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Neun Jahre Kanada!

Soeben erinnerte mich mein aelteres Kind daran, dass heute nicht nur Chef-Geburtstag, sondern auch der neunte Jahrestag unserer Ankunft in Kanada ist. Es war aehnlich kalt, wenn ich mich recht erinnere, und der kleine Hund freute sich wie doof ueber Rolf, den er doch noch gar nicht kannte 🙂 Und wir waren abends eingeladen bei Freunden von Rolf und Judy, im Wohnzimmer stand ein Fluegel, alles war sehr geschmackvoll, das Essen sehr lecker, der Wein ausgezeichnet, die Musik dezent und schoen – und ich war ziemlich begeistert und sehr optimistisch. Es war sicher gut, dass ich nicht in die Kristallkugel gucken konnte, sonst waere ich womoeglich umgekehrt, und das waere andererseits sehr schade gewesen.

So aber sitze ich am Fenster in der sinkenden Sonne, freue mich, dass die Tage wieder laenger werden und hoffe, dass der Wetterbericht recht hat und nur noch die kommende Nacht so kalt (-30) und es dann erstmal wieder waermer wird. Und das wuensche ich mir in allererster Linie fuer meine klappernden Ziegen!

Cowboy/Cowgirl Christmas

Gestern war ich mal wieder in Grande Prairie. Friseur. Ist eigentlich ein bisschen sehr luxurioes oder bescheuert, je nach Wetter und Spritpreisen. Gestern startete ich bei relativ gutem Wetter, die Strassen in unserer Gegend waren gut geraeumt, natuerlich immer mal ein bisschen eisig, aber das kann eine Fast-Albertanerin ja nicht schrecken. Leider erledige ich die Hinfahrt nach GP ueblicherweise mit einem leeren Auto, was die Wintertauglichkeit von Madame Delphine auf den Nullpunkt bringt, aber „Nuetzt ja nix!“ (Eben hoerte ich zu diesem meinem Motto David Crosby und Graham Nash: I surrender! – Wie wahr und klug!)

Bis ich in Grande Prairie war, hatte sich das Wetter deutlich verschlechtert, White-out! Ich konnte die Strasse kaum erkennen, was ich aber an der ersten Ampel deutlich merkte, war das Eis unterm Schnee. Bremsen ging nicht. Gluecklicherweise war die Nebenspur frei, so dass ich ausweichen konnte. Da ist vorausschauendes Fahren angesagt. Hat dann auch weiterhin geklappt. Treffen mit Sabine und Hanna bei Jeffrey’s zum Lunch, wie Frauen das hier so machen. Und nein, es gibt hier nicht NUR Ketten- und Schnellrestaurants, und in Jeffrey’s Cafe sitzt es sich ganz nett und isst es sich noch netter.

Fuer den Rueckweg hielt ich bei Keddie’s an, um meine ueblichen 10 20-kg-Saecke Ziegenfutter zu kaufen, mit deren Hilfe sich naemlich Madame Delphine’s Wintertauglichkeit exponentiell verbessert. Mein Lieblingsladen, ohne Frage. Und jetzt, in der Vorweihnachtszeit, ist es ganz besonders entzueckend – immer denke ich, ich bin im Kino. Begruesst wird man von Charlie, der je nach Saison unterschiedliche Outfits vorfuehrt.

charlie

Ich musste dann ein bisschen durch den Laden wandern und knipsen. Die Bildchen sind nicht ganz scharf, weil das Telefon zwischendurch klingelte und ich abgelenkt war, aber Sachen gibt’s! Unglaublich, finde ich nach wie vor.

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belt bling

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Und das haetten meine Maedels in frueheren Jahren bestimmt auch haben wollen 😉
horsetrailer pink

 

So, jetzt habt ihr’s mal wieder. Ich sitze – logisch – immer noch drinnen im Warmen, 8:31 AM sagt mein Rechner. Draussen liegt bestimmt ein halber Meter Schnee, und der Wetterbericht sagt mir, dass es tatsaechlich schneit. Ich seh nix. Macht aber auch nix. Aber jetzt muss ich mich glaube ich mal anziehen und meine Vier- und gefiederten Zweibeiner fuettern. Minus 20, hatte ich das erwaehnt?

Ach, und noch eine Kleinigkeit. Ich mag Facebook nicht. Twitter finde ich geradezu absolut oberbloede. Aber ich bin aus mehr oder minder geschaeftlichen Gruenden mit unserem Honig bei Facebook. Wer also auch da ist, moege bitte sofortissimo uns (Gereon’s Honey) dort aufsuchen und „liken“ (ein graessliches Wort, und einen Link kriege ich gerade auch nicht. Facebook! *schauder*)

Vielen Dank, Herr Elch!

Das erste Wochenende in den Foothills brachte zwar die Sichtung von insgesamt 25 Elchen, aber keinen Jagderfolg. Sonntag morgen zog der Herr Chef dann wieder los, mit dem Campingkocher, meinem letzten Sprit, zwei Kochtoepfen (!?), dem dicken Schlafsack, einer Plane, einem Greifzug, einem Lastschlitten, einer selbstgebauten Rampe etc.pp. Montag morgen blies er sozusagen telefonisch Halali oder was auch immer, jedenfalls hatte er einen Elch. Weil er ja so ein Einzelkaempfer ist und niemanden mitgenommen hatte, brauchte er dreieinhalb Stunden, um das Tier die 60 Meter bis zum Weg und Auto zu schleifen (Greifzug!). Er erzaehlte, dass er sich schon gefragt hat, was er tun koennte, falls ein Grizzly auftauchte. Die lassen sich wohl nicht so leicht verscheuchen, und im Zweifelsfall gibt der Kluegere (?) nach und ueberlaesst dem Grizzly die Beute. Es klappte aber ohne Grizzly-Einmischung, und der Elch wurde zum groessten Teil in unserem kleinen Verarbeitungsbetrieb in Valleyview abgeliefert. Deren Kuehlhaus ist nicht hoch genug fuer Elche dieses Kalibers! Halbieren war angesagt. Leider haben wir nicht die Moeglichkeiten, die dicke Elchdecke zu gerben, das faende ich gut! Mitgebracht hat er natuerlich den Kopf. Ich habe noch ein bisschen Sorge, dass der hier irgendwo INS Haus soll – da muesste ich mich dann energisch gegen verwahren. Emmi und Sheba sind in hellem Aufruhr, und Sheba haelt trotz minus 20 Grad draussen ihre Wachschicht durch. Man darf dem dicken Emmi-Klops keine Chance geben! Das ist uebrigens auch das richtige Wetter, um beide Tiefkuehltruhen auszuschalten, sehr sparsam.

Dieser Elch duerfte uns fuer ein bis zwei Jahre mit Fleisch versorgen – vielen Dank also, Herr Elch! Als ich ein bisschen Zwiesprache mit dem Verstorbenen hielt, stellte ich uebrigens fest, dass Elchhaare im Gesicht anders verlaufen als Pferdehaare. Eine Elchnase nach unten zu streicheln geht gegen den Strich. Kein Wirbel auf der Stirn, jedenfalls nicht so wie beim Pferd. Interessant…

November

Ab dem 1. November darf in Alberta wieder gezuendelt werden! Ich habe nicht herausfinden koennen, wieviel Land wohl jaehrlich in Alberta abgeholzt und gerodet wird, doch von dem was ich hier sehe, ist es einiges. Und es erscheint mir kaum besser, nein, eigentlich ueberhaupt nicht besser als die Brandrodung z.b. im Amazonas-Gebiet. Hier hatte ich ja gejammert ueber die Methoden der neuen Besitzer suedwestlich von uns. Als ich vor ein paar Tagen abends nach Hause kam, sah das so aus:

Es wurden mit den vielen schweren Geraeten lange Reihen von entwurzeltem, abgeknicktem Holz zusammengeschoben und dann angezuendet. Diesen Sommer wuchs zwischen diesen so genannten Windrows ja schon das Grusel-Canola. Weil die neuen Besitzer anscheinend keine halben Sachen machen, sind immer noch Raeumer und Bagger am Werk, die, waehrend die Reihen brennen, alles immer wieder zusammenschieben. Das kann jetzt noch Tage, evtl. Wochen brennen. Und naechstes Fruehjahr wird man kaum noch erkennen koennen, dass da noch vor einem guten Jahr Wald war. Tueckisch wird es, wenn solche Feuer ueber moorigem Boden angezuendet werden, so geschehen bei Nachbar Albert. Dann kommt der Schnee, das Feuer scheint geloescht bzw. ausgebrannt, und wenn im Fruehjahr der Schnee weg ist und ein bisschen Wind aufkommt, dann brennt es ploetzlich wieder, und zwar manchmal an ganz anderen Stellen, weil es in dem torfigen Boden unbemerkt wandert. Ziemlich gefaehrlich. Nachbar Brett hat auch seine Holzhaufen angezuendet. Und ich muss zugeben, zum ersten Mal ueberlege ich auch daran. Der Chef will das immer tun, aber bei uns hinterm Haus sehe ich den Sinn nicht. Wir sitzen ja nicht draussen und wollen auch keinen Rasen haben. Aber auf der Suedseite, wo ich die Tiere hin umziehen will, habe ich auch noch so einen langen Wall von zusammengeschobenem Holz. Nachbar Jim, der das Raeumen und Freischieben einer Zaunschneise fuer mich erledigen will, empfiehlt mir dringend, soviel Platz freizuschaufeln, wie ich wirklich brauchen werde, um dort mit Trucks und grossen Anhaengern (die hoffentlich meine Ziegenhaeuschen bringen werden) hineinfahren und wenden zu koennen. Und weil der Hof von Nachbar Jim mir so durchdacht und funktional erscheint, kaempfe ich noch ein bisschen mit mir, aber ich glaube, ich werde ein grosses Feuer machen.

Auch typisch fuer November: Bei den Nachbarn herrscht grosses Geschrei bei den Kuehen. Die Kaelber sind von ihren Muettern getrennt worden und gehen wahrscheinlich heute, obwohl Memorial Day ist, auf den Viehtransporter. Dazu gab es heute am fruehen Morgen noch laute und sehr schraege Kojotengesaenge. Ob die wohl durch das Kaelber- und Kuh-Gemuhe angeregt werden?

Das Wetter ist grau und ein bisschen griesgraemig. Macht nix. Ich hab „frei“, Chef ist jagen gefahren in die Foothills, und ich mach’s mir gemuetlich. Immerhin scheinen die -25 von vorgestern morgen nur ein voruebergehender Ausrutscher gewesen zu sein, die aktuellen -5 Grad gelten ja praktisch als Barfusswetter…

Kleiner Nachschlag

Bei Corb Lund heisst es im Refrain ja

the chev got stuck and the ford got stuck
got the chev unstuck when the dodge showed up

Na, und dreimal duerft ihr raten, wie es mit Madame Delphine (Ford!) weiterging.

Der Chef kam mit dem Chev nach Hause, frisch repariert, weil das Allradgetriebe gemuckt hatte. „Komm, wir ziehen mal eben den Ford da raus.“ Gesagt, aber nicht getan. Denn die Reparatur hatte wohl mehr geschadet als genutzt, Allrad war nicht verfuegbar, und so wurde nicht nur der Ford nicht rausgezogen, nein, auch der Chev blieb stecken. Die Rettung brachte in unserem Fall weder ein Dodge noch ein Traktor, und schon gar kein Hutterer-Truck (die fahren hier nicht her) oder GM-Canola, sondern die Katzenstreu, und zwar sowohl fuer den dicken Chev als auch fuer die kleine Madame.

Ist doch kein Wunder, dass ich mich manchmal nicht nur wie im Kino, sondern jetzt auch noch wie auf YouTube fuehle…

Truck got stuck!

Also es gibt ja so Tage, die eher steinern sind, nicht diamanten. Heute scheint so einer zu sein. Fing diamanten an, mit Yoga und Meditation, jawoll! Beste Vorsaetze etc.pp. Das haette mich eigentlich schon warnen sollen. Dann wollte ich Honig ausliefern, bemerkte nach 600 m, dass ich die Etiketten vergessen hatte und bog leichtfertig in den Feldweg am Ende unseres Grundstuecks ein, um zu wenden. Denkste! Madama Delphine ist ja eine Nette, startet immer brav, ist (relativ) sauber und ordentlich, aber Winter will sie nicht, dann wird sie ganz kaprizioes. Aber selbst ist ja die Frau, ist schliesslich nicht das erste Mal, dass ich feststecke auf gerader Strecke. 600 m zurueckgelatscht, die Strasse ist aufgrund des Tauwetters widerlich eisig. In der Einfahrt prompt ausgerutscht und hingelatzt, aber macht ja nix. Meinen unverzichtbaren Kaelberschlitten mit 8 schweren Gehwegplatten beladen, sicherheitshalber noch mit einer Tuete Katzenstreu, den Etiketten, der Handtasche, ohne die ich nirgendwohin gehe (alles auf dem Foto zu sehen). Zurueck geschliddert. Was vorher noch super-eisig war, entpuppte sich mit dem Schlitten als streckenweise erstaunlich schotterig, was das Ziehen erheblich erschwerte (ade Osteoporose, da war aber mal Gewicht auf den alten Knochen), leider fehlte aber auch immer wieder Traktion an den Schuhsohlen. Egal. Angekommen, Platten ins Auto geladen, im Schweisse meines Angesichts, das ganz ausnahmsweise mal mit Wimperntusche versehen war. Als ich in den Rueckspiegel guckte, sah ich aus wie von Halloween uebriggeblieben. Tempotaschentuecher mussten her. Dann optimistisch gestartet – Pustekuchen! Nix ging, immer noch nicht. Ich verweise hierzu auf den Song von Corb Lund und den Hurtin‘ Albertans

Gut, dass ich yoga-gestaerkt an Koerper und Geist war. Bin einfach ausgestiegen, hab das Auto abgeschlossen, meinen Krams auf den Schlitten gepackt, mein Honigdate abgesagt und bin wieder nach Hause gewandert. Schoener Spaziergang. Und jetzt gibt’s noch ’ne Kanne Tee und dann bastele ich an meinen neuen Kuechenmoebeln weiter – schliesslich hat frau Alternativen.

Gestern in Grande Prairie habe ich mir uebrigens angeschaut, was der Chef ins Auge gefasst hat: einen japanischen Minitruck, mit Allradantrieb. Damit waere mir das vermutlich nicht passiert. Der hier abgebildete hat ein so genanntes „extended cab“, also ein groesseres Fuehrerhaus oder wie das heisst. Ich habe lange gesucht, bis ich den Unterschied zu den normalen entdeckt habe: Es gibt ein zusaetzliches Seitenfenster, und hinter den beiden Sitzen ist etwa eine Handbreit Platz. Na dann. Da passt wahrscheinlich noch nicht mal meine unvermeidliche Handtasche rein. Diese Dinger scheinen hier ein neuer Renner zu sein. Sie werden aus Japan importiert, sind um die 20 (!) Jahre alt, haben aber nur zwischen 60- und 80.000 km auf dem Tacho und eben Allrad. Gern werden sie hier dann in Tarnfarbe umgespritzt und von „Jaegern“ benutzt. Der Chef sieht Moeglichkeiten fuer die Arbeit mit den Bienen. Und natuerlich brauchen sie, vor allem kanadische Verhaeltnisse, praktisch keinen Sprit. Und sind billiger als ein Quad bzw. Side-by-Side (Quad mit zwei Sitzen nebeneinander), aber kaum groesser. Es gibt auch Kipper. Hmmmmh, man koennte so ein Ding beigebraun-gestreift lackieren und dann Honeybee nennen…. Oder hellblau-gelb, wie unser Logo…. Honeybee…. Mal schauen….

Old Man Winter

So, der Van ist fast fertig betrauert. Ein anderer, juengerer mir angebotener Mini-Van, so wie mein geliebter, aber auch verschrotteter Plymouth Voyager, entpuppte sich als viel zu teuer. So werden Madame Delphine und ich uns einen weiteren Winter mit Hinterradantrieb durchschlagen/-schlittern. Und der Winter ist da! Nach dem ersten, sehr unangenehmen Nassschnee, als der Van verstarb, fielen die Temperaturen, und es gab „richtigen“ Schnee. Im Anmarsch sieht das so aus:

Ungemuetlich! Man denkt an Rilkes Herbstgedicht, gluecklicherweise habe ich ein Heim und ausreichend Holz. Dennoch verlangt solches Wetter relativ hektische Aktivitaeten. Alles, was im Schnee versinken koennte – und das ist je nach Schneemenge viel! – muss noch schnell gesucht und irgendwie gesichert werden, entweder durch Senkrechtstellen oder, indem man es unter ein Dach raeumt. Davon haben wir irgendwie nie genug, Daecher sind im Winter Mangelware. Auch die Gaense wurden, wenn auch nicht hektisch, so doch sehr organisiert und zielstrebig. Die Gruppen wuchsen zu Hunderten und Aberhunderten an. Fuer sowas fahre ich rechts ran, um zu gucken und, vor allem, zu lauschen. Ich liebe Gaenserufen. Diese Gruppe hier wurde begleitet von einem Schwan (GAENSEHAUT!!) und war durchsetzt von einigen Schneegaensen.

Die Ernten waren gut dieses Jahr, und so finden die Gaense auf vielen Feldern noch Reste, die sie sich, genau wie wir, auf die Hueften und an andere sinnvolle Stellen packen. Seit aber vor zwei Tagen etwa der Schnee so richtig begonnen hat, hoere ich keine mehr. Ab nach Sueden!

Nach einer recht langen Phase der Bequemlichkeit und Weicheiigkeit (vornehmlich auf dem Sofa) besinnt Emmi sich auf das, was sie persoenlich am Herbst/Winter liebt und wofuer sie gern Schnee im Pelz in Kauf nimmt: Der von ihr bewachte Schatz ist ein Ziegenkopf. Es gab den unvermeidlichen Schlachttag, diesmal mit einem „richtigen“ Metzger.

Ueblicherweise kaufen die Menschen, die nicht selbst schlachten, und das ist natuerlich die Mehrzahl, ihr Fleisch im Supermarkt. Wo genau das herkommt, weiss ich nicht, will man vielleicht auch nicht wissen, wenn man es sowieso nicht kauft. Es gab kuerzlich wieder einen massiven Lebensmittelskandal, in einem Monster-Schlachtbetrieb im Sueden Albertas. E.coli wurde in Fleisch entdeckt, es gab Krankheitsfaelle, der Betrieb mit 2.200 (!) Mitarbeitern wurde voruebergehend geschlossen. 4700 Kuehe am Tag konnten „durchgeschleust“ werden, und die Produkte wurden ueber das ganze Land und auch in die USA verteilt. Eine Rueckrufaktion umfasste ueber 2000 Fleischprodukte. Die USA ergriffen natuerlich sofort Massnahmen, die Grenze wurde geschlossen, und die Rinderpreise hier in Alberta fielen zu einer kritischen Zeit, wo die Bauern naemlich Kaelber und aussortierte Kuehe verkaufen, drastisch, vor allem fuer die alten Kuehe. Die Beteiligten, naemlich XL-Meats und die Canadian Food Inspection Agency, schienen sich gegenseitig Vorwuerfe zu machen, und die CFIA hat extra eine Seite eingerichtet, auf der ueber den ganzen Skandal behoerdenmaessig berichtet und Fragen beantwortet werden. Natuerlich ist es einfach, der kontrollierenden Behoerde vorzuwerfen, sie haette nicht genug kontrolliert, doch die wirklich Frage scheint mir: Warum kann das ueberhaupt passieren? Und weil ich ein Simpel bin, sage ich mir, dass diese Betriebe einfach viel zu gross sind, um ueberhaupt noch irgendetwas kontrollieren zu koennen. Die Arbeiter sind ueblicherweise eingewandert, mit Arbeitsvisa oder auch Daueraufenthaltsgenehmigung, viele kommen aus afrikanischen Laendern. Ueber die Loehne kann ich nur spekulieren. Und was ist die kanadische Loesung: Der Betrieb wurde aufgekauft, von einem noch groesseren, multinationalen Unternehmen, basiert in Brasilien, doch zustaendig ist nun die USA-Niederlassung. Er laeuft wieder, bisher noch nicht mit voller Nutzung, aber immerhin.

Derweil bei uns: in Valleyview gibt es seit kurzem einen ganz kleinen Fleischverarbeitungsbetrieb, und der Metzger kommt aus der Schweiz. Wir lernten uns auf dem Farmers‘ Market kennen, und weil Hans eine Mobile Schlachterlaubnis hat, konnte er am Freitag kommen und professionell einige Ziegen schlachten, die jetzt im Betrieb zerlegt und teilweise verwurstet werden. Wir sind gespannt. Es wird u.a. Keule nach Art des Buendner Fleisches geben! Alles ohne E.coli, und falls es Probleme gaebe, wuesste ich, wo der Metzger wohnt. Das ist m.E. eine prima Absicherung gegen Schlamperei am Fleisch. Solche Betriebe sind leider selten, weil die Kunden immer Bequemlichkeit, also das beruehmte One-Stop-Shopping, und natuerlich niedrige Preise wollen. Nun, nicht bei uns, und so kann Emmi sich weiterhin ueber ihre Schaetze freuen, und auch die Haeher sind sofort eingeflogen und teilen sich Fettstuecke mit den Meisen.

Und waehrend ich dies schrieb und zwischendurch noch – ein Segen der Technik – lange mit meinem einen Kind telefonierte, ist es hell geworden, und ich kann euch den aktuellen Schneestand zeigen. Mein deutscher Zollstock meldet 28 cm, und dazu zeigt das Thermometer -15 Grad C. Old Man Winter, wie ich sagte…

Bye-bye van!

Da wird er ein letztes mal aufgeladen, der gute alte chevy-van! Letzte woche hatte ich ihn verliehen, und das haty ihn die schaltung gekostet und mich einige nerven. Reparatur scheint nicht zu lohnen, und so geht er in den schrott. Dabei war er immer so brav und ist noch keine 20 jahre alt. Drei oder vier ziegen, ein schwerer wassertank, 15 ballen stroh oder 25 saecke futter waren nie ein problem. Das wird schwer zu ersetzen sein. Dagegen stand der grosse durst: eine tankfuellung waren etwa 115 liter, und die hielten nicht sooo lange.

Ich bezahle dieses klo!

Allein die diagnose des schadens an meinem alten van kostete 427 dollar (nachdem man mir anfangs etwas von 135 erzaehlt hatte!) Die reparatur haette 1200 gekostet. Welch ein spass. Kein wunder, dass der chevy-haendler so ein schnoeseliges marmor- und edelstahl-kundenklo hat…

CSA :-)

Heute bin ich persoenlich zu „meinen“ gaertnern gefahren, um den letzten teil meines gemueseabos abzuholen. Die kuerbisernte war besonders gut. Man kann auf dem foto gar nicht sehen, wieviele sorten da noch waren. Wunderbar! Ausserdem hab ich den pickup halb voll mit anderen gemuesen UND ein paar pfund erdbeereb! Nomnomnom…