Diesmal reist der Bauer mit Chevy und Camper auf der Ladefläche, um sein lang ersehntes neues Segelboot in British Columbia abzuholen. Diese Camper-Ladefläche-Geschichte ist hier recht weit verbreitet, weil ja alle Welt einen Pickup-Truck fährt. Ist auch gar nicht unpraktisch. Das Ding kann auf Stützen allein stehen, man fährt den Truck drunter weg und schon kann man leichter fahren.

Sohn Matthew und wir teilen uns nun das Haus. Das ist nicht ganz so gut wie ganz allein, aber schon ziemlich prima, zumal er öfter mit Freunden in seiner Cabin ist.
Es gibt schon eine neue Spülbürste, eine Flaschenbürste und einen ganzen Satz neue Trockentücher!!!
Archiv des Autors: Petra
Naturbelassen…
…präsentieren hier Mr und Mrs Homesteader (so sagt Judy, die dieses Bild gemacht hat. Homesteader sind so ’ne Art Selbstversorger, früher bekamen Leute vom Staat sehr billig Land und konnten dort ihre Homestead, also ihre „Heimstatt“ errichten) ihre erste selbst gemolkene Ziegenmilch. 
Beide Damen haben nämlich so derartig monströse Euter, und Tallulah hat sich ziemlich geschnitten an einem Draht, dass wir beschlossen haben, die Kinderchen werden da gar nicht Herr drüber. Wir haben bei beiden Damen bei je einer (der dickeren) Hälfte etwa 3/4 l entnommen, aber man sieht und fühlt praktisch keinen Unterschied. Wir haben auch gelesen, dass die Saanen-Ziegen die Holstein-Kühe unter den Ziegen sind. Nun scheint uns das recht plausibel. Tallulahs Milch ist noch halb Kolostrum, scheints, außerdem wegen der Verletzung unbrauchbar. Aber Odettes ist schon in Gereons Kaffee, mit vollem Cholesterin-Gehalt, allem Fett und nicht pasteurisiert, obwohl der Bauer uns schon darauf hingewiesen hat. Und die Mädels haben sich recht ordentlich gestellt. Nur ich, ich hatte natürlich erst so meine Probleme. Anscheinend kann hier jeder melken, außer mir. Aber es hat geklappt!
… der will nur spielen!
Der oberbergische Regen…
…ist ein Segen für die Landwirtschaft, das hab ICH ja immer gesagt, und hier hätten wir ihn gern. Deswegen heute ziemliche Freude über das Geräusch von Regentropfen auf dem Blechdach und über dieses Bild 
Gestern hat es im Garten nämlich noch gestaubt beim schlichten Hacken, und der Wind trocknet den Boden so aus, dass ich mich gar nicht getraut habe, mehr als unbedingt nötig den Boden zu bewegen. Heute dann wird schon bei diesem Mini-Bisschen Regen der Staub sofort zum berüchtigten „Peace Country Gumbo“, einer Plämpe, die zentimeterdick an den Schuhsohlen klebt und meine Sandalen solche Trockenspuren im Garten hinterlassen lässt 
Das bedeutet natürlich, dass es noch lange nicht reicht mit dem Regen. Ich glaube, seit Februar hatten wir vielleicht so 1-2 Inches Niederschlag, wenn überhaupt. Ich sehe gerade, dass im 30jährigen Jahresmittel diese Gegen hier knapp 450 mm Niederschlag hatte. Ich weiß nicht, was Oberberg hat, aber Köln hat laut meinen Quellen doppelt so viel gehabt und Oberberg gefühlt 10mal soviel.
Freut euch, ihr Oberberger, über den Regen!
Es freuen sich…
…der Bienenkönig und die Ziegenliesel über die Ankunft weiteren Nachwuchses:

Im Vordergrund Billy G.
, Verstärkung für die Männer im Haus, aber ein bisserl schlaff bis jetzt, kein Vergleich mit seiner zwar kleinen, aber sehr kessen Schwester (noch namenlos) 
Wir waren nicht da, als die beiden ankamen, aber Matthew erzählte, dass das noch viel schneller ging als bei Odette. Tallulah ist auch ein anderes Mutter-Kaliber. Ich hab noch nur vorsichtig Billy G. am Hälschen kraulen wollen, da hatte sie mir schon einen verpasst!! Brav, jedenfalls aus Ziegenmuttersicht. Aber da haben wir wohl noch was zu üben.
Rasante Entwicklungen
Bilder ohne viele Worte. Diese hier sind von gestern:

Die dickere ist Odette, und die Frage war: Wieviele Zicklein sind da drin?
Heute wissen wir’s:


Zwei Mädels, eines deutlich größer als das andere, das Dicke ist eine Quatsche, das Kleine ist SEHR kampfig. Das Dicke versucht schon zu hüpfen, erfolglos, und gemeinsam haben sie bereits eine Euterhälfte total schlabberig getrunken, und die andere wollen sie (noch) nicht.
Das Ganze, vom ersten Babybild bis zum letzten Babybild, hat ca. 1/2 Stunde gedauert – da kann man neidisch werden. Prost Odette!
Hipp-hipp-hurra!!
Tätärätääh, Tuscherl: der Opa Mortsiefer wird heute 80! Prosit, hab heut‘ mal sicherheitshalber drei Flaschen Wein gekauft für all die anstehenden Festivitäten, wir heben dann das Glas auf Dich und wünschen Dir einen schönen Tag und nur das Allerbeste!!

Mario-Wein gibt’s ja hier leider nicht, auch das Olivenöl ist irgendwie nicht so luxuriös, wie wir das gewohnt sind.
Aber ich hab noch eine kleine Meldung, die Gereon und mich sehr freut: Gestern hab ich sowohl einen Job im Nachbardorf angeboten bekommen als auch ein „offer for arranged employment“, sprich, ein Arbeitsangebot, falls die kanadischen Behörden unseren Antrag genehmigen. Das ist etwas, was uns bei diesem Antrag auf 94 von 100 möglichen Punkten bringt! Könnte also sein, dass trotz BSE-Krise und Auftragsflaute wir ab Juni doch wieder etwas besser über Wasser sind.
Falls das jemand liest, der nicht aus der Familie ist und es noch nicht weiß: Allzuviel Publicity will der Opa ja immer nicht, aber ein bisschen könnte er vielleicht vertragen 😉
So, und nun muss ich den Garten – konnte es mir in der Stadt auch nicht verkneifen, doch ein paar Tomatenpflänzchen zu kaufen sowie NOCH ein paar Samentütchen, die ich dank Karolas Gartenplan nun alle professionell unterbringen kann. Frühbeet mit Elchschädel gefällig?
Der Garten ist mal mindestens 25 x 15 m gross,
so genau weiß ich es nicht (mehr), riesig jedenfalls irgendwie. Zum Vergleich: Das Frühbeet ist 4 m breit. Ach ja, und liebe Karola: die hausnächste Ecke ist mindestens 200 m Fußweg vom Haus entfernt!
Kohlenhydrate…
…sind böse – sagt Dr. Atkins, grob vereinfacht. Anscheinend glaubt das hier in diesem Nordamerika im Moment gerade mal fast jeder. In der Küche liegt eine Tüte mit Brot, das nennt sich „carb wise“, also „kohlenhydrat-schlau“ (ebenfalls grob vereinfacht). Wirklich extrem schlau, nämlich der Herr Dempster, der das Brot backt, hat im Teig die Stärke- und Eiweiß-Anteile verändert UND – welch ein genialer Schachzug – er hat das Gewicht pro Scheibe verringert – und abrakadabra, schon hat man weniger Kohlenhydrate pro Scheibe Brot. Wer hätte das gedacht?!
Ich weiß, es gibt kein nettes Bildchen dazu und es ist auch nicht wirklich wichtig, aber derartige Dinge beschäftigen mein Hirn doch immer mal wieder hier in diesem schönen Lande.
Begegnung der 3. Art
Nur noch mal zur Erinnerung: Das hier ist der Pup
, so wie er eigentlich immer aussieht.
Heute sah er komisch aus und war etwas weinerlich, da hat der Herr Höntgesberg mal nachgeschaut:
Oh je! War da wohl ein Stachelschwein! Hier nochmal aus der Nähe 
Da ham wer ihn operieren müssen. Man kann die nämlich nicht einfach so rausziehen, die Stacheln, saßen teilweise einen guten Zentimeter tief und arg fest. Also Zange, Schnur um die Schnauze und los. 23 Stück hab ich jetzt gezählt, incl. Ohr- und Schulterstachel. Der Pup war sehr tapfer, hat nur ein bisschen geweint, aber immer gewedelt und den Gereon ganz unglücklich angeguckt.
Neues von den stacheligen Mädels
Die „stacheligen Mädels“ (Gereon) haben sich schon recht gut eingewöhnt. Sie sprechen leise, wenn ich mit dem Gersteneimerchen komme. Ich weiß jetzt, warum der Herr Schu. seine jüngere Tochter „****ziege“ nennt (darf man das veröffentlichen?) – die trinken erstaunlich viel. Und Heu fressen sie auch jede Menge, und inzwischen wandern sie in ihrem Auslauf rum (Hochsicherheitstrakt, so hofft man) und killen die Landespflanze, die wilde Rose, womit sie sich hier auf dem Hof tatsächlich Freunde machen. Sie laufen hinter dem Eimer her, und der Herr Höntgesberg hat den Melkstand schon fast fertig. Er darf die Ziegen auch anfassen (das hat er mir diktiert, ich weiß nicht genau, warum), und er legt Wert auf die Feststellung, dass ich immer genau dann abdrücke, wenn er ausnahmsweise mal muffelig guckt, was er sonst NIE tut. Na gut, ich drucke das ohne Kommentar hier ab. ;-))
Liebe Susi, Deine edle geflochtene Leine kommt hier zu neuen Ziegenehren! An der Leine nämlich nehmen die Mädels kontrollierte Eiweißrationen zu sich – das Gras wächst beim Zuschauen, und sie üben für ihre Rolle als Rasenmäher. Ich hoffe, man erkennt, dass wir sie nach Euter ausgesucht haben. Für die Profis unter den Lesern und diejenigen, die die Kommentare nicht lesen: Es sind nicht eingetragene Saanenziegen, sie sind irgendwie zwei bzw. drei Jahre alt. Sie lammen (oder wie man das bei Ziegen nennt) zum ersten Mal, und wir denken, dass auch beide tatsächlich schwanger sind. Sie sind gedeckt (leider) von einem Burenziegenbock, aus Inzuchtgründen konnte es nicht der einzige Saanenbock des Hofes sein, weil der schon mindestens der Vater ist.
Als nächstes müssen sie dringlich die Füsse geschnitten bekommen, und leider kratzt sich die eine auch. Da muss der Tierarzt mal (be)raten.
Ach ja, und als Namen sind derzeit Tallulah und Odette die heißesten Favoriten. Wer wer sein könnte, weiß man noch nicht. „Die Blaue“ (nach den Ohrmarken) – gleichzeitig die Kratzige – scheint irgendwie unorganisierter, aber auch aggressiver als „die Rote“, die sehr umgänglich und nett ist und sich fast nie mit der Leine verheddert.












