…da wo Links steht, findet ihr ab sofort in der Tat ein paar mehr Links. Ich könnte z.B. in Zukunft auf Seiten über Grizzly-Bären verweisen, damit ich keine Bildchen klauen muss und dennoch euch erzählen kann, dass es – anders als man mir ursprünglich hat weismachen wollen – diese Biester hier doch auch gibt! Finde ich ja nicht so wirklich lustig. In den letzten Tagen musste ich mir von drei einheimischen Männern und einer Frau unterschiedliche Bärengeschichten anhören. Ich will jetzt schießen lernen! Aber ganz am Schluss sagen sie immer: „Oh don’t worry! Usually they don’t like people and go away!“ Aber sie sagen auch so was wie: „Oh, you’ve got a little dog? Well, might be good – might be bad.“ Das soll mir bedeuten, falls der kleine Hund einen Bären sieht und sich erschrickt und mir auf den Arm springt, kann es sein, dass der Bär hinterherspringt. Na ja. Schaun mer mal.
Ich wollte auch eigentlich schreiben: Links ab sofort links. Wer genauer wissen möchte, wo er/sie uns denn mal besuchen kann, der schaue sich die Karte an, dort am unteren halb-rechten Ende (ALSO südsüdöstlich) findet man Bezanson und Debolt. Ziemlich genau in der Mitte zwischen diesen beiden entzückenden Siedlungen geht die Goodwin Road (nicht eingezeichnet) nach Norden, und nach 9 1/2 Meilen biegt man links (NACH WESTEN) zu uns ab.
Ich empfehle übrigens dringend, die beiden Orte auf der interaktiven Karte auch mal anzuklicken – ich könnte mich schlapplachen, nachdem ich das nun getan habe. Bitte beachtet die Einwohnerzahlen! Und ich kann nur sagen – Bilder lügen praktisch fast überhaupt kaum. Schade, dass nicht das Debolt Hotel abgebildet ist, ein Symbol internationalen Flairs. Oder auch das Blue Apple Cafe, das mich fatal an das Bagdad Cafe in Out of Rosenheim erinnert. Aber Bezanson’s General Store gibt eine kleine Idee von der Weltläufigkeit dieser urbanen Zentren in unserer Nähe. Dennoch: Jedesmal, wenn wir hinfahren, find ich es klasse, ich fühle mich wie mitten in einem Kinofilm, aber es ist alles echt – unglaublich!
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Und Nr. 3 für heute: die Pferde
Und noch die Pferdchen
, in erster Linie für meine jüngere Tochter. Allerdings gilt auch für andere potentielle Besucher (!): Man kann sie reiten. Nicht so sehr das dunkle rechts, das ist das Indianerpferd, eine Stute aus einem Reservat, sehr unnahbar, allerdings mit einem sehr hübschen Fohlen, nämlich dem mittleren
. Der Fuchs ist ein Trainings-Gastpferd, es gibt nämlich hier eine schicke „outdoor arena“
und einen Roundpen
. Aber das Arabische (Jasper), also natürlich das weiße, und das dicke Appaloosa-Teil
mit dem Namen „Whisper“, das könnte man reiten. Ich wöllte natürlich niemals das Arabische, da könnte gern die Lena drauf sitzen, aber das Runde soll sehr gemütlich und brav sein. Da stimmten dann auch die Proportionen besser ;-))
Und beim nächsten Mal erzähl ich von den Bären und den Beeren!
Der Elch
Heut‘ gibt’s mal nur ein paar Bildchen, damit ich den Ungern-Lesern nicht allzusehr auf die Nerven gehe. Wir haben ein paar von Gereons Fotos scannen lassen, er war näher am Elch als ich. Ich habe (ich kann’s einfach nicht lassen) festgestellt, dass mir die Elche bis jetzt am besten gefallen von all den Tieren, die ich hier sehe. Obwohl sie so ungeheuer knubbelige Nasen
haben und auch manchmal nicht so graziös aussehen
, erinnern sie mich doch oft an Pferde
, vor allem wenn sie sich ungemein elegant, schwungvoll und erstaunlich lautlos über die verschneiten Felder bewegen (was wir leider noch nicht fotografisch dokumentieren konnten). Sie werden aber, wie bereits auch berichtet, bei Störung recht energisch, unsere Farmhunde scheuchten diesen Elch
im Winterfutter auf, woraufhin der Elch kurz entschlossen die Hunde verscheuchte. Aber man kennt sich und geht sich dann auch aus dem Weg. Gereon musste aus der Hüfte schießen, daher ausnahmsweise ein unscharfes Bild. Wir sehen übrigens fast jeden Tag einen oder mehrere, sogar Nini vertrieb neulich einen am Briefkasten, und Spuren gibt’s immer frische.
Das Überraschungs-Ei
Dankeschön Arne!
Der Arne hat nämlich sozusagen eigeninitiativ mir/uns dieses neue Kleid verpasst – und das ist doch wirklich viel schöner, gelle? Außerdem hat er mir die Arbeit hinter den Kulissen erleichtert – schönen Dank, lieber Arne!
Die Seite für den Landwirt
Hier nun einmal ein paar Infos für die Landwirte unter der geneigten Leserschaft oder die landwirtschaftlich interessierten. Vorab noch einmal – auch auf die Gefahr hin, dass ich mich wiederhole – einige Zahlen, Daten und Fakten:
„Unser“ Bauernhof, der an der Goodwin Road
liegt (hier Richtung NORDEN, jawohl, und wird sind am ganz am Ende des Bildes oder noch aus dem Bild raus, und dann biegt man nach WESTEN ab) ist ein sehr kleiner, mit 92 Kühen, davon 5 Bullen (die Zahlen haben sich seit unserer letzten Zählung nach oben hin verändert, entweder ist uns eine Kuh zugelaufen oder der Bauer hatte sich vorher verzählt ;-). Diese Kühe haben 7 Quarter Sections eigenes Land und 7 Quarter Sections Grazing Lease, also staatliches Pachtland, so genanntes Crown’s Land (Elisabeth, Elisabeth – überall hängt se noch drin!) insgesamt zur Verfügung, also zum Grasen und zur Heugewinnung. Das Pachtland besteht überwiegend aus Busch – deswegen sind die Kühe auch recht gut zu Fuß und sportlich. Und jetzt die Zahlen, die ich schon mindestens dreimal nachgerechnet habe, weil sie mir so unwahrscheinlich vorkommen: 1 Quarter Section hat 64 Hektar, das bedeutet, dass unsere wirklich kleine Landwirtschaft ca. 896 ha hat. Und wahrscheinlich habe ich das auch schon geschrieben: es gibt hier in der Nachbarschaft einen Bauern, d.h. es sind wohl 2 Brüder mit wahrscheinlich großen Familien, die haben über 200 Quarter Sections = 12.800 Hektar. Ich hab keine Ahnung, wie groß in Deutschland große Bauernhöfe sind, aber mir erscheint das ungeheuerlich viel.
Nun ist das nicht nur lustig. Wenn ich mir hier unsere landwirtschaftlichen Zeitschriften anschaue, die regelmäßig mit der Post ins Haus trudeln, dann besteht die Werbung hauptsächlich aus ganzseitigen bunten Beschreibungen der allertollsten genmanipulierten Rapssaaten und der allergenialsten, weil durchschlagend wirksamen Spritzmittel gegen alle möglichen Unkräuter. Der Raps ist dabei Roundup-ready, d.h. resistent gegen Roundup. Monsanto, die Herstellerfirma (die – so ist inzwischen mein Eindruck – ihre Finger in so ziemlich allem hat, unter anderem auch in der Süßstoffherstellung!) wollte schon in diesem Jahr auch Gen-Weizen einführen, natürlich ebenfalls Roundup-ready, doch die Bauern sträuben sich vehement dagegen, weil ihnen den nämlich nicht alle Abnehmer abkaufen wollen – in Europa z.B. ist man ja wohl eher skeptisch. Eben habe ich dann in einer alternativen Gesundheitszeitschrift gelesen, dass Weizenpollen z.B. bis zu 1 Stunde in der Luft bleiben kann, Rapspollen sogar bis zu 5 Stunden. Wenn man dann ein bisschen Wind annimmt, dann wird einem schnell klar, dass die Pufferzonen von 5 km rund um Felder mit genmanipulierten Pflanzen der reinste Witz sind. Das Zeug fliegt uns wahrscheinlich schon lange und überall um die Ohren – und wahrscheinlich auch in den Ökoprodukten.
Dennoch gibt es hier auch Gegner, und es gibt ein paar Ökobauern sogar in unserer Gegend. Davon irgendwann mal mehr, wenn ich Fotos habe. Unser Bauer ist ein ganz konventioneller in dem Sinne, dass es hier keinen künstlichen Schnickschnack gibt: gefüttert werden Gras, Heu
(der Puppinger und ich machen hier die Streichholzschachtel für den Größenvergleich), Stroh
– fertich! Deswegen essen wir die auch relativ unbesorgt, obwohl die Nachricht, dass die beiden im letzten Jahr in Nordamerika gefundenen BSE-Kühe aus Alberta kamen, die hiesige Cattle Industry schwerstens beeinträchtigt. Dennoch geht hier bei uns alles seinen normalen Gang: Gereon lädt mit dem modernen Traktor und der interessanten Technik einen der ebenfalls interessanten Heuballen auf
– alle 2 1/2 Tage wissen die Mädchen genau, dass es was Frisches zwischen die Kiemen gibt, und wenn Gereon den Traktor anschmeißt, gehen sie schon recht entschlossen alle in eine Richtung
. Im Detail geht das mit dem Aufladen so: ein Ballen
nach dem anderen wird mit dieser Art Kratzboden hochgezogen, am Schluss passen drei dicke Ballen
auf den Anhänger.
Wenn die Mädchen nach dem Essen Juck haben, kratzen sie sich hier
. Und wenn sie (dieses Jahr etwa ab dem 15. März) ihre Babies kriegen, dann bemüht sich der Bauer, sie in diese Scheune
zu kriegen. Das ist übrigens für die Mamas der einzige Stall, den es überhaupt gibt, und den können immer nur ein paar gleichzeitig aufsuchen. Darin befindet sich die Rotlicht-Kiste für die Kälber, wenn es gar zu kalt ist. Wenn die Kälber dann mit heilen Ohren und Schwänzen durch die ersten Tage gekommen sind, müssen sie, wenn sie frieren, sich bitte hier
reinkuscheln, am besten zu mehreren, weil das besser heizt.
Ein Tag im Leben…
Ein normaler (Sonn)tag im Leben des Ehepaares Höntgesberg sieht ungefähr so aus: Gegen 6 Uhr klingelt der Wecker. Das gilt aber nur als Anregung, sozusagen. Irgendwann später steht Gereon auf (das fällt im Moment relativ leicht, weil es nicht so kalt ist). Dann kommt der Luxus, nämlich Tee ans Bett für mich! Alle, denen ich das hier verrate, behaupten, er versaue mich und „verderbe die Preise“. Ich finde das völlig in Ordnung. Denn dann geht’s ja los. Wenn ich mich endlich aus dem Bett schäle, höre ich Gereon unten im Basement manchmal schon schnaufen. Warum? Tja, weil dort unser neu eingerichtetes, voll verkacheltes und sich auf dem neuesten Stand der Gerätetechnik befindliches „Fitness-Center“ wohnt. Dort sieht Schatzi natürlich nicht immer so entspannt aus wie hier
, sondern er ächzt dann auch mit den Hanteln, von denen neben der Hantelbank eine (von zweien natürlich) liegt, oder er liegestützt, was das Zeug hält, oder er hängt an einer Klimmzugstange rum – was man halt so macht, damit man notfalls Elche rumwuchten kann. Sein versonnener Blick auf dem Foto will wahrscheinlich bedeuten, dass er in der Ferne, im Wald schon wieder „unseren“ Elch vermutet. Er ist ja elchsüchtig, hatte ich glaube ich bereits erwähnt.
Natürlich turnt auch die Frau Höntgesberg, wenn der Tee alle ist:
. Sie strahlt dabei natürlich, weil sie sich nur halb so anstrengt wie ihr Gatte und außerdem weniger Hantelquälereien, sondern mehr so Fahrradtouren (vorne links im Bild, jawohl, so sahen die mal aus!) oder Ruderausflüge (hinten rechts im Bild, auch das gibt es, zum Zusammenklappen – High Tech eben!) unternimmt, um nämlich schnell und ausdauernd zu werden. Sie ist nämlich nicht elchsüchtig, sondern tendenziell bärenflüchtig. Da war ja neulich sowas: Ich ging zum Briefkasten, wie immer, fröhlich und forschen Schrittes, begleitet von meinem mutigen Hund. Am Ende der Auffahrt befindet sich nach Norden (jawohl, das weiß ich schon ganz locker) so ein kleiner Wald, und in diesen Wald laufen immer die Hunde rein und finden da irgendetwas spannend. Nini blieb stehen, streckte die Nase in den Wind oder die Luft, whatever, ich blickte in die Richtung, und da stand da was Großes, Dickes, höher als ich, mit hängenden Armen, so graubraun und guckte uns an. Mir fuhr es in den Magen, ich hatte ja schon länger den Verdacht, dass bei diesem warmen Wetter diese verflixten Bären vielleicht schon den Wecker hören. Ich guckte auf meinen Hund, der guckte in den Wald, ich guckte auch wieder in den Wald, und da stand es immer noch, es war so in Brustlatzhöhe ein bisschen heller und hielt den Kopf etwas schief. Ich wollte dann doch mal lieber nicht näher rangehen, drehte, forscheren Schrittes als vorher, wieder gen Westen um und vermeldete meinem die Kühe umtreibenden Gatten, das da was im Wald stehe und ich deswegen nicht zum Briefkasten könne. Er meinte, das sei sicher unser Elch. Ich entgegnete, wenn ich ja nicht wüsste, dass die Dinger eigentlich schliefen, dann täte ich sagen, es sei ein Bär. Fand er natürlich spannend. Wir trieben die Kühe um, und dann ging er, mit Kamera bewaffnet, nachschauen. NATÜRLICH war es nur ein Baumstamm, der vorher, mit viel Schnee drauf, eben nicht wie ein Bär ausgesehen hatte. Ich fand das prima, Schatzi fand es schade!
Doch zurück zur körperlichen Ertüchtigung. Inzwischen besitze ich ein eigenes Baby-Hantelpärchen. Erst, als Gereon sie mir freudigst zusammenschraubte, wurde mir klar, dass es sich (wieder mal) nicht um ein völlig uneigennütziges und romantisches Geschenk zum Valentinstag handelte, sondern um eine mögliche Erweiterung seiner eigenen. Aber vorerst hab ich damit noch heftig zu tun. Hoffentlich wachsen sie nicht, die Baby-Hanteln!
Wenn wir dann fit und außer Atem sind, wird gefrühstückt, Haferflockenpamps, wie wir es vom Bauern gelernt haben. Nur die hartgekochten Eier lassen wir weg! Und dann geht der brave Mann in den Wald
und kümmert sich darum, dass die Frau es warm hat
, während sie dafür sorgt, dass es nicht nur labberiges, süßes, nordamerikanisches Brot gibt.
, sondern mit Hilfe der vorhandenen High-Tech-Küchengeräte
und der mennonitischen Damen
auch nicht süßes Hefebrot und inzwischen – Heiner sei Dank! – auch Backfermentbrot, mmmhhh, lecker! Das größte Anfangsproblem war es dabei für mich, ohne Waage, stattdessen mit Cups und ml zu arbeiten – ausgesprochen spannend, aber machbar.
Außerdem mussten wir ja noch 1 1/2 Kühe vom Meat Cutting und Packing Plant abholen
, das sind 18 (in Worten: ACHTZEHN) schwere Kisten mit Tiefgefrorenem. Wir haben eine Truhe im Keller, aus der wurde das noch vorhandene Fleisch vom letzten Bullen umgeräumt in die (nicht angeschlossene) Truhe vor dem Haus, in der auch das Hundefutter wohnt (und der Hirsch und das Schwein und das Kolostrum und, und, und). Aber als die Kellertruhe voll war, waren immer noch Kisten übrig
– wohin mit dem ganzen Segen? Gereon wurde bei seinen Verräumungen von den Hunden äußerst interessiert beobachtet. Und ich kann inzwischen ziemlich gut Fleischsuppe kochen. Sollte ich erwähnen, dass die Kühe hier ziemlich alt werden? Die 1 1/2 jedenfalls waren so ca. 15, jede, nicht zusammen, als sie in unsere Truhen zogen. Als jetzt das Tauwetter einsetzte, wurde uns ganz mulmig, und nun stehen noch ein paar Kisten mit Schnee AUF der Truhe draußen. Wird schon schiefgehen!
Hinternetz, die Zweite
Bereits ganz zu Anfang gab es ja einen kurzen und nicht so fröhlichen Bericht über das nicht funktionieren-wollende Internet, d.h. eigentlich war’s ja theoretisch „nur“ die Schüssel, die sich nicht ausrichten lassen wollte. Und dann stieg die Software aus, und dann, und dann, und dann…
Nun: es läuft! Ich mag auch gar nicht mehr beschreiben, was alles passieren musste bzw. passierte, jedoch nicht sollte, und wie es meinen Nerven ging und wie ich mein Geld schwinden bzw. gar nicht erst eintrudeln sah. Das alles wird sicherlich noch ein wenig Ärger mit dem Lieferanten der Schüssel geben. Jedenfalls bin ich der festen Überzeugung, dass in New Brunswick, wohin mich meine Anrufe bei der telefonischen (und immerhin kostenlosen) Service-Hotline der Schüsselfirma täglich ungefähr 10 mal führten, dass man dort meinen Namen gut kennt und sich schon mit Grausen schüttelt, wenn ich anrufe. Egal. Hier sind noch ein paar Bildchen davon, wie an einem recht kühlen Tage, der Man-Lift-Truck
eintrudelte, um Nathan, den Techniker, in schwindelnde Höhen zu tragen, damit er die Schüssel auf den Satelliten ausrichten konnte. Zur Information: Das Signal, das eine Fernsehschüssel empfängt (hoffentlich habe ich das jetzt richtig in Erinnerung und blamiere mich nicht unsterblich!), ist ungefähr so groß wie ein Fußball, Basketball oder so, jedenfalls ziemlich. Das Signal, das mir die Segnungen des schnellen Internets bringen soll, ist nur so groß wie ein Golfball. Nicht umsonst schrie der Techniker, als es endlich eingefangen war: „We got the bird!“ Meise! oder Zaunkönig!
Na, die Freude währte nur kurz, denn dann starb die Software und das Signal wackelte und alles war grauslich und es war Wochenende und die Hotline… Inzwischen bauten meine Mannen (Rolf, der Bauer, war da noch hier) Verstrebungen für den Mast, der angeblich einfach zu hoch war und deswegen wackelte.
Dann kam die erste Rechnung: kleine 600 Dollar für den Man-Lift-Truck, insgesamt 3800 Doller, im Gegensatz zu 2500 Dollar im ersten Angebot, und das Ding lief ja noch nicht. Die Hotline-Menschen beschieden mir, der Techniker müsse nochmal rauskommen. Ich stand kurz vor der Nervenkrise und habe den Herren gesagt, dass ich das nicht zahlen könne und wolle, weil wegen und überhaupt. Ich solle mir mal keine Sorgen machen – haha!
Jedenfalls hat Gereon dann beschlossen, dass er eine Plattform baut, weil uns schwante, dass auch diese Justierung nicht die letzte sein müsse. Und als erfahrener Hochsitz-Architekt war das für ihn auch gar kein Problem. Holz lag genug rum, und schon ging’s los:
Plattform im Bau. Hier
wurde mir ja schon schwindelig, doch Gereon kletterte auch im Schnee unverdrossen in die Höhe und befand, dass die Aussicht von dort oben prima sei – ich solle doch auch mal schauen. Na, das machen wir ein andermal! Jedenfalls wurde die Plattform pünktlich
FERTIG!
So sieht das jetzt hier also aus – nicht schön, aber es funktioniert, und Nathan war sehr zufrieden mit der Arbeit. Natürlich habe ich so meine Ideen, was eine ähnliche Plattform, mit Strickleiter für mich, irgendwo draußen in den Bäumen angeht, so als Sonnenplatz, bärensicher, wär doch was…
Von wegen Kälte
Hier ein kleines Wetter-Update: Februar 12, 12:24 Mountain Standard Time, die Sonne scheint, es ist 9°C (in Worten: PLUS NEUN GRAD CELSIUS), die Hunde liegen draußen in der Sonne, sogar Nini, es taut, die Eiszapfen werden länger, vom Dach rauscht der Schnee, und ich fühle mich ein bisschen wie auf Kreuzfahrt. Leider habe ich keine Zeit für den Liegestuhl, und mein Steward kippt glaube ich schon wieder Bäume um. Aber so ist es offensichtlich hier eben auch, und nicht nur kalt. Nur die Sonne, die scheint praktisch immer! Allerdings kann man dem Braten wohl nicht trauen, zum einen, denn es wird bestimmt noch wieder heftig kalt werden. Zum anderen bräuchten wir auch dringend jede Menge Schnee, damit mehr Feuchtigkeit in den Boden kommt. Sonne und Wärme sind also „mixed blessings“, aber schön sind se schon!
Genossenschaften
Das
ist der Pup (für Freunde „Puppinger“). Der wohnt hier. Der ist ein Mischling und ungeheuer nett. Bauer Rolf hat dafür gesorgt, dass die Hormone nicht immer machen, dass er zu weit vom Hof wegläuft. Das tut er zwar jetzt immer noch, aber aus anderen Gründen.
Das
ist die Zoe, eine Mischlingsdame und womöglich noch netter als der Pup. Sie ist ein bisschen kleiner, kastriert und übrig geblieben von Mietern von Rolf und Judy. Zusammen gehen Pup und Zoe gern auf Tour, man sagt, sie jagen. Wir wissen das nur aus zweiter Hand…
Das
ist der Oskar, ein kastrierter Kater und so was wie der Chef der 6-köpfigen Katzenschar. Er ist sehr freundlich und sitzt gern vor der Haustür, von wo er alles unter Kontrolle hat.
Auch diese Dame hier. Das
ist nämlich die Susi, von uns Susanne genannt. Susanne ist siamesischer Herkunft und spricht viel und laut. Außerdem schielt sie gewaltig mit ihren schönen blauen Augen. Außerdem hat sie es gern warm, sie war nämlich früher mal eine „Drinnen-Katze“. Hier auf dem Hof gibt’s keine Drinnen-Katzen. Aber Susi witscht schnellstens in den beheizten Shop, wenn man nicht irre aufpasst. Und Susi sitzt in der Treckerkabine, so heute geschehen, weil Gereon das Fenster offen gelassen hatte. Und Susi sitzt, wie hier abgelichtet, im alten Unimog auf einer Pferdedecke. Vielleicht hat sie ja auch einen Führerschein, und wir wissen es noch nicht. Susi ist übrigens so was wie eine Chefin der Katzen-Truppe, was immer mal zu kleinen Kompetenzstreitigkeiten mit Oskar führt. Nini schlichtet dann bereitwillig!
Alle diese Tierchen mögen den Gereon gern, auch mit Sonnenbrille, weil er nämlich der Futtermeister ist und jeden Morgen an die bekannten Stellen ausreichend Leckerkram bringt.
Und dann kam die Geschichte mit dem Hirsch:
Seitdem mögen ihn alle Tiere noch viel lieber:
Den hat er nämlich für sie mal aufgeschnitten, und nun wohnt der in der Tiefkühltruhe und kommt morgens in die Schüsseln. Sogar der Specht
, der zusammen mit den kleineren Spechten, den Chickadees (so einer Art Tannenmeisen) und dem von uns identifizierten White-breasted Nuthatch (so einem kleiberartigen Teil) vorm Fenster die Haut- und Fettstücke verspachtelt, findet den Gereon jetzt nett.

