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Und wie bestellt!

Gerade gehe ich raus, um zu fuettern. Ein kleines „honk“ laesst mich nach oben schauen: Zwei Schwaene gegen den blitzblauen Himmel, in aller Ruhe auf dem Weg nach Norden. Immer wieder Gaensehaut-Material! In Grande Prairie gibt es sogar ein Swan Festival, diese Woche. Leider bin ich mir nie sicher, ob ich diese Trumpeter Swans hier sehe oder andere, deren Namen ich natuerlich immer vergesse. Aber macht nix, schoen sind sie alle!

Schoenen Tag allerseits, vielleicht seht ihr auch Schwaene!

KitKat am Morgen…

…vertreibt Kummer und Sorgen! Ihr habt euch bestimmt jetzt nochmal einen froehlichen Post verdient. Aalso hier: Die Sonne scheint, es ist frisch draussen, aber wunderschoen. Es riecht gut, die Huehner haben die Nacht mit offener Klappe ueberstanden, wenn auch bezahlt mit Ei-Zoll an das Wiesel. Dem habe ich heute morgen wieder beim Eierschibbeln zugeguckt, leider habe ich es nicht auf binaeres Zelluloid (wie schreibt man das?) bannen koennen. Jedenfalls ist das Wiesel schon braun, also SOMMER! Die Robins singen und pruegeln sich, und letzte Nacht, so gegen zwei, als Zora draussen eine Bellorgie veranstaltet hat, da habe ich FROESCHE gehoert!! Zwar ist der Dugout nach wie vor zugefroren, aber die Froesche haben beschlossen, dass es Zeit fuer Frosch-Spass ist. Wo auch immer.

Nach wie vor fliegen Gaense rum, meist paarweise, ich bin nicht sicher, ob die schon fest brueten. Schwaene auch diverse, leider hab ich sie immer nur sozusagen von hinten gesehen. Dieses Fruehjahr hat Gereon schon ein paar Weisskopfseeadler ueber uns kreisen sehen – ich leider nicht. Und der Habicht scheint einen Ansitz in Huehnernaehe zu haben. Gereon hat ihn gesehen und die Raben sind oft in Aufruhr. Federn im Lama-Ziegenzaun deuten auf mindestens eine erfolgreiche Attacke hin.

Ich sitze hier mit allen Fenstern auf und sogar den oberen Tueren. Noch geht das. Die Moskitos sind etwas niedergedrueckt nach der kuehlen Nacht. Aber sie sind da. Wirklich – wenn die nicht waeren, dann ginge es eigentlich nicht besser als Mai in Sunset House.

In der Praxis ist viel Arbeit. Interessante Faelle kommen rein, und seit ich wieder zurueck bin, gluecklicherweise relativ wenig Streuner. Gestern wieder so was, wo ich dann immer denke, ich bin im Film: Eine Kundin, die ich auch privat kenne, naemlich Faye, rief an: Karla und Brett seien angekuendigt zum Spermatest bei acht Bullen. Man moege bitte anrufen, wenn sie losfahren, damit sie schnell ein Pferd satteln und die Bullen reinholen koennten. Ich musste lachen und sagte ihr meine Film-Zeile. Wieso, sagt sie, bei so Bullen will man ja wohl nicht zu Fuss unterwegs sein. Ich musste ihr natuerlich recht geben. Aber stellt euch nur mal vor, frueher, als ich noch „klein“ war: Dr. Kopplow waere zum Onkel Friedhelm geduest, und Frau Kopplow haette eben vorher angerufen, worauf Friedhelm die brave Ella gesattelt haette und losgetrottelt waere, die Bullen quer durch Winterborn Richtung Stall zu treiben….unvorstellbar, oder? Ich fragte Faye, ob denn ihr Mann nicht einfach auf ein ungesatteltes Pferd springen koenne, wie man das ja im Film sieht. Ja, sagte sie, er reitet ja seit 50 Jahren (!!), er koennte das bestimmt. Aber wenn man Bullen treiben will, die sich auch mal rumdrehen und „ornery“ werden (schoenes Wort, kann ich nicht uebersetzen, ist aber nix Gutes), und man will dann sein Pferd Neck-Reinen und den Bullen ausweichen, dann ist es doch ganz schoen, wenn man was zum Festhalten hat, einen Sattel zum Beispiel. Faye ist lustig! Nun kenne ich ja auch Harvey, ihren Gatten, und wirklich – man kann sich, na, ich kann mir nicht vorstellen, wie er mit Schwung auf ein ungesatteltes Pferd springt. Er ist so ein grosser, schlaksiger, ganz ruhiger Typ. Zu gern waere ich mitgefahren, Maeuschen spielen.

Jedenfalls, ich sag’s euch: Kino! Neulich war auch ein aelterer Mann da, der des Langen und des Breiten sich darueber ausliess, wie er schon mehrfach eher erfolglos versucht hatte, erwachsenen Kuehen Hoerner abzusaegen: Mit Fuchsschwanz, mit Trennscheibe, mit noch ner anderen Saege – alles nicht so dolle. Blutet wie bloede! Wer haette das gedacht??? Karla gab ihm Tips und empfahl Enthornen gleich nach der Geburt, aber er wollte in erster Linie seine Handwerkergeschichten loswerden, wirkliche Hilfe war ihm gar nicht wichtig.
Auch Kino: Wenn ich Richtung Valleyview fahre und oben auf meiner Lieblingskuppe bin, dann sehe ich die Staubwolken von der Schotterstrasse meilenweit entfernt. Sind von Autos, koennten aber auch Postkutschen sein. Oder Bueffelherden (das waer schoen!) Das erlaubt mir die Ueberleitung zur nicht so rosigen Wassersituation. Es hat nach wie vor nicht geregnet. Alles ist trocken, viel zu trocken, die Fluesse und Dugouts sind niedrig. Unserer hat laut Gereons Schaetzung etwa 1,5 Meter verloren! Das ist selbst bei so einem kleinen Ding eine Menge Wasser. Und das wird noch mehr, bzw. weniger werden, wenn erstmal das Eis alles geschmolzen ist. Die Bauern machen sich schon Sorgen um Futter und Heu. Die Heuschrecken sollen in solchen Wintern angeblich prima durchkommen, was natuerlich so gar keine Hilfe waere. Der Snipe Lake ist auch sehr niedrig. Aber immerhin stellt er noch ein Wasserreservoir in unserer erreichbaren Naehe dar, sollte es wirklich eng werden. Szenarien von Ziegenverkauf gehen mir schon manchmal durch den Kopf, wegen unerschwinglichem Heu. Aber wer weiss? Es kann natuerlich immer noch regnen.

Seit wir unser Brauchwasser an der Wasserstation in Sunset House holen, hat sich allerdings die Hauswasserlage sehr entspannt, und damit auch die Hausfrau! UND: DER ABFLUSS FUNKTIONIERT!! Ihr alle, die ihr seit eurer Geburt Abfluesse gedankenlos benutzt: zuendet mal ein Kerzchen an fuer diese Wunderwerke der Technik! Ich koennte Wasser auskippen zum puren Vergnuegen, weil ich so gern sehe, wie es gluckernd im Abfluss verschwindet. Und wenn der Ludwig schlau waere (oder aber duschen wollte), dann koennte er am Auslass stehen. Hab ich aber noch nicht gesehen. Und natuerlich kippe ich auch nicht einfach Wasser weg. Zu sehr bin ich in dieser Hinsicht albertanisiert, d.h. extrem sparsam geworden. Wer weiss, wann das naechste kommt!

Bilder zum Thema:

Und noch ein kleiner Nachtrag: Leider kommt Sabine nun doch nicht. Aber Bruno kommt, Severins Bruder! Da freu ich mich.

Nie genuegend Zeit fuer alles

JammerJammerJammer!

Weil ich keine Zeit fuer ausfuehrliche Emails habe, hier ein ganz kleines Entschuldigungsupdate. Nach wie vor sind keine Koffer ausgepackt, auch die Einkaeufe vom letzten Dienstag liegen noch in den Tueten. Gestern waren wir kurz entschlossen in Edmonton bei IKEA, das war aber nicht wirklich sehr erfolgreich, weil sich nicht jeder dafuer interessiert, was man z.B. in einer Kueche so alles haben koennte. Na dann. Dafuer haben wir jetzt ein Hauswasserwerk. Wann das angeschlossen wird, ist noch unklar.

Das schlimmste bei IKEA war: an meinen heissgeliebten IVAR-Regalen hingen Etiketten: Now or Never! Die nehmen sie also aus dem Sortiment. Wie ich dann jemals wieder irgendetwas einrichten soll, ist mir ein Raetsel…

Naechste Woche sieht mein Terminplan schon wieder aehnlich aus, drei Tage arbeiten, ein zusaetzlicher Tag schon besetzt. Zuhause bleibt dann alles liegen und stehen, auf dem Tisch z.B., den ich eigentlich fuer gross hielt. Aber auch da kann man sich taeuschen.

Ueberraschung am Morgen

Da war ich schon fast unterwegs nach GP, na ja, nicht wirklich. Da klingelt das Telefon. Und nun kriegen wir noch mehr Besuch im Sommer. Sabine aus dem Taunus ist mutig und traut sich. Vielleicht muss sie dann den Abfluss einbauen 😉 Schon mal ueben, liebe Sabine!!

Jetzt muss ich aber wirklich los.

Grosses Kino!

Der Fruehling kommt. Das merkt man auch daran, dass am Samstag wohl drei Fahrzeuge im See fast versunken sind. Dieter hat bei Nachbarn die Fotos gesehen. Wie wir ja bereits wissen, scheut der Kanadier an sich und der Westalbertaner insbesondere den Fussmarsch als solchen. Zum Eisangeln faehrt man daher am liebsten mit dem dicken Auto auf den See bis unmittelbar an das Loch, das entweder bereits gebohrt ist (mit Motorbohrer natuerlich) oder noch zu bohren ist. Nach Augenzeugenberichten war der See zeitweise die reinste Lochstickerei. Und manchmal, ganz manchmal siegt die Faulheit ueber die Vernunft, und man faehrt noch auf den See, wenn es seit Wochen mehr oder weniger taeglich taut. Koennte ja noch klappen… – hat es aber nicht getan. Ein Truck war laut Dieter wirklich bis zur Haelfte der Fenster versunken, und das dritte Fahrzeug war leider der Traktor eines Nachbarn, der versuchte, zu helfen. So musste dann schweres Geraet gerufen werden. Ueber Kosten wollen nicht spekulieren. Und die Konsequenz? Jetzt karren sie haufenweise Quads an – bis auch die versinken, was laut Dieter nicht mehr lange hin sein kann. Aber der Albertaner scheut ja bekanntlich…

Waehrenddessen auf dem H’schen Anwesen: (kleine Bemerkung am Rande: dieses Einbauen von Bildern macht mich WAHNSINNIG – ich kann nicht herausfinden, wie es funktioniert, und ich habe weder Zeit noch Geduld, mich damit jetzt Stunden zu befassen! bababah!)


Ich weiss nicht, warum es das tut, das Bild an den Anfang des Posts stellen. Bloeeeedes Ding! Als ob ich das noch braeuchte! Auf jeden Fall, was ich eigentlich schreiben wollte: Wer herausfindet, was auf dem Bild fehlt, der kann sofort bitte kommen und den Abfluss einbauen. Hier hat dafuer naemlich auch niemand wirklich Zeit, scheint’s. Ich hab gestern den ersten Arbeitstag gehabt. Ein Monsterstapel von Behandlungsaufzeichnungsblaettern ist in das System einzugeben. Gestern bin ich immerhin bis zum 3. Maerz gekommen! 28 days to go! Aber derweil stapeln sich die April-Blaetter ja auch schon. Allein Ninis „Akte“ ist ungefaehr einen Zentimeter dick. Und dann war da noch so ein schwieriger Fall, uebrigens mit dem gleichen ungluecklichen Ausgang.

Und weil ich jetzt schon wieder soviel Zeit beim erfolglosen Einbau des Bildes verbraucht habe, ist das fuer heute alles. Ich fahre naemlich jetzt gleich, wenn ich mich in relative Schale geschmissen habe (und vorher noch den Wassertank ausgeleert und die Eier eingesammelt und alle Tiere getraenkt… und eine Einkaufsliste gemacht und das Auto aus- und wieder beladen…), also dann jedenfalls fahre ich Richtung GP, um mir von meiner wunderbaren Crystal die Haare schneiden zu lassen. Ach wie nett!

Schreiben gegen den Frust?

Boy, I’m tellin‘ ya! Wenn jemand es scheppern hoert, dann ist es diesmal nicht die kanadische Telefongesellschaft, die ich explodiere, sondern das H’sche Anwesen am Snipe Lake! Ich zaehl mal auf, braucht ja keiner zu lesen, aber dann isses wenigstens mal aus meinen Fingern r – – – – – haaaalt!

gerade ist naemlich was nettes passiert, das will ich dann doch mal zuerst melden. in deutschland naemlich wollte mein rechner so gut wie ueberhaupt nicht mehr arbeiten – zugemuellt (wie konnte DAS passieren, MIR!?) nun habe ich ihn in valleyview (ich hab jetzt keine lust mehr auf gross- und kleinschreibung, nur dass ihr bescheid wisst!) neu aufsetzen lassen, von einem jungen mann, der sehr auf valium wirkte. natuerlich war die ganze software futsch, aber ich hatte gute backups gemacht, glaube ich. nun wollte ich gerade zuerst mal wieder firefox installieren, und da sagt das ding mir „corrupt file“. das gehoert in die FRUST-schublade. aber nach einem erneuten download hat es dann funktioniert, und das GUTE: mein bookmark-backup (schoenes wort) hat funktioniert!!! wunderbar.

so, nun wisst ihr schon den ersten frust: rechner vermuellt.  der naechste frust: ich kann nicht alle CD’s finden, die ich zum wiedereinrichten braeuchte – wie entzueckend. das wichtigste programm im moment waere die buchhaltungssoftware, und die bleibt bis jetzt verschwunden. ach, wie ich mich freue. abgabetermin ist der 30. april…

gestern morgen dann fragte ich den chef, wie denn der plan fuer den tag sei. und er liess sozusagen die bombe platzen (bob nennt es ein earthquake): er wolle dann mal die spuele bauen. naiv, wie ich immer noch bin, wenn solche aeusserungen kommen, frohlockte ich. – nicht lange jedoch. in gewohnter manier legte er los, ohne mich ueber details zu informieren. ich solle nur den zukuenftigen spuelenbereich freiraeumen, so in etwa einer stunde sei er soweit. zeitangaben sind makulatur, das haette ich mal gleich wissen sollen. aber auch die konstruktion ist nicht so, wie ich dachte. und vor allem ergab es sich, dass ich von dem sich an der suedwand befindlichen vierteiligen ikea-regal zwei teile, eines 90cm, eines 45cm breit, mal eben flinko-flugso leerraeumen musste, weil die naemlich wegmuessen. nun waren die natuerlich gut voll. und es gibt keine ausweichregale. das haus sieht also einmal mehr wunderbar aus.

heute muss der chef dringend in der firma eine marianne bauen, etwas, womit man langholz aus dem busch zerren kann. das ist so dringend, weil naemlich morgen chris und david kommen, glaube ich.  ich haette also zeit, die neue arbeitsplatte zu streichen. wenn ich denn die pinsel finden koennte… ich weiss, dass es sie gibt, irgendwo hier. ich hatte sie an einem guten platz, in einer tuete, ganz gewiss. wenn ich mich nur an den platz erinnern koennte…

ausserdem ist das brot zu dunkel geworden, das handy will nicht laden, ich finde die passenden betttuecher fuer mein bett nicht, ja, und dann das problem mit der software. und falls jemand dachte, ein vergroesserungsspiegel helfe beim erkennen der unerwuenschten barthaare, auch den menschen, die an altersweitsichtigkeit leiden – weit gefehlt!! und natuerlich vermisse ich den kleinen hund ganz schrecklich. es ist sehr seltsam im bett ohne die gewohnte waermflasche.und mein blutdruck ist natuerlich ueberhaupt nicht runter – wie auch?

bilder gibt es, wenn ich weitere software installiert habe – diesmal meine bildverwaltung. und was die buchhaltung angeht: wenn ich sie nicht finde, kauf ich einfach am dienstag eine neue – mir doch egal. und gleich kommt bob mit pinseln. der hat natuerlich schon gelacht, als ich ihm von meinem extremfrust erzaehlt habe. er hat ja immer eher die ruhe weg, was manchmal ganz schoen anstrengend fuer jemanden wie mich sein kann. aber er wusste, wo seine orginalverpackten 2 inch breiten pinsel sind. da weiss er also mehr als ich und ist bereit, sie mit mir zu teilen – braver mann! ich habe aus koeln eine postkarte mitgebracht: ’schbrauchjetzsowatvonschokolade! 75% kakao, aus deutschland.

Vier Wochen spaeter…

bin ich nun zurueck im Wald. Eine grosse Dosis Deutschland will verdaut werden – das wird nicht so schnell gehen. Auch dieses Mal habe ich es nicht geschafft, all die Leute zu treffen, die ich gern getroffen haette. We’ll keep trying!

Hier ist der Winter auf dem Rueckzug. Nach wie vor kaum Niederschlaege, daher kein Schmelzwasser in den Strassengraeben geschweige denn in unserem Dugout. Ich finde das beunruhigend, aber die Nachbarn sagen, dass es bestimmt noch regnen wird. Wir werden sehen. Die Gaense sind zurueck, morgens hoere ich sie honken. Im Fruehjahr kommen sie ja nicht in grossen Schwaermen, sondern oft schon in Paaren oder nur kleinen Grueppchen. Margaret hat schon Schwaene gesehen!

Meine Koffer sind noch nicht ausgepackt, weil ich leider den kleinen Hund unveraendert krank bzw. schlechter vorfand. Nach viel Ueberlegen und ausfuehrlichen Besprechungen mit Karla hat sie ihn gestern abend eingeschlaefert.

What a difference…

… a day and a half make!

Ueber mir flucht „The Canadian Wren“. Das Holz will nicht so wie er. Macht mir gar nix. Er wird’s schon richten. Denn stellt euch vor: Das Dach, also das Obergeschoss, ist praktisch fertig verkleidet. Nix mehr rosa Isolierung mit Plastikfolie. Dieter naemlich hat einen Freund, der Zimmermann ist. Und irgendwie ergab es sich so, dass er bei Dieter arbeitete und wir ueber ihn sprachen, und ich greinte: kann der nicht mal hier bei mir…? Und so wurde es vereinbart, ging ganz schnell und schmerzlos. Gestern morgen um 9 Uhr rueckten sie an, und um 10 nach 9 lief schon die Saege. Ich bin sprachlos, wie schnell sowas gehen kann, wenn jemand nur das tun muss und sich keine Gedanken um was anderes machen muss. Und dabei so angenehm anzuschauen (Schwiegermuetter und Minderjaehrige sollten das ueberlesen 🙂 ) Er redet immer noch mit dem Holz, es ist sehr lustig. Und wenn er nicht mit dem Holz redet, dann singt er mit seinem IPod. Ich glaub, jetzt sagt er wieder was nicht Jugendfreies… tztztz. UND: er ist hoechst interessiert am Bau eines „Muster-Strohballenhauses“. Da werd ich mir wohl seine Telefonnummer und email-Adresse gut aufschreiben muessen! Und hier sind die Bilder zum Beweis:

Letzten Sonntag haben Bob und ich einen netten Spaziergang mit den Hunden gemacht. Bob hatte seinen Zambo mitgebracht, den ich ihm kuerzlich auf’s Auge gedrueckt habe, weil er sonst naemlich des Todes gewesen waere. Die beiden verstehen sich gut. Im Moment hab ich wieder einen Todeskandidaten hier, den ich hoffentlich am Dienstag woanders unterbringen kann.

Und ich weiss jetzt nicht, warum das Bild von dem jungen Mann jetzt so gross da oben ist – das war keine Absicht. Aber schadet ja nix.

Sonnenaufgang und so

Wenn ich zur Arbeit fahre, wuensche ich mir oft, ich sei eine gute Fotografin. Bevor ich in das kleine „Industriegebiet“ abbiege, in dem die Praxis ist, habe ich naemlich auf einer kleinen Anhoehe eigentlich immer einen tollen Blick ueber das im Sueden und Osten gelegene Tal. Meine Vermutung ist ja, dass dort der Name Valleyview entstanden sein muss. Neulich lag Nebel in den Niederungen, aber ich hatte keine Kamera. Aber so ein schlichter Sonnenaufgang fast nebelfrei hat auch was. Die wirklich tolle Fotoqualitaet muesst ihr euch denken…

Ich verstehe uebrigens, lieber Herr Administrator, falls Du guckst, gar nicht, warum ich jetzt neuerdings nur noch zwei Groessen fuer das Einstellen von Bildern angeboten bekomme, und zwar Mittel und Originalgroesse. Letzteres fuehrt zum Chaos, das hab ich ausprobiert. Seeeehr seltsam, so ein Computer.

Anyway. Zuhause waechst mit und ohne Sonne der kleine Herr Alfredson. Trotz seiner schweren Geburt hat er wohl beschlossen, fruehreif zu sein. Und so isst er mit seiner Mama schon Koernchen und tut auch schon so, als ob er andere juengere Ziegen zum Zweikampf herausfordern wollte. Und natuerlich muss er immer mal wieder dringend ein Huhn schnell machen – welch ein Spass!!

Gemuetlicher Abend

Ich sitze am Schreibtisch, gerade hat mir Eliza Gilkyson gesungen vom „Heart of a Man“ – reines Wunschdenken, was sie da singt, aber trotzdem ’ne schoene Schnulze. Um mich herum verteilt jede Menge Huendchen, insgesamt drei. Und irgendwo Frau Trudi. Bananenbrot und Tee sind leider gerade alle. Ziegen sind versorgt, unter gefahrvollem Einsatz von kalten Fingern (wenn sich 6 Ziegen mit 12 Hoernern um einen Eimer zanken, dann kann das sehr schmerzhaft fuer die Finger am Eimergriff werden…) Der Gatte ist zu einer Politveranstaltung!! Der Generator laeuft, der Ofen bullert, ich muss mal gerade nicht meckern. Und da kriegt ihr ein kleines Update.

Ich habe ja inzwischen – vielen Dank – Bilder aus Deutschland gesehen. Schoenen Schnee habt ihr! Koennt ihr schoenes, klares Wasser von machen – aber tut ihr ja wahrscheinlich eher nicht 🙂 Hier fallen immer mal wieder ein paar kleine Floeckchen, aber nichts wirklich ernsthaftes. Die Temperaturen sind sehr moderat fuer einen Januar/Februar, so dass ich die eigentlich unvernuenftige Hoffnung habe, dass wir am tiefsten Winter vorbei sind. Minus 15 nachts ist ja nun wirklich „nothing to write home about“. Und am Wochenende soll es waermer werden. Das ist auch gut, denn da kommt unser neuester Mitbuerger nach Hause.

Das ist das ueberlebende Ergebnis der Teenie-Liaison zwischen dem von Amadeus auf Alfred umgetauften Toggenburger und unserer kleinen Pomona. Die war ja wegen einer haesslichen Verletzung in der Praxis, und wir dachten, sie wuerde umgehend lammen. Tat sie aber nicht. Stattdessen drohte sie mit einem Vorfall. Und nachdem Karla das ganze Wochenende ueber immer mal Fuesse hatte ertasten koennen, oeffnete sie am Montag schliesslich die Fruchtblase. Und da fing sozusagen der Aerger an. Die arme Pomona hat teuer bezahlen muessen fuer ihr Ziegenhirtenstuendchen. Schmerzensgeld, sozusagen. Und Ziegen sagen ja lautstark, wenn’s irgendwo wehtut. Die Kunden vorne am Empfang fragten schon nach… Und dann war er schliesslich da, dunkelbraun, mit Boemmelchen unterm Kinn und – ein Kerl. Also ganz der Papa. Hoffentlich vererbt der nicht weiterhin so konsequent sein Geschlecht. Na ja, sagte Gereon, wirklich noetig war das nicht. Was wir allerdings ueberhaupt nicht erwartet hatten, war ein weiteres Zicklein, das erst am Dienstag morgen ein Bein rausstreckte. Das andere aber hinten liess. Als Karla das morgens entdeckte, war es schon zu spaet. Und so wurde das zugehoerige, WEISSE Zwillingsboeckchen tot geboren. Zwar vermuten Gereon und ich, dass das alles nur so ungluecklich ausgegangen ist, weil die Ziege jetzt einige Wochen viel relativ still gelegen hat. Das waere hier in der Herde nie gegangen, immer muss ja „Reise nach Jerusalem“ gespielt werden, wenn die Chefinnen das so beschliessen. Aber wenn es wirklich so war, dass die beiden krumm und schief lagen, dann ist es natuerlich gut, dass dieser unser erster Fall einer echten Schwergeburt in der Tierarztpraxis stattfand.

Auch in der Tierarztpraxis fotografiert: Dieser mini-Zwergschnauzer. Den haette ich gleich einpacken koennen! Und heute war ein schwarzer Spitz-Mix da, aehnliches Format, eher kleiner, wog 1.36 kg – zum Stehlen!

Derweil arbeitet sich hier zuhause das Fuechschen weiter vor und bohrt am Chef-Herz rum. Aber der ist hart, wie der buddhistische Staubsauger: „no attachments“. Und wenn es nicht beim Chef sitzt, liegt es gern auf dem Bett, „auf Ausguck“. Eine Interessentin hab ich, aber nach wie vor denke ich, ich wuerde es wirklich gern behalten, es ist ein so lustiges Tierchen.

Einen anderen „Stray“ habe ich wirklich um Haaresbreite vor der Todesspritze bewahrt, indem ich morgens schon Bob angerufen und ihm praktisch eroeffnet habe, dass ich ihm einen neuen Hund bringe. Konnt’er gar nich viel sagen. Ein grosser Rottweiler-Mischling, den trotz Namensschildchen und Impfplakette und Steuerschild fuer dieses Jahr anscheinend niemand abholen wollte und der nur zum Einschlaefern aus einer anderen Kleinstadt zu uns gekommen war. Aber er war sooo froehlich und freundlich – das kann man doch nicht durchgehen lassen. Und nun ist Zambo bei Bob, und die beiden verstehen sich anscheinend praechtig, und ich bin sehr froh.

Ansonsten: Es gab schon vor ein paar Wochen ein – wie wir finden – ziemlich wichtiges Urteil, nach dem ein deutschstaemmiger Bauer namens Michael Schmidt (sehr deutsch, oder?) die Rohmilch seiner 150 Kuehe zwar weiterhin nicht verkaufen darf, aber Anteile an seinen Kuehen darf er verkaufen, wodurch die Anteilseigner ein Recht auf die Rohmilch erwerben. – Analog geht das nun natuerlich erst recht auch mit Ziegen… Vorausgegangen ist dem ein jahrelanges Gezerre, im Verlaufe dessen es auch zu einer Hofdurchsuchung und Beschlagnahmung von Melkgeraetschaften durch – ich glaube – zwanzig bewaffnete Polizisten kam. Das muss man sich mal in Farbe vorstellen! Dass in sehr vielen Laendern, z.B. weitgehend in der EU, Rohmilchverkauf unter natuerlich strengen Bestimmungen legal ist, und auch sogar in einigen Staaten der USA, und dass dort die Konsumenten eben dieser Milch nicht sterben wie die Fliegen, das uebersehen die Kanadier geflissentlich. Man weiss es hier eben besser.

Wie die Interessierten vielleicht am rechten Rand erkennen, hat mich das Online-Kurs-Fieber gepackt. Neben meinem wunderbaren Stickkurs habe ich mich nun auch fuer einen Online-Filzkurs angemeldet, auf den ich mich sehr freue. Und im Rahmen meiner Reiseplanungen bin ich – aufregend – fuer einen Spinnkurs in Hamburg angemeldet bei Jana Muchalski, nach dessen Abschluss ich hoffe, tolles Nupsigarn spinnen zu koennen, oder zumindest eine Ahnung zu haben, wie das geht.

Und ich habe zu meiner weiteren grossen Begeisterung entdeckt, dass die Staudengaertnerei Maubach-Arends, meine „All-Time-Lieblingsgaertnerei“ am 20. Maerz ihr Fruehlingsfest veranstaltet. Ratet, wo ich hin will!! Wer will mit?

Ich glaub, jetzt muss ich noch was zu essen suchen. Der Weihnachtsschnuck ist leider endgueltig alle, so ein Pech. Da muessen Butellabrote herhalten. Nuetzt ja nix.
Und ihr habt jetzt nochmal genug gelesen.