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Weihnachtsgruesse

Mit kaputtem Internet (mal wieder) faellt es schwer, weihnachtliche Eintraege zu gestalten. Daher stattdessen an dieser Stelle nur alle guten Wuensche fuer schoene Feiertage. Bei uns wird das kindliche „Warten auf’s Christkind“ (naeh, wat war dat immer ne schoene Sendung!) ersetzt durch das „Warten auf den Container“, der nun fuer Freitag, den 23., in Edmonton angekuendigt ist und dann am 28. wohl von uns durch den Zoll gebracht werden soll.
Dann aber, dann wird’s hoffentlich bald wieder lustige Bildchen geben…

Kalt

Jetzt ist es richtig Winter, mit Schnee und knackiger Kälte, aber auch blitzblauem Himmel und strahlendem Sonnenschein. Von drinnen nach draußen betrachtet, eine ziemliche Mogelpackung: Man möchte raus und sich im Schnee tummeln. Also brauchen Nini und ich 10 Minuten, um uns mehrlagig zu bekleiden, dann geht Nini raus, verrichtet die notwendigen Geschäfte, verfällt in den Dreibein-Zitter-Modus und geht wieder rein. Nix mit Schneeausflug! Zora und ich mussten alleine los, und nach 20 Minuten ist es doch schon ziemlich frisch.
Jetzt müssen wieder Autos eingestöpselt, sprich vorgewärmt werden und abgefegt
Gestern war die bisher kälteste Nacht in diesem Winter (-30°C), und prompt beschloss eine Kuh, sie müsse ihr Kalb nun bekommen. Fotos hoffentlich in Kürze. Auch unsere Puten sind in der Kälte, nämlich in der Truhe. Wenn man älter wird, sieht das beim Zerlegen und „Fein-Rupfen“ dann SO aus:
Ein neues Fass Honig (ca. 300 kg) wurde soeben angekarrt, abenteuerlich, weil unser Deck nicht wirklich stabil wirkt.
Den werden wir jetzt umfüllen mit Hilfe unseres aus Deutschland eingeflogenen Spezial-Gerätes und dann hoffentlich jede Menge davon noch bis Weihnachten verkaufen!
Derweil schläft Zora überragend. Wir erinnern uns: Als Runa und ich sie abholten, füllte sie das Körbchen etwas über die Hälfe, glaube ich.

Nachbarinnen namens Annie

Wir haben wieder eine Nachbarin namens Annie, doch hier sieht die ganz anders aus

Annie ist ein etwa 1jähriger Bullmastiff! Mir ist nicht so ganz wohl dabei, gebe ich zu. Sie gehört zum übernächsten Haus, einem Trailer, den der Sohn unserer Vermieter bewohnt, der als mindestens „schwierig“ gilt. Es gibt Gerüchte über Alkohol und/oder Drogen. Heute wollte ich aber wegen des hässlichen Ostwindes einmal in die andere Richtung wandern mit Cummerbund und Zora, und da kamen beim noch weiter nördlichen Nachbarn, Shawn, gleich drei Hunde aus der Einfahrt, nämlich Annie, die ich ja schon kannte, und zwei Pyrenäen-Berghunde, nicht namentlich bekannt. Shawn, der auch hinterherkam, meinte, er wisse nicht, wie seine Hunde mit anderen Hunden seien, eigentlich sollten sie ja Haus und Tiere auch vor Hunden beschützen. Beste Voraussetzungen! Nini nämlich ist ja der Ansicht, sie ist überhaupt immer die Chefin, und knurrt gleich rum.
Wir gingen also in Begleitung von Annie lieber zurück. Annie und Zora allerdings „hit it off“ – boah, können die rennen! Bis jetzt alles recht freundlich, bis auf Nini’s alberne Knurreinlagen. Aber Annie hat VIELE GROSSE Zähne in ihrem breiten Maul.

Internet is back!!

Oh manno, wie kann man doch abhängig werden von diesen Annehmlichkeiten der modernen Zivilisation. Heute kam nun ein junger Mann mit sportlichem Filzkäppi, Schirm nach hinten, und sehr schnieken Ohrenschützern (immerhin ist es unter -10°C) und richtete die von Gereon bereits installierte Schüssel neu aus. Gereon heimste großes Lob für seine solide Installation ein – watter macht, machter ja orntlich, und natürlich „heavy duty“.
Und nun sitze ich also fröhlich hier im neuen Häuschen und internette so vor mich hin. Allerdings muss ich zugeben, ein bisschen verwöhnt bin ich jetzt schon von dem himmlischen Supernet in der Bücherei, das ist mindestens so gut wie DSL. Aber wir sind ja für Kleinigkeiten dankbar. Am Montag sind die Kälber verkauft worden, 66 Stück mit einem Durchschnittsgewicht von 550 Pfund (à 454 g) und einem Preis um die 1.25 pro Pfund, davon für uns 2/3, da sind wir recht fröhlich.
Doch so rein interessehalber auch noch Folgendes: Der dicke alte Bulle, 1 Tonne Lebendgewicht, wurde auch verkauft: das Pfund für 5 Cents (FÜNF!!!), das macht gerade über 100 Dollar für dieses Riesentier, abzüglich der Frachtkosten bleiben noch knapp 50 Dollar!!! So ein Quatsch, dafür muss er jetzt noch über die Schlachthöfe ziehen, der arme Kerl. Gereon und ich plädierten ja für einen transportfreien, schnellen Tod auf dem Hof und ein Recycling als Hundefutter – wie lange hätten da alle vier Hunde fröhlich sein können. Doch nein, das macht man hier so nicht…

Nur für die Stimmung, nicht als fotografische Meisterleistungen, ein bisschen Hunde im Winter. Nini ist ja seit Tagen im Dreibein-Modus, doch nun haben wir was Tolles erfunden, das macht, dass das Mäntelchen anbleibt, selbst, wenn Zora sie an der Schleppe festhält, was sie gern macht. Wir nennen es den Cummerbund: Zora hingegen scheint nie zu frieren, sie frisst probehalber auch schon Schnee Ansonsten ist sie gern und viel in Bewegung, wenn ihr genau hinguckt, könnt ihr sehen, dass sie ihren so genannten Kong vor sicher her schleudert
Ich bin sooo aufgeregt und freu mich auf den Container – endlich wieder ein Sofa und bequeme Stühle, das wird WUNDERVOLL!

Zora waechst!

Auf vielfachen Wunsch einer einzelnen Dame hier ein Bild von Zora mit einer „Streichholzschachtel“ zum Groessenvergleich. Es ist schon ziemlich gross, das dicke Dora, wie man auch an den zarten Pfoetchen sieht, mit denen es das arme Schaechtelchen gern in verschiedene Schwitzkastenvarianten nimmt. Besonders beliebt auch die leichte Kehlkopf-Verquetschung, bis die arme Nini husten muss und ihr fragiles Haelschen rotgelutscht ist. (Knutschfleck uebrigens heisst hier „Hickey“ – dies nur zur Vermehrung der Allgemeinbildung) Doch sie haelt meist still, also scheint sie einen gewissen Hang zum Masochismus zu haben.
Heute nun der Schnee auch bei uns. Gemeldet werden mickrige 2-5 cm, was ja verglichen mit NRW nix ist. Ich find’s schoen – es riecht gut, nachdem es ja schon wieder Wochen, d.h. eigentlich Monate kaum geregnet hatte.

Wenig mehr Geld und schon wieder Land Unter

Diese Kanader (hatte ich eigentlich schon jemals gejammert???) Ich tue naemlich eigentlich immer nur das Illegale, weil meine Buecherei mir meinen Stundenlohn nun doch immerhin von $8 auf $9 (CAN$1 + EUR 0,72, der Dollar steigt und steigt!) erhoeht hat – erstarrt alle in Ehrfurcht vor mir hochbezahlter Fachkraft!! Dies ging ohne ein weiteres Wort mit mir, einfach in Sitzungen, in denen ich nicht anwesend war. Ich finde das seltsam. Aber ich mag meine Arbeit nach wie vor so gern, dass ich das (noch) mitmache.
Und unsere Landverkaeufer haben nun umgeschuldet und beschlossen, dass sie bis zum Fruehjahr warten. Ob sie dann wirklich verkaufen oder versuchen, doch mehr Geld zu kriegen oder was auch immer, das steht in den (vielen, vielen hier zu sehenden) Sternen. Aber ich will mich einfach kaum noch aufregen. Kommt Zeit, kommt Land. Ich denke immer noch, dass es dieses Stueck einfach werden muss. Gereon faehrt jeden Morgen auf der Suche nach einem Elch los – ich bin zerrissen, eigentlich will ich gar nicht, dass er so ein armes Viech umnietet, sie sind so seltsam-schoen, aber schmecken tun sie ja auch gut. Neulich raeumte ich sein Hemd in die Waesche und fand eine Gewehrpatrone in der Brusttasche – dann weisste wieder, wo de bist!
Guste & Co. und die Huehner sind immer noch nicht umgezogen, die fehlen mir doch wirklich bald.

Jetzt aber mal wirklich – mit Bild!

Einmal mehr tue ich das Illegale und mache das von der Buecherei aus, ABER mit dem neuen Highspeed geht auch das Uploaden von Fotos so affenschnell, das macht wirklich Spass!
Nicht viele Worte. Zwei Fotos noch von Lenas Besuch, wo das Wetter ja noch ganz anders war. Es ist schon ein bisschen schade, das wir das/die Pferdchen nicht mehr haben. Na, mal schauen.
Dann: Alle Hunde lieben Lena, manche schleimeriger als andere
Und als Lena hier war, haben wir ja auch unsere potentielle „Predator Control“ angeschaut, will sagen, die Kojoten-Vertreiberin, so lange wie bzw. weil Zora ja sofort die Flucht ergreift, wenn ein Kojote heult, und Nini sich in grenzenloser Selbstueberschaetzung sofort ins Gefecht stuerzen wuerde. Hier also Lila, das Lama!!! Es kann toll vornehme und leicht indignierte Fratzen schneiden, vor allem beim Kauen Ich kann es kaum erwarten, es zu holen. Derzeit ueberwintert es noch bei Alice und David Palser, doch es ist einsam, und Guste koennte der Langeweile bestimmt abhelfen.

Und dann natuerlich das neue Haus, von aussen und von innen
Man betrachte vor allem die viele Arbeitsflaeche in der Kueche und das LICHT. Das Wasser koennt ihr ja nicht sehen und vor allem den Unterschied zu vorher nicht riechen, aber Runa und Lena wissen beide, wovon ich rede…
Aus der Einfahrt und ueberall rundrum sieht man wie fast ueberall hier meist eher spektakulaere Himmel Ich weiss jetzt wirklich, warum das „Picture Window“ im Wohnzimmer so heisst – gestern abend gerahmter Sonnenuntergang par excellence.
Nini friert natuerlich trotzdem immer , und Zora sorgt dafuer, dass mal auf jeden Fall fuer sie genug zu essen da ist
Und in den letzten Tagen noch eine besondere Spannung und Aufregung, fuer mich nur am Telefon, fuer Runa und Oma und Opa und Stefan und Barbara und Uwe in echt: der Container wurde gepackt und ist jetzt unterwegs, erst auf Schienen, dann ueber den Atlantik, dann den Sankt-Lorenz-Strom hoch (da wuerde ich gern dabei sein), dann wieder auf Schienen ueber Land bis zu uns vor’s Haus – ich kann es mir kaum vorstellen, aber noch vor Weihnachten werden wir wohl auf unserem Sofa sitzen (siehe Picture Window…) Und wie ich mich jemals fuer all die Hilfe bedanken soll, weiss ich noch nicht. Mein erster Filzversuch in diese Richtung ist klaeglich gescheitert, verdurri!
Gereon faehrt jeden Tag auf den Hof, ich bin noch fast nicht wieder dagewesen, seit wir umgezogen sind. Vermissen tu ich auch nur die Ziegen, die menschlichen Bewohner eher weniger, und jeden Tag geniesse ich das nette Haeuschen und das viele Licht.

Umgezogen!

Heute fusche ich mal ganz arg und verplempere bezahlte Buecherei-Zeit mit Blog-Schreiben. Zum einen werde ich ja sehr mau bezahlt, und zum anderen ist es auch gar zu wichtig und aufregend – da muss es halt mal sein.
Wir sind umgezogen! Kein Telefon, noch nicht mal Handy funktioniert dort, und kein Computer zur Zeit. Macht aber kaum was. Stattdessen gibt es naemlich weisse Waende ueberall, keine Moebel ausser einer weiss gestrichenen, tausendjaehrigen Einbaukueche und unseren eigenen drei bis sieben letzte Woche bei IKEA gekauften Teilen. UND es gibt natuerliches LICHT!!! Heute morgen backte (buk?) ich Brot, zum ersten Mal im neuen (alten, weil vorhandenen) Herd, und das Licht schien von drei Seiten in die Kueche! Zora wanderte hinter den Sonnenflecken auf dem Boden her. Zum Vergleich: auf dem Bauernhof musste man IMMER in der Kueche das Licht einschalten – da muss der Mensch doch depressiv werden. Es gibt fast farbloses, also durchsichtiges, trinkbares, GERUCHLOSES Wasser, eine funkelnagelneue Badewanne (seit gestern auch mit funktionierendem Duschkopf) und eine Kueche, einen recht grossen Essbereich und dito Wohnbereich, diese drei gehen ineinander ueber und wirken also wirklich grosszuegig, und dann gibt es noch zwei kleine Schlafzimmer. Es ist der pure Luxus. Bilder in Kuerze, wenn hoffentlich der PC samt Schuessel wieder angeschlossen ist.
Und gerade ruft mich die Besitzerin des Landes an, das wir gerne kaufen wollten, was dann nicht klappte, weil sie (vermeintlich-angeblich) ein besseres Angebot hatten: hat nicht geklappt mit dem anderen Angebot. So sind wir wieder im Geschaeft. Oh manno, jedenfalls wird es nie langweilig :-))
Es hat geschneit, die Strassen sind ueber weite Strecken weiss und leider auch teilweise rutschig. Der kleine Hund hat schon wieder den Drei-Bein-Status ausgerufen, waehrend die dicke Dora (AKA Zora) froehlich und unbeeindruckt durch die Kaelte flitzt, immer neue Untaten im Sinn.

Samba

Also, das Nunki macht keine Fotos, und ich auch nicht, und wir sind immer beschäftigt, und jetzt fahren wir zum Tierarzt mit dem kleinen Hund, damit er mal geimpfert wird. Und ich bin schon total im Reisewahn, auweiah. Doch zwischendurch eine Freudenmeldung: Gestern habe ich Rapunzel-Schoko-Nuss-Creme bei unserer Öko-Einkaufs-Coop abgeholt. Nunmehr also Toastbrot (selbstgebacken) mit prima Samba-Ersatz!!! Mmmmhhhh!

Neuzugänge

Hier ist so viel los, da kommt der Mensch gar nicht zum Aktualisieren von Websites. Erstmal hab ich die Helga zum Flieger nach Calgary gebracht, drei Wochen vergingen wie im Flug. In einem genialen Schachzug kam Runa am selben Tag an UND der neue kleine Hund wurde an den Flughafen geliefert. Ganz schön aufregend. Runa, der namenlose kleine Hund und ich sind dann „die übliche Tour“ gefahren, haben in Banff übernachtet (oh weh, mit einigen Unfällen des kleinen Hundes im Hotelzimmer). Das obligatorische Tochter-im-Hotelbett-Foto gibt es zwar, es wurde mir jedoch die Veröffentlichung untersagt. Stattdessen das ebenfalls obligatorische Hund-im-Hotelbett-Foto, zu diesem Zeitpunkt noch namenlos: . Nach Erkundung des gar nicht üblen Banff, das allerdings von Deutschen bevölkert schien, zogen wir dann weiter zum Lake Louise, wo der kleine Hund jede Menge Aufmerksamkeit auf sich zog und meist für einen Whippet gehalten wurde, während die Nini ja hier häufig als miniature greyhound identifiziert wird. Tja. Lake Louise dito. Es scheint, dass um diese Zeit alle deutschen Abenteurer mit Geld (und das sind nicht die ganz Jungen) nach Kanada ziehen. Wir unterbrachen den Weg nach Norden dann am Maligne Canyon und am Maligne Lake, wobei ich diesen Canyon wirklich sehr beeindruckend fand. Wird einem ganz kodderig, wenn man da runter guckt, wo das Wasser in der Tiefe durchstrudelt. Hier sieht man Runa und das kleine Wesen, dass immer noch namenlos war, bei einer der ersten Pinkelpausen und am Maligne Lake. Übernachtung in Jasper war nicht so nett, weil alles, wirklich alles besetzt war oder aber keineswegs Hunde wollte. Und 300 Dollar für eine Suite mit Wasserbett wollten wir irgendwie nicht ausgeben – man stelle sich vor, das Hündchen nagt das Bett an!!!
Unterwegs gab es tatsächlich programmgemäß einiges an Wild, Schafe in Gruppen, Hirsche natürlich aller Couleur, und am Schluss, zwischen Grande Cache und Grande Prairie, tatsächlich einen freundlichen Bären am Straßenrand. Das Wetter spielte auch prima mit – alles ist gelb gegen den blitzblauen Himmel. Es ist zwar kühl, aber nach wie vor sehr sonnig. Zu Hause angekommen, wurde gleich im Lexikon nachgeschaut, und siehe da: Floozy, Runas erster Vorschlag für den kleinen Hund (nach Tripstrill und anderen Scheußlichkeiten der Musiol-Sisters), bedeutet tatsächlich Flittchen. Gut, dass wir das nicht schon am Lake Louise gerufen hatten. Also heißt der gefährliche Kojotenjäger und reine Draußenhund nunmehr Zora, die Graue. Einen rosa Babybauch hat sie und gebärdet sich bei Bedarf recht labberig. Und der Herr Hö. macht gleich alle Erziehungsbemühungen zunichte: Sein Kommentar, vor Zeugen: „Das gehört so.“ Nun ja.