Archiv der Kategorie: Allgemein

… der will nur spielen!

Erster Ausflug Odette und Kinder am 19., da waren die Kinderchen also gerade 2 Tage alt. Und schon nähern sich Raubtiere mit zweifelhaften Absichten. Man wagt sich vor, lugt unter Mamas Bauch durch, aber letztlich siegt die Vorsicht (der Mutter) – und es kommt zu dynamischen Momenten 😉

Der oberbergische Regen…

…ist ein Segen für die Landwirtschaft, das hab ICH ja immer gesagt, und hier hätten wir ihn gern. Deswegen heute ziemliche Freude über das Geräusch von Regentropfen auf dem Blechdach und über dieses Bild
Gestern hat es im Garten nämlich noch gestaubt beim schlichten Hacken, und der Wind trocknet den Boden so aus, dass ich mich gar nicht getraut habe, mehr als unbedingt nötig den Boden zu bewegen. Heute dann wird schon bei diesem Mini-Bisschen Regen der Staub sofort zum berüchtigten „Peace Country Gumbo“, einer Plämpe, die zentimeterdick an den Schuhsohlen klebt und meine Sandalen solche Trockenspuren im Garten hinterlassen lässt
Das bedeutet natürlich, dass es noch lange nicht reicht mit dem Regen. Ich glaube, seit Februar hatten wir vielleicht so 1-2 Inches Niederschlag, wenn überhaupt. Ich sehe gerade, dass im 30jährigen Jahresmittel diese Gegen hier knapp 450 mm Niederschlag hatte. Ich weiß nicht, was Oberberg hat, aber Köln hat laut meinen Quellen doppelt so viel gehabt und Oberberg gefühlt 10mal soviel.
Freut euch, ihr Oberberger, über den Regen!

Es freuen sich…

…der Bienenkönig und die Ziegenliesel über die Ankunft weiteren Nachwuchses:

Im Vordergrund Billy G. , Verstärkung für die Männer im Haus, aber ein bisserl schlaff bis jetzt, kein Vergleich mit seiner zwar kleinen, aber sehr kessen Schwester (noch namenlos)
Wir waren nicht da, als die beiden ankamen, aber Matthew erzählte, dass das noch viel schneller ging als bei Odette. Tallulah ist auch ein anderes Mutter-Kaliber. Ich hab noch nur vorsichtig Billy G. am Hälschen kraulen wollen, da hatte sie mir schon einen verpasst!! Brav, jedenfalls aus Ziegenmuttersicht. Aber da haben wir wohl noch was zu üben.

Rasante Entwicklungen

Bilder ohne viele Worte. Diese hier sind von gestern:

Die dickere ist Odette, und die Frage war: Wieviele Zicklein sind da drin?
Heute wissen wir’s:

Zwei Mädels, eines deutlich größer als das andere, das Dicke ist eine Quatsche, das Kleine ist SEHR kampfig. Das Dicke versucht schon zu hüpfen, erfolglos, und gemeinsam haben sie bereits eine Euterhälfte total schlabberig getrunken, und die andere wollen sie (noch) nicht.
Das Ganze, vom ersten Babybild bis zum letzten Babybild, hat ca. 1/2 Stunde gedauert – da kann man neidisch werden. Prost Odette!

Hipp-hipp-hurra!!

Tätärätääh, Tuscherl: der Opa Mortsiefer wird heute 80! Prosit, hab heut‘ mal sicherheitshalber drei Flaschen Wein gekauft für all die anstehenden Festivitäten, wir heben dann das Glas auf Dich und wünschen Dir einen schönen Tag und nur das Allerbeste!!

Mario-Wein gibt’s ja hier leider nicht, auch das Olivenöl ist irgendwie nicht so luxuriös, wie wir das gewohnt sind.

Aber ich hab noch eine kleine Meldung, die Gereon und mich sehr freut: Gestern hab ich sowohl einen Job im Nachbardorf angeboten bekommen als auch ein „offer for arranged employment“, sprich, ein Arbeitsangebot, falls die kanadischen Behörden unseren Antrag genehmigen. Das ist etwas, was uns bei diesem Antrag auf 94 von 100 möglichen Punkten bringt! Könnte also sein, dass trotz BSE-Krise und Auftragsflaute wir ab Juni doch wieder etwas besser über Wasser sind.

Falls das jemand liest, der nicht aus der Familie ist und es noch nicht weiß: Allzuviel Publicity will der Opa ja immer nicht, aber ein bisschen könnte er vielleicht vertragen 😉

So, und nun muss ich den Garten – konnte es mir in der Stadt auch nicht verkneifen, doch ein paar Tomatenpflänzchen zu kaufen sowie NOCH ein paar Samentütchen, die ich dank Karolas Gartenplan nun alle professionell unterbringen kann. Frühbeet mit Elchschädel gefällig?
Der Garten ist mal mindestens 25 x 15 m gross, so genau weiß ich es nicht (mehr), riesig jedenfalls irgendwie. Zum Vergleich: Das Frühbeet ist 4 m breit. Ach ja, und liebe Karola: die hausnächste Ecke ist mindestens 200 m Fußweg vom Haus entfernt!

Kohlenhydrate…

…sind böse – sagt Dr. Atkins, grob vereinfacht. Anscheinend glaubt das hier in diesem Nordamerika im Moment gerade mal fast jeder. In der Küche liegt eine Tüte mit Brot, das nennt sich „carb wise“, also „kohlenhydrat-schlau“ (ebenfalls grob vereinfacht). Wirklich extrem schlau, nämlich der Herr Dempster, der das Brot backt, hat im Teig die Stärke- und Eiweiß-Anteile verändert UND – welch ein genialer Schachzug – er hat das Gewicht pro Scheibe verringert – und abrakadabra, schon hat man weniger Kohlenhydrate pro Scheibe Brot. Wer hätte das gedacht?!
Ich weiß, es gibt kein nettes Bildchen dazu und es ist auch nicht wirklich wichtig, aber derartige Dinge beschäftigen mein Hirn doch immer mal wieder hier in diesem schönen Lande.

Begegnung der 3. Art

Nur noch mal zur Erinnerung: Das hier ist der Pup , so wie er eigentlich immer aussieht.
Heute sah er komisch aus und war etwas weinerlich, da hat der Herr Höntgesberg mal nachgeschaut: Oh je! War da wohl ein Stachelschwein! Hier nochmal aus der Nähe
Da ham wer ihn operieren müssen. Man kann die nämlich nicht einfach so rausziehen, die Stacheln, saßen teilweise einen guten Zentimeter tief und arg fest. Also Zange, Schnur um die Schnauze und los. 23 Stück hab ich jetzt gezählt, incl. Ohr- und Schulterstachel. Der Pup war sehr tapfer, hat nur ein bisschen geweint, aber immer gewedelt und den Gereon ganz unglücklich angeguckt.

Neues von den stacheligen Mädels

Die „stacheligen Mädels“ (Gereon) haben sich schon recht gut eingewöhnt. Sie sprechen leise, wenn ich mit dem Gersteneimerchen komme. Ich weiß jetzt, warum der Herr Schu. seine jüngere Tochter „****ziege“ nennt (darf man das veröffentlichen?) – die trinken erstaunlich viel. Und Heu fressen sie auch jede Menge, und inzwischen wandern sie in ihrem Auslauf rum (Hochsicherheitstrakt, so hofft man) und killen die Landespflanze, die wilde Rose, womit sie sich hier auf dem Hof tatsächlich Freunde machen. Sie laufen hinter dem Eimer her, und der Herr Höntgesberg hat den Melkstand schon fast fertig. Er darf die Ziegen auch anfassen (das hat er mir diktiert, ich weiß nicht genau, warum), und er legt Wert auf die Feststellung, dass ich immer genau dann abdrücke, wenn er ausnahmsweise mal muffelig guckt, was er sonst NIE tut. Na gut, ich drucke das ohne Kommentar hier ab. ;-))
Liebe Susi, Deine edle geflochtene Leine kommt hier zu neuen Ziegenehren! An der Leine nämlich nehmen die Mädels kontrollierte Eiweißrationen zu sich – das Gras wächst beim Zuschauen, und sie üben für ihre Rolle als Rasenmäher. Ich hoffe, man erkennt, dass wir sie nach Euter ausgesucht haben. Für die Profis unter den Lesern und diejenigen, die die Kommentare nicht lesen: Es sind nicht eingetragene Saanenziegen, sie sind irgendwie zwei bzw. drei Jahre alt. Sie lammen (oder wie man das bei Ziegen nennt) zum ersten Mal, und wir denken, dass auch beide tatsächlich schwanger sind. Sie sind gedeckt (leider) von einem Burenziegenbock, aus Inzuchtgründen konnte es nicht der einzige Saanenbock des Hofes sein, weil der schon mindestens der Vater ist.
Als nächstes müssen sie dringlich die Füsse geschnitten bekommen, und leider kratzt sich die eine auch. Da muss der Tierarzt mal (be)raten.

Ach ja, und als Namen sind derzeit Tallulah und Odette die heißesten Favoriten. Wer wer sein könnte, weiß man noch nicht. „Die Blaue“ (nach den Ohrmarken) – gleichzeitig die Kratzige – scheint irgendwie unorganisierter, aber auch aggressiver als „die Rote“, die sehr umgänglich und nett ist und sich fast nie mit der Leine verheddert.

Das neue Projekt

Am letzten Freitag fuhr der Herr Höntgesberg in die große Stadt und besorgte sich dort ein Logging Permit (Holzeinschlagerlaubnis oder wie sagt der Forstmann?), für unter 10 Dollar, damit durfte er bis zu 5m³ Stangen auf Crown Land (öffentlichem Land) ernten. Hier sehen wir die Ernte, von Hand verladen – der Herr Höntgesberg ist nämlich stark.
Dann sieht man diesen freundlichen Herrn hier bei der Arbeit Zum Schieflachen, schon wieder ein krummer Nagel! Aber macht nix! Den ganzen Sonntag wurde gesägt, gehämmert, genagelt. Diese Stangen übrigens sind teilweise wohl an die 100 Jahre alt – es tat mir in der Seele weh. Aber Nadelbäume wachsen hier im Norden so langsam. Und sie riechen SOOO lecker!
Am Montag hantieren der Rolf und der Gereon mit diesem Ding rum, das sind Stock Racks, statt Viehanhänger. Währenddessen telefoniert die Frau H. in der nördlicheren Welt herum und vereinbart einen Termin bei Fairview, ca. 150 km nordwestlich. Dann fahren Herr und Frau H. los – und vergessen leider beide den Fotoapparat – schade eigentlich. Sie fahren zur Howling Wolf Ranch, können sich schlecht entscheiden, trinken noch einen Kaffee mit einem sehr netten Schweizer Ehepaar (übrigens umgeben von Akbash-Hunden, gruselich!, dazu vielleicht später mal mehr) und fahren dann mit ihrem Projekt durch die Abendsonne heimwärts. Parken unterm Dach – es könnte Regen geben! Auch die Hunde fragen sich: Was mag drin sein? Na, am nächsten Morgen sieht man es dann doch schon: Und „Tätääh!!“, hier das neue Projekt: Zum Eingewöhnen fressen aus dem Eimer in der Nähe der Fotografin . Dann Ausladen, nicht so ganz einfach, man beachte die von Herrn H. zur Verfügung gestellte „Rampe“ Und dann ist das Projekt im neuen Heim Und nun wissen wir auch, wofür der Herr Höntgesberg die vielen Stangen gebraucht hat!

Kojotenwald

Geht der kleine Hund mit Zoe und uns spazieren – Ostersonntag abends. Gereon sagt: Lass uns doch mal zum Ende des Heufelds gehen, wo Rolf seinen Bone Yard hat, sprich, den Platz, wo er eventuell vor der Zeit verschiedene Kühe hinbringt. In der völlig trügerischen Hoffnung, dass die Hunde da nicht hingehen… Zoe marschierte zielstrebig in diese Richtung. Den kleinen Hund hab ich nach der Hälfte des Weges lieber mal an die Leine genommen, der hatte schon wieder die Öhrchen auf Jagdfieber stehen, und außerdem sahen wir ein paar Hirsche. Zoe lief voraus und plötzlich schoss sie in den Wald – da, wo die Knochen liegen. Geheule, Gekläffe, Gebelle: Kojoten! Der kleine Hund wurde ganz nerviös. Und dann kam Zoe durch den Wald zurück, und Gereon sagt: Ach, da sind ja zwei. Das zweite war aber der Kojote, der Zoe verscheuchen wollte. Da hättet ihr mal den kleinen Hund hören sollen! Der hat rumgetobt und gekläfft und gejault und wollte unbedingt den Kojoten fressen. Der Kojote aber wollte viel lieber die Zoe aufmischen und kam immer wieder hinter ihr her. Sie scheuchte ihn immer wieder in den Wald, und kaum drehte man sich um, war er schon wieder da. Währenddessen schrie der kleine Hund auf meinem Arm vor sich hin und fand das Ganze sehr unfair. Ich fand es eher nicht so lustig, weil der kleine Hund bekanntermaßen unter grenzenloser Selbstüberschätzung leidet. Der Kojote kam immer so bis auf 20-30 m an uns ran, was Gereon noch nie erlebt hatte. Na, nu wissen der kleine Hund und ich auch, wie Kojoten aus der Nähe aussehen. Die Bilder musste ich leider aus dem Netz nehmen, weil keiner von uns einen Fotoapparat bei sich hatte – dumm gelaufen!

Ich fand das schon ein bisschen spannend, muss ich sagen. Jetzt mach ich mir natürlich Sorgen, dass der kleine Blindfisch da wieder hin will. Im Moment ist die Gefahr gering – es regnet und schneit und ist ein Wetter zum Im-Bett-Bleiben. Aber in den letzten Tagen, bei der Wärme und dem freien Feld, da war der kleine Hund schon arg im Jagdfieber.