Archiv des Autors: Petra

April, April

Noch zwei Tage. Und gestern dann ausnahmsweise mal „gutes Wetter“ – naemlich Regen. Fuer einen deutschen Oberberger ist das ja wahrscheinlich schlecht vorstellbar, dass sich im April die Menschen so richtig von Herzen ueber Regen freuen. Aber hier war es gestern, z.B. natuerlich in der Tierarztpraxis DAS Thema. Dabei gab es dann doch nur insgesamt 1/4 inch, also mal gerade ueber 5 mm. Barely enough to settle the dust, wie man hier sagt. Aber wir sind dankbar fuer kleine Geschenke. Und weil Einbildung ja bekanntlich auch eine ist, sieht der Dugout irgendwie voller aus…
Doch jetzt scheint die Sonne, um kurz nach sieben, schon wieder vom blauen Himmel. Nach den paar heissen Tagen mit fast 30 Grad, die wir ja auch schon hatten, freuen wir uns jetzt wieder ueber die knappen Nachtfroeste und die angenehmen Tagestemperaturen. Immer noch kriegen die Moskitos nicht so richtig die Fluegel in die Luft – das ist sehr schoen so. Sollen mal noch was ruhen. Dafuer quaken jetzt die Froesche im endlich ganz aufgetauten Dugout. Schwaene sind immer und immer noch mehr gezogen. Nach den zwei „bestellten“ kamen sie zu Dutzenden, ich kam aus der Gaensehaut gar nicht mehr raus. Ob man das dann Schwanenhaut nennen sollte…? Klingt irgendwie freundlicher, oder?

Heute sitze ich hier und habe schon die Ziegendamen gefuettert und bin recht frueh dran, weil ich heute mal wieder in die „Grossstadt“ fahre. Unterm Fenster hat sich gerade der gehoernte Lulu einen Ast in den Bart gewickelt – tja, dumm gelaufen… Das ist wahrscheinlich die Strafe dafuer, dass die Burschen, wahrscheinlich mal wieder in einem Anfall von Kraftprotzerei, das alte Huehnerhaeuschen von seinem Fundament und gegen eine Birken geschubst haben. Hat wahrscheinlich ein bisschen einladend gewackelt und dann auch noch gescheppert – mehr Aufforderung bedarf es nicht, damit Ziegen aktiv werden. Aber dafuer haengt jetzt der Ast gut, haehae.

Also, Grossstadt. Heute werde ich ein neues Weidezaungeraet erwerben. Diesmal ein Markengeraet. Hoffentlich hat das dann den gleichen Effekt wie der Markengenerator, der ja auch Klassen besser funktioniert als die bisherigen Billigteile. Die Ziegen langweilen sich naemlich und wuerden zu und zu gerne draussen rumhuepfen. Auch wenn’s noch nicht wirklich viel zu essen gibt. Diesen Winter habe ich ein ungeheures Futter in die reingeschmissen. Da soll noch mal einer sagen, die seien anspruchslos. Nicht. Aber man sieht den Erfolg: Sie sind eigentlich alle prima durch den Winter gekommen, dank der kontinuerlichen Alfalfa-Knubbels, die sie essen. Ab dem 20. Mai duerfen wir mit Kinderchen rechnen. Den Baeuchen nach zu urteilen, koennten da aus drei Damen auch durchaus 8 Kinderchen rauskommen. Was ich aber nicht hoffe. Das wuerde naemlich die Anzahl der Koepfe in ungeahnte Hoehen treiben. Und der Huetehund ist mir nach wie vor nicht genehmigt. Der Herr Hoe. ist stur. Er glaubt nicht, dass ein Hund 15 Ziegen daran hindern kann, beim Knacken eines Aestchens die Flucht nach Hause anzutreten. Aber, mal ehrlich, dann waere wenigstens noch der Hund bei mir, wenn den Ast tatsaechlich der Baer niedergetreten haette, und ich bliebe nicht ganz allein im Wald zurueck. Na, ich arbeite dran, und letztlich wird er keinen Einfluss auf meine Entscheidung haben, wo kaemen wir denn da hin?

Gestern war der alte Herr mit den abzusaegenden Hoernern wieder in der Praxis – mir schwante schon was. Er wollte der Chefin von seinen Ergebnissen berichten. Er hatte natuerlich nicht die von ihr empfohlenen und mitgegebenen Hilfsmittel wie z.B. Baender zum Abklemmen der Adern genommen – nein! Es hatte dann auch geblutet, klar, aber dann hatte er, wie man ja so „allgemein empfiehlt“, Mehl auf die Schnittstellen gestreut. Und jetzt, nach 14 Tagen, tropfen die Stuempfe nur noch ein bisschen. Weil naemlich, wie ich nun weiss, eine Verbindung von diesen Hoernern zu den Nasennebenhoehlen besteht und so durch Verunreinigungen interessante Dinge passieren koennen. Und man Ziegen mit derlei Prozeduren wohl ziemlich leicht gleich um die Ecke bringen kann. Um in Alberta als Kuh bis zum Schlachten zu ueberleben, muss man schon hart sein!

Auch in der Praxis: Diverse Hunde mit Parvovirus. In Deutschland war mir das nie so aufgefallen als wirkliche Bedrohung. Aber weil Hunde voellig unkontrolliert vermehrt werden und dann verschenkt, weil die wenigsten Menschen Geld fuer einen Hund ausgeben wollen (wo kaemen wir denn da auch noch hin?), sind natuerlich auch viele Hunde nicht geimpft. Und so haben wir Parvo, Staupe, Raeude – alles feine Sachen! Eigentlich ist es total unfair, dass dann mein geimpftes und gepflegtes Hundchen einfach sterben will.

Gestern hat der Chef die von ihm nach Beschreibungen von Eliot Coleman gebastelte Broadfork mitgebracht. Das ist eine Monstergrabgabel mit breitem Ruecken und zwei Griffen. Die lasse ich entspannt im schon recht lockeren, weil misthaltigen Boden versinken und hebele dann die Schichten ein bisschen luftig, ohne sie jedoch umzustuelpen – Bodenlockerung erledigt! Geraeuschloses, stinkfreies, bodenschonendes Arbeiten. Im Gegensatz zu den hier ueblichen Rotavators, ich glaube, man das sind Fraesen. Foto folgt.

Und dann noch: Jana’s juengster Kurs in Bayern ist online. Ich bin ja nach wie vor hin und futsch von diesen schoenen Tagen in Hamburg und der Inspiration. Jana taete ich gern importieren! Spinnrad wuerde gestellt. Aber ich glaub, sie will nicht.

Und wie bestellt!

Gerade gehe ich raus, um zu fuettern. Ein kleines „honk“ laesst mich nach oben schauen: Zwei Schwaene gegen den blitzblauen Himmel, in aller Ruhe auf dem Weg nach Norden. Immer wieder Gaensehaut-Material! In Grande Prairie gibt es sogar ein Swan Festival, diese Woche. Leider bin ich mir nie sicher, ob ich diese Trumpeter Swans hier sehe oder andere, deren Namen ich natuerlich immer vergesse. Aber macht nix, schoen sind sie alle!

Schoenen Tag allerseits, vielleicht seht ihr auch Schwaene!

KitKat am Morgen…

…vertreibt Kummer und Sorgen! Ihr habt euch bestimmt jetzt nochmal einen froehlichen Post verdient. Aalso hier: Die Sonne scheint, es ist frisch draussen, aber wunderschoen. Es riecht gut, die Huehner haben die Nacht mit offener Klappe ueberstanden, wenn auch bezahlt mit Ei-Zoll an das Wiesel. Dem habe ich heute morgen wieder beim Eierschibbeln zugeguckt, leider habe ich es nicht auf binaeres Zelluloid (wie schreibt man das?) bannen koennen. Jedenfalls ist das Wiesel schon braun, also SOMMER! Die Robins singen und pruegeln sich, und letzte Nacht, so gegen zwei, als Zora draussen eine Bellorgie veranstaltet hat, da habe ich FROESCHE gehoert!! Zwar ist der Dugout nach wie vor zugefroren, aber die Froesche haben beschlossen, dass es Zeit fuer Frosch-Spass ist. Wo auch immer.

Nach wie vor fliegen Gaense rum, meist paarweise, ich bin nicht sicher, ob die schon fest brueten. Schwaene auch diverse, leider hab ich sie immer nur sozusagen von hinten gesehen. Dieses Fruehjahr hat Gereon schon ein paar Weisskopfseeadler ueber uns kreisen sehen – ich leider nicht. Und der Habicht scheint einen Ansitz in Huehnernaehe zu haben. Gereon hat ihn gesehen und die Raben sind oft in Aufruhr. Federn im Lama-Ziegenzaun deuten auf mindestens eine erfolgreiche Attacke hin.

Ich sitze hier mit allen Fenstern auf und sogar den oberen Tueren. Noch geht das. Die Moskitos sind etwas niedergedrueckt nach der kuehlen Nacht. Aber sie sind da. Wirklich – wenn die nicht waeren, dann ginge es eigentlich nicht besser als Mai in Sunset House.

In der Praxis ist viel Arbeit. Interessante Faelle kommen rein, und seit ich wieder zurueck bin, gluecklicherweise relativ wenig Streuner. Gestern wieder so was, wo ich dann immer denke, ich bin im Film: Eine Kundin, die ich auch privat kenne, naemlich Faye, rief an: Karla und Brett seien angekuendigt zum Spermatest bei acht Bullen. Man moege bitte anrufen, wenn sie losfahren, damit sie schnell ein Pferd satteln und die Bullen reinholen koennten. Ich musste lachen und sagte ihr meine Film-Zeile. Wieso, sagt sie, bei so Bullen will man ja wohl nicht zu Fuss unterwegs sein. Ich musste ihr natuerlich recht geben. Aber stellt euch nur mal vor, frueher, als ich noch „klein“ war: Dr. Kopplow waere zum Onkel Friedhelm geduest, und Frau Kopplow haette eben vorher angerufen, worauf Friedhelm die brave Ella gesattelt haette und losgetrottelt waere, die Bullen quer durch Winterborn Richtung Stall zu treiben….unvorstellbar, oder? Ich fragte Faye, ob denn ihr Mann nicht einfach auf ein ungesatteltes Pferd springen koenne, wie man das ja im Film sieht. Ja, sagte sie, er reitet ja seit 50 Jahren (!!), er koennte das bestimmt. Aber wenn man Bullen treiben will, die sich auch mal rumdrehen und „ornery“ werden (schoenes Wort, kann ich nicht uebersetzen, ist aber nix Gutes), und man will dann sein Pferd Neck-Reinen und den Bullen ausweichen, dann ist es doch ganz schoen, wenn man was zum Festhalten hat, einen Sattel zum Beispiel. Faye ist lustig! Nun kenne ich ja auch Harvey, ihren Gatten, und wirklich – man kann sich, na, ich kann mir nicht vorstellen, wie er mit Schwung auf ein ungesatteltes Pferd springt. Er ist so ein grosser, schlaksiger, ganz ruhiger Typ. Zu gern waere ich mitgefahren, Maeuschen spielen.

Jedenfalls, ich sag’s euch: Kino! Neulich war auch ein aelterer Mann da, der des Langen und des Breiten sich darueber ausliess, wie er schon mehrfach eher erfolglos versucht hatte, erwachsenen Kuehen Hoerner abzusaegen: Mit Fuchsschwanz, mit Trennscheibe, mit noch ner anderen Saege – alles nicht so dolle. Blutet wie bloede! Wer haette das gedacht??? Karla gab ihm Tips und empfahl Enthornen gleich nach der Geburt, aber er wollte in erster Linie seine Handwerkergeschichten loswerden, wirkliche Hilfe war ihm gar nicht wichtig.
Auch Kino: Wenn ich Richtung Valleyview fahre und oben auf meiner Lieblingskuppe bin, dann sehe ich die Staubwolken von der Schotterstrasse meilenweit entfernt. Sind von Autos, koennten aber auch Postkutschen sein. Oder Bueffelherden (das waer schoen!) Das erlaubt mir die Ueberleitung zur nicht so rosigen Wassersituation. Es hat nach wie vor nicht geregnet. Alles ist trocken, viel zu trocken, die Fluesse und Dugouts sind niedrig. Unserer hat laut Gereons Schaetzung etwa 1,5 Meter verloren! Das ist selbst bei so einem kleinen Ding eine Menge Wasser. Und das wird noch mehr, bzw. weniger werden, wenn erstmal das Eis alles geschmolzen ist. Die Bauern machen sich schon Sorgen um Futter und Heu. Die Heuschrecken sollen in solchen Wintern angeblich prima durchkommen, was natuerlich so gar keine Hilfe waere. Der Snipe Lake ist auch sehr niedrig. Aber immerhin stellt er noch ein Wasserreservoir in unserer erreichbaren Naehe dar, sollte es wirklich eng werden. Szenarien von Ziegenverkauf gehen mir schon manchmal durch den Kopf, wegen unerschwinglichem Heu. Aber wer weiss? Es kann natuerlich immer noch regnen.

Seit wir unser Brauchwasser an der Wasserstation in Sunset House holen, hat sich allerdings die Hauswasserlage sehr entspannt, und damit auch die Hausfrau! UND: DER ABFLUSS FUNKTIONIERT!! Ihr alle, die ihr seit eurer Geburt Abfluesse gedankenlos benutzt: zuendet mal ein Kerzchen an fuer diese Wunderwerke der Technik! Ich koennte Wasser auskippen zum puren Vergnuegen, weil ich so gern sehe, wie es gluckernd im Abfluss verschwindet. Und wenn der Ludwig schlau waere (oder aber duschen wollte), dann koennte er am Auslass stehen. Hab ich aber noch nicht gesehen. Und natuerlich kippe ich auch nicht einfach Wasser weg. Zu sehr bin ich in dieser Hinsicht albertanisiert, d.h. extrem sparsam geworden. Wer weiss, wann das naechste kommt!

Bilder zum Thema:

Und noch ein kleiner Nachtrag: Leider kommt Sabine nun doch nicht. Aber Bruno kommt, Severins Bruder! Da freu ich mich.

Nie genuegend Zeit fuer alles

JammerJammerJammer!

Weil ich keine Zeit fuer ausfuehrliche Emails habe, hier ein ganz kleines Entschuldigungsupdate. Nach wie vor sind keine Koffer ausgepackt, auch die Einkaeufe vom letzten Dienstag liegen noch in den Tueten. Gestern waren wir kurz entschlossen in Edmonton bei IKEA, das war aber nicht wirklich sehr erfolgreich, weil sich nicht jeder dafuer interessiert, was man z.B. in einer Kueche so alles haben koennte. Na dann. Dafuer haben wir jetzt ein Hauswasserwerk. Wann das angeschlossen wird, ist noch unklar.

Das schlimmste bei IKEA war: an meinen heissgeliebten IVAR-Regalen hingen Etiketten: Now or Never! Die nehmen sie also aus dem Sortiment. Wie ich dann jemals wieder irgendetwas einrichten soll, ist mir ein Raetsel…

Naechste Woche sieht mein Terminplan schon wieder aehnlich aus, drei Tage arbeiten, ein zusaetzlicher Tag schon besetzt. Zuhause bleibt dann alles liegen und stehen, auf dem Tisch z.B., den ich eigentlich fuer gross hielt. Aber auch da kann man sich taeuschen.

Ueberraschung am Morgen

Da war ich schon fast unterwegs nach GP, na ja, nicht wirklich. Da klingelt das Telefon. Und nun kriegen wir noch mehr Besuch im Sommer. Sabine aus dem Taunus ist mutig und traut sich. Vielleicht muss sie dann den Abfluss einbauen 😉 Schon mal ueben, liebe Sabine!!

Jetzt muss ich aber wirklich los.

Grosses Kino!

Der Fruehling kommt. Das merkt man auch daran, dass am Samstag wohl drei Fahrzeuge im See fast versunken sind. Dieter hat bei Nachbarn die Fotos gesehen. Wie wir ja bereits wissen, scheut der Kanadier an sich und der Westalbertaner insbesondere den Fussmarsch als solchen. Zum Eisangeln faehrt man daher am liebsten mit dem dicken Auto auf den See bis unmittelbar an das Loch, das entweder bereits gebohrt ist (mit Motorbohrer natuerlich) oder noch zu bohren ist. Nach Augenzeugenberichten war der See zeitweise die reinste Lochstickerei. Und manchmal, ganz manchmal siegt die Faulheit ueber die Vernunft, und man faehrt noch auf den See, wenn es seit Wochen mehr oder weniger taeglich taut. Koennte ja noch klappen… – hat es aber nicht getan. Ein Truck war laut Dieter wirklich bis zur Haelfte der Fenster versunken, und das dritte Fahrzeug war leider der Traktor eines Nachbarn, der versuchte, zu helfen. So musste dann schweres Geraet gerufen werden. Ueber Kosten wollen nicht spekulieren. Und die Konsequenz? Jetzt karren sie haufenweise Quads an – bis auch die versinken, was laut Dieter nicht mehr lange hin sein kann. Aber der Albertaner scheut ja bekanntlich…

Waehrenddessen auf dem H’schen Anwesen: (kleine Bemerkung am Rande: dieses Einbauen von Bildern macht mich WAHNSINNIG – ich kann nicht herausfinden, wie es funktioniert, und ich habe weder Zeit noch Geduld, mich damit jetzt Stunden zu befassen! bababah!)


Ich weiss nicht, warum es das tut, das Bild an den Anfang des Posts stellen. Bloeeeedes Ding! Als ob ich das noch braeuchte! Auf jeden Fall, was ich eigentlich schreiben wollte: Wer herausfindet, was auf dem Bild fehlt, der kann sofort bitte kommen und den Abfluss einbauen. Hier hat dafuer naemlich auch niemand wirklich Zeit, scheint’s. Ich hab gestern den ersten Arbeitstag gehabt. Ein Monsterstapel von Behandlungsaufzeichnungsblaettern ist in das System einzugeben. Gestern bin ich immerhin bis zum 3. Maerz gekommen! 28 days to go! Aber derweil stapeln sich die April-Blaetter ja auch schon. Allein Ninis „Akte“ ist ungefaehr einen Zentimeter dick. Und dann war da noch so ein schwieriger Fall, uebrigens mit dem gleichen ungluecklichen Ausgang.

Und weil ich jetzt schon wieder soviel Zeit beim erfolglosen Einbau des Bildes verbraucht habe, ist das fuer heute alles. Ich fahre naemlich jetzt gleich, wenn ich mich in relative Schale geschmissen habe (und vorher noch den Wassertank ausgeleert und die Eier eingesammelt und alle Tiere getraenkt… und eine Einkaufsliste gemacht und das Auto aus- und wieder beladen…), also dann jedenfalls fahre ich Richtung GP, um mir von meiner wunderbaren Crystal die Haare schneiden zu lassen. Ach wie nett!

Schreiben gegen den Frust?

Boy, I’m tellin‘ ya! Wenn jemand es scheppern hoert, dann ist es diesmal nicht die kanadische Telefongesellschaft, die ich explodiere, sondern das H’sche Anwesen am Snipe Lake! Ich zaehl mal auf, braucht ja keiner zu lesen, aber dann isses wenigstens mal aus meinen Fingern r – – – – – haaaalt!

gerade ist naemlich was nettes passiert, das will ich dann doch mal zuerst melden. in deutschland naemlich wollte mein rechner so gut wie ueberhaupt nicht mehr arbeiten – zugemuellt (wie konnte DAS passieren, MIR!?) nun habe ich ihn in valleyview (ich hab jetzt keine lust mehr auf gross- und kleinschreibung, nur dass ihr bescheid wisst!) neu aufsetzen lassen, von einem jungen mann, der sehr auf valium wirkte. natuerlich war die ganze software futsch, aber ich hatte gute backups gemacht, glaube ich. nun wollte ich gerade zuerst mal wieder firefox installieren, und da sagt das ding mir „corrupt file“. das gehoert in die FRUST-schublade. aber nach einem erneuten download hat es dann funktioniert, und das GUTE: mein bookmark-backup (schoenes wort) hat funktioniert!!! wunderbar.

so, nun wisst ihr schon den ersten frust: rechner vermuellt.  der naechste frust: ich kann nicht alle CD’s finden, die ich zum wiedereinrichten braeuchte – wie entzueckend. das wichtigste programm im moment waere die buchhaltungssoftware, und die bleibt bis jetzt verschwunden. ach, wie ich mich freue. abgabetermin ist der 30. april…

gestern morgen dann fragte ich den chef, wie denn der plan fuer den tag sei. und er liess sozusagen die bombe platzen (bob nennt es ein earthquake): er wolle dann mal die spuele bauen. naiv, wie ich immer noch bin, wenn solche aeusserungen kommen, frohlockte ich. – nicht lange jedoch. in gewohnter manier legte er los, ohne mich ueber details zu informieren. ich solle nur den zukuenftigen spuelenbereich freiraeumen, so in etwa einer stunde sei er soweit. zeitangaben sind makulatur, das haette ich mal gleich wissen sollen. aber auch die konstruktion ist nicht so, wie ich dachte. und vor allem ergab es sich, dass ich von dem sich an der suedwand befindlichen vierteiligen ikea-regal zwei teile, eines 90cm, eines 45cm breit, mal eben flinko-flugso leerraeumen musste, weil die naemlich wegmuessen. nun waren die natuerlich gut voll. und es gibt keine ausweichregale. das haus sieht also einmal mehr wunderbar aus.

heute muss der chef dringend in der firma eine marianne bauen, etwas, womit man langholz aus dem busch zerren kann. das ist so dringend, weil naemlich morgen chris und david kommen, glaube ich.  ich haette also zeit, die neue arbeitsplatte zu streichen. wenn ich denn die pinsel finden koennte… ich weiss, dass es sie gibt, irgendwo hier. ich hatte sie an einem guten platz, in einer tuete, ganz gewiss. wenn ich mich nur an den platz erinnern koennte…

ausserdem ist das brot zu dunkel geworden, das handy will nicht laden, ich finde die passenden betttuecher fuer mein bett nicht, ja, und dann das problem mit der software. und falls jemand dachte, ein vergroesserungsspiegel helfe beim erkennen der unerwuenschten barthaare, auch den menschen, die an altersweitsichtigkeit leiden – weit gefehlt!! und natuerlich vermisse ich den kleinen hund ganz schrecklich. es ist sehr seltsam im bett ohne die gewohnte waermflasche.und mein blutdruck ist natuerlich ueberhaupt nicht runter – wie auch?

bilder gibt es, wenn ich weitere software installiert habe – diesmal meine bildverwaltung. und was die buchhaltung angeht: wenn ich sie nicht finde, kauf ich einfach am dienstag eine neue – mir doch egal. und gleich kommt bob mit pinseln. der hat natuerlich schon gelacht, als ich ihm von meinem extremfrust erzaehlt habe. er hat ja immer eher die ruhe weg, was manchmal ganz schoen anstrengend fuer jemanden wie mich sein kann. aber er wusste, wo seine orginalverpackten 2 inch breiten pinsel sind. da weiss er also mehr als ich und ist bereit, sie mit mir zu teilen – braver mann! ich habe aus koeln eine postkarte mitgebracht: ’schbrauchjetzsowatvonschokolade! 75% kakao, aus deutschland.

Vier Wochen spaeter…

bin ich nun zurueck im Wald. Eine grosse Dosis Deutschland will verdaut werden – das wird nicht so schnell gehen. Auch dieses Mal habe ich es nicht geschafft, all die Leute zu treffen, die ich gern getroffen haette. We’ll keep trying!

Hier ist der Winter auf dem Rueckzug. Nach wie vor kaum Niederschlaege, daher kein Schmelzwasser in den Strassengraeben geschweige denn in unserem Dugout. Ich finde das beunruhigend, aber die Nachbarn sagen, dass es bestimmt noch regnen wird. Wir werden sehen. Die Gaense sind zurueck, morgens hoere ich sie honken. Im Fruehjahr kommen sie ja nicht in grossen Schwaermen, sondern oft schon in Paaren oder nur kleinen Grueppchen. Margaret hat schon Schwaene gesehen!

Meine Koffer sind noch nicht ausgepackt, weil ich leider den kleinen Hund unveraendert krank bzw. schlechter vorfand. Nach viel Ueberlegen und ausfuehrlichen Besprechungen mit Karla hat sie ihn gestern abend eingeschlaefert.

What a difference…

… a day and a half make!

Ueber mir flucht „The Canadian Wren“. Das Holz will nicht so wie er. Macht mir gar nix. Er wird’s schon richten. Denn stellt euch vor: Das Dach, also das Obergeschoss, ist praktisch fertig verkleidet. Nix mehr rosa Isolierung mit Plastikfolie. Dieter naemlich hat einen Freund, der Zimmermann ist. Und irgendwie ergab es sich so, dass er bei Dieter arbeitete und wir ueber ihn sprachen, und ich greinte: kann der nicht mal hier bei mir…? Und so wurde es vereinbart, ging ganz schnell und schmerzlos. Gestern morgen um 9 Uhr rueckten sie an, und um 10 nach 9 lief schon die Saege. Ich bin sprachlos, wie schnell sowas gehen kann, wenn jemand nur das tun muss und sich keine Gedanken um was anderes machen muss. Und dabei so angenehm anzuschauen (Schwiegermuetter und Minderjaehrige sollten das ueberlesen 🙂 ) Er redet immer noch mit dem Holz, es ist sehr lustig. Und wenn er nicht mit dem Holz redet, dann singt er mit seinem IPod. Ich glaub, jetzt sagt er wieder was nicht Jugendfreies… tztztz. UND: er ist hoechst interessiert am Bau eines „Muster-Strohballenhauses“. Da werd ich mir wohl seine Telefonnummer und email-Adresse gut aufschreiben muessen! Und hier sind die Bilder zum Beweis:

Letzten Sonntag haben Bob und ich einen netten Spaziergang mit den Hunden gemacht. Bob hatte seinen Zambo mitgebracht, den ich ihm kuerzlich auf’s Auge gedrueckt habe, weil er sonst naemlich des Todes gewesen waere. Die beiden verstehen sich gut. Im Moment hab ich wieder einen Todeskandidaten hier, den ich hoffentlich am Dienstag woanders unterbringen kann.

Und ich weiss jetzt nicht, warum das Bild von dem jungen Mann jetzt so gross da oben ist – das war keine Absicht. Aber schadet ja nix.

Sonnenaufgang und so

Wenn ich zur Arbeit fahre, wuensche ich mir oft, ich sei eine gute Fotografin. Bevor ich in das kleine „Industriegebiet“ abbiege, in dem die Praxis ist, habe ich naemlich auf einer kleinen Anhoehe eigentlich immer einen tollen Blick ueber das im Sueden und Osten gelegene Tal. Meine Vermutung ist ja, dass dort der Name Valleyview entstanden sein muss. Neulich lag Nebel in den Niederungen, aber ich hatte keine Kamera. Aber so ein schlichter Sonnenaufgang fast nebelfrei hat auch was. Die wirklich tolle Fotoqualitaet muesst ihr euch denken…

Ich verstehe uebrigens, lieber Herr Administrator, falls Du guckst, gar nicht, warum ich jetzt neuerdings nur noch zwei Groessen fuer das Einstellen von Bildern angeboten bekomme, und zwar Mittel und Originalgroesse. Letzteres fuehrt zum Chaos, das hab ich ausprobiert. Seeeehr seltsam, so ein Computer.

Anyway. Zuhause waechst mit und ohne Sonne der kleine Herr Alfredson. Trotz seiner schweren Geburt hat er wohl beschlossen, fruehreif zu sein. Und so isst er mit seiner Mama schon Koernchen und tut auch schon so, als ob er andere juengere Ziegen zum Zweikampf herausfordern wollte. Und natuerlich muss er immer mal wieder dringend ein Huhn schnell machen – welch ein Spass!!