Nie haette ich gedacht, dass Huehner so spannend und lustig sein koennten. Nicht nur kommen jeden Abend und jeden Morgen aus obskuren Verstecken Prairiehuehnchen in die Baeume bei den Ziegen geflogen, um dort Knospen zu essen, nein, auch unsere eigenen Huehner mausern sich in jeder Hinsicht. Als Gereon heute seine neuen (Geburtstags-)Schneeschuhe anprobierte, mussten die zahmen acht natuerlich sofort dabeisein.
Wir sind dann losmarschiert, um die Huehnchenspuren zu suchen.
Die Prairiehuehnchen naemlich haben die interessante Angewohnheit, sich aus dem Baum in den Schnee fallen zu lassen, dann anscheinend ein bisschen vorwaerts zu krabbeln unter den Schnee, wo sie uebernachten. Am naechsten Morgen, noch in der Daemmerung, tauchen sie etwas weiter wieder aus dem Schnee auf und starten erneut in die Baeume, zum Fruehstueck. Auf diesem Bild kann man sehen, wo das Huehnchen links vom Baum „eingeschlieft“ ist und dann hinter dem Baum wieder aufgetaucht, ein paar Schritte gegangen (diese Huehnchen sind ja Fussgaenger!) und dann gestartet ist, vorne rechts ist der Abdruck des linken Fluegels zu sehen. ![]()
Na, und dann unsere eigenen Huehner. Die machen uns zu Huehnerfalknern, oder Huehnerern oder, was mir am besten gefaellt, zu „chicken whisperers“. Hier Gereon theoretisch beim Kaffee auf der Veranda, praktisch jedoch beim Huehnerern
Und hier bin ich beim Huehnerfluestern
Jawoll, Mittwoch war ich beim Friseur – und fuehle mich, als ob mich jemand aus einer falschen Schale herausgepuhlt haette. Wunderbar!
Das Wetter ist schoen, nicht zu kalt. Die Ziegenboeckchen waren fleissig, ab Mai sollten also die Zicklein purzeln.
Die Telefongesellschaft ist doof, ABER die Mehrwertsteuer ist schon wieder gesenkt worden, nunmehr sind wir bei 5%. Da koennt ihr natuerlich nur von traeumen… Mehr weiss ich nicht.
Archiv des Autors: Petra
Durcheinandere Website
Wie ihr sicherlich merkt, habe ich hier ein bisschen Chaos. Leider sind wohl die Bilder mit der neuen Kamera zu gross, so dass ich kein Vorschaubild bekomme. Naechste Woche bin ich wieder in der Buecherei, mit schnellem Internet, dann will ich das reparieren.
Neues Jahr – neues Haus
Neues Jahr, neues Haus – vielleicht. Die Bemuehungen jedenfalls halten an. Und hier sind auch die versprochenen Bilder.
Zuerst einmal fuer diejenigen, die sie in Deutschland nicht gesehen haben, die Verbesserungen im „Kuechentrakt“. Noch im November naemlich hat Gereon im suedlichen Teil, wo unser Tisch steht, einen Fussboden eingebaut, schwingend, rueckenfreundlich… Das macht das Leben und das Ruecken von Stuehlen viel leichter. Und nun kann ich endlich hin und wieder auch mal kehren. Dann aber wirbeln ueble Staubwolken. Im Moment warte ich auf bessere Einfaelle und lasse sich lieber alles festtreten. Schnee ist ja auch nicht schmutzig.
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Auch gab es ja noch am Sonntag, bevor ich gen Deutschland reiste, ein froehliches Kuehetreiben bei den Nachbarn. Die Kaelber sollten aussortiert und verkauft werden, und laut Margaret ahnen die Kuehe das und kommen ploetzlich nicht mehr zu den Corrals. Auch hatte Albert nicht auf seine weise Frau gehoert und noch irgendwas falsch gemacht, jedenfalls wollten die Kuehe sich nicht auf’s Glatteis locken lassen, im uebertragenen Sinne. Amanda und ein Freund hatten ihre Pferde schon muede geritten, da wurden Nachbarn mit zwei weiteren Pferden zur Unterstuetzung angefordert. Und dann sah es richtig cowboy-maessig aus. Vor allem der Herr in der hellen Jacke hatte ein schickes und faehiges Pferd und gab eine prima Vorstellung, so dass schliesslich die Kuehe auch fast alle in den Corrals landeten. ![]()
Gereons Firma hatte zwischen Weihnachten und Neujahr geschlossen, so dass Hoffnung auf weitere Baufortschritte bestand. Thomas wollte noch vor Weihnachten fuer zwei Tage kommen, das Wetter war bis dahin recht milde, doch puenktlich mit Thomas’ Anreise fielen die Temperaturen auf nachts unter -20 Grad. Noetig waere das nicht gewesen, doch die Maenner blieben hart gegen sich selbst und bauten mit bereiften Baerten und tropfenden Nasen. Der tapfere Thomas hat sogar in unserer Kueche zwar auf einer echten Matratze, ansonsten jedoch unter recht „einfachen“ Bedingungen uebernachtet!
Weihnachten dafuer dann zur Entspannung bei Bussis, mit richtigen Kerzen im Baum, richtiger Bescherung und allgemeiner Weihnachtsstimmung, warm und gemuetlich! Leider war ich nicht in der Lage, die Kamera fachgerecht zu bedienen, daher kein Blitz und noch viel mehr Romantik. 
Am naechsten Morgen fuhren wir mit Tierarzt Willi, irgendwann vor Jahren aus D gekommen, zu seinen Emus. Leider dasselbe Kameraproblem, sonst koenntet ihr sehen, dass diese drei Emus geradezu zudringlich zutraulich waren – sehr amuesant. Und falls jemand im Internet Toene von Emus finden kann, das muss man mal gehoert haben. Gereon liebaeugelte ja – voruebergehend, wie ich denke – mit der Uebernahme dieser Emus, die Willi loswerden moechte.
. Aber Neujahr waren wir bei Agapows, die noerdlich von Peace River einen Trainings- und Zuchtstall fuer Reiningpferde betreiben. Juri war schonmal im Rahmen einer Waldbegehung bei uns, er ist deutscher Forstingenieur oder wie das heisst. Seine Frau Irinel ist fuer das liebe Vieh zustaendig, und dazu gehoerten dann auch vier Pet-Schweine. Und ich glaube, jetzt will Gereon wohl doch lieber ein Schwein. Hier ist Fritz, zum Groessenvergleich links die Hand, die ihn fuettert.
Sehr entzueckend! Es gab noch Arnold, der aber ziemlich gross war, dafuer jedoch auf Kommando „Sitz“ machen konnte, und dann, am allerbesten, aber ohne Bild, Oskar und Otto, zwei Jungschweinchen, schwarz wie Fritz, aber noch viel kleiner. Wir stellen uns schon vor, wie Trudi sich ueber so etwas freuen und das Lama gruen im Gesicht wuerde.
Nach Weihnachten, an Gereons Geburtstag, reist Thomas fuer einen weiteren zweitaegigen Arbeitseinsatz an. Gereon hatte zum Geburtstag Saegeboecke (von Chris & David) oder wie nennt man die (?) und auch noch eine schniekelige Handkreissaege (von Bussis) bekommen, die wurden dann gleich bis spaet in die Nacht oder zumindest die Dunkelheit eingeweiht. Und am 28. Dez. abends konnten sie stolz das erste Dachdings (wie heisst das auf deutsch? Hier heisst das truss.) zumindest zum Gucken mal aufrichten. Der verdiente Feierabend fand mit Huettenzauber und TV statt.

Das Wetter war in diesen Tagen ueberwiegend schoen, so dass Gereon von der Zwischendecke aus das „Anwesen“ (Gereon nennt es das „settlement“) mal von oben knipsen konnte, wobei man leider keinen Eindruck vom strahlenden Licht bekommt. Ein bisschen besser ahnt man das auf dem Spaziergang, den ich mit den Hunden jetzt fast taeglich gemacht habe. Die Strasse fuehrt an unserem direkten Nachbarn vorbei. Und der Himmel ist wirklich so kitschig-blau.

Kurioses zum Jahreswechsel
Ohne Bilder, da braucht ihr jetzt mal gar nicht zu warten, dass sich noch was aufbaut. Dank Onkels neuer Kamera bin ich mal wieder total ueberfordert, und ohne Brille kann ich das Teil gar nicht bedienen. Und ausserdem sitze ich in der Buecherei, und es ist schwierig, alles immer mitzuschleppen, um bunte Bildchen online zu stellen. Aber was soll das Gejammere?! Waehrend Thomas und Gereon unverdrossen und bei schoenstem blauem albertanischem H
Himmel (ist das grammatikalisch korrekt, – Dr. Stinnes?) am Haeusle bauen, fuhr ich gen Valleyview, um mein neues noch aelteres Auto anzumelden. Waehrend ich in einer relativ langen Schlange (alle verlaengern anscheinend zum Jahresende ihre Autoanmeldung) bei Home Hardware, einem „Eisenwarenladen“, der als Vertreter der kanadischen Provinz-KfS-Meldestelle fungiert, wartete, sah ich in der Auslage etwas namens „Jiffy Rink“. Bei naeherer Untersuchung entpuppte sich das ganze als Instant-Hockeyfeld, Eishockey natuerlich! Eine Art Riesen-Plastiktuete, quadratisch, 3×3 m, rundum geschlossen, mit einem Einfuellloch obendrauf. Da laesst man Wasser reinlaufen, wartet dann, bis alles festgefroren ist und reisst die obere Plastiklage ab – voil`a (Akzent gibt es auf der Tastatur nicht, kanadisch-zweisprachig eben!!), gucke-da, jedenfalls, und schon hat man eine Eishockeybahn. Toll, oder? Dann war ich dran, mit Anmelden, dachte ich. Weil aber sowohl Kaufbeleg fuer das Auto als auch Versicherungsnachweis auf unsere beiden Namen liefen (absichtlich so gemacht, damit ich auch allein anmelden koennte!), beschied mir die freundliche Dame, dass eben aufgrund der Auflistung beider Namen wir auch beide erscheinen muessten oder aber ich eine schriftliche Vollmacht meines Gatten vorlegen muessten (oder vice versa, falls er ohne mich anmelden wolle). Und das, obwohl auf der Versicherungskarte eindeutig G. und/oder P. steht. Jaja, die Behoerden! Ich denke, sie haben die deutschen Buerohengste nun doch ueberholt! Neulich erzaehlte jemand, dass man auch manche Dinge nicht mehr alleine umtauschen darf, wenn der Gatte irgendwie auf dem Kaufbeleg auftaucht.
So, nu muss ich sehen, dass die Haeuslebauer was zu essen kriegen! Demnaechst dann wieder Bilder.
Ach ja, und die email ist vorname kringel nachname puenktchen net
Und schliesslich: Alle guten Wuensche fuer alle Leser fuer das neue Jahr, moeget ihr alle ein Haus haben – und ich auch.
STILLE
Als erstes faellt mir auf, dass ich eigentlich jetzt auch beim Tippen eine Brille braeuchte. Mist! Habe aber keine Lust auf eine weitere Wanderung durch den Schnee zum Schlafzimmer.
So, nun bin ich also wieder zurueck in meinem stillen Kloster hier. Das war das Allerauffallendste: die Stille. Abends um halb neun deutsche Zeit flog ich wohl ueber Baffin Island, so ungefaehr das erste kanadische Land auf meinem Weg. Im Flugzeug natuerlich noch relativer Laerm. In einer Hoehe von 40.000 Fuss war es -52 Grad. Dann ueber Calgary, nach sechs Stunden ununterbrochenem Sonneruntergang wieder zurueck in den sonnigen Nachmittag, immer noch 40.000 Fuss oder etwas weniger, aber -65 Grad. Da moechte man nicht aussteigen muessen! Zum Weiterflug nach Grande Prairie zum ersten Mal wieder raus an die eisige Luft. Zwar stank es natuerlich nach bloedem Sprit, aber es war ziemlich schoen, kalte Luft zu spueren. In Grande Prairie -26 und jede Menge Schnee! Das Auto muckte den ganzen Rueckweg, aber schliesslich kamen wir doch an. Samstag dann blauer Himmel und STILLE. Ich musste ein paar Mal an Nachbar Roland denken, der mir mal erzaehlte, dass er in Schweden einfach manchmal das Radio anstellen musste, weil ihm die Stille zuviel war. Ich glaube, das passiert mir so schnell nicht.
Inzwischen ist schon wieder fast eine Woche um, es hat weiter geschneit, fast ein halber Meter liegt, so denke ich. Das Lama steht jedenfalls bis ueber die Sprunggelenke im Schnee, laesst sich jedoch davon nicht beirren.
Es gab ein paar Verluste, waehrend ich weg war, unter den Huehnern und den Vorraeten, wohl wetterbedingt, doch ansonsten scheint alles beim Alten, unveraendert. Die Bilder, die ich zu liefern habe, sind demgemaess auch fast exakte Kopien der Bilder vom letzten Jahr um diese Zeit. Ausser, dass wir da den Elch hatten und Hirsche. Dieses Jahr wird’s wohl mehr Gemuese werden, na, macht mir nix. Also, hier die obligatorischen Schneebilder. Und extra fuer Elke W., falls sie liest, etwas zum Thema Klo (Du erwaehntest es ja…) Bei -26 macht es Sinn, auch auf dem Klo die Handschuhe nur kurz abzulegen, und ueberhaupt alles sehr kurz zu gestalten – nix Lesezimmer…
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Morgens, wenn ich aufstehe, bin ich ja immer ganz philosophisch, muss man einfach, wenn man den Sternenhimmel sieht. Noch gut bettwarm, kann man es draussen auch gut aushalten, bis das Feuer schliesslich brennt und der erste Tee dampft. Mit der Philosophie will ich euch aber nicht belatschern. Falls jedoch jemand schnelles Internet sein eigen nennt und gern mal schoenes Radio hoeren moechte, so empfehle ich das, was ich morgens um fuenf hoere (kommt ja dann in D nachmittags um 13.00, muesste fuer einige recht gut zum Mittagsschlaf passen…): http://www.ckua.com, und dort laeuft dann „The road home“ mit dem ziemlich ausgezeichneten Bob Chelmick. Bob naemlich wohnt auch in einer Cabin in the Woods (obwohl ziemlich schnoeselig ausgestattet, glaube ich), und im Geiste rede ich morgens mit ihm.
Ansonsten rede ich jetzt wieder nicht mehr viel, eigentlich erstaunlich, dass ich nach diesen drei Wochen nicht total heiser war. Bestimmt habe ich in dieser kurzen Zeit mehr Autos gesehen und mehr Menschen und mehr geredet als in den gesamten letzten zwei Jahren.
So, viel mehr gibt es oeffentlich nicht zu sagen. Ich versuche, mich mit dem im Moment unvermeidlichen, naemlich einem weiteren Winter ohne Haus, zu arrangieren. Das fuehrt zu Anfaellen von ziemlich schlechter Laune, kann sein, dass ich mir diverse Troesterchen goennen muss, die Buecherliste wird laenger und laenger…, und vielleicht noch eine Spindel? Oder doch die himmlischen Wollkaemme? Mal schauen. Derzeit spinne ich wie verrueckt, damit ich den naechsten Pullover bzw. wohl eine Strickjacke anfangen kann.
Ganz vielen Dank schon mal an alle, die mich freundlich aufgenommen und bewirtet und mir zugehoert haben – meinen kleinen Ausflug in die Zivilisation und auch in eine Welt voller Menschen, mit denen zu reden interessant, amuesant, spannend war, habe ich sehr genossen. Ich hoffe zwar, noch im Einzelnen zu schreiben, aber das Next-Year-Country greift schon wieder nach mir… Derweil zehre ich von den vielen Eindruecken.
Mittelalter
Jaja, liebe Helga, mittelalterlich fuehlt es sich hier auch oft an, wenn auch nicht nur, weil wir noch kein Haus haben und immer noch kein Geld. Aber das wollen wir ja online nicht mehr alles beschreiben, sonst schmeisst uns die Regierung raus. Was ich wieder fuer einen Spass mit der Telefongesellschaft hatte in den letzten Wochen – ihr koennt es euch nicht vorstellen. Dabei ergab sich, dass auch unsere lieben Nachbarn, mit denen ich ja haeufiger telefoniere, theoretisch und laut den Computer-Aufzeichnungen der Telefongesellschaft, man hoere und staune – KEIN Telefon haben. Margaret hat sich sehr gewundert, als ich ihr das sagte. Inzwischen bin ich mit meinem Gejammere bei der Landtagsabgeordneten angelangt, aber die hat sich noch nicht wieder gemeldet. Wahrscheinlich hat sie derlei Klagen zu Dutzenden auf dem Tisch!!!
Derweil machte der Bau kleine Fortschritte. Ich stelle mir so vor, dass die Holzbilder euch ja doch bald langweilen muessen, ein Pinnchen nach dem anderen senkrecht, aber nicht wirklich was zu erkennen. Dennoch: Hier noch zwei vom letzten Wochenende, an dem freundlicherweise Jody und Rory helfen kamen, und dann auch noch Bob hereinschneite.
Dieses letzte hier ist die Ansicht vom Teich aus, ich finde, das macht doch was her, oder? Natuerlich mache ich mir inzwischen Gedanken, ob wirklich genuegend Fenster eingeplant sind. Drei grosse auf der Suedseite, aber dann wird das grosse auf der Westseite ja von der inzwischen eingeholzten Veranda und dem darueberliegenden Serenaden-Balkon etwas beschattet. Doch im Herbst und Winter steht die Sonne tief, da kriege ich sicher noch Licht in die Kueche. Und im Sommer bin ich eh draussen. Fuer die Ostseite gilt es aehnlich. Nach Norden haben wir ein relativ grosses Fenster ueber dem Esstisch geplant, und dann natuerlich eines fuer das WC ohne W, stattdessen mit SP (steht fuer Spaene). Trudy und ich sitzen gern schon mal in der Verandatuer… Trudy liegt auch gern auf mir drauf, wo immer Platz ist…
Derweil zeichnet Gereon die schwierigen Bauteile auf, z.B. die Treppe. Alles aber nur sehr rudimentaer, der ganze Rest ist in seinem Kopf, hoffentlich… Nun sind aufgrund des Holzkaeferproblems in B.C. und des zusammenbrechenden Wohnungsmarktes in den USA die Holzpreise hier heftig gesunken, was fuer uns nicht schlecht ist. So wird wohl doch in absehbarer Zeit das ganze Kistchen mit Sperrholz verkleidet und erst spaeter mit huebschen Brettern versehen werden. Sperrholz geht schnell und stabilisiert, sagt der Architekt. Der heute jagen ist, mit Norwin, dem Jungjaeger. Ich hab da ja immer gemischte Gefuehle, wisst ihr ja.
Vorgestern abend hatte wir ein interessantes Intermezzo mit einer Barred Owl (strix varia)
und Trudy, der Furchtlosen. Die Eule, die uns aus einem Baum anschaute, entdeckte Trudy und flog gemaechlich hinter ihr her. Da entdeckte Trudy auch die Eule und „stellte sich ihr“. Das fand zweimal statt, dann hat Gereon Trudy lieber voruebergehend aus dem Verkehr gezogen – die Eule schien mir doch ganz schoen gross und mindestens so furchtlos wie Trudy. Und heute sass am Strassenrand in einem Baum so was
. Ich bin dann doch immer recht beeindruckt – die sind ganz schoen gross, diese „Ageler“.
Und vorgestern morgen heulten die Woelfe so heftig, dass wir abends dann doch lieber unsere Ziegenbrut aus dem Wald reingeholt haben. Emmy ist naemlich im Moment nachts zur Kette verdonnert, weil sie laeufig ist und heftigst in den Nachbarrueden verliebt – die beiden bieten morgens Heulduette dar vom Allerfeinsten, allerdings nichts gegen die Woelfe, die offensichtlich bzw. hoerbar Weltschmerz haben, und zwar XXL. Ganz anders die Kojotenchoere, die immer sehr froehlich und schrill klingen. Den Toenen nach koennten Kojoten gut in Pink und Lila und Limonengruen gekleidet sein. Woelfe dagegen natuerlich in grau, grau und nochmals grau, mit schwarzen Akzenten, wie im richtigen Leben. Jedenfalls ist das alles ziemlich schoen, und das Wetter ist bilderbuch-herbstlich, und ich ernte sogar noch letzte Reste aus dem Garten. Und ich spinne und stricke und habe viel Spass dabei.
Es schneit!
Nu isses also wieder soweit: der erste Schnee, und massive Schneefallwarnungen fuer einen Bergpass, bis zu 25 cm im Laufe der naechsten 24 Stunden. Jaja, und minus sieben diese Nacht. Mir tun schon wieder die Finger weh, aber das ist bestimmt nur das Alter.
So, jetzt schnell heim und den Ofen anstochen!
Drei Waende durchsichtig
Waehrend der arme Gereon ziemlich muede heute morgen (Montag, 1. Oktober) wieder zur Arbeit musste (weil das Geld schmilzt, obwohl es kuehl ist – zu und zu schade), geniesse ich das Privileg, bei strahlend blauem Himmel und goldenen Baeumen in unserem entstehenden Haus, na, Haeuschen, rumzuwandern! Und noch nicht mal was zu spuelen, obwohl gestern streckenweise doch einige Menschen hier waren. Und das kam so: Nachdem sich fuer Sonntag bis zu zehn Helfer angesagt hatten, wurde Gereon gegen Donnerstag doch etwas nervoes. Nie wuerde er es alleine schaffen, alles so vorzubereiten, wie er das gerne wollte. Also rief er Thomas an. Und Thomas kam, Freitagabend, mit Schlafsack bewaffnet und motiviert. Fuer Samstag hatten sich uns recht unbekannte Nachbarn angekuendigt, Eltern und zwei Soehne, die ich aus der Buecherei fluechtig kannte und die Hilfe angeboten hatten. Ich war deswegen sehr nervoes, weil eben so unbekannt. Margaret, die inzwischen voellig unverzichtbare Nachbarin, hatte Hilfe bei der Verkoestigung zugesagt. Dann sagten die Unbekannten ab. Ich fand das gut, wegen meiner Nerven, aber Gereon war sich nicht so sicher. Er und Thomas haemmerten also unentwegt, Fussboden wurde weiter vorbereitet, sehr langwierig und laestig, anscheinend, und Thomas kloppte wie ein Wilder Fenster- und Tuerstuerze. Margaret koechelte derweil zu Hause an Riesentoepfen Chili, waehrend ich recht unsortiert aufzuraeumen versuchte und das Abendessen vorbereitete, man kennt das ja…
Zu unserem grossen Glueck konnte Thomas bis Sonntag bleiben, denn zur angekuendigten Uhrzeit, nachdem ich einigermassen praepariert war und Margaret in den Startloechern stand, kamen von den insgesamt avisierten moeglicherweise 10 Helfern insgesamt doch schon drei… Na ja. Da wussten wir das auch schon mal. ABER: Freund Bob rief an, was wir denn so machten. Ich sagte, Haus bauen, heute, mit Helfern. Ach, sagt er, dann komme ich wohl besser mit meinem Hammer, was braucht ihr sonst noch? Er nannte das einen Fall von maennlicher Intuition, waehrend Hanna und ich uns einig sind, dass es so was ja nicht gibt. Aber in einer solchen Situation streitet man darueber natuerlich nicht. Auch Hanna hatte inzwischen die Anreise ihrer restlichen Maenner angekuendigt.
Unterbrochen von Margarets leckerem Mittagessen, mit von Amanda gebackenen Biscuits (mein Liebstes, ich weiss gar nicht, warum man so was in Deutschland nicht macht, ein echter Fehler!) bauten die Burschen also fleissigst. Das Wetter gebaerdete sich unbestimmt, wolkig, truebe, mit ein paar Tropfen Regen just zum Essen. Irgendwann am fruehen Nachmittag sollte dann die erste Wand aufgestellt werden. Die Fotografin (naemlich ich) stieg auf ihr Podest (naemlich die lange Werkbank) und sah zu ihrem Entsetzen, dass die Fenster vertauscht waren. Dadurch dauerte das Aufstellen der ersten Wand etwas laenger, so ein 9.30 m langes, recht wackeliges Gebilde wie einen Pfannkuchen umzudrehen, geht naemlich nicht. Kann man an den Bildern vielleicht erkennen. Hanna musste dann mal die ganze Verantwortung in Form des Halteseils uebernehmen. Irgendwie logisch, weil sie die meisten Familienmitglieder in die Wand geklebt gehabt haette – waere sie denn umgekippt. Ist sie aber nicht. Die zweite, die Suedwand, ging dann doch deutlich schneller, obwohl inzwischen die ersten drei Helfer, die Kollegen, wieder abgereist waren. Stattdessen werkelten aber ja vier fleissige Bussemeier-Maenner, waehrend wir Frauen die Oberaufsicht fuehrten und hilfreiche oder nicht so hilfreiche Kommentare abgaben. Bob: So wurden die Pyramiden gebaut. Hanna: Ja, aber mit mehr Sklaven. Bob: Und Kommentare von Frauen GAB es NICHT.
Im schwindenden Licht haemmerten dann nur noch Bob und Gereon, Nachbar Albert begutachtete das Ganze kommentarlos, waehrend Margaret und ich von drinnen natuerlich wieder heftigst kommentierten. Kurz vor totaler Dunkelheit, 19:30 sagt meine Kamera, war die dritte Wand an Ort und Stelle. Wie schoen!! Und waehrenddessen sorgte Margaret hier in der Kueche fuer einen reibungslosen Ablauf der Verkoestigung, sie hatte naemlich auch noch Cinnamon Buns (Zimtschnecken) gebacken und mehrere Apple Pies. Ich hab bestimmt jede Menge zugenommen. Und gespuelt hat sie immer zwischendurch, weswegen ich hier nun in einer relativ aufgeraeumten und gespuelten Kueche sitze. Was fuer ein Glueck! Draussen schreddert zwar ein Riesen-Baggerding jetzt unsere Seite der Strasse und macht schrecklichen Laerm und alles haesslich, aber ich koch mir jetzt noch einen Tee und simuliere dann wieder im Haus verschiedene Situation. Vom Klo z.B. guckt man in die Baumkronen. Daher werden wir dort keine Vorhaenge brauchen. Margaret naemlich frohlockte gestern schon: Das wird ein Spass, Vorhaenge fuer all die Fenster zu naehen (sie meinte das ernst, weil sie naemlich gut und gerne naeht). Ich sagte ihr, dass ich ja so gar kein Vorhang-Fan sei. Ja wie, sagt sie, keine Vorhangwoelkchen ueber den Fenstern? Wo soll denn dann der Staub hin? Hatte ich so noch gar nicht drueber nachgedacht… Vielleicht sollte ich…
Hier also die Bilder, chronologisch, und ganz am Schluss Trudy, wie sie so dringend Koerperkontakt braucht, und wenn es nur der kleine Zeh ist an dem kleinen Hund…
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Und wir wollen nicht vergessen, zu erwaehnen, dass ein paar Kilometer die Strasse runter auch ein Haus gebaut wird: Vor einigen Monaten schon zogen sie den Keller hoch, aus diesen Styropor-Baukloetzen, die mit Beton gefuellt werden. Dann, kuerzlich, kamen zwei riesige Tieflader mit zwei Haushaelften, und spaeter kam noch ein kleines drittes Stueck, und ratzfatz, ist ein 200 qm grosses Haus vor Ort. Mit Dach, Fenstern und allem pipapo. Nicht, dass wir sowas woellten, aber es waere schon schoen, schnell fertig zu werden.
Trudy ist das alles egal, Hauptsache Kontakt: ![]()
Baufortschritte
Jawohl, es gibt sie, die Baufortschritte, und jetzt auch mit Schmackes. Doch von Anfang an.
Noch am 19., also als ich das letzte Mal schrieb, war naemlich eine Lieferung Baumaterial angekommen. Nun sind wir pleite, haben aber Isolierung und Plywood (Sperrholz) fuer den Fussboden und das Dach. Fuer die Innenverkleidung hat es noch nicht gereicht, also werden wir wohl eine Zeitlang in rosa Glasfaser-Woelkchen wohnen, gruselig, aber anscheinend nicht zu vermeiden. Ich gedenke, meine saemtlichen Stoffe rauszusuchen und an die Waende zu tackern. Tacker ist gekauft!
Weil unsere Autos streikten und das Material schwer war, kam ein Lieferwagen von Home Depot, einer natuerlich amerikanisch basierten Heimwerker- und Profi-Firma, wie es sie hier in rauen Mengen gibt. Kam mit einem lustigen Gabelstapler.
Das klappte ziemlich prima, und kurze Zeit spaeter hatten wir Isolierung in unserem Holzschuppen, daneben Winterfutter (Zucker) fuer die Bienen.
Natuerlich hat die brave Frau Hoe. inzwischen auch Brandholz gestapelt. Man sieht nur die vordere von zwei Reihen!
Das Wetter war und ist bei alledem ueberwiegend wunderbar, bilderbuch-herbstlich
So beschlossen dann auch unsere Huehnerdamen, dass man bei so einem Wetter gut noch ein paar Kinderchen haben koennte. So kam die eine mit 9 Kueken
und die andere gestern (!) mit einem Kueken
Unsere Ziegenburschen machen sich auch prima und stinken auch schon ein wenig bockig.
Leider bemerkten wir am Sonntag, dass der gute Billy nicht pinkeln konnte. Versuche, einen Tierarzt zu finden, der das haette operieren koennen fuer ein annehmbares Geld, schlugen fehl. Und der arme Bill aechzte und stoehnte und knirschte mit den Zaehnen. So musste er uns denn verlassen. Beim Ausnehmen konnten wir sehen, dass die Blase riesig war. Das waere nicht mehr lange gegangen. Dieses Problem tritt wohl bei Ziegenmaennern (auch und vor allem Kastraten) nicht selten auf. Jetzt versuchen wir, verschiedene Zusaetze zu fuettern, um das zu vermeiden. Ein von mir selbst nach Anweisung gemischtes Mineralfutter sieht vor dem Mischen z.B. so aus
Wuerdet ihr auch gern mal essen, oder???
So, aber jetzt aber der Bau. Gereon hat ja schon seit einiger Zeit ueberwiegend frei, und nachdem die House Raising Party mit Chef und Kollegen am letzten Wochenende wegen nicht fertiger Vorbereitung abgesagt werden musste, soll es nun dieses Wochenende passieren. Inzwischen ist die Anzahl der sich androhenden Kollegen auf zehn (10!!!) gestiegen. Ich bin total nervoes, muss unbedingt noch mit Nachbarin Margaret konferieren, die evtl. sogar bei der Verkoestigung helfen wuerde. (Sie lud mich am Mittwoch zum Sauerkrautmachen ein, das war lustig, und wir haben etwa 40kg Kraut eingestampft, 15 davon fuer uns. Es blubbert schon!!) Waehrenddessen haemmerte, bohrte und schraubte also der Herr Hoe. ohn‘ Unterlass. Die Ergebnisse in chronologischer Reihenfolge:
Weil jedoch trotz dieser sichtbaren Forschritte zu erwarten ist, dass nicht alle Vorbereitungen getan sein werden bis Sonntag, kommt heute dankenswerterweise Thomas aus Webster angereist, um zu helfen. Und vielleicht kommen morgen noch Leute, die ich fluechtig aus der Buecherei kenne. Mal schauen. Hoffentlich krieg ich alle satt… und froehlich… und ueberhaupt…
Gestern abend haben wir wieder mit Zeichnungen und ausgeschnittenen Papierchen Fenster im Haus rumgeschoben – das macht Spass!! Bestelle mir natuerlich auch dauernd Buecher zu den entsprechenden Themen. JEDOCH: In Amerika sind so genannte Cabins auch gern mal 300 bis 500 qm gross. Da frage ich mich dann doch nach der Definition von Cabin oder Cottage oder so. Die spinnen, die Roemer! So schlicht und ergreifend wie wir will anscheinend wirklich niemand wohnen und leben, bzw. zumindest keine Buecher mit Bildchen drueber schreiben.
Arbeite heute aushilfsweise in der Buecherei, vielleicht kuesst mich darum die Muse so grad gar nicht.
Sommerschluss-Zusammenfassung
Es ist usselig kalt, und ich sitze im Bett, und Gereon hat schon eine Erkaeltung, und ich arbeite an einer. Nur, dass die Rahmenbedingungen mal klar sind. Aber das ist eine gute Ausrede, einfach hier sitzenzubleiben und endlich mal nachzuholen, was einige aus der werten Leserschaft immer mal wieder anfragen. Nur, wo anfangen?? Ich organisiere in Unterkapitel. Zuerst das Wetter, weil das ja immer das erste Thema ist.
Wetter
Einige Zeit (genaue Zeitraeume kann ich nicht behalten, alles fliesst hier ineinander, zumal, seit ich „arbeitslos“ bin) hatten wir perfektes Herbstwetter, der Himmel microsoft-blau (das bietet sich gerade so an, am Computer…) und die Baeume nach und nach gelber und gelber. Die Temperaturen waren genau richtig, nachts frisch und knackig, aber noch kein Frost, und tagsueber einfach wunderbar. (Ich merke schon, das wird nix mit den Kapiteln, immer faellt mir was anderes ein.) Das schoene Wetter war naemlich auch da, als wir einen weiteren Besuch von einem jungen Mann mit Begleitung hatten, der der hiesige Experte fuer kleine Waldbesitzer ist (Woodlot Extension Spezialist). Hiesig heisst in diesem Fall, dass sein Gebiet – ich rate mal – ungefaehr halb so gross ist wie Deutschland, na, vielleicht auch nur ein Viertel, aber jedenfalls riesig. Das ist Doug, mit dem ich auch in Fort St. John zwecks Birkensirup-Bildung war. Doug hatte ja unser Land sehr gut gefallen, und so kam er zu einer zweiten Begehung
und brachte einen Kollegen mit, links im Bild hinter dem Baum, und noch einen Woodlot-Menschen, Juri, der urspruenglich aus Deutschland kommt und jetzt seit sieben Jahren mit seiner Familie bei Peace River u.a. eine Reining-Pferde-Zucht und einen Trainingsbetrieb fuehrt. Das wollen wir uns natuerlich sehr gerne mal anschauen, zumal Juri auch einen Esel und eine Jersey-Kuh abzugeben haette…. Ich bin schon ganz aufgeregt. Doch die Zeit ist immer so knapp. Jedenfalls kam noch Freund Bob hinzu, und wir verkosteten erst einmal den Birkensirup. Keiner ist wirklich hingerissen, stellt sich heraus. Wir muessten Unmengen Baeume verbrennen, um ein paar Liter Sirup zu bekommen, den ich dann noch nicht einmal mit Ueberzeugung anpreisen koennte, weil ich ihn ziemlich unlecker finde. Also dieses Projekt, zumindest fuer mich, erst mal gestorben. Viel lieber woellte man doch Wein aus dem Saft machen, das scheint mir sinnvoller, weil ergiebiger. Gestaerkt brachen wir dann zu einer stundenlangen Wanderung durch den Wald auf. Das ist schon sehr schoen im Herbst, und in einer Gruppe von 6 habe sogar ich keine Angst vor Baeren. Juri, gelernter Forstwirt oder so was, kennt saemtliche Pilze, so scheint es – und wir haben jede Menge. Schade, dass man das nicht so im Voruebergehen mit lernen kann.
Das Gehen im Busch ist muehsam, und die Biber haben noch einige Daemme in den Weg gelegt.
Hier, wo Doug eine dicke Balsamtanne anbohrt, kann man an seiner Hose sehen, wie tief das Wasser war – und es war frisch. Keiner hatte trockene Fuesse, und die meisten mussten ihre Gummistiefel auskippen. Wir hatten viel Spass!!!
Auf dem kurzen Rueckweg ueber unsere Strasse kann man sehen, dass ein Schredderteil von der Gemeindeverwaltung am Weg war. Der suedliche Strassenrand wurde freigeschnitten, mit enormem Laerm und viel Baumbeschaedigung. Gereon meint, das haette er in der halben Zeit viel ordentlicher machen koennen. Aber so isses hier, Hauptsache grosse Maschinen.
Wir erhoffen uns nun von Doug ein paar Anregungen, was wir – ausser Birkensirup – noch mit unserem Wald machen koennten. Moeglichkeiten gaebe es jede Menge, aber die meisten sind mit Anfangsinvestitionen verbunden, und das geht im Moment nun mal nicht. Na, wir schauen. Langweilen muessen wir uns sowieso nicht, denn es gibt ja noch
Die Baustelle
Hatte ich geschrieben, dass Gereons Chef sich zum Helfen angedroht hat, mit 5 Mann hoch? Das macht mich ganz nervoes. Deswegen, und auch, weil die Woodlot-Menschen kamen, habe ich bei schoensten Wetter vor ein paar Wochen erst mal den Pinsel geschwungen, und mit Martha’s Inspirationen meine Kuechenarbeitsplatten verschoent (und leichter zu saeubern gemacht).
Einmal gut, dass diese Martha eine so liebe Freundin ist. Dann hat Gereon endlich Bauholz bestellt, d.h. nachbestellt. Wir erinnern uns: Voriges Jahr hatten wir ja schon mal hohe Stapel liegen, aber das ist in der Zwischenzeit ja in einige andere Projekte gegangen, wie das halt so noetig war. Arvid kam also mit dickem Truck und Riesenanhaenger und fuhr kuehn und mutig bis vor das Poleshed
Dann flugs abgeladen, und dann wollte er wieder raus. Da war aber die Matsche vor! Ich waere glaube ich in Traenen ausgebrochen und haette alles verlassen, Auto, Anhaenger, Baustelle. Doch mit zig-mal hin und her und viel Geduld kam Arvid schliesslich wieder raus, wir haben nun noch ein paar mehr tiefe Loecher. Also war klar, es muss jetzt was getan werden, vor allem im vorderen Teil der Einfahrt. Schotter wurde bestellt und kam auch prompt. Leider fing es gerade mal an zu regnen. Die Einfahrt ohne Schotter
, dann kam der LKW, der Fahrer hatte schon leichte Bedenken, ob er das langsam abkippen koennte,
und es kam, wie es kommen musste, ploink, alles auf einem dicken Haufen vorm Huehnerstall – herzlichen Glueckwunsch!
So hat Gereon inzwischen Stunden und Stunden Schotter verteilt, aber jetzt sieht es schon sehr prima aus!!
Wenn er nicht Schotter verteilte, hat er an unserem Holzschuppen weitergebaut. Dafuer und fuer das zu errichtende Haus wurde erst mal eine Spezial-Werkbank konstruiert.
Und als es fertig war, hat es der kanadische Seidenkarlheinz gleich uebernommen
Diese Bilder sind inzwischen Geschichte, weil naemlich der kleine Karl-Heinz, kuehn und mutig, wie weisse Seidenhaehne zu sein scheinen, sich dem Feind, einem Goshawk (Habicht) in den Weg gestellt zu haben scheint. Jedenfalls kam Gereon hinzu, als der Habicht den Karl-Heinz schon gemeuchelt hatte. Es ergab sich, das Gereon ihn gleich rachen konnte. Die Huehner sind seitdem ziemlich verstoert und verschwinden immer mal halbstundenweise unter saemtlichen Gebaeuden. Und der naechste Raubvogel fliegt schon rum. Tja, so isses. Unsere Huehner uebrigens sind hoechst huebsch und interessant. ![]()
Ach, und wenn er nicht baut oder Haehne raecht, dann schmilzt er auch noch Wachs, der Chef. Hat einen Heavy-Duty-Wachsofen gebaut,
in dem immer zwei Eimer vor sich hin koecheln
, und das Ergebnis sind diese Wachskuchen,
die noch weiter gereinigt werden muessen und dann hoffentlich in Kerzen umgeformt werden koennen.
Waehrend also der Mann baut (wenn seine Firma ihm freigibt, was nicht immer so klappt), beschaeftigt sich die Frau in der
Kueche
Nachbarin Margaret hat mich sozusagen angefuettert, als sie mir begeistert die Vorzuege von kleinen Aprikosen fuer das Einmachen schilderte. Also machte ich Aprikosen ein, unter unseren etwas erschwerten Bedingungen, und war hin und futsch, schon alleine, weil die so huebsch aussehen. Dann noch Himbeeren, die ich mit Margaret gepflueckt habe. Und noch Nektarinen.
Und als der Obstwagen das naechste Mal aus British Columbia angefahren kam, wurde ich uebermuetig und habe gleich eine Kiste Birnen, eine Kiste Pfirsiche und DREI Kisten richtige Pflaumen, also Zwetschen, erworben. Das war ein wenig voreilig, vielleicht. Bin noch nicht fertig mit dem Einmachen. Aber der Kuehlschrank ist ja jetzt ueberall, das Zeug haelt sich noch. Und Pflaumen essen wir in erstaunlichen Mengen, sowieso. Und so sieht das dann aus:
Ich erinnerte mich an die Birnen mit Pflaumen eingemacht, wie es sie bei meiner Oma gab. Das ganze findet hier natuerlich draussen statt, auf dem „Patio“ (Zitat Doug)
Parallel zum „normalen“ Einkochen hatte ich auch noch Pflaumenmus beschlossen
Und in voelliger Ueberschaetzung meiner Faehigkeiten machte ich auch noch Pflaumenkuchen, den ich bei Margaret backen wollte. Das fiel alles irgendwie ziemlich eng zusammen mit der Schotterlieferung. Aber es hat geklappt: Zwei Bleche Pflaumenkuchen, mmmhhhh, lecker, aber eingefroren, ohne Bild, und diverse Glaeser Obst und Mus
Ich bitte um Beachtung der experimentellen Kombinationen, naemlich (langweilige) Birnen mit Zitronenverbene oder Vanille (nicht sichtbar, natuerlich). Jetzt harren noch eine Kiste Pflaumen und eine Kiste Pfirsiche meiner kreativen Kuechenhand, raeusper, raeusper.
Waehrenddessen sind um uns herum natuerliche immer unsere
Seltsamen Tiere
Dies ist jetzt u.a. der Teil fuer Fraeulein Anna. Gleich vorab muss ich sagen, dass der kleine Hund schon im Kaeltemodus ist und meistens so oder so aehnlich aussieht
Ueberhaupt sind die Liegegewohnheiten hin und wieder hoechst merkwuerdig, hier eine kleine Auswahl. Dabei ist natuerlich Trudy ein arges Aergernis, versucht sie doch hin und wieder, sich irgendwo ranzuschmeissen, vornehmlich an den kleinen Hund.
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Im Busch arbeiten derweil die Ziegen. Die Kinderchen sind ganz ordentlich gewachsen, auf dem ersten Bild laesst sich gerade einer der Ixis mal wieder vom Lama anspucken, das passiert oefter mal.
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Was noch? Gaense ueber Gaense, die immer noch ueben und sich sammeln. Und im Wetterbericht zum ersten Mal die Androhung von „Flurries“, also irgendwas mit Schnee. Und Gereon hat die ersten Flocken auch schon gesehen, ich gluecklicherweise nicht. Der Garten hat mehr oder minder aufgegeben, ich pfluecke gruene Tomaten, und ich habe Zwerg-Rote-Bete, die einfach nicht wachsen wollen. Aber gestern habe ich zu meiner grossen Freude auch deutsche Kartoffeln ausgegraben, von denen wir nur ganz wenige essen duerfen, damit der Rest zu wunderbaren Setzkartoffeln wird. Das ist bei Margaret im Garten, wo ich inmitten von Unmengen Unkraut, weil nur einmal gejaetet im ganzen Jahr, auch tatsaechlich recht ordentliche Moehren und Ruebchen gefunden habe. Permakultur oder so.
Inzwischen ist es nach 6 Uhr nachmittags, noch viel mehr ist passiert, aber ich hab die Kamera zu Hause liegen gelassen. Also demnaechst mehr aus diesem Affentheater.
