Archiv des Autors: Petra

Samba

Also, das Nunki macht keine Fotos, und ich auch nicht, und wir sind immer beschäftigt, und jetzt fahren wir zum Tierarzt mit dem kleinen Hund, damit er mal geimpfert wird. Und ich bin schon total im Reisewahn, auweiah. Doch zwischendurch eine Freudenmeldung: Gestern habe ich Rapunzel-Schoko-Nuss-Creme bei unserer Öko-Einkaufs-Coop abgeholt. Nunmehr also Toastbrot (selbstgebacken) mit prima Samba-Ersatz!!! Mmmmhhhh!

Neuzugänge

Hier ist so viel los, da kommt der Mensch gar nicht zum Aktualisieren von Websites. Erstmal hab ich die Helga zum Flieger nach Calgary gebracht, drei Wochen vergingen wie im Flug. In einem genialen Schachzug kam Runa am selben Tag an UND der neue kleine Hund wurde an den Flughafen geliefert. Ganz schön aufregend. Runa, der namenlose kleine Hund und ich sind dann „die übliche Tour“ gefahren, haben in Banff übernachtet (oh weh, mit einigen Unfällen des kleinen Hundes im Hotelzimmer). Das obligatorische Tochter-im-Hotelbett-Foto gibt es zwar, es wurde mir jedoch die Veröffentlichung untersagt. Stattdessen das ebenfalls obligatorische Hund-im-Hotelbett-Foto, zu diesem Zeitpunkt noch namenlos: . Nach Erkundung des gar nicht üblen Banff, das allerdings von Deutschen bevölkert schien, zogen wir dann weiter zum Lake Louise, wo der kleine Hund jede Menge Aufmerksamkeit auf sich zog und meist für einen Whippet gehalten wurde, während die Nini ja hier häufig als miniature greyhound identifiziert wird. Tja. Lake Louise dito. Es scheint, dass um diese Zeit alle deutschen Abenteurer mit Geld (und das sind nicht die ganz Jungen) nach Kanada ziehen. Wir unterbrachen den Weg nach Norden dann am Maligne Canyon und am Maligne Lake, wobei ich diesen Canyon wirklich sehr beeindruckend fand. Wird einem ganz kodderig, wenn man da runter guckt, wo das Wasser in der Tiefe durchstrudelt. Hier sieht man Runa und das kleine Wesen, dass immer noch namenlos war, bei einer der ersten Pinkelpausen und am Maligne Lake. Übernachtung in Jasper war nicht so nett, weil alles, wirklich alles besetzt war oder aber keineswegs Hunde wollte. Und 300 Dollar für eine Suite mit Wasserbett wollten wir irgendwie nicht ausgeben – man stelle sich vor, das Hündchen nagt das Bett an!!!
Unterwegs gab es tatsächlich programmgemäß einiges an Wild, Schafe in Gruppen, Hirsche natürlich aller Couleur, und am Schluss, zwischen Grande Cache und Grande Prairie, tatsächlich einen freundlichen Bären am Straßenrand. Das Wetter spielte auch prima mit – alles ist gelb gegen den blitzblauen Himmel. Es ist zwar kühl, aber nach wie vor sehr sonnig. Zu Hause angekommen, wurde gleich im Lexikon nachgeschaut, und siehe da: Floozy, Runas erster Vorschlag für den kleinen Hund (nach Tripstrill und anderen Scheußlichkeiten der Musiol-Sisters), bedeutet tatsächlich Flittchen. Gut, dass wir das nicht schon am Lake Louise gerufen hatten. Also heißt der gefährliche Kojotenjäger und reine Draußenhund nunmehr Zora, die Graue. Einen rosa Babybauch hat sie und gebärdet sich bei Bedarf recht labberig. Und der Herr Hö. macht gleich alle Erziehungsbemühungen zunichte: Sein Kommentar, vor Zeugen: „Das gehört so.“ Nun ja.

Multi-tasking

Frauen sollen das ja angblich können… Ich bin mir nicht so sicher. Nachbar Bob brachte eine ganze Kiste himmlischer Crab Apples. Das ist ein wertvolles Geschenk, weil doch hier praktisch keine Äpfel wachsen, und für eingeborene Oberberger ist das schon ziemlich hart, September ohne Äpfel. Was man kauft, ist widderlich süß, also kaufen wir das nicht. Jedenfalls, Crab Apples. Als Muster brachte er auch Kompott mit. Super-lecker, weil arg säuerlich. Ich also die Äpfel in den großen Milchtopf geworfen, und dann multi-getasked. Ich weiß nicht, was ich noch gemacht hab. Jedenfalls sind sie untendrin schwarz gekohlt, und der Topf auch. So ein Mist. Heute 2. Versuch, scheint zu klappen, OBWOHL ich zwischendurch Bilder ins Netz lade etc.pp. Unverbesserlich!
Bei Jody McLean, von der ich zwei wunderbare Shetland-Schaf-Vliese (geschoren, damit ich spinnen kann) gekauft habe, musste ich auch wieder Multitasken beim Esel-Kraulen, nämlich kraulen und erklären, wie dann die Unterlippe fällt und das auch überprüfen. Hat funktioniert. Meine gebeugte Position ist aber auch besser so, diese Bilder hätten sonst Marianne gezeigt, wieviel ich anscheinend wirklich zugenommen habe. Dabei passen mir meine größeren Jeans noch … aber der Winter kommt, und der Mensch braucht Wärme. Der Esel dient übrigens der Kojoten-Abwehr, was er wohl auch gut macht. Heißt Clover und ist eine Dame. Und auf dem Foto sind zwei Großmütter, doch es sind weder der Esel noch ich – oh Manno. Sollte ich mir die Haare färben?
Konzentration allerdings hier: Boah, die können ja quieken, diese kleinen Dinger! Sind Georges neueste Nachwüchse. Hat er – jedenfalls hörte es sich so an – unter Einsatz seines Lebens von der sehr ärgerlichen Mama weggeholt und uns mal kurz überreicht, während Mama einem zornigen Herzanfall nahe war.

Nein, nicht Tripstrill!

Für diejenigen, die die Kommentare gelesen haben und nicht wissen, worum’s geht: Dies ist der Stein des Anstoßes oder Diskussionsgegenstand
Das Getupfte! Und es heißt weder Murphy noch Tripstrill!

Land in Sicht!

Helga ist kühn und wandert alleine, nur mit Fotoapparat bewaffnet, durch die Gegend. Dabei hat sie auch die Spuren unserer „Hofbiber“ gefunden. Ganz schön dicke Zähne müssen die Burschen haben.

Manchmal gehen wir aber auch schwer bewaffnet spazieren Ich guckte, weil der dusselige kleine Hund plötzlich einen Hirsch jagen musste und nicht wiederkam, jedenfalls nicht sofort. Aber viel Spaß hatte er und ausreichend Bewegung, danach war er nämlich recht anhänglich.
Dann waren wir bei Nachbarin Tammy Morrison, deren Garten noch nicht so verfroren war wie unserer. Und auf Georges Land entdeckten wir noch ungeahnte Schätzchen. Das hier war die alte Goodwin School: Ein alter Stall und ein Hüttchen , das immerhin drei funktionierende Tiefkühltruhen und einen wunderschönen, doch total verrosteten alten Küchenherd beherbergt. Leider ist das Dach undicht und George hat keine Zeit, um es zu reparieren. Diese jungen Leute bekommen immer unsere Molke und geben uns dafür hoffentlich im Herbst ein bis drei Schinken oder so.
Tja, und dann das allertollste: Wir waren gestern wieder auf dem Land, das wir kaufen wollen. Das ist der Bauplatz Nach Osten: Nach Westen:
Ihr dürft euch einen relativ freien Kreis mit etwa 70 m Durchmesser vorstellen, bewohnt derzeit von diesen Totholzstapeln und wilden Erdbeeren und jeder Menge Waldbeeren und Cranberries, dazu Libellen und Hummeln, (unsichtbare) Bären (Bärenspuren am Baum sehen so aus: ), Hirsche und Elche. Um die Ecke wohnen die Biber. Das Ganze ist etwa 400 m von der Grundstücksgrenze und der Straße weg, d.h. es befindet sich auf halber Strecke zur anderen Grundstücksgrenze. Das Grundstück bildet ja ein Quadrat von 800 x 800 Metern. Auf einer nebenan gelegenen Lichtung hat sich Helga schon einen Platz für ein Hexenhäuschen ausgesucht, sie will sich dann immer mit dem Hubschrauber einfliegen lassen. Ob wir das genehmigen, wissen wir noch nicht. Mir macht Angst, dass der Boden so wild aussieht – ich sehe da noch gar keinen Garten gedeihen. Auch die Zufahrt zu diesem Bauplatz ist einfach ein freigschlagenes Stück Wald, sozusagen, bei Matsche, also mind. 4 Monate im Jahr, würde ich schätzen, kaum befahrbar. Kies ist teuer. Also werden wir uns vielleicht eine Zeitlang so fortbewegen müssen
Ach, und hatte ich erwähnt, dass wir nun tatsächlich mit Brief und Siegel und feierlicher Beschwafelung und Beglückwünschung permanente Residenten sind? Oder auch gelandete Immigranten? Jawoll, und Helga darf sich nun Resident-Mom nennen.

Helga ist zu Besuch

Und alle haben sich lieb. Doch natürlich muss auch Helga sich ihr Futter verdienen und mit Gereon durch den Busch stapfen – sozusagen unser Initiationsritus.
Selbstverständlich hat der Schatzi sie beschützt Ich dagegen bin immer noch gern und viel und oft im Garten Helga reiste ja mit Krauthobel an, und inzwischen ist auch der bestellte Sauerkrauttopf eingetrudelt. Dem Kraut steht fast nix mehr im Wege. Und alle haben sich lieb, wie gesagt. Helga wird auch schon heftig bedrängt . Guste ist sowieso die Beste
Nur der Herr Hö. und die Frau Hö., tztzt, irgendwie gucken die sich komisch an Weiß der Geier, was die Helga mit diesem Bild ausdrücken wollte… aber wir haben uns auch lieb. Sogar die Bank scheint uns im Moment relativ lieb zu haben, und es sieht so aus, als ob wir unserem Grundstück ein ganzes Stück näher sind – sehr spannend und aufregend alles. Doch mehr dazu erst, wenn wir wirklich genaueres wissen.
Ach ja, und dann gab’s noch mmmmmhhhh-lecker Käsefondue bei meiner Lieblings-Bibliothekskollegin Yvonne Der Herr Hö. hat sich ob dieser vielen feierlichen Anlässe extra sogar eine neue Hose gekauft!!!!! Manchester!

Farmers Market

So, nur damit ihr mal seht, wer meine Marktkolleginnen sind.

Die kleine, sitzende Dame ist Virginia, die mir gestern die Geschichte erzählte, wie sie so mit ihrer kleinen Flinte spazierengeht und ihr Hund leider überfahren wird und der arme Täter, der wirklich nichts dafür konnte, Sorge hatte, sie würde ihn umnieten. Ich hätte da auch Sorge…
Und die große, redende Dame ist Jean. Jean verkauft Gewürze und näht (u.a. Hundemäntelchen…) und hat Alpakas in schokobraun und schwarz, und hat ein Spinnrad, aber überhaupt noch keine Ahnung. Darum, also in der Hoffnung von Synergien, sind wir laut Jean jetzt allerbeste Freundinnen, jawoll! Demnächst werden wir den Markt mit ungeheuer kreativen Filz- und Strickwaren überschwemmen und unsere Karriere endgültig starten.
Wie man auch sehen kann, ist es meist lustig. Leider hab ich gestern nicht so viel verkauft, doch der Herr Schu. hatte mir ja schon im voraus prophezeit, dass das alles Zeit braucht.
Nun ist Helga, Gereons Mutter hier, und wir werden uns hoffentlich heute mit den unbedingt zu erntenden Gemüsen befassen können.

Freud und Leid

oder auch: Lust und Frost! War ich heute auf dem Markt, habe ganz erstaunlich viel Honig verkauft und noch erstaunlicher viel Geld eingenommen, über $400. Wir frohlockten schon heftig, der Herr Hö. und ich. Dann fiel mir auf, dass ich leider bei meinen Berechnungen vergessen hatte, mein Wechselgeld von kleinen $110 abzuziehen. Na ja, immer noch ein Rekordtag.
Etwas beunruhigt war ich allerdings schon auf dem Markt, weil alle von Frost in der vorangegangenen Nacht sprachen, minus 3 in Debolt „City Center“. Ich war noch nicht im Garten gewesen. Aber jetzt. Adieu Mais und Bohnen, adieu Tomaten, Zucchini und Gurken, selbst die Erbsen sind gesprenkelt. Nur die Hartgesottenen, sprich, Kohlköpfe, Broccoli, Lauch, Möhren, Kohlrabi, auch Sellerie, sind unbeeindruckt. Oh manno! Das ist echtes Geld, was mir da befroren ist. Meine schönen lila Bohnen – dahingeschieden. Glaube ich jedenfalls. Ab morgen soll es richtig warm werden, vielleicht ist ja unter dem befrorenen Blätterdach noch etwas Leben. Das Motto ist hier wirklich: Nur die Harten kommen in den Garten (und sollten möglichst früh da hinein! Wahrscheinlich war ich doch schon wieder zu spät mit meinen Aussaaten. Das Jonglieren zwischen späten Frühjahrs- und frühen Herbstfrösten ist aber auch wirklich tricky.)

besuch

ich hab dann mutig einen flug gebucht, zurück mit meinem ranunkel-kind, und komme am 5. oktober nach deutschland, nur dass ihr’s mal wisst. ich bleibe 14 tage und gedenke jede menge deutsches brot zu essen.

Die weiteren Aussichten (ohne Bilder!)

Gestern haben wir uns ein Haus angeschaut, das zu mieten wäre. Ich bin total aufgeregt: Es ist eine ganze Quarter Section (nochmals für die Vergesslichen: 64 ha), ein ziemlich großes Haus, mit Untergeschoss und kühlem Keller, mit zwei Bädern, einer komplett eingerichteten Küche, drei Schlafzimmern (Gäste, wo seid ihr?), natürlich Wohnraum und Essbereich, dazu eine Art Waschküche mit Zugang von außen, einer umlaufenden Veranda, einer Werkstatt draußen, wo man nebenan auch die Ziegen melken könnte, einem GROSSEN, praktisch unkrautfreien, jedoch ansonsten auch leeren Gemüsegarten MIT Geräteschüppchen, Blumenbeeten, ausreichend Weide mit Büschen für die Ziegen und die Hühner, das ganze für 500 Dollar kalt, ach ja, einen Holzofen hat es neben der Gasheizung auch noch. Wasser aus eigenem Brunnen, da also keine weiteren Kosten. Es liegt ziemlich weit draußen Richtung Swan Lake, einer netten Gegend, wo nicht viele Menschen wohnen, allerdings im Sommer ein bisschen Ausflungsverkehr ist, Gereon meint, so vielleicht dreißig Autos am Tag an Schön-Wetter-Wochenenden. Der Haken: Die Eigentümerin will/muss verkaufen, sprich, wir könnten zwar einziehen, müssten aber eventuell auch schnell wieder ausziehen. Ich hoffe nun sehr, dass sie ihre Pläne für den Winter und einen Teil des Frühjahrs auf Eis legt und wir einziehen können.

Am Waldrand sammelten sich gestern bei der Besichtigung viele Krähen, und Winter, Eis und Krähensammlung (das tun die im Herbst) sind eine schöne Überleitung: Heute wies der Wetterbericht auf geringe Nachtfrostgefahr in unserer Gegend hin! Sch….!! Mein Mais fängt gerade an zu blühen, dito die Bohnen, die Tomaten sind zwar schon dick, aber grün. Ich hatte so auf einen frostfreien August und vielleicht halben September gehofft. Na, vielleicht geht der Eisbecher an uns vorüber.

Ach ja, und die Wespen benehmen sich auch schon wie bescheuert, sind aggressiv und gierig, weil sie offensichtlich nicht mehr viel zu fressen finden und ja dann demnächst sowieso versterben. Aber vorher wollen sie mir das Leben noch ein bisschen unangenehm machen. Ich versuche nämlich gerade, draußen den Honigtank zu reinigen, und da schwirrt es natürlich von Wespen drumherum. Wir haben hier nicht nur die „normalen“, die wir in Deutschland kennen und die man hier Yellow Jackets nennt, es gibt auch noch viel dickere, schwärzere. NOCH bin ich nicht gestochen, aber ich bin ein wenig panisch (na gut, vielleicht sogar hysterisch, ein kleines bisschen).