr haetten aushalten koennen, zu den Nachbarn gehen koennen. Margaret sagte neulich noch, dass wir ja doch Glueck gehabt haetten, dass bisher immer alles so gerade eben gut geklappt hat und dass wohl doch viele Nachbarn gefragt haetten, ob wir noch nicht bei ihnen eingezogen seien. Tztztz!
Fuer die ersten Siedler hier war das keine Option, die mussten aushalten, egal wie, irgendwie, denn weg konnte man ja auch nicht mehr so einfach. Da muessen die ersten Gaense noch viel sehnlicher erwartet worden sein, und das Tropfen von Regen auf dem Dach oder Schmelzwasser an den Hauswaenden. Gereon hat gestern die ersten Drainagegraeben gezogen, jetzt sieht es nicht mehr schoen weiss, aber doch recht interessant aus um die Kueche herum. Und jetzt kann man erst richtig sehen, wie hoch uns der viele Schnee gehoben hatte. Ein Graben ist bestimmt fast einen Meter tief, und dabei ist der Schnee ja doch schon gewaltig zusammengesackt. Im Sinne des positiven Denkens wollen wir uns also auf ein Klein-Venedig freuen!
Tallulah laesst sich Zeit.
Jetzt aber Schlag auf Schlag!
Kaum war ich richtig warm gearbeitet am Samstag, da rief der Herr Hoe. schon an: Ueberraschung!! Nicht die erwartete Woelkchenziege war niedergekommen, sondern kurzerhand hatte sich Mafalda entschlossen, zu entbinden. Sehr tueckisch, hatte sie sich nichts anmerken lassen, bis sie dann lt. Gereon mehr oder weniger ploetzlich anfing zu greinen. Als er guckte, lag sie schon und ein Bein war zu sehen. Also schnell Umzug in den einen noch verfuegbaren Stall, mit ein bisschen Umschichten, und dann gab es zwei weisse Ziegenboeckchen. Geschlechterverhaeltnis ausgeglichen.
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Als ich von der Arbeit kam, war ein Stall bereits aufgeteilt fuer die zu erwartenden Woechnerinnen. Woelkchen machte seltsame Verrenkungen, und so zog sie in die Kueche um. Eigentlich wollten wir essen, aber Woelkchen wollte das nicht. Mit ebenfalls einigem Gegreine und ziemlich langsam legte sie uns ein weiteres weisses Boeckchen ins Stroh. Ziemlich gross sogar, obwohl die Woelkchenziege gar nicht so dick war und sowieso so knochig, dass wir schon Sorge hatten, die Geburt wuerde sie total schaffen. Aber als das Kind erst mal da war, schien sie doch noch recht fit. Wir wollten essen, endlich. Gerade wollte ich die Teller fuellen, da kam ein Geraeusch, Gereon guckte, und wieder Ueberraschung: Noch ein Zicklein – aus dieser duennen Ziege. Und diesmal Farbe! Es kam Orca, der Killerwal, natuerlich schon wieder ein Boeckchen.
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Der kleine Orca sieht ziemlich anders aus, wie eine Mischung eben aus Wal und Belted Galloway Kuh, dabei mit einem Fell fast wie ein Kaninchen, keine Locke in Sicht. Sein kleiner Bruder, noch namenlos, ist ein heftiger Kaempfer und versucht immer, ihn niederzuringen, mit Kopf auf Orcas Ruecken gedrueckt. So dachten wir schon mal an „the Undertaker“ fuer den kleinen Ringer… Die Woelkchen-Familie ist noch im Warmen, zum einen, weil die Mutter so mickrig ist, zum anderen, weil – wer haette das gedacht? – es mal wieder heftig schneit. ![]()
Nun warten wir auf Tallulahs und Sternchens Nachwuchs. Gern naehmen wir noch vier Maedels, gern auch Farbe, doch das ist wohl nur bei Sternchen zu erwarten. Saanen-weiss ist tatsaechlich genetisch durchschlagend.
Nachsatz am Dienstag: Heute haette ich arbeiten sollen, doch – nicht so ganz unerwartet mehr – zeigte sich heute morgen die Sternchenziege extrem besinnlich, leider war sie uns gestern abend auch noch an einen Getreidesack geraten und hatte etwas beschleunigten Stoffwechsel. Konnte ich doch nicht alleine lassen, zumal der Herr Hoe. ja sowieso findet, ich verdiene zuwenig, um aus Pflichtbewusstsein zickelnde Ziegen allein zu lassen. Also wieder mal die Ziegen umgeschichtet, diesmal mit einem blutenden Ohr (bei Mafalda) und einem angeblaeuten kleinen Finger (bei mir), alles wegen der mistigen Odette, die Mafaldas Ohr und meinen Finger zusammen an den Zaun zu nageln versuchte. Dann die widerstrebende Sternchenziege in die Kueche gezerrt. Erst sah sie auch zickelig aus, aber dann legte sie sich in die Ecke und schnaufte nur und grummelte mit dem Bauch. Was tun? Die Nachbarn hatte ich schon gebeten, waehrend meiner dienstlichen Abwesenheit mal zu schauen. Gluecklicherweise konnte ich noch eine freiwillige Aushilfe auftun, so dass ich dann hastig gen Valleyview dueste, um die Buecherei mit kleiner Verspaetung zu oeffnen und der hilfsbereiten Inge den Schluessel zu uebergeben. Dann wieder zurueckgehetzt, und als ich gerade in unsere Strasse einbog, rief mich Margaret (die Nachbarin) an: Ihr habt zwei neue Babies. Waren schon da, als die Nachbarn gucken kamen, hatte die Sternchenziege sich mal schnell beeilt. Bunt, sag ich, bunt, ein schwarzes mit braunen Beinen und etwas weiss am Kopf und ein weisses mit dunklen Abzeichen am Kopf und am Popo. Und als ich sie erwartungsvoll umdrehte, waren es beides Jungs. Das macht 6:2 fuer die Jungs. Tja. Fotos sind noch doof, da muessen auf die Ankunft des Hoffotografen warten, der das ungleich besser macht als ich. Auch sind dies die rehlein-artigsten bisher, total duenne Stockbeinchen und ueberhaupt sehr mickrig. Muss die Sternchenziege ordentlich was ranfuettern! Nun bitte ich um heftige Daumendrueckung, dass Tallulah uns bitte sehr noch zwei Maedels liefert. Weiss werden die bestimmt, aber Hauptsache Maedels.
Die bereits lauffaehigen sechs tummeln sich schon draussen herum, sehr amuesant anzuschauen. Ich glaube, ich gehe ueberhaupt gar nicht mehr arbeiten, kostet doch nur Spritgeld und Nerven…
Die Verwendung der Ziege in der Kueche
oder: Wie man sich erfolgreich um die (Haus)arbeit druecken kann.
Gestern Morgen stellte sich uns Odettes Busen so dar: ![]()
Gereon hatte so seine Hoffnungen auf Zicklein, und diesmal hatte er Recht. Odette, die Gute und Leichtgebaerende, legte problemlos und zuegig innerhalb von 15 Minuten zwei kleine Ziegenmaedels ins Stroh, die nach weiteren 30 Minuten auf den Beinen waren. ![]()
Wir machten uns Gedanken, weil es natuerlich kuehl ist und die Kinder klamm und wir luschig und geneigt, die ganze Bande eher zu verwoehnen. Und Baumassnahmen waren sowieso gerade „under way“, naemlich fuer ein weiteres Dach ![]()
Also verwirklichte der Herr Hoe. kurzerhand die bereits ausgekluegelten Plaene fuer ein Woechnerinnenzimmer in der Kueche (wenn das der Health Inspector sieht ;-))) ![]()
Umzug geht ja einfach ![]()
Und nach kurzer Zeit hatte man sich eingelebt und legte sich zur wohlverdienten Ruhe. ![]()
Dann aber natuerlich der unvermeidliche Fototermin. Hier das weisse Kind, Blanca ![]()
und hier das nicht ganz weisse Kind, Griselda ![]()
Und hier noch mal die Mutter, die – obwohl eklig mit den Kolleginnen – sich unserer Meinung nach zu einer sehr schoenen Ziege und prima Mutter gemausert hat ![]()
Mir ist klar, dass das alles fuer Marianne und aehnlich gelagerte Menschen todlangweilig sein muss, aber wir haben uns gestern und heute mit groesster Begeisterung von vielen Arbeiten abhalten lassen – kaum was Netteres gibt es doch als Ziegen-TV, in Farbe und mit staendigem Ton. Ziegen naemlich halten nichts von der Theorie, dass man Kinder schreien lassen soll, um die Lungen zu staerken. Odette reagiert auf jedes Schnauferchen mit Ziegenmuttertoenen, klingt sehr gemuetlich. Als ich eben zur Arbeit fuhr, schweren Herzens, meinte Gereon, die Woelkchenziege scheine ihm sehr schwergaengig, und die Baender seien auch kaum noch zu fuehlen. Vielleicht hat er ja wieder Recht! Uebrigens ist natuerlich Schnee gemeldet, nur der guten Ordnung halber wollte ich das erwaehnen.
Immer noch nix Neues, ausser Schnee!
Bald weiss ich nicht mehr, was ich schreiben soll. Es schneit!
Montag, 12. Maerz. 6.30 frueh. Gestern wurde auf Sommerzeit umgestellt, sehr witzig. Aber hier nennen die das Daylight Saving Time. Ist trotzdem Quatsch. Hat man jetzt den Amerikanern angepasst, so dass gespart wird, auch wenn die Tage gar nicht laenger sind. Alles Bloedsinn. Jedenfalls: Eigentlich war es gar nicht so haesslich. In den letzten Wochen wurde es doch langsam milder, zwar hat es natuerlich immer mal wieder ein bisschen geschneit, aber daran hat man sich ja nun schon gewoehnt. Mutig habe ich Saatgut bestellt, fuer den noch kaum existierenden Garten. Die Ziegen werden dicker und dicker, doch es tut sich noch nicht ernsthaft was. Gestern abend Regen. Es klingt ziemlich gemuetlich, wenn man in der warmen Kueche sitzt, bei sonntaeglichem Haehnchenragout (die Haehnchenschwemme muss langsam weg…) , und der Regen prasselt auf das Blechdach. Heute morgen, als der Wecker um 4:30 klingelte, natuerlich noch gefuehlte 3:30, prasselte es auch. Ich bereitete mich geistig-seelisch schon auf Ueberschwemmung in der Kueche vor, doch, Surprise – Surprise: Es schneite. Und wie!! Innerhalb kuerzester Zeit waren meine Spuren im frischen Schnee schon wieder weg, 3 cm in einer Stunde wie nix. Wetterbericht angerufen: Winter Storm Watch in effect. Na, das ham wer gemerkt! Also watchen wir den Winter Storm, die Ziegen aus dem Stall, der Billich und das Lama leider ausgesperrt und nicht so froehlich, die restlichen Vierbeiner und ich aus dem Bett/Schlafzimmer. Noetig waere das nun nicht mehr gewesen, es reicht allen doch jetzt. Ich hoffe, dass Gereon heile auf der Arbeit ankommt, es schneit so dicht, dass man kaum was sehen kann, und er Wind macht es nicht leichter.
Bilder zu machen ist mehr oder weniger muessig, es gibt halt immer nur Schnee, in wechselnden Formationen, aber das isses halt. Wir warten auf den Ziegennachwuchs.
Den meisten von euch hatte ich ja schon einzeln ausfuehrlich vorgejammert, was das Forstamt uns fuer ein Vergnuegen bereitet. Doch fuer die Nichtwisser und dennoch Interessierten hier eine kleine Zusammenfassung: Wir beantragten eine Holzeinschlagserlaubnis – dachten wir. Sagt die Foersterin am Telefon, dass sie rauskommen muss, sich das angucken, damit wir auch die richtige Erlaubnis kriegen. Klang noch gut. Termin wurde jedoch leider zweimal um jeweils eine Woche verschoben. Waren wir schon nicht mehr so froehlich. Beim dritten Termin tauchte sie nicht auf. Also rief ich an. War sie krank gewesen und aus irgendeinem Grunde (kanadisch???) konnte niemand Termine absagen. Schade eigentlich. Dann muesse das eben naechstes Jahr gemacht werden, jetzt sei es ja schon fast zu spaet! Ich war sauer, sagte ihr, dass das fuer uns bedeute, dass wir kein Haus bauen koennten dieses Jahr. Tja. 2 Stunden spaeter oder so rief sie an, habe was umstellen koennen, komme am naechsten Tag. Ich war froh. Am naechsten Tag kamen zwei junge Frauen mit einem dicken Forst-Pickup-Truck, komplett mit dicker Winde vornedran und tollsten Reifen (wichtig zu wissen fuer den Fortgang der Geschichte). Wir stapften in den Wald, sie guckte den ersten Baum an, sagte, das sei ja kein Problem (was uns eigentlich klar war), sagte dann, Gereon muesse den Schlagabraum verbrennen, und die Permits kosteten pro Stueck (wir wollten eines pro Person) inzwischen leider 1000 Dollar Kaution, sie seien so oft missbraucht worden in der Form, dass sie nicht genutzt worden seien.
Tage spaeter, naemlich 15. Maerz: Ich sitze am Laptop bei Pat und Rod und – wundervoll – das Ding ist online. Das heisst, dass es vielleicht demnaechst doch wieder netter und einfacher wird, emails zu sichten und Bilder und Texte online zu stellen.
Also, jedenfalls, die Dame von Forestry war zufrieden. Auf dem Rueckweg ging sie bei den Ziegen vorbei, kraulte den Billich und fragte dann, ob die Ziegen ihre Hoerner abwerfen. Ich war entgeistert. Und zur Kroenung fuhr sie sich mit ihrem voll ausgestatteten Pickup auf unserer ordentlichen (wirklich, nicht ironisch) Einfahrt richtig prima fest. Ich war noch mehr entgeistert. Als ich dann Gereon von dem Verbrennen der Abfaelle erzaehlte, wurde er ziemlich ungehalten (fuer seine Verhaeltnisse). Er sagt, die hat wahrscheinlich ueberhaupt keine Ahnung und das geht gar nicht, wie sie sich das vorstellt. Tage spaeter wollte die Dame dann noch einen Hausplan, damit das Forstamt wisse, ob die beantragte Menge auch ausreiche. Die spinnen, die Roemer! Langer Rede kurzer Sinn: Im Moment haben wir eher aufgegeben. Nun wissen wir aber, warum die oft missbraucht werden, die Permits. Wenn man erst nicht informiert wird ueber all die Haken, die das Prozedere enthaelt, dann ist es kein Wunder, dass man irgendwann auf halber Strecke aufgibt, und die Damen/Herren ihren Teil der Arbeit vergebens getan haben. Mir jetzt egal. Ich will irgendein Haus, meinetwegen eben Log House spaeter.
Ach manno, jetzt hab ich mir ganz viel verbaselt, aber jetzt hab ich keine Lust mehr, es zu reparieren. Daher wirre Bilder und fertig.
Nix Neues – ausser Neuschnee
Tja, was soll man schreiben? Der Computer ist noch im Hospital, aber immerhin gerettet und abholbereit. Dieser Tag hat mich Nerven ohne Ende gekostet, was wohl mit den Dackeln (Albertanern, Kanadern) zusammenhaengt, die als Sorte unmoeglich, aber als Individuen manchmal super-nett sind. Fotos gibt es also noch nicht, weil der Computer…
Und wenn ich wirre schreibe, dann liegt das daran, dass gerade meine wirreste junge Kundin die Buecherei betreten und mich in ein wirres Gespraech verwickelt hat. Wir waren bei den Individuen: Ist es mir naemlich letzte Woche passiert, dass ich einfach so ein Spinnrad geschenkt bekommen habe! Kaum vorzustellen, aber wahr. Ein Ehepaar, wobei er Schweizer ist/war (was vielleicht manches erklaert…) hat einfach beschlossen, dass sie das Spinnrad nicht mehr braucht und es bei mir besser aufgehoben ist. Ich war ueberwaeltigt, und es ist natuerlich auch noch ein himmlisches Spinnrad, jedenfalls fuer mich. Ein ganz schlichtes, abgespecktes Teil, nix schnoerkelige Drehteile und Dornroeschen-Design, sondern Sperrholz und kein Schnickschnack. Yvonne vermutete schon, es sei selbst gebaut (weil sich der Durchschnittskanader wohl etwas schnoerkelloses gar nicht vorstellen kann). Aber es kommt aus Holland. Nun habe ich also zwei hollaendische Spinnraeder und die schlichteste aller Spindeln, kann also an drei Projekten gleichzeitig spinnern, was ich auch tue, wenn die Zeit es erlaubt.
Ansonsten schneit es halt, wie die Ueberschrift andeutet. Im Wetterbericht ist auch fuer die naechsten 5 Tage Schnee bzw. Schneegriesel oder wie man das nennen will. In der letzten UND der vorletzten Nacht wieder jeweils so etwa 5 cm. Ich gebe zu, dass ich glaube, es reicht jetzt doch. Im Fruehjahr werden wir unweigerlich einen Burggraben haben, und wir ueberlegen jetzt schon, wo wir die Autos parken und wie wir es schaffen werden, Einkaeufe durch die Plempe zum „Haus“ (sollte ich sagen „Wohnkomplex“?) zu schaffen. Egal, das schaffen wir. Das Wetter ist milder, das ist sehr angenehm. In den letzten Tagen hatten wir naemlich noch mal wieder -30 oder so, das war ziemlich widderlich. Spuelmittel gefroren, sogar Siebe fuer Wasser undurchdringlich, weil das Wasser waehrend des Durchlaufens/Abtropfens schon wieder gefror, jedenfalls morgens um 4.45. Kein Spass. Meine Waesche war eine Woche lang zu Blocks gefroren. Jetzt habe ich endlich die letzten beiden Bettuecher rausgehaengt – jetzt sind sie leider zugeschneit. Aber -10 ist wunderbar, da wollen wir mal nicht meckern.
Wenn ich mich aufraffen kann, naechste Woche nach Grande Prairie zu fahren, um diesen Rechner (Maschine nennen die das hier…) abzuholen, gibt’s auch wieder Bilder. Doch die Prioritaeten aendern sich eindeutig in einer Lebensumgebung wie der unseren. Computer rutschen weiter und weiter nach hinten!
(Not) made for life in Alberta
Made for Life in Alberta, damit warb Ford hier im Fernsehen, wenn ich mich recht erinnere, als ich noch ferngesehen habe – lang ist’s her!! Nun, manches hier ist nicht made for life in Alberta. Mein Computer und mein Auto gehoeren im Moment dazu. Will sagen, keine Bilder, weil kein Computer, starb bei der Installation einer Firewall, jedenfalls voruebergehend, und kein Auto, weil, starb (teilweise) bei der Fahrt in die Computerklinik. Faehrt jetzt wieder, das bloede Ding, so dass der Autoschrauber keinen Fehler finden ich kann. Ich hasse das!!! Ich will ein Internet und ich will ein Auto, das faehrt, immer und zuverlaessig.
Na ja. Der Herr Hoe. muss jetzt doch freitags arbeiten, sein Chef ist doch noch da, aber alles andere ist umgeschmissen. Er hat aber schon einen Dollar mehr. (Wenn die erstmal merken, wie er so zuverlaessig und verantwortungsbewusst ist und nie trinkt und immer puenktlich ist, dann werden die ihm hoffentlich noch viel mehr Geld hinterher werfen!) Zwar werden wir relativ reich, aber was nuetzt es, wenn wir uns nun nur noch sonntags schlaftrunken sehen… Bald muss uns wirklich die durchschlagende Geschaeftsidee einfallen, damit wir im rubbeldikatz widerlich reich werden und nie wieder ausserhalb arbeiten muessen. Ich will ja gern melken und Staelle misten und Zaeune bauen etc. Hatte ich erzaehlt, dass wir beim Nachbarn – nee, hatte ich nicht.
Also, letzten Sonntag naemlich haben wir, weil wir mal ausspannen mussten, ein kleines Tourchen (wie schreibt man das mit einem UE?) zum Nachbarn gemacht, der naemlich 3 Jerseykuehe hat, mir aber keine Milch geben will. Der Nachbarn zog vor einigen Jahren, als von BSE noch niemand sprach, mit seinen Longhorn-Kuehen aus Colorado nach Alberta. (Warum man das wollen kann, ist mir ein Raetsel). Der Plan war, die Kuehe hier billig aufzuziehen und dann lebend zurueck nach Colorado zu verkaufen, zu einem Freund, der sie dann weiterverkaufen oder schlachten oder was auch immer wollte. Und dann kam BSE, und keine lebende Kuh ging mehr ueber die Grenze. Nu sitzt er hier, hat viel zu viele Hunde (Emmy ist von ihm), jede Menge Merinoschafe und eben viel zu viele von diesen Longhorn-Kuehen, die er mit Schottischen Hochlandrindern kreuzt, damit sie was Fleisch auf die Rippen kriegen. Und die Jerseys hat er, weil auch er der Milch aus dem Laden nicht traut. Ausserdem eine Jersey-Longhorn-Mischungs-Kuh, die er uns billig oder sonstwie geben wuerde, weil sie naemlich die Fuesse im Eimer hat, ansonsten aber nett sei. Also fuhren wir dahin. Ich sage euch, soviele riesige Hoerner hab ich noch nie auf einem Haufen gesehen!!!! Und die Farben von diesen Tieren. Jede Menge Ochsen, bunt wie die Longhorns, massig wie die Highlands, Hoerner wie ich weiss nicht was. Aber alles ruhig und entspannt, erstaunlicherweise keine geloecherten Tiere, was einen nicht gewundert haette, weil es nicht so sehr grossraeumig um die Raufen war. Auf dem Hof, ohne Zaun, durch einen dicken Heuberg offensichtlich „ans Haus gebunden“, lagen die drei Jerseys und verdauten, und die Mix-Kuh mit Hoernern wie eine Lyra ohne Saiten – sowas hatte ich auch noch nicht gesehen. Liessen sich kraulen und waren sehr freundlich, die Damen. Sowas will ich nun auch. Vielleicht aber doch lieber ohne Hoerner…
Fotoapparat hatte ich leider keinen dabei, aber das waere jetzt sowieso verloren.
Fuer die naechsten fuenf Tage ist Schnee in unbestimmten Mengen gemeldet, beginnend heute abend. Ich fahr jetzt also mal lieber nach Hause, damit es mich nicht wieder erwischt. Letztens fuhr ich naemlich im Schnee mit Wind nach Hause, das war wie Fahren durch einen Heringsschwarm, der dir entgegenkommt. Streckenweise dachte ich, ich stehe. Nicht lustig, wirklich, man wird total desorientiert, und ich verstehe jetzt, dass Leute bei sowas umkommen. In Flussnaehe war es unglaublich, und bei uns war fast nix, das wechselt so alle 500 m, scheint mir.
Schoenes Wochenende allerseits!
Neuer Look, neues Glueck
Nun wollen wir einmal versuchen, anhand von Arnes Anleitungen einen neuen Beitrag mit BILDERN zu erstellen. Leider ist die Anleitung noch nicht ganz komplett, das Ganze ist also etwas spannender. Aaaalso. Passieren tut hier nicht viel, ist auch gut so. Gereons Vorgesetzter auf der neuen Arbeit, der ja einen kometenhaften Aufstieg sehr schnell absolviert hatte, hat anscheinend nun auch schon den Absturz hinter sich. Hoffentlich reisst er die von ihm angestellten Mitarbeiter nicht mit. Wir sind optimistisch. Vielleicht bekommt der Herr Hoe. doch demnaechst eine eigene Visitenkarte, wo er als irgendein Manager bezeichnet wird, das waere doch prima. Im Moment scheint er hauptsaechlich mit so einem kleinen Kranwaegelchen durch die Halle zu duesen, um hoch haengende Dinge zu reparieren, also den Hallenkran oder die Beleuchtung. ich glaube, das macht ihm durchaus Spass!
Ich da —
Hier wurde ich dann unterbrochen, von der Arbeit. Samstags ist das oft so, erst ist es ganz still, und dann stuermen ploetzlich Horden von Kunden in die Buecherei. Hauptsaechlich sind es leider Kiddies, die sich um die Computer pruegeln. Nachdem ich laengere Zeit versucht habe, mit „Liebigkeit“ was zu reissen, bin ich inzwischen so weit, dass ich sie rausschmeisse, wenn sie nicht parieren (Worte mit Absicht gewaehlt!). Mein Eindruck ist ja so ein bisschen, dass in den Schulen ein sehr autoritaerer Stil herrscht, so dass die mit der Liebigkeit nicht soviel anfangen koennen. Druck dagegen hilft. Gefaellt mir nicht so gut.
Jetzt ist Feierabend, ich sitze am nettesten Computer und hoere mein Lieblings-CKUA, im Moment laeuft Mulligan Stew, das ist sehr lustig, weil man nie weiss, was passiert, auch Herr Mulligan, der Moderator, wohl nicht. Sagt er jedenfalls. Serena Ryder, wenn ihr mal was anderes hoeren wollt, sehr gut!
Ueberhaupt (ein kleiner Diskurs) gibt es hier in Kanada und auch speziell in Alberta recht gute Musik, muss ich sagen. Und die Idee von Hoerer-finanziertem lokalem Radio gefaellt mir auch.
So, wo waren wir, Bilder wollten wir einstellen. Ach ja, und ich wollte erzaehlen, dass ich diese ganze Woche, bzw. 4 Tage gearbeitet habe, das ist laestig, weil dann zu Hause immer der Ofen kalt wird. Heute ist Gereon in Grande Prairie, also wird er wieder kalt. Dito natuerlich Frau Zora, weil sie draussen bleiben muss, wenn wir nicht da sind. Na, sind nur -10 oder so, das geht. Und sie hat die muckelige Hundehuette. Emmy dagegen (Achtung, gleich kommt hoffentlich ein Bild) muss ja immer draussen liegen. Sie hat sich einen schoenen Platz geschmolzen, anscheinend mit angeformtem Kopfkissen 
so, jetzt ist da also ein Bild, aber ich hab noch nicht gerafft, wie ich das klein und als vorschau kriege und so, dass das grosse Bild auf einer neuen Seite geoeffnet wird. ARNE, bitte hilf mir doch mal, aber nicht heute, will jetzt nur schnell bunte Bildchen schicken. Naemlich, das Emmy muss da so liegen, weil es die Pelle von dem ungluecklichen Hirsch bewachen muss, den Gereon neulich erschossen hat (Geschichte auf Anfrage…) 
Tja, verstehen kann ich das noch nicht, mit diesen Bildschen, aber egal, das lern ich schon noch.
Wenn ich also nicht arbeite, stehle ich mir soviel Zeit wie ich kann, zwischen Schneeschmelzen, Ziegen fuettern, Essen kochen (das hoert NIE NIE auf!!), Aufraeumversuchen (die muessten mal besser oefter anfangen…), doch ich stehle also Zeit fuer das Faserfieber. Hier die Ergebnisse, aus zwei verschiedenen Perspektiven, weil ich so stolz bin und es mir ausserdem eigentlich total egal ist, dass ihr das wahrscheinlich nix mit anfangen koennt. Nur, lieber Arne, das Ding unten rechts, das Braune mit den zwei Kringeln, das koennte ich Dir z.B. statt dem abgelehnten Lama schicken… Faeden taete ich noch vernaehen. Ich koennte auch andere Varianten von Ohrenklappenmuetzen anbieten, von Frau Zora anprobiert, sieht gut aus!!


Neuer "Look"
Damit der arme Arne nicht denkt, niemand sieht und/oder wertschaetzt, was er hier Schoenes gebastelt hat: Der neue Look wurde sehr wohl bemerkt, jedenfalls stellenweise, und ich und auch der Herr Hoe. sind sehr begeistert davon. Wenn also jemand auch so eine schicke Seite will wie wir jetzt haben, dann muss er sich bitte an den Herrn Arne wenden, dessen Kontaktdaten ich aber hier nicht oeffentlich machen will, wegen des Datenschutzes oder falls er das nicht moechte…
Arne hat die Bilder ausgesucht, die ihr bei jedem Neuladen der Seite dort oben sieht. Das macht, fuer mich jedenfalls, dass ich andauernd neu laden will, damit ich schoene Bildchen sehen kann – gefaellt mir ausnehmend gut!
Vielen Dank!!
Wenn schon Winter, dann aber richtig!
Also, das Hermelinchen vom letzten Jahr (!) ist nicht wieder aufgetaucht. Keine Ahnung ob es einfach umgezogen ist oder umgebracht wurde. Doch entgegen Anabels Vermutungen ist inzwischen so einiges passiert. Vor allem Schnee, Schnee passiert hier im Moment dauernd. Das ist schoen, finde ich. Die Albertaner greinen: Es ist kalt, es ist viel Schnee. Ich kann das nicht verstehen. Schliesslich hat man uns in den ersten Jahren staendig zu verstehen gegeben, dass wir als weiche Europaeer uns schon noch wundern wuerden, wenn mal wieder ein „richtiger“ Winter kaeme, so wie es naemlich jetzt passiert. Aber wie sagt Nachbarin Margaret: Die Bauern sind auch nie zufrieden mit dem Wetter. Und: Only a newcomer or a fool predicts the weather. Na ja, und Environment Canada, aber die liegen auch oft schief.
Sonntag Nacht war es schon sehr windig, aber nicht widerlich kalt. Allerdings hatten wir schon Montag morgen Unmengen Schnee. Gereon konnte erst spaeter zur Arbeit, und als er abends viel zu spaet nach Hause kam, hatten sie ihm einen „Dienstwagen“ verpasst, was fuer ein Segen. Naemlich so was richtig kanadisches, ein so genannter 1-ton, keiner weiss so richtig, warum der so heisst. Wir haben ja schon so einen, aber in richtig alt. Der hier war nur mittelalt, aber dafuer Diesel und 4×4. Und hinten zwillingsbereift, das macht prima Spuren im Schnee. Fuer Dienstag naemlich hatten sie Gereon auch einen anderen Job verpasst: Rausfahren zu irgendwelchen Pipelines, um mit einem Kollegen zusammen irgendwas zu sandstrahlen. Fuer Dienstag war aber Blizzard angesagt. Also ich Dienstag morgen frueh, eklig frueh mit ihm in die Stadt, um den Van nach Hause zu holen und schnell nach Hause mit der strikten Anweisung, dort auch fein zu bleiben. Hab ich auch getan. Es hat ohne Ende geschneit. Abends immer noch Schneefall, aber kein Wind. Erst gegen 9 Uhr kam Gereon nach Hause, nach einem Tag, an dem er nicht gearbeitet, sondern nur zugeguckt hatte, wie der Bagger das Loch aufbaggerte, das, wie sich spaeter herausstellte, das falsche war. Rueckfahrt im Schneegestoeber kleine vier Stunden. Natuerlich besser bezahlt als der „normale“ Job und natuerlich Ueberstunden. Auch nicht schlecht.
Wir hatten uns dann auf eine unruhige Nacht vorbereitet, aber der angekuendigte Wind blieb zum Glueck bei uns aus. Morgens war nur noch mehr Schnee gefallen. Damit fiel meine Arbeit flach. Yvonne konnte gar nicht recht verstehen, warum ich nicht kommen koennte, aber das ist von der „Stadt“ zum Busch u.U. ein himmelweiter Unterschied. Nach dem Schnee kam die Kaelte zurueck, mit minus 30 oder kaelter vielleicht, unser Thermometer luegt etwas. Weil wir im Moment kein wirklich gutes trockenes Brennholz haben und ich noch nicht so eine Expertin im Stochen bin, habe ich einen kuehlen Mittwoch verbracht. Daraufhin bin ich am Donnerstag mit den Nachbarn bei strahlendem Winterwetter nach High Prairie (in die andere „Stadt“) gefahren, Waesche waschen etc.pp. Das war nett und auf jeden Fall warm! Waesche friert natuerlich, sowie ich den Korb in der Kueche auf den Boden stelle. Das Aufhaengen ist also eine kleine Herausforderung. Voruebergehend koennte ich sie auch hinstellen. Ueberhaupt ist mir mal wieder fast alles gefroren, Banane, Huettenkaese, Kaese (der wird total broeckelig!!) Zora war es eklig kalt im Schlafzimmer, weil dann der Boden so auskuehlt. Und natuerlich ging gestern das Gas fuer die Heizung aus, so dass das Sauerkraut voruebergehend runtergekuehlt wurde. Schade, aber ich hoffe, es funktioniert trotzdem.
Ich war die ganze Zeit damit beschaeftigt, Holz nachzulegen, den Ziegen frisches und mehr Stroh in die Staelle zu tun, Wasser aufzutauen, neues Wasser herzustellen (der Vorteil von frischem Schnee ist prima Wasser in unmittelbarer Hausnaehe). Alles dauert endlos, weil das Feuer ja nicht so perfekt ist, wenn ich es mache. Am Mittwochabend war ich es mal wieder leid. Man fragt sich natuerlich, was man hier tut, wer ueberhaupt diese bloedsinnige Idee hatte, in so ein Land zu gehen. Wo einem die Teeblaetter in der Kanne gefrieren, die Thermoskanne zufriert, die Ziegen klappern, ach und ueberhaupt. Spuelmittel wird uebrigens trueb, wenn es kalt wird, hatte ich das erzaehlt. Hart wird es aber erst bei etwa minus 25. Ich glaube, das wusstet ihr nun schon.
Aber wenn man im warmen Bett liegt und wenn morgens die Sonne aufgeht und man noch vorher in den schwarzen Baeumen Huehnchen umherhuepfen sieht (die Knospen fressen) und dann in die nicht so kalte Kueche gehen kann, wo noch Tee steht, und wenn dann das Lama froehlich den Weg entlang buckelt und die Hunde ein Raserchen im Schnee haben und der Himmel blitzblau ist und die Sonne einen Hauch von Waerme abgibt, aber nur, wenn man sich genau richtig hinstellt und kein Lueftchen weht, wenn der Schnee unter den Schuhen knirscht und alles wunderhuebsch aussieht – na, dann ist es keine Frage, warum wir hier sind. Weil es naemlich schoen ist.
Hier also unkommentiert noch ein paar Schneebilder, weil es so schoen ist!





