Nur, damit ihr einen Eindruck habt, wie elegant sich „unser Zora“ inzwischen ausgewachsen hat. Es macht ja gern Yoga-artige Verrenkungen, das Zora. Und es hält sich brav an Sofa- und Bettverbot, jawohl! Aber anlehnen muss es sich meist. Leider ist es im Moment wieder gehbehindert (3-Bein-Modus), weil es sich (mal wieder) in den Fuß geschnitten hat irgendwo.
Im Vordergrund übrigens das Spinnrad. Mit der Wolle von Lisa’s Lamb drauf und in Arbeit – alles sehr spannend. Ich hab noch nicht genug zum Vorzeigen, aber es macht einen Riesenspaß, das Kardieren und das Spinnen. Und weil ich diese letzte Shetland-Wolle anscheinend nicht so ganz heiß gewaschen habe, ist es auch – wegen des verbleibenden Wollfettes – sehr schön für die Hände, immer gut gefettet.

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Reichtumsscheck
Leider kann ich gerade kein Bild hochladen, doch ich wollte kurz berichten, politisch sozusagen, dass wir alle hier in Alberta, die wir im Jahr 2004 eine Steuererklärung abgegeben haben, pro Person $400 so genannte „Ralph Bucks“ bekommen haben. Kurz zur Erinnerung: der konservative Ministerpräsident der Provinz heißt Ralph Klein. Es schadet seinem Ansehen anscheinend nicht, dass er öffentlich verkündet, dass es ihm viel besser geht, seit er nicht mehr exzessiv trinkt und nur noch selten einen Kater hat…
Die Provinz ist also so reich, dass sie, begleitet von einem freundlichen Dankesschreiben für den Beitrag zum Aufbau der Provinz, jedem Bürger einen Scheck geschickt hat. Oh Manno! Haben wir natürlich dankend entgegengenommen, $800 für nix, ist ja fein.
Heute morgen hörte ich in den Nachrichten, dass die Provinz aber nach wie vor im Geld schwimmt. Man spricht von einem HaushaltsÜBERSCHUSS von 14 Milliarden Dollar (das muss man ganz langsam sprechen, vorstellen kann man es sich ja schlecht).
Derweil schneit es draußen, Uli-Pilot ist sozusagen im Anmarsch, er wird wohl sonniges Winterwetter bekommen, nicht schlecht, Herr Specht! Auf dem Herd köchelt die Putensuppe, gleich fahr ich wieder in die Stadt, um ein Darlehen betteln, und alles in allem ist das Leben gerade mal gut.
Snipe Lake
7:39, draußen bläst der Wind den Schnee gegen die Haustür – zur Abwechslung mal sieht es nach Winter aus, und fallende Temperaturen werden gemeldet. Am Wochenende aber sind wir nochmal, ich zum ersten Mal, zum Snipe Lake gefahren, das anvisierte Grundstück erforschen. Windig zwar, doch wunderbares Wetter, so dass wir nach einem kurzen Blick mit Bob und den Nachbarn Jim und Clara erstmal zum Snipe Lake, nur ein paar Straßenkilometer bzw. etwa 2 km Luftlinie entfernt, gefahren sind, um zu picknicken. Der See ist gefroren, doch überwiegend schneefrei, etwa 9 km von Norden nach Süden, 7 km an der breitesten Stelle von Ost nach West. Bilder ohne viel Kommentar.





Clara und Jimmy düsten heim, und wir wanderten los, auf das Land, zuerst entlang der N-S Grundstücksgrenze, die freigeschnitten ist, weil dort offensichtlich ein Trapper entlang arbeitet. Dann tiefer hinein nach Osten, über große zugefrorene Biberteiche, durch dichten Busch, Nadel- und Laubholz, Birkenbestände, jede Menge Balsamtanne, rauf und runter über die doughnut-artigen Höhen und Tiefen. 
Was im Hintergrund aussieht wie ein Haufen Zweige, ist eine der Biberburgen, ziemlich dicke Dinger 
Und wenn die Bäume ab sind, frühstücken die Biber die Rinde
Ein völlig mit Old Man’s Beard (einer Flechte) überwachsener Baum.
Im Hintergrund sieht man schön, wie gestaffelt die Balsamtannen im Alter sind (und die RIECHEN vielleicht lecker!)



Nun will die Bank überzeugt werden! Heute mach ein Seminar zum Thema „Environmental Farm Plan“ (Umweltplan für die Land- und Forstwirtschaft), Bob hat beschlossen, das muss sein. Er ist sehr engagiert, weil er ziemlich begeistert ist von dem Land mit seinen alten Bäumen, und wir sind froh darüber – er kennt tausend Leute und kann natürlich viel besser reden als wir.
Gereon arbeitet in der Nachbarschaft in einer Firma, die riesige Tanks für die Ölindustrie, aber auch als Weizensilos schweißt. Kein Traumjob, aber es kommt Geld rein. Und er kann viele Überstunden machen.
Wieder Land in Sicht?
Es gab so gar nicht viel zu berichten in der letzten Zeit. Wir hatten uns ein Stück Land angeschaut südlich von Valleyview, also etwa 80 km von hier entfernt, eher in Richtung Edmonton, aber der Preis ist wohl zu hoch, obwohl uns das Land sehr gut gefiel. Gereon hat noch keine neue Stelle, er hat einige Kurse gemacht, die hier üblicherweise verlangt werden und sucht nun. Ich wurschtele so vor mich hin, es gibt immer noch jede Menge Kisten, und manches lade ich schon wieder zurück in den Container, weil es im Moment nicht gebraucht wird.
Gestern aber dann tauchte in den Immobilienanzeigen ein Stück Land wieder auf, das wir bereits abgeschrieben hatten. Wiederum „hinter“ Valleyview, etwa 90 km von hier, zwei „bush quarters“, also knapp 320 Hektar Busch, in der Nähe eines größeren Sees. Gereon und Nachbar Bob Cameron sind heute gleich los, um das Gelände zu inspizieren, und Gereon ist ganz angetan. Birkenbestände, was hier eher selten ist; dicke alte Bäume, Urwald also, was es leider auch nicht mehr so oft gibt (weil die Kanader ja alles abholzen – hatte ich schon mal gegreint???), Vielfalt und unterschiedliche Altersstufen. Jetzt geht der Gang durch die Behörden wieder los, Maklertermin, Banktermin, Anwalt, alles ganz schön aufregend. Ich bitte um heftige Daumendrückung. Dafür gibt’s auch Bilder. Wie man auf dem ersten sieht, ist eine Holzfällertruppe schon vor Ort tätig.
Durchaus ansehnliche Birken
Natürlich auch Aspen
und Wasser (damit sicher auch ca. 20 Moskitos im Sommer) 
Wahlen in Kanada
Gestern waren Wahlen. In Alberta nicht wirklich spannend… Wer sich interessiert, wie es in den anderen Bayerns der Welt so aussieht, der schaue hier
„http://enr.elections.ca/Provinces_e.aspx“ und wähle dann links bei den Provinzen Alberta. Ich weiss, dass man/ich da theoretisch einen Link „korrekt“ hinterlegen könnte, hab ich aber vergessen wie das geht. Müsst ihr halt kopieren und in die Adresse reinbasteln – tut mir jetzt auch leid.
Ansonsten: Was soll man mehr sagen?
Total vergessen!
Eine Zwischenstufe hab ich glatt vergessen. Natürlich gibt’s auch schon ein Sofa!! Und der Chef kann ein Innüngerchen halten. Und Zora hat Sofaverbot, doch Dranschlängeln ist erlaubt 
Und für die landwirtschaftlich Interessierten: So sieht unser Ziegendorf inzwischen aus
Und so der Billy
Wie lange zahnen die eigentlich? Der Billy hat seltsame Zähne…
Kohlhobel-Rätsel endlich gelöst!
Nachdem meine Familie sich schon mehrfach nach dem Verbleib des mitgesandten Kohlhobels erkundigt hatte, konnte dieses Rätsel gestern nun mit Entschlossenheit endlich gelöst werden.
Der kleine Hund half, und was wir ursprünglich für 2 Schubladen hielten, entpuppte sich als Schublade + Kohlhobel in XL-Format. Der Sauerkrautproduktion im Wege steht nun nur noch die bedauerliche Tatsache, dass die Köhle vergammelt sind (Farm-Wurzelkeller!) Zum Vergleich: Kohlhobel fast antik, von den netten Nachbarn geliehen, und Kohlhobel fuschneu – von den lieben Eltern geschickt, ganz herzlichen Dank!! 
Und noch eine nie gestellte Frage konnte beantwortet werden. Wie reist Febreze? Antwort: Duftend! Und wie verhält es sich bei Frost? Es knistert, platzt aber nicht – zum Glück! Auf der Suche nach Papierkörben fand ich diese Anordnung 
Was lernen wir daraus noch: Wenn man einen Übersee-Umzieher beauftragt, selektiv Sachen zu verpacken, dann muss man alles, wirklich alles, was NICHT verpackt werden soll, hüten wie einen Schatz, anketten, verstecken oder sonstwas. Febreze sollte nämlich nicht reisen (ham wer schon längst!)
Ansonsten kann ich nur sagen: Auspacken macht einen Riesenspaß. Täglich eine Kiste hab ich mir verordnet/gegönnt, weil wir sonst in Kisten ersticken und ich zwischendurch immer wieder neue Regale etc. aufbauen muss. Aufgetaucht sind inzwischen jede Menge gute Kochtöpfe, Tischsets, Besteck, alles was der Mensch so braucht, um sich das Leben angenehm zu machen. Wir nähern uns nunmehr den Teppichen und Vorhängen, doch auf letztere verzichte ich glaube ich weiterhin, weil der Blick nach draußen gar zu schön ist, immer noch jede Menge blauer Himmel und dicker Raureif. Gut ist das nicht, es hat seit Monaten nicht wirklich geregnet oder sonstwie niedergeschlagen, die Feuchtigkeit würde dringend benötigt. Aber schön ist es.
Das deutsche Weihnachtspaket
Heute war also der große Tag: Der Container sollte kommen. Chris reiste aus Nose Creek an, um zu helfen, wartende Blicke schweiften über den Platz, den der Container nachher einnehmen sollte. Man sieht leider auch, dass unser Deck schon kanadische Formen angenommen hat, was die Prötteln angeht.
Dann kam der erwartete Anruf: Container on the Road! Gereon düste los, um ihn entgegenzunehmen, gezeigt wird die erste Sichtung des gesuchten Objektes.
Sieht schon irgendwie gut aus, so ein einsamer Container in der weiten Prairie, oder?
Einbiegen in unsere für kanadische Verhältnisse bescheidene Einfahrt ein wenig spannend für Nicht-Experten (die Jungs meinten nachher, das sei ein easy job gewesen, ganz entspannt)
Container schwebt schon, die Spannung wächst.
Gelandet!
Kleine Zirkuseinlage beim Lösen der Ketten.
Plastikplombe abmachen – kann ja so schwer nicht sein.
Tja, irgendwie doch nicht so einfach! Bis wir feststellten, dass das Ding einen Stahlkern hat. Musste der Herr Hö. zur Farm fahren, die Eisensäge holen, denn das Werkzeug ist ja IM Container.
So, jetzt aber. Annie ist auch schon ungeduldig (siehe unten rechts)
Die Tür öffnet sich quietschend.
Weihnachten XXL – wo fangen wir mit dem Auspacken an?
Das klappert, was mag da drin sein? (stellte sich später heraus: eine Badematte und ein Diamagazin)
Der Herr Hö. hat seine Geschenke schon gefunden und freut sich: Endlich wieder Messkluppen und Kanthaken! Vom praktischen Axtsortiment mal ganz zu schweigen.
Was aussieht wie Entsetzen, ist die reine Freude. Ein Paket von Röschens, unerwartet, doch mit Begeisterung geöffnet. Lang vermisste Leckerchen wie Nugat-Marzipan-Stämme und Lebkuchen – mmmmhhh, von den anderen illegalen Dingen wollen wir schweigen…
Kurze Zeit später tauchte auch die Tüte mit den Rittern auf. Und tatsächlich: Opa hatte angedeutet, man habe ein Männlein und ein Weiblein einpackt, vielleicht würden sie sich während der Reise vermehren. Und wie sie das getan hatten!
Zwischendurch bekamen alle einen kleinen Snack, Räucherfisch von Chris – die Hunde waren natürlich auch begeistert.
Den ganzen Tag wurde gestaunt, geschleppt, sich gefragt: Wo bloß hin mit allem? Nachdem wir abends ungefähr die Hälfte gesichtet und einen Bruchteil eingeräumt hatten, gab’s das übliche schnelle Essen, mit Olivenöl von Mario und
Rotwein von Mario – fast wie in Winterborn, nur dass die Hacke hier vom Elch kam und nicht von der oberbergischen Kuh. 
Morgen geht’s weiter!
Things are looking up!
So sagt man hier, wenn sich was bessert. Es sieht nun wirklich so aus, als ob der Container am Freitag früh ankommen würde. Sehr spannend, ich muss schon manchmal hüpfen… Aber auch ohne Container tut sich was. Wir hatten erneut eine Travelling Show, diesmal die Travelling Goat Show. Das erste Häuschen ist fertig, und weil passenderweise gerade David und Chris aus Nose Creek angereist und arbeitswillig waren, brausten die Männer los und kamen nach kurzer Zeit à la Weinbergschnecke zurück 
Schöne Tür, oder?
Abladen ist etwas spannend
Kurze Zeit später reiste der erste Bewohner im Van an, leider hatten wir es verpasst, als wir guckten, guckte er auch schon 
Inzwischen sind auch Odette und Tallulah mit ihren Kindern eingezogen, manchmal hat man leider noch das Gefühl, dass das ganze Haus wackelt, weil Odette eine widerliche Zanke ist. Heute nachmittag hoffen wir, die Gatter rüberzuholen, so dass die Herrschaften sich dann drauÃen besser ausweichen können. Annie ist entgeistert: Ziegen hat sie noch nie gesehen, die sind ihr sehr unheimlich. Ist auch besser so.
Wie man leicht erkennen kann, haben wir nun schon eine kleine Ansiedlung von drei Häuschen, das vierte kommt in Kürze. Gereon hat mir neulich seinen Plan nochmals entwickelt, der im Endeffekt auf ein Höntgesberg-Dorf mit etwa 10 verschiedenen, zweckorientierten Gebäuden hinausläuft. Na, das wird aber lustig! Ich plädiere für ausgeklügelte Schienen- und Anschlusssysteme sowie Farbkodierung, bin aber mit meinem Antrag noch nicht durch.
Dies ist Dogie, der kleine Zwergspitz-Chihuahua-Mix von Chris und David
Ein Freund für Nini, ein Opfer für Zora! Und dies braucht keinen Kommentar 
Internet wieder heile!
Der Herr Hö., der Held, hat das Internet repariert! So kommt hier der Bericht, der bereits als Konserve existierte und nur darauf wartete, in den Äther geschickt zu werden.
Hier ein paar neue Impressionen.
Erstmal erwarben wir ein neues Auto, das hat uns schon einigen Ärger gemacht, doch im Moment fährt es brav, und es hat eine Verbrauchsanzeige, auf die ich immer wie hypnotisiert schaue. Ich will es unter 10 Liter kriegen, aber noch habe ich wenig Hoffnung. Heute ist Guste darin schon zu ihrem neuen Liebhaber gereist, einem dicken Burenziegenbock namens Lincoln. Haltet die Daumen, dass die Hormone schön pünktlich sausen. 
Zu dem neuen Auto gab’s auch eine „neue“ Truhe, die wir „kanadisch“ nutzen, sprich, sie steht draußen, ist nicht angeschlossen und dient als sicherer Aufbewahrungsort für leckere „alte Kuh“, die wir von Nachbar George für die Hunde bekommen haben. 
Unsere Hunde sind nach wie vor komisch, was will man sagen, Zora kopiert nun Nini, wie’s scheint

Winter haben wir immer noch nicht so richtig, doch Raureif wird öfter geliefert, immer mit kitschigen Himmel dazu.
Das ist übrigens das Nachbaranwesen, Boyles, nur 800 m entfernt, grässliche Bevölkerungsdichte hier…
Rechts im Wald wohnen wir. Und manchmal sehen alle Bäume und Sträucher so aus: 
Erinnert sich noch jemand an die Wollbilder, die ich eingestellt hatte. Ha, nun sind wir aber stolz – tätäähhh!!
Handgeschoren, handgewaschen, handkardiert, handgesponnen, handgestrickt und -umhäkelt und von Hand den kleinen Hund reingezwängt. Fand er ganz nett, bis Zora entdeckte, dass auch diese Schleppe einen hervorragenden Griff darstellt, an dem man den kleinen Hund prima bremsen und dann rumschleudern kann. Ist wohl noch verbesserungswürdig, dieses Konzept. Eine vielen von uns/euch bekannte Tierärztin schlug vor, man möge etwas Tabasco auf die Schleppe träufeln – wir denken darüber nach…
Und gestern dann die „Travelling Chicken Roadshow“: Norwin war zum Helfen angereist, und in gemeinsamer Anstrengung haben die Mannen die Hühner im Haus transportiert. Man beachte besonders die Dicke der Kufen, wer hätte gedacht, dass sich 12 oder was Zentimeter auf kleinen 8 km Schotter so dolle abnutzen?!
Zur Schonung fährt man durch den Graben
Geschafft!

Ach ja, und Annie wartete schon! 
