Archiv des Autors: Petra

Tief Petra

Hat ja was, dass ich jetzt auch noch an eurem Wetter schuld sein soll… Wo ich doch neulich an dieser Stelle ausdruecklich publiziert habe, dass ich Winter eigentlich schoen finde. Da hat sich der Winter gedacht, er gibt mir noch eins drauf. Einen ganzen Tag und wahrscheinlich eine halbe Nacht hat es geschneit. Gut, dass ich mit einem Schneeschieber verheiratet bin. Der allerdings nur einen ganzen Tag Schnee schieben konnte, weil er sich am Vorabend, als es naemlich den besagten ganzen Tag geschneit hatte, selbst mal in den Graben begeben hat. Beim Versuch, mit meinem kleinen Bus rueckwaerts aus unserer Einfahrt zu kommen, durfte ich mich und die Einfahrt etwa dreimal freischaufeln. Natuerlich nicht annaehernd so schoen, wie das der Chef macht. Wir haben halt etwas verschiedene Prioritaeten. Jedenfalls war am naechsten Morgen nicht an eine Fahrt zur Arbeit zu denken. Der Schneepflug liess auf sich warten, und unsere Schotterstrasse hatte nur eine Spur, die zu treffen aber Glueckssache war.

Heute isser dann aber wieder arbeiten, die Lohnerhoehung will schliesslich auch ausgenutzt werden. Ich habe eben eine kleine halbe Runde mit Schneeschuhen gedreht. Es flogen naemlich so einige Raben um mich rum, und aus dem Wald vernahm ich seltsame, nie gehoerte Toene. Also Hunde bei Fuss (na ja, so gut es geht mit unerzogenen Hunden im Tiefschnee…), Schneeschuhe an und raus. Ich hab mich aber nicht aus dem Ziegenzaun getraut und nichts sehen koennen. Wenn der Chef heute frueher kommt, zerre ich ihn noch mal mit. Sowas ist doch immer sehr spannend. Auf dem Rueckweg habe ich noch eine kleine Spitzmaus hoffentlich gerettet. Wie diese Winzlinge ueberleben, ist mir ein voelliges Raetsel. Die Temperaturen gehen lt. Wetterbericht im Moment nicht ueber -17 oder so am Tag, nachts natuerlich etwas frischer. Unsere Thermometer luegen und geben uns immer -10 bis -15.

(George ist verwackelt, weil mir wahrscheinlich kalt war…)

So sahen die beiden Einfahrtshaelften nach fast einem Tag schaufeln aus. Ich moechte hier mal erwaehnen, dass ein nicht namentlich genannter Nachbar, allein und von Arbeitslosengeld im geheizten Haus und mit fliessend Wasser auf einem relativ kleinen Grundstueck lebend, einen Snow Blower hat. Ich weiss nie so genau, was ich dazu denken soll, bzw. ob ueberhaupt was. Vielleicht besser nicht. Wir suchen uns das ja aus. Also still jetzt!

Der Chef jedenfalls sieht nachher so aus:

Er fand, es sei schrecklich warm draussen…

Aus meinem Fenster sehe ich am liebsten sowas: fressende Tiere, die nicht frieren, ein schoener Himmel, und ich im Warmen.

Vorne rechts uebrigens mein derzeit liebstes Gefaehrt: der calf sled, also der Schlitten, mit dem theoretisch der Bauer ein neugeborenes Kalb aus der Kaelte reinschleppen kann. Kann aber auch fuer den Transport eines erlegten Wildes genutzt werden. Haelt drei Heuballen (ordentlich gestapelt und bei vorsichtiger Fahrweise!). Dito diverse Saecke Futter. Dito eine Wanne Feuerholz + einen Arm voll (fuer die alte Kueche).

Jetzt memmt also mal nicht mehr rum. Schnallt euch die Schneeschuhe unter und dann ab in den Wald!

Bizarre Welt

Ein anderes Wort faellt mir gerade nicht ein fuer die letzten paar Tage. Der letzte Weihnachtsmarkt ist geschafft, ohne Probleme, im Gegenteil mit freundlichen Helfern und netten Gespraechen. Aber auch einigen Bizarrheiten. Manchmal gucke ich eher von aussen drauf und sehe mich in diesem Film, in dem dunkel gekleidete Hutterermaedchen eifrig in Avon-Katalogen blaettern, deren Produkte sie offiziell nie benutzen duerfen. In dem sehr runde aeltliche (wahrscheinlich 54) kleine Damen mit grauen Persianerloeckchen Polyacryl-Babykleidung haekeln in – na ja – babyrosa, babyblau, babygruen, babygelb, in dem es aber auch die schon mal erwaehnte tarnfarben-baumwollene Umhuellung fuer die Spueliflasche gibt. Professionell hergestellte Alpaca-Webdecken neben den allgegenwaertigen Haekel-„Afghans“, haeufig mit wellenfoermigem Muster versehenen Polyacryl-Decken, die hier anscheinend unabdingbar auf Sofas und Betten herumliegen. Ein Mann mit staerkstem osteuropaeischem Akzent, der ukrainische Wurst und Mohn- und Walnussstrudel verkauft (den ich natuerlich kaufe, weil superlecker und Heimwehmaterial) und der hinter seinen Tischen in einer kleinen Gideons-Bibel liest. Der aber von den anderen Baeckerdamen misstrauisch beaeugt wird, bringt er doch seine Waren aus der City of Edmonton. Gegenueber von den Hutterern eine junge Frau, die essentielle Oele fuer die Energiearbeit mit Menschen und Raeumen anbietet, darunter Monsterspray (Lavender und Kamille, anzuwenden gern in Kinderschlafzimmern, wenn dort mal wieder schwarze Wesen unterm Bett lauern 🙂 Eine beinamputierte froehliche junge Frau, die immer tiefdekolletiert rumlaeuft, zwei entzueckende Kinder hat, einen hoch interessanten Nachnamen, und die wunderschoene handgestrickte Cowls (solche Halswaermerteile) verkauft. Daneben die Petit-Point-Polyacryl-gestickten, haeuschenfoermigen Behaeltnisse fuer Kleenex-Schachteln. Barbie-Koepfe auf Draht-Perlen-Krinolinen-Konstruktionen, mit Fluegeln zudem. Die Lebenserinnerungen eines alten Trappers, von ihm selbst aufgeschrieben und als Buch veroeffentlicht, mit dem Trapper mit Pelzmuetze hinterm Tisch.

Ich sag es euch, man muss es sehen, um es zu glauben. Und das alles in unserem kleinen Valleyview! Und dazu Intrigen, Anfeindungen, Umarmungen, Dankeschoens fuer einen guten Markt von relativ fremden Menschen. Nach einigem an Vorbereitung in Form von Telefonaten, Emails, Papierkrams hatte der Markttag fuer mich um 5 Uhr begonnen, und um 20:08 waren wir mit Abbauen fertig, und vor mir lag nur noch das Einraeumen der Hinweisschilder von den Buergersteigen und dann die Heimfahrt durch den stetig fallenden Schnee, minus 20 Grad. Als ich aus der ueberheizten Halle trat, musste ich erst mal vorsichtig atmen. Aber frische Luft, wie wunderbar! Winter ist immer noch ok.

Zu Hause war es warm, und der Chef hatte nach kurzer Uebersicht ueber die Einnahmen schon eine Flasche Wein temperiert (und auch schon angebrochen, der ungeduldige Mensch.) Und die Heimfahrt hatte auch geklappt. Im Gegensatz zu der vom Vortag…

Ich war naemlich Ziegen ausliefern, drei Stueck, die erstmal der Tiefkuehltruhe entronnen sind, wie schoen! Sie werden die ohnehin schon grosse Herde (300 Stueck) der benachbarten Kaschmirziegenzuechterin mit ihren Milchqualitaeten bereichern. Dann schnell in die Stadt, Buecher abliefern, ein paar Dinge erledigen, und heimwaerts. Auf dem Highway nach Osten Gegenverkehr, festgefahrene Schneedecke, Schneegestoeber – und keine Last mehr auf den Hinterraedern, bei Antrieb eben dort. Um nicht zu weit auf die Gegenfahrbahn zu kommen, geriet ich wohl zu weit an den schneebedeckten Teerrand, der Bus zog kaum merklich erst, aber dann doch sehr bestaendig nach rechts, ich kriegte ihn nicht rumgezogen, und so rauschte ich einmal mehr in den Graben! Diesmal allerdings mit Ueberquerung einer Einfahrt und dem dazugehoerigen Aufprall auf deren Boeschung, und diesmal auch mit der Sorge, dass ich mich tatsaechlich seitlich ueberschlagen koennte, so bedrohlich schief hing ich voruebergehend. Hat aber alles prima geklappt. Bus gruendlich festgefahren, direkt gegenueber von dem Hof, wo ich schon mal wegen eines Platten liegengeblieben bin und dessen Bewohner ich fluechtig kenne. Der Chef war sowieso auf dem Heimweg, hat mich und die Wertsachen eingesammelt und den Bus haben wir erstmal seinem Schicksal ueberlassen. Was fuer ein Glueck, dass wir keine teuren Autos haben, davon aber einige. Gestern allerdings bat sich der Chef aus, dass ich den anderen Bus auf der Strasse lasse: „Wir haben ja nur so viele Autos!“

Jetzt sitze ich muede und mit so’ner Art Muskelkater im Bett und mag mich dem Tag noch nicht stellen. Immer noch kalt, immer noch Schnee, immer noch dunkel. Ich verstehe nicht, wieso die ganze Schlepperei (Wasser, Heu, Futtersaecke, Markttische, Honigeimer, widersetzliche Ziegen) mich, statt staerker, nur muskelkateriger macht. Gestern sagte eine Haendlerin: Sport gilt anscheinend nur, wenn man dafuer bezahlt, alles andere nuetzt nix. Wer weiss, vielleicht ist das so… Und dann wollten sie mir auch noch weismachen, dass man nur bis 30 fitter wird, danach unabdingbar schwaecher. Nein, nein, nein, das geht ja wohl gar nicht! Allerdings habe ich durch den Markt herausgefunden, dass in der relativen Nachbarschaft eine gepruefte Masseurin lebt, die sowohl zu Hause arbeitet als auch Hausbesuche macht. Der werde ich wohl meinen Nacken und meine Schultern mal anvertrauen, als kleines Weihnachtsgeschenk fuer mich selbst.

Und jetzt noch einen Tee, und dann Tuerchen Nr. 10 geoeffnet!

Winter ist schoen.

Jedenfalls bis jetzt. Nach dem ersten kleinen Besuch im Tiefkuehlschrank ist es jetzt mild und war auch heute wieder den ganzen Tag wunderbar blauhimmelig und sonnig. Nur eben, als ich alles erledigt hatte draussen, kam ploetzlich Nebel von Norden, und – schwupp – war es finster. Aber das ist ok. Da kann ich schoen am PC sitzen und ein bisschen Sonntag spielen und etwas faul sein.

Letzte Nacht sind etwa 5 cm Schnee gefallen, so dass ich heute erstmal wieder das Jurtendach freigeschoben habe. Besser ist das. Waere ja schade, wenn da ploetzlich ein Mikado entstuende.

Jetzt warte ich noch auf eine Heulieferung, weil mein schoenes Quaderheu ja schon so schrecklich geschrumpft ist. Aber dann kann ich wieder beruhigt dem Restwinter entgegensehen. Ludwig und Lili sind in den Huehnerstall umgezogen, haben jetzt also Huehnerheizung, oder die Huehner Schweineheizung. Sie haben sich aber noch nicht so recht gewoehnen wollen und versuchen immer wieder, die Nacht in ihrem „Sommerhaus“ zu verbringen. Dumm. Denn das hat praktisch keine Isolierung und natuerlich keine Lebendheizung. Na, mit ein bisschen Hundefutter kann man sie ueberreden.

Neulich morgens, allerdings nach einer knackig kalten Nacht, sah mein Wasserloch so aus:

Menagerie-Update

Fuer die tier-interessierten Leser:

Emmi hat den Verband ab. Zwei Schrauben und ein Draht sind raus, alles scheint ordnungsgemaess zu heilen. Nur benutzen mag sie ihr Bein ueberhaupt nicht, haelt es nach wie vor vorsichtig hoch und tritt nicht auf. Wir warten weiter geduldig…

Das kleine schwangere Kaetzchen wollte ja dann wirklich niemand. Also hab ich dem Chef gesagt, dass es hier bleiben muss. Am Montag hab ich es gleich sterilisieren lassen. Und es war gar nicht schwanger. Meine muehsam an den Mann gebrachte Hard-Luck-Story – Makulatur. Aber natuerlich bleibt es trotzdem. Und ist ueberaus entzueckend. Und noch knuddeliger als Frau Trudi.

Happiness?

Gerade spinnt mein Rechner mal wieder hochgradig, und weil ich ja ein bisschen „Baumgeld“ habe (auf das ich hier nicht naeher eingehen werde), ueberlege ich akut am Erwerb eines neuen Rechners. Vielleicht ganz gut, dass ich gern den Oxherding-Blog von Barry Briggs lese, der mir heute morgen diesen Post spendierte. (Nette Cartoons jeden Montag, uebrigens).

Ich glaub‘, ich warte mit dem Rechner 🙂 Stattdessen ess ich jetzt noch’n Kaesebroetchen, bevor ich wieder hinaus in das Winter Wonderland gehe, wo das Thermometer heute morgen -22 anzeigt, Tendenz lt. Wetterbericht fallend, und zwar heftig.

Kein Bock auf Arbeit!

Schnell noch ein kleines Anekdoetchen aus meinem „Berufsleben“. Vorigen Mittwoch war es morgens mal wieder hektisch, nichts klappte, wie es sollte. Und zu allem Ueberfluss brach auch noch, als ich schon in Dienstkleidung und ziemlich sauber war, Mafalda aus und stand beim Bock am Zaun. Weil sie sowieso gedeckt werden sollte, fand ich es schlau, sie gleich in den Bock-Zaun zu sperren. Toerchen auf, Mafalda rein – dachte ich. Klappte aber nicht. Mafalda war widersetzlich, der Bock wollte raus, eine andere Ziegen auch, es kam zu einem kleinen Gerangel am Tor, in dessen Verlauf ich den Bock mit einem gekonnten Hueftschwung wieder hinter den Zaun schubste. Tor zu, fertig. Im Auto merkte ich, dass der Bodycheck (bockycheck…) olfaktorische Spuren hinterlassen hatte… Oh weh!! Nicht nur merkten es alle in der Praxis sofort, nein, nach der Mittagspause bat mich dann auch der Chef, doch bitte fuer den Rest des Tages nach Hause zu fahren, weil es naemlich der armen Karla schon ganz elend sei. Oh wie peinlich!!!

Und wieder eine Neue!

An meinem vorlaeufig letzten Arbeitstag nahm ich schweren Herzens noch ein schwangeres Kaetzchen an, das einem aelteren Ehepaar zugelaufen war. Sie hatten es aufgepaeppelt, aber die Dame war allergisch, ausserdem hatten sie nur ein kleines Haeuschen in VV und kein Grundstueck und ueberhaupt – wer will schon eine schwangere Katze. Sie wuenschten sich aber sehr, dass man ein neues Zuhause fuer das Tierchen finden moege. Ich dachte mir schon mein Teil, sperrte das sehr umgaengliche Kaetzchen in einen Knast und verabschiedete mich im Geiste schon fuer immer von ihm. Gestern aber, als ich Verbandmaterial fuer die Patientin holte, war es noch da. Also bot ich mal wieder Wochenendversorgung an und fuhr nach meinem Trip nach GP in der Praxis vorbei, um es einzupacken. Gerade war ein Notfall in Arbeit – beide Tieraerztinnen steckten abwechselnd bis an die Schulter in einem Kuhbauch, Eingang war ein seitlicher Schnitt in der Kuh. Diese stand bei dem Prozedere ziemlich ungeruehrt da – Lidocaine wirkt offensichtlich Wunder. Auf meine Frage nach dem Problem sagte man mir: Ach, die hat sich den Magen verrenkt. Na dann.

Kaetzchen eingepackt. Das uebliche Prozedere. Hunde verwarnt, Tuerchen aufgemacht, Trudi entgeistert, Kaetzchen kommt raus, wandert durch die Gegend und schleimt sich unverzueglich und taktisch ueberaus geschickt gleich an den Herrn Chef ran, und zwar volle Socke, mit allen Mitteln der kaetzischen Kunst. Farblich passen die beiden ja auch prima zusammen, wie man sieht. Der Chef weiss es noch nicht, aber ich will, dass das Kaetzchen bleibt. Denn wir haben ja nun mal mindestens eine Maus im Haus. Die frisst Schokolade, und das geht wirklich gar nicht. Ausserdem hat Trudi blaue Augen, und das neue Kaetzchen gruene. Ich finde, das ist eine schoene Kombi. Trudi ist nicht einer Meinung mit mir.

Die Strecke einer Nacht

Am Markttag herrschte natuerlich hier morgens Hektik. D.h., ich war ja allein, der Chef war schon zur Arbeit. An Fruehstueck war gar nicht zu denken, denn Etiketten wollten noch ausgedruckt werden, die Tiere gefuettert und gewaessert, was im Moment, bei 5 cm Eis auf dem Dugout, ein ziemliches Unterfangen ist. Den ganzen Honig musste ich noch ins Auto packen, weil ich am Vorabend zu muede war. Und mich selbst nach all diesen schweisstreibenden Arbeiten einer gruendlichen Waesche unterziehen. Als erstes merkte ich, nachdem ich Laptop, Licht und Drucker ausgeschaltet hatte, dass mir Etiketten fehlten. Also Kommando zurueck, alles wieder an und gedruckt. Dann raus und gefuettert, mit Kopflampe. Dabei das Wiesel gesucht, dessen Spuren ich ueberall sehen konnte. Es ist immer sehr lustig, wenn man es mit der Kopflampe erwischt – die beiden Aeuglein leuchten wie LED-Anzeigen. Also brabbelte ich so vor mich hin mit dem Wiesel, das ich ganz in der Naehe vermutete. Und tatsaechlich, als ich den Huehnern fluessiges Wasser bringen wollte, lugten die LED’s unterm Huehnerstall hervor. Ich redete freundlich mit ihm, weil ich mir Maeusevertilgung erhoffe. Und oeffnete die Huehnerstalltuer – und fand sechs tote Huehner! Die juengsten Kueken waren hin, eines fehlt, aber das muss das Wiesel irgendwo reingezerrt haben oder vorher schon erwischt, denn Tueren und Fenster waren geschlossen. Es hat mal wieder eine Luecke gefunden. Und dann hat es zu meiner grossen Verwunderung auch noch eine meiner dicken Orpington-Hennen gemeuchelt – eine ziemliche Grosstat fuer ein Wiesel, stelle ich mir vor. Was mich dabei ein bisschen aergert, ist diese Verschwendung, tztztz. Sechs Huehner, alle nur mit einem kleinen Loch im Hals, und es isst sie noch nicht mal auf. Ich hab dann mal mit ihm geschimpft, doch ob’s was bringt? Ich mag es aber immer noch.

Das war aber natuerlich nicht die einzige Herausforderung am Markttag. Auch noch hatte ich viele Etiketten einfach vergessen auszudrucken. Und als ich gerade aus dem Haus wollte, hoerte ich was tropfen. Eine Ueberpruefung ergab, dass zur Abwechslung mal der Abfluss zugefroren war und das Wasser sich bis in die Spuele zurueckstaute. Na prima. Jetzt haben wir also – auf Grund eines, sagen wir mal, Konstruktionsproblems – wieder einen verkuerzten Abfluss, der in einen Eimer unter der Spuele fuehrt. Als der Chef das heute so eingerichtet hat, merkte ich auch, dass die Tropfen, die sich von der Spuele geloest hatten, auf dem Fussboden (wohlgemerkt nur etwa einen Meter vom Kuechenherd entfernt) zu Stalagmiten gefroren waren. Sehr lustig. Da weiss ich ja jetzt, wo ich die Dinge hinstelle, die im Kuehlschrank gleich gefrieren (Milch z.B.) – naemlich in gebuehrenden Abstand vom Abflussauslass. Dabei haben wir uns letzten Sonntag gemeinsam (!) Duschwannen in Grande Prairie angeschaut. Das war wohl ein Fall von verfruehtem und uebertriebenem Optimismus. Aber es gab eh keine schoenen, also nicht so schlimm.

Der Markt verlief dann trotz des holperigen Starts schoen glatt. Meine lieben Helferlein waren bei Auf- und Abbau zur Stelle, meine Haendler waren zufrieden, und die Kundschaft hoffentlich auch. Ich habe jedenfalls gut verkauft.

Update betreffend Patientin Emmy

Hatte ich eben schon mal geschrieben, ist verschwunden. Anyway: Patientin Emmy rekonvalesziert zufriedenstellend. Leider ragt eine Schraube nach wie vor aus dem Schnitt, und das wird auch wohl so nicht zuheilen. Karla ueberlegt, die vielleicht ganz rauszunehmen, es sind ja noch drei weitere da, die die Platte halten sollten. Emmy schont ihr Bein ganz extrem, was natuerlich fuer die Heilung bestimmt foerderlich ist. Ihre neue Stellung als Hueterin des Sofas hat sie mit vollem Engagement uebernommen. Unterstuetzt wird sie dabei hin und wieder vom Chef/Pfleger.

Man beachte den stark geschrumpften Verband. Den blauen hab ich angelegt, deswegen hat er auch nur eine Nacht gehalten. Das ueben wir noch.

Cuendigung auf canadisch

Aaalso:

Ich fuehlte mich ja doch seit einiger Zeit etwas ueberfordert. Die Arbeit wurde ueberhaupt nicht weniger, der Haushalt entglitt mir (ist ja allerdings nichts Neues), aber schlimmer noch, aller Papierkram stapelt sich eher mehr als weniger unsortiert. Und ich war unzufrieden. Viele Gedanken, einige Gespraeche mit dem Herrn Hoe., einige emails mit netten Menschen hin und her spaeter habe ich dann meine Stelle in der Tierarztpraxis gekuendigt. Das ist ja was Interessantes, kanadisch kuendigen. Zuerst einmal hatte ich Probleme, meine beiden Chefs in Ruhe gemeinsam zu erwischen. Als ich ein ernstes Gespraech ankuendigte, setzte sich Brett erstmal hin. Dann brachte ich mein Anliegen vor, sie waren etwas erstaunt, aber Brett hatte sowas mittelfristig erwartet. Wann ich denn gehen wolle? Na, sagte ich, ich will euch ja hier nicht einfach haengenlassen, ich hatte mir bis Ende des Jahres spaetestens gegeben. – Ach nein, sie wissen ja, dass ich sehr beschaeftigt auch zu Hause und mit dem Markt sei, wenn ich wolle, koenne ich gleich aufhoeren (es war Freitag) und dann wuerden sie mal die naechste Woche ohne mich probieren, und dann solle ich vielleicht einmal die Woche noch nachmittags kommen, um Karla bei der Eingabe der Patientendaten zu helfen. Fertig. – Kurz und eigentlich schmerzlos. Von wegen Kuendigungsfrist und Zeugnis und was sonst noch alles. Nix. Ich hoere auf. OK.

Nun sitze ich hier und geniesse einerseits meine neu gewonnene Freiheit, aber ich war auch ein bisschen traurig. Es hat mir wirklich viel Spass gemacht, und wer passt jetzt auf die armen Strays auf? Da muss ich mir noch was einfallen lassen.

Andererseits habe ich ja nun schon den zweiten Tag ausser der (bisherigen) Reihe wieder frei, und man darf nicht denken, dass es in Haushalt und Papierstapeln grosse Verbesserungen gibt. Aber als mildernder Umstand mag gelten, dass eben morgen dieser Weihnachtsmarkt ist. Danach sehen wir weiter.